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Calcium zusätzlich, ja oder nein? – Tipps von Ernährungsexperte Gu Zhongyi

29-05-2012

Von Gu Zhongyi*

Vor kurzem sind in chinesischen Medien einige Berichte über die zusätzliche Einnahme von Calcium aufgetaucht und haben viel Aufmerksamkeit erregt. In einem Bericht etwa wurde die Frage aufgeworfen, ob wir Chinesen von Geburt an einem Calciummangel leiden. Schließlich empfehlen chinesische Kinderärzte für Säuglinge und Kleinkinder die Einnahme von speziellen Calciumpräparaten. Im Ausland kommt das eher selten vor.

In einem anderen Bericht wurde ein Fall aufgegriffen, bei dem einem Säugling einen Monat lang Calcium- und Lebertranpräparate einer chinesischen Marke verabreicht worden waren. Einen Monat später wurde bei dem Baby Rachitis diagnostiziert, eine Wachstumsstörung der Knochen, die gewöhnlich nur bei mangelnder Calciumzufuhr auftritt. Daraufhin entfachte eine Debatte: Viele Menschen beklagten sich über die mangelnde Qualität chinesischer Calciumpräparate.

Ein dritter Beitrag zur öffentlichen Debatte wurde von dem bekannten populärwissenschaftlichen Autor Fang Zhouzi verfasst. Seine These: Säuglinge benötigten keine zusätzliche Einnahme von Calcium. Stattdessen empfahl er die Verabreichung von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin D. Und auch die Gründe, weshalb viele chinesische Ärzte Kleinkindern Calciumpräparate empfehlen, hatte Fang schnell ausgemacht: Er warf den Medizinern mangelnde Berufsmoral vor. Ihnen gehe es nur darum, zusätzlich Geld zu verdienen, so Fang. Seine Ausführungen stießen auf starke Kritik, da Fang selbst kein medizinischer Fachmann ist. Viele betrachteten seine Schlussfolgerungen als zu tendenziös und stimmten seiner Ansicht nicht zu.

In jüngster Zeit habe ich drei TV-Diskussionssendungen zum Thema geleitet. Dabei spürte ich, dass sowohl der Regisseur als auch die eingeladenen Gäste mit vorgefertigten Meinungen in die Sendungen kamen. Bei der ersten Sendung waren sich alle Gäste zum Thema zusätzliche Calciumeinnahme einig: Es sei völlig grundlos, calciumhaltige Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, so der übereinstimmende Tenor, das gelte für alle Menschen, egal ob alt oder jung, ob Männlein oder Weiblein. Doch bei einer weiteren Diskussionssendung, kurz nachdem der Fall des an Rachitis erkrankten Säuglings bekannt geworden war, hatten viele Diskussionsteilnehmer ihre Position geändert und vertraten die Auffassung, dass es sicherlich Qualitätsprobleme bei einheimischen Calciumpräparaten gebe, so dass bei Kleinkindern ein Mangel an Calcium auftrete. Bei meiner letzten Sendung wurde der Diskussionsbeitrag von Fang Zhouzi diskutiert und heftig kritisiert. Viele Gäste zweifelt an dessen fachlicher Kompetenz. Fang habe weder Medizin studiert noch praktische Erfahrungen gesammelt, so der Vorwurf. Außerdem stünden seine Thesen keineswegs im Einklang mit den Befunden professioneller Ärzte.

In der Wissenschaft wird großer Wert auf Beweis und Logik gelegt. Solange die Informationen symmetrisch sind, ist es leicht, eine einheitliche Mainstream-Meinung zu erzielen. Vor diesem Hintergrund ist die Position einzelner Diskussionsteilnehmer über eine wissenschaftliche Kontroverse nicht wichtig. Viel wichtiger sind die drückenden Beweise und auch die Mainstream-Ansicht der Forschergemeinde. Nehmen wir Fang Zhouzi als Beispiel: Zwar hat er sich aufgrund zahlreicher kontroverser Veröffentlichungen mit vielen Leuten verfeindet, im oben erwähnten Artikel beruft er sich jedoch auf Befunde der APP (American Academy of Pediatrics) sowie der WHO (World Health Organization), so dass seine „Gegner“ große Schwierigkeiten haben, ihn zu widerlegen.

Aber wie verhält man sich richtig gegenüber einer Kontroverse? Erstens sollten die Tatsachen nicht von Emotion überlagert werden. Und zweitens sollte man nach der Durchführung einer grundlegenden Analyse die Mainstream-Meinung der wissenschaftlichen Forschergemeinde akzeptieren. Im Folgenden will ich also einige wissenschaftliche Erkenntnisse zur zusätzlichen Einnahme von Calcium aufführen:

Calcium ist ein chemisches Element und spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung und Gesundheit der Knochen. Vor allem Frauen leiden oft an Knochenkrankheiten, allen voran Osteoporose. Diese trifft häufig bei Frauen während und nach der Menopause auf. Statistiken zufolge leiden ein Drittel aller Frauen über 50 an dieser Knochenerkrankung. Obwohl der Knochenschwund keine direkte Folge von Calciummangel ist, kann man einiges zur Vorbeugung tun. Dabei gilt es vor allem, den Körper mit ausreichend Calcium und Vitamin D zu versorgen, so dass die Knochenmasse nicht über das natürliche Maß abnimmt. Einige Experten sind sogar der Ansicht, dass die zusätzliche Einnahme von Calcium auch für Jugendliche erforderlich ist, um so ihre individuelle maximale Knochenmasse zu steigern.

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