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Kulturschock im Behandlungszimmer – Was tun, wenn man als Ausländer in China krank wird?

30-03-2011

Von Penelope Colville

Nirgends ist es lästiger krank zu werden als im Ausland. Es kann sich ein bisschen wie ein medizinischer Notfall in der Öffentlichkeit anfühlen – hilflos liegt man da, während jemand schreit „gibt es hier irgendwo einen Arzt?“ Es gab schon Ärzte ohne Grenzen, bevor es die „Ärzte ohne Grenzen“ gab, aber nie zuvor packten so viele Mediziner ihre Arztkoffer wie jetzt, um nach China aufzubrechen und dort den ausländischen Bewohnern zur Seite zu stehen. Bei dem Wunsch, dass Patient und Arzt dieselbe Sprache sprechen, geht es nicht allein um Bequemlichkeit; auch Einsamkeit und Heimweh schaffen ihr ganz eigenes Spektrum an Problemen und Behandlungsweisen.

Dieser Artikel steht ganz im Zeichen gewöhnlicher Probleme ganz normaler Ausländer und ihrem Umgang mit dem chinesischen Gesundheitssystem. Die medizinische Versorgung in chinesischen Krankenhäusern ist Weltklasse, doch jede Kultur setzt einen unterschiedlichen Umgang mit den Patienten voraus. Alle, die im Ausland tätig sind, haben weltweit wohl mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Deshalb hat sich Dr. Wang Yongguang aus Beijing einem „bio-psycho-sozialen“ Ansatz in der medizinischen Versorgung verschrieben, von dem er glaubt, dass er für alle Menschen gleichermaßen funktioniert.

Wang Youngguang steht für eine länderübergreifende Medizin des 21. Jahrhunderts. Sie kommt ausländischen Bedürfnissen entgegen, weil sie für alle Menschen gleichermaßen funktioniert.

Es sind die sozialen Probleme innerhalb des bio-psycho-sozialen Spektrums, mit denen viele ausländische Patienten am meisten zu kämpfen haben. Die Chinesen lassen sich in der Regel ihre Beschwerden vor allem von Allgemeinmedizinern in der Atmosphäre normaler Krankenhäuer behandeln. Der Bedarf an Krankenhäusern steigt hier wie überall auf der Welt und die Chinesen haben ihr öffentliches System allem Vernehmen nach gut im Griff. Allerdings kommen die Menschen in der familienzentrierten chinesischen Kultur gerne in Begleitung eines oder mehrerer Verwandten ins Krankenhaus, egal ob es sich um eine ambulante oder stationäre Behandlung handelt.

Die große Bevölkerungszahl sorgt dabei für lange Schlangen. Im Aufnahme-, Untersuchungs- und Diagnoseprozess steht man unter Umständen länger an – und das manchmal sogar auf verschiedenen Stockwerken: In der Aufnahme, bei der ärztlichen Beratung, beim Röntgen, zur Blutentnahme oder beim Abholen einer Urinflasche; überall heißt es, sich einzureihen. Ebenso auf den verschiedenen Stationen, wo die eigenen Körperflüssigkeiten zur Untersuchung abgegeben werden sollen, oder an den Kassenschaltern, wo für die verschiedenen Dienste zu bezahlen ist und Rezepte eingelöst werden können.

Schon müde geworden? Für Chinesen liegen Versorgungsengpässe, die durch die sehr rasante Entwicklung ihres Landes entstehen können, in der Natur der Sache und man bleibt gelassen. Für Ausländer können verwirrende Gepflogenheiten im Allgemeinen amüsant wirken, solange sie in einem Restaurant passieren. Im Falle einer Krankheit offenbart sich ihnen aber die eigene Verletzlichkeit und Ängste werden geschürt. All die kulturellen Unterschiede können im Hürdenlauf bis zur Behandlung, insbesondere wenn man dabei zusätzlich von Sprachbarrieren behindert wird, selbst den robustesten Charakter erschüttern.

Chinas große Bevölkerungszahl sorgt in den öffentlichen Krankenhäusern für lange Schlangen; hier beim ersten Aufnahmeprozess im Chaoyang-Krankenhaus, Beijing.

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