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Bessere Global Governance und mehr gemeinsame Entwicklung – Chinas neue Beiträge für das globale Regieren

2019-07-29 15:37:00 Source: Author:
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Von Hu Biliang* 

  

Armut ist noch immer ein wichtiges Problem, mit dem sich die heutige Welt konfrontiert sieht. Nehmen wir die 65 Länder (einschließlich Chinas) entlang der neuen Seidenstraße als Beispiel. Nur 18 davon (knapp 28 Prozent also) zählen zu den Staaten mit hohem Nationaleinkommen, sprich mit einem Pro-Kopf-BIP von mehr als 27.000 US-Dollar. 22 Länder, darunter auch China, gehören zu den Ländern, deren Nationaleinkommen im oberen Mittelfeld angesiedelt ist, mit einem Pro-Kopf-BIP von etwa 7000 US-Dollar. Doch unter den oben genannten 65 Ländern finden sich auch 23 Länder, deren Nationaleinkommen noch immer im unteren Mittelfeld angesiedelt ist und deren Pro-Kopf-BIP nicht einmal die Grenze von 2500 US-Dollar erreicht. Afghanistan und Nepal gehören sogar zu den Ländern mit niedrigem Nationaleinkommen, ihr Pro-Kopf-BIP liegt unter der Grenze von 1000 US-Dollar.  

  

Unzulängliche Global Governance verursacht Armut 

  

Abgesehen von hausgemachten Ursachen liegen die Gründe für die weiterhin bestehende Armut einiger Länder auch in internationalen Faktoren, die die regionale Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Unter ihnen spielt die Global Governance eine wichtige Rolle. Hätte sie unterentwickelten Ländern und Regionen die benötigte rechtzeitige und effektive Unterstützung gewährt, sähe die Situation heute wohl ganz anders aus. 

  

Es ist nicht abzustreiten, dass die Global Governance bei der Förderung des Entwicklungsprozesses etlicher Länder eine wichtige Rolle gespielt hat. Dass etwa China in den 40 Jahren seiner Reform und Öffnung eine derart rasante Entwicklung erfahren, ein jährliches Wirtschaftswachstum von 9,5 Prozent erreichen und mehr als 700 Millionen Menschen aus der Armut befreien konnte, ist neben seinen eigenen Stärken auch der aktiven Rolle der Global Governance zu verdanken. Neben direkter finanzieller Unterstützung erhielt die Volksrepublik auch Hilfe im Bereich Wissenschaft und Know-how.  

  

Dennoch bleiben die bis heute bestehenden Probleme im System der Global Governance unübersehbar. So mangelt es den unterentwickelten Ländern der Welt vor allem an öffentlichen Gütern und Dienstleistungen. In quantitativer Hinsicht ist das Defizit gravierend. Beispielsweise wurden den ärmsten Ländern der Welt unzureichende oder nur sehr geringe Kredite und andere finanzielle Unterstützungen gewährt. Und auch in qualitativer Hinsicht sind die Mängel nicht zu übersehen. So wurden beispielsweise in den Reformkonzepten, die von Global-Governance-Institutionen wie  dem IWF und der Weltbank ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt wurden, die unterentwickelten Länder oft einfach über einen Kamm geschoren. Nationale Unterschiede wurden außer Acht gelassen und es mangelte an einer zielgerichteten Politik und entsprechenden Strategien. Stattdessen lieferte man diesen Ländern nur einheitliche Patentrezepte, die dann als vermeintliche „Wundermittel“ angepriesen wurden.  

  

Trend zur Reform des Global-Governance-Systems zeichnet sich ab 

  

Die Reform und Vervollkommnung des bestehenden Systems der Global Governance bilden eine wichtige Maßnahme zur Förderung der vielen ärmeren Entwicklungsländer. Erst dadurch können die Global-Governance-Institutionen den zahlreichen Entwicklungsländern noch mehr und hochwertigere öffentliche Güter und Dienstleistungen zuteil werden lassen. 

 

 

  

Für mehr gemeinsame Entwicklung: Das Großevent First Investment Summit of China-Myanmar Economic Corridoris 2019  

wurde im myanmarischen Yongon abgehalten.  

 

Ein hervorstechendes Merkmal unserer Zeit ist es, dass heute Innovation die wichtigste Entwicklungstriebkraft bildet. Das gilt sowohl für die Industrienationen als auch für die Entwicklungsländer. Aus der stark innovationsgetriebenen Entwicklung sind neue Technologien wie Big Data, KI, Cloud Computing, Roboter oder die Blockchain-Technologie hervorgegangen. Sie alle verleihen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung wichtigen Schub. Insbesondere ist in diesem Zusammenhang die Digitalwirtschaft zu erwähnen, die ein besonders starkes Zugpferd bildet.  

  

In einer digitalisierten Welt, vor allem unter der zunehmenden Einwirkung der Blockchain-Technologie, wird das einst hoch zentralisierte Global-Governance-System schrittweise dezentralisiert und multilateralisiert. Die Dezentralisierung stärkt also letztlich den Multilateralismus. Im Allgemeinen wird in diesem Prozess die Öffnung ausgebaut, wodurch es immer mehr Entwicklungsländern ermöglicht wird, sich am globalen Regieren zu beteiligen. 

  

Zur Herausbildung dieses neuen Systems können verschiedene Länder unter unterschiedlichen Blickwinkeln beitragen. In Bezug auf Chinas Beitrag sind insbesondere die chinesischen Lösungskonzepte und -wege, die das Land im Rahmen der Seidenstraßeninitiative vorgebracht hat, zu erwähnen. Durch diese Initiative hofft die Volksrepublik, eine neue internationale Kooperationsplattform aufzubauen und damit ihren Beitrag für die Reform und Vervollkommnung der Global Governance zu leisten.  

  

Seidenstraßeninitiative beschleunigt Herausbildung eines vernünftigeren Global-Governance-Systems 

  

Die moderne innovationsgetriebene Entwicklung und die wissenschaftlich-technischen Fortschritte führen zwangsläufig dazu, dass sich das Global-Governance-System von Zentralisierung, Geschlossenheit und Alleinbesitz hin zu mehr Dezentralisierung, Öffnung und gemeinsamer Teilhabe entwickelt. Die von China ergriffene Seidenstraßeninitiative fördert diesen Prozess maßgeblich.  

 

 

Für mehr technische Fortschritte: Die Fachausstellung Zhejiang Wuyi Electric Tool Exhibition  

zog Bucher aus den Anrainerländern der Seidenstraßen-Initiative an.  

  

 

Die neue Seidenstraße liefert eine gemeinsame Plattform für internationale Zusammenarbeit. Alle Länder, egal ob Industrienationen oder Entwicklungsländer, in Asien, Afrika oder Lateinamerika, können daran teilnehmen. Statt Geopolitik zu betreiben, werden Öffnung und Inklusion unterstrichen. Die Plattform ermöglicht es, bestehende Unzulänglichkeiten des gegenwärtigen Global-Governance-Systems, wie zum Beispiel unzureichende Inklusion, weitgehend aufzuheben. Damit wird eine Grundlage dafür gelegt, dass sich alle Länder am Prozess des globalen Regierens beteiligen und zur Lösung der sich aus der wirtschaftlichen Globalisierung ergebenden Probleme beitragen.   

  

Der Schwerpunkt der Umsetzung der Seidenstraßeninitiative liegt auf dem Aufbau eines globalen Netzwerks der infrastrukturellen Verbindung und Vernetzung. Durch sie und auch durch die gemeinsame Beteiligung aller Länder am Prozess des globalen Regierens wird ein Garant für ein besseres Global-Governance-System geschaffen.  

  

Die Seidenstraßeninitiative wird auf Grundlage der Prinzipien der gemeinsamen Konsultation, des gemeinsamen Aufbaus und des gemeinsamen Gewinnens umgesetzt. Die Teilnehmerländer stützen sich dabei auf ihre unterschiedlichen Ressourcen, entfalten ihre komparativen Vorteile und kooperieren gleichberechtigt, um letztendlich die Ziele des gemeinsamen Nutzens, des gemeinsamen Gewinnens sowie der durch die Öffnung geförderten gemeinsamen Entwicklung zu verwirklichen.  

  

Derzeit erlebt die Welt eine vierte industrielle Revolution. Die verschiedenen Länder stehen vor einem innerhalb der vergangenen hundert Jahre so nie da gewesenen Wandel. Es geht sowohl um ernste Herausforderungen als auch riesige Entwicklungschancen. Gelingt es den Ländern der Welt, insbesondere den Entwicklungsländern, diese neuen historischen Chancen beim Schopf zu packen und ihre Vorteile als „Spätstarter“ in Stärken umzumünzen, werden sie das Kunststück eines geglückten Überholmanövers an der Kurve meistern und eine sprunghafte Entwicklung verwirklichen.  

  

Zur wirksamen Umsetzung der Seidenstraßeninitiative haben China und die Teilnehmerländer unter Berücksichtigung ihrer gemeinsamen Wünsche und Bedürfnisse bereits in innovativer Weise einige neue Global-Governance-Institutionen gegründet. Besonders zu erwähnen sind hier die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank und die Neue Entwicklungsbank der BRICS-Staaten. Beides sind neue Institutionen der Global Governance im Bereich der Finanzen. Sie kommen den unterentwickelten Ländern und Regionen, die oft nur schwer Finanzierungshilfen von den bestehenden internationalen Finanzinstitutionen erhalten, unmittelbar zugute, wodurch die Entwicklung dieser Länder merklich gefördert wird.  

  

Alles in allem lässt sich sagen, dass die Seidenstraßeninitiative das System der Global Governance in verschiedener Hinsicht stärkt und vervollkommnet. Wir sind davon überzeugt, dass im Zuge der Vertiefung des Verständnisses dieser Initiative durch immer mehr Länder und Regionen weiterer Konsens gebündelt wird und nutzvolle Taten vollbracht werden. Dies wird das gegenwärtige Global-Governance-System verbessern und vervollkommnen und damit letztlich die gemeinsame Entwicklung in der Welt voranbringen.  

  

*Der Autor ist geschäftsführender Direktor des Seidenstraßen-Instituts der Beijing Normal University. 

 

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