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Die Bienentherapie: Kleiner Stich mit großer Wirkung?

18-09-2013

Von Wang Qingyun*

Es mag eine der meist umstrittenen Therapien Chinas sein, aber Liu Yu besteht darauf, dass sie dank der Bienenstiche wieder laufen kann. Die 26-Jährige wurde in Beijing mehr als zwei Jahre lang mit der Methode der Bienenstichakupunktur gegen Multiple Sklerose (MS) behandelt.

„Meine Behandlung ist schmerzvoll", meint sie, „doch ich bleibe dabei, weil meine Krankheit viel schlimmer ist, als jeder Bienenstich." Liu wird in einem traditionellen chinesischen Krankenhaus unter der Leitung des 73-jährigen Wang Menglin im Bezirk Shunyi im Nordosten der Hauptsstadt behandelt. Wang sagt, er und seine Kollegen hätten in den letzten 20 Jahren mehr als 3000 Menschen mit MS behandelt – einer Krankheit, die die Nervenzellen in Gehirn und Rücken beschädigt. Die Therapie habe vielen Kranken geholfen, ihre Mobilität zurückzugewinnen bzw. zu behalten, sagt er. Während der Behandlung liegt Liu, auf deren Rücken eine Reihe von Bienenstichnarben sichtbar ist, mit dem Gesicht nach unten, während Wang oder einer seiner Kollegen die Bienen mit einer Pinzette aus einer Holzbox holt und auf bestimmte Stellen ihres Rückens setzt. Sobald die Bienen gestochen haben, werden sie entfernt. „Die Behandlung ist zwar schnell, aber sehr schmerzvoll", sagt Liu. Sie spüre jedoch eine deutliche Besserung. Nachdem im Frühjahr 2010 die Diagnose MS feststand, machte Liu zunächst eine hormonelle Therapie – die einzige Methode der modernen Medizin, die es derzeit gegen MS gibt. Die Behandlung führte allerdings dazu, dass ihr ganzer Körper taub wurde. „Mein Arzt konnte sich das nicht erklären", erinnert sich Liu an die ersten Etappen ihrer Behandlung in ihrer Heimatstadt Chengdu, Hauptstadt der Provinz Sichuan, zurück.

„Die Ärzte haben mir empfohlen, Interferon Beta zu nehmen, aber dieses Medikament ist sehr teuer und hätte letztlich nur den Zeitpunkt herausgezögert, bis ich gar nicht mehr aus meinem Rollstuhl hätte aufstehen können. Ich wollte es nicht jeden Tag für den Rest meines Lebens nehmen müssen." Ende 2010 konnte Liu bereits nicht mehr laufen und wandte sich an Wangs Klinik. „Ich bin zwei Monate lang jeden Tag zur Bienenstichakupunktur gegangen, habe Spritzen und Transfusionen bekommen, bevor ich wieder laufen konnte", erzählt sie. Liu kann immer noch nicht lange stehen, sitzen oder laufen, dank der Bienenakupunktur aber, könne sie wieder für sich selbst sorgen, sagt sie. „Ich kann viele Dinge wieder selbst erledigen – einkaufen zum Beispiel, oder kochen und putzen."

Das Gift, das die lebenden Bienen produzieren, könne das Immunsystem des Körpers stärken und andere Funktionen des Organismus sowie das Bioplasma aktivieren, erklärt Wang. Letzteres gelte in der traditionellen chinesischen Medizin als wichtiger Träger der Bioenergie, weswegen Wang das Plasma mit den menschlichen Stammzellen vergleicht. „Das Bioplasma ist in der Lage, beschädigtes Nervengewebe wiederaufzubauen." Viele Vertreter der klassischen Medizin bleiben jedoch skeptisch, da bisher keine wissenschaftliche Bestätigung dieser Theorie vorliegt. Guo Yi, Neurochirurg im Pekinger Union Medical College Krankenhaus, ruft angesichts dessen zur Vorsicht auf. „Es sollte zunächst eine klinische Studie von einer professionellen dritten Partei durchgeführt werden", sagt er. „Jede Art von Behandlung muss von unterschiedlichen medizinischen Anstalten überprüft werden, bevor sie als effizient eingestuft werden kann."

Wang, der Eigentümer der Klinik, sagt, unter den Patienten, die sich für die Bienenstichakupunktur entschieden, seien nicht nur MS-Kranke, sondern unterschiedlichste Menschen, inklusive junger Mütter, die Schmerzen in Gelenken, Rücken und rheumatische Beschwerden behandeln ließen. Manche hätten durch die Methode gar eine Rückbildung von Tumoren erreicht, so der Arzt.

Wang Yuming, Leiterin der rheumatischen Abteilung am Beijinger Krankenhaus für TCM, bestätigt, dass es großes Interesse an dieser Methode gibt, sie selbst aber Patienten getroffen habe, bei denen die Bienentherapie keine Ergebnisse gezeigt hätte. Wang bezeichnet solche Behandlungsmethoden als „Volksmedizin", deren Wirkung oft überschätzt werde. „Es mag bei manchen Patienten funktionieren, aber rheumatische Zustände können nicht ausschließlich mit dieser Therapie behandelt werden", sagt sie und fügt hinzu, dass ihr Krankenhaus keine Bienenstichakupunktur anbiete. „Es gibt mehr als 100 Krankheiten in der Kategorie Rheumatismus und es bedarf noch genauer Studien, um festzustellen, welche Krankheiten sich genau mit dieser Methode behandeln lassen."

Wang Menglins Klinik bietet auch Produkte wie Weiselzellen und Bienenharz an. Diese seien hilfreich für Patienten, die unter Krebs litten, weil sie Wirkstoffe enthielten, die gegen Tumoren helfen, sagt der Arzt. Chen Wanqing, stellvertretender Direktor der Krebsdatenbank der Chinesischen Akademie für Medizinwissenschaften, sagt jedoch, dass es seines Wissens keine nachhaltige Bestätigung dafür gebe, dass diese Produkte effizient gegen Tumoren wirkten. Auf der Webseite der Amerikanischen Krebsgesellschaft heißt es: „Obwohl die Anti-Tumor-Wirkung mancher Bienenprodukte im Labor erforscht wurde, gibt es keine klinischen Studien mit Menschen, die beweisen, dass Bienengift und andere Produkte der Honigbiene beim Vorbeugen oder Behandeln von Krebs hilfreich sind." Die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform – eine der wichtigsten Institutionen in Fragen der Wirtschaftspolitik – hat 2007 Bienenstichakupunktur auf die Liste der zugelassenen Arten von ärztlicher Behandlung gesetzt.

Allerdings bietet keines der mehr als 30 öffentlichen TCM-Krankenhäuser in Beijing Bienentherapie an, erklärt Tu Zhitao, stellvertretender Leiter des TCM-Verwaltungsbüros. „Wir überlassen den einzelnen Krankenhäusern die Entscheidung, welche Therapien sie genau anbieten wollen", sagt er. Wang Menglin habe zudem keine gültige Lizenz, um zu praktizieren, sagt Tu. Eine Information, die der Krankenhauseigentümer bestätigt. Die Lizenz sei 1998 abgelaufen, aber den größten Teil der Behandlung führten ohnehin die drei anderen Ärzte der Klinik durch, die allesamt gültige Lizenzen besäßen. Aber trotz der Kritik, gibt es Patienten, die auf die Bienentherapie schwören, etwa Jiao Ruineng, 44, aus Shanghai. Jiao hat multiples Myelom, Krebserkrankung des Konochenmarks also. „Als die Diagnose feststand, meinten die Ärzte in Shanghai, meine Behandlung würde mehr als 700.000 Yuan (rund 85.000 Euro) kosten. Dabei konnten sie nicht einmal garantieren, dass sie mich heilen konnten. Im April habe ich Wang Menglins TCM-Krankenhaus aufgesucht und wurde zwei Monate lang mit der Bienentherapie behandelt. Ich habe jeden Tag Transfusionen nach traditionellen Methoden sowie Spritzen mit Bienengift erhalten. Heute fühle ich mich wesentlich besser. Früher hatte ich so starke Schmerzen, dass ich kaum laufen konnte, jetzt kann ich mich frei bewegen und auch ohne Schmerzen sprechen. Ich habe mich bewusst gegen die Methoden der westlichen Medizin entschieden, denn die TCM-Behandlung ist nicht so schmerzvoll wie Chemotherapie und hat weniger Nebenwirkungen."

Trotz allem bleibt die Bienentherapie weiterhin umstritten.

*Quelle: China Daily Online vom 14.09.2013

Reisen

Shoton-Fest

Shoton bedeutet im Tibetischen „Joghurtbankett“. Dieses Fest beging man bereits vor dem 17. Jahrhundert.

Soziales

Reform- und Öffnungspolitik in China - Gedanken zum bevorstehenden 35. Jahrestag

Spricht man von der Politik der Reform und Öffnung Chinas, dann ist damit der Name jenes Politikers und Staatsführers untrennbar verbunden, der die Wende von der strikten Plan- und Kommandowirtschaft hin zu einem freieren Staats- und Wirtschaftssystem eingeleitet hat. Deng Xiaoping ist nicht nur der Vater der Reform- und Öffnungspolitik. Seine Reformen waren auch die Grundlage für einen fast atemberaubenden wirtschaftlichen Erfolg Chinas. Es ist kaum fassbar, dass sich das Land in etwa drei Jahrzehnten von einem in großen Teilen rückständigen Dritte-Welt-Land zu einer der führenden Wirtschaftsnationen der Welt entwickelt hat.

Vom Wandel der Träume

Vor Einführung der Reform- und Öffnungspolitik träumten die Menschen in der Volksrepublik vor allem davon, sich satt essen zu können und ausreichend wärmende Kleidung am Leib zu tragen. Über 30 Jahre der Reform und Öffnung haben China nicht nur eine schnelle Entwicklung beschert, sondern auch die Träume der chinesischen Bevölkerung deutlich gewandelt. Heute sind die Träume der Chinesen weit gefächert und auch Ausländer kommen nach China, um ihre ganz eigenen Träume zu verwirklichen. Gemeinsam verschmelzen diese Träume zu einzigartigen chinesischen Geschichten.

Der chinesische Traum – Zehn Missverständnisse

Während der Amerikanische Traum längst zu einem festen Begriff und einem Zugpferd der amerikanischen Soft Power geworden ist, erscheint das Konzept des chinesischen Traums vielen noch fremd. Bei manchen schürt der Begriff gar Befürchtungen und Ängste, die Zahl der Missverständnisse ist groß. In einem Gastbeitrag für „China heute“ versucht Wissenschaftler Wang Yiwei, zehn davon aus dem Weg zu räumen.

Tibet

Klassische Romane (2): Der lehrhafte Roman „Chenwan Dawa“

Dem Vorbild des „Xunnu Darma“ folgte Dapurba Lobsang Dainbai Gyaincain, auch Ngawang Lobcho Gyamco genannt, mit dem Roman „Chenwan Dawa“. Dieser Autor war der vierte Lebende Buddha des Dapur-Klosters im 18. Jahrhundert in Tibet.

Gesundheit

Die Bienentherapie: Kleiner Stich mit großer Wirkung?

Schmerzvoll aber wirksam? Die Bienenstichakupunktur gehört sicherlich zu den meist umstrittenen Therapien der traditionellen chinesischen Medizin. Bei der Behandlung setzt der Arzt Bienen auf bestimmte Hautpartien, meist des Rückens, in die die Insekten durch Stechen ihr Gift injizieren. Der Beijinger TCM-Arzt Wang Menglin verwendet die Methode. Vor allem Patienten mit Rheuma oder Multipler Sklerose kämen zu ihm, sagt er.

Perle aus Yunnan: Pu-Erh-Tee als Waffe gegen die Pfunde?

Mit steigendem Wohlstand eines Landes schleichen sich auch die üblichen Wohlstandskrankheiten ein, das gilt auch für China. Nicht mehr die Nahrungsversorgung stellt ein Problem dar, sondern die zunehmende Überversorgung mit Lebensmitteln. Könnte Tee dabei zur wirksamen Waffe gegen überflüssige Speckpolster werden?

Calcium zusätzlich, ja oder nein? – Tipps von Ernährungsexperte Gu Zhongyi

In jüngster Zeit haben chinesische Medien immer wieder über die Problematik mangelnder Calciumzufuhr berichtet. Aber ist die Einnahme von calciumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln wirklich sinnvoll? Oder gar zuviel des Guten? Ernährungsexperte Gu Zhongyi gibt Tipps und Ratschläge in einem Gastbeitrag für „China heute“.

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„Die Ärzte haben mir empfohlen, Interferon Beta zu nehmen, aber dieses Medikament ist sehr teuer und hätte letztlich nur den Zeitpunkt herausgezögert, bis ich gar nicht mehr aus meinem Rollstuhl hätte aufstehen können. Ich wollte es nicht jeden Tag für den Rest meines Lebens nehmen müssen." Ende 2010 konnte Liu bereits nicht mehr laufen und wandte sich an Wangs Klinik. „Ich bin zwei Monate lang jeden Tag zur Bienenstichakupunktur gegangen, habe Spritzen und Transfusionen bekommen, bevor ich wieder laufen konnte", erzählt sie. Liu kann immer noch nicht lange stehen, sitzen oder laufen, dank der Bienenakupunktur aber, könne sie wieder für sich selbst sorgen, sagt sie. „Ich kann viele Dinge wieder selbst erledigen – einkaufen zum Beispiel, oder kochen und putzen."

Das Gift, das die lebenden Bienen produzieren, könne das Immunsystem des Körpers stärken und andere Funktionen des Organismus sowie das Bioplasma aktivieren, erklärt Wang. Letzteres gelte in der traditionellen chinesischen Medizin als wichtiger Träger der Bioenergie, weswegen Wang das Plasma mit den menschlichen Stammzellen vergleicht. „Das Bioplasma ist in der Lage, beschädigtes Nervengewebe wiederaufzubauen." Viele Vertreter der klassischen Medizin bleiben jedoch skeptisch, da bisher keine wissenschaftliche Bestätigung dieser Theorie vorliegt. Guo Yi, Neurochirurg im Pekinger Union Medical College Krankenhaus, ruft angesichts dessen zur Vorsicht auf. „Es sollte zunächst eine klinische Studie von einer professionellen dritten Partei durchgeführt werden", sagt er. „Jede Art von Behandlung muss von unterschiedlichen medizinischen Anstalten überprüft werden, bevor sie als effizient eingestuft werden kann."

Wang, der Eigentümer der Klinik, sagt, unter den Patienten, die sich für die Bienenstichakupunktur entschieden, seien nicht nur MS-Kranke, sondern unterschiedlichste Menschen, inklusive junger Mütter, die Schmerzen in Gelenken, Rücken und rheumatische Beschwerden behandeln ließen. Manche hätten durch die Methode gar eine Rückbildung von Tumoren erreicht, so der Arzt.

Wang Yuming, Leiterin der rheumatischen Abteilung am Beijinger Krankenhaus für TCM, bestätigt, dass es großes Interesse an dieser Methode gibt, sie selbst aber Patienten getroffen habe, bei denen die Bienentherapie keine Ergebnisse gezeigt hätte. Wang bezeichnet solche Behandlungsmethoden als „Volksmedizin", deren Wirkung oft überschätzt werde. „Es mag bei manchen Patienten funktionieren, aber rheumatische Zustände können nicht ausschließlich mit dieser Therapie behandelt werden", sagt sie und fügt hinzu, dass ihr Krankenhaus keine Bienenstichakupunktur anbiete. „Es gibt mehr als 100 Krankheiten in der Kategorie Rheumatismus und es bedarf noch genauer Studien, um festzustellen, welche Krankheiten sich genau mit dieser Methode behandeln lassen."

Wang Menglins Klinik bietet auch Produkte wie Weiselzellen und Bienenharz an. Diese seien hilfreich für Patienten, die unter Krebs litten, weil sie Wirkstoffe enthielten, die gegen Tumoren helfen, sagt der Arzt. Chen Wanqing, stellvertretender Direktor der Krebsdatenbank der Chinesischen Akademie für Medizinwissenschaften, sagt jedoch, dass es seines Wissens keine nachhaltige Bestätigung dafür gebe, dass diese Produkte effizient gegen Tumoren wirkten. Auf der Webseite der Amerikanischen Krebsgesellschaft heißt es: „Obwohl die Anti-Tumor-Wirkung mancher Bienenprodukte im Labor erforscht wurde, gibt es keine klinischen Studien mit Menschen, die beweisen, dass Bienengift und andere Produkte der Honigbiene beim Vorbeugen oder Behandeln von Krebs hilfreich sind." Die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform – eine der wichtigsten Institutionen in Fragen der Wirtschaftspolitik – hat 2007 Bienenstichakupunktur auf die Liste der zugelassenen Arten von ärztlicher Behandlung gesetzt.

Allerdings bietet keines der mehr als 30 öffentlichen TCM-Krankenhäuser in Beijing Bienentherapie an, erklärt Tu Zhitao, stellvertretender Leiter des TCM-Verwaltungsbüros. „Wir überlassen den einzelnen Krankenhäusern die Entscheidung, welche Therapien sie genau anbieten wollen", sagt er. Wang Menglin habe zudem keine gültige Lizenz, um zu praktizieren, sagt Tu. Eine Information, die der Krankenhauseigentümer bestätigt. Die Lizenz sei 1998 abgelaufen, aber den größten Teil der Behandlung führten ohnehin die drei anderen Ärzte der Klinik durch, die allesamt gültige Lizenzen besäßen. Aber trotz der Kritik, gibt es Patienten, die auf die Bienentherapie schwören, etwa Jiao Ruineng, 44, aus Shanghai. Jiao hat multiples Myelom, Krebserkrankung des Konochenmarks also. „Als die Diagnose feststand, meinten die Ärzte in Shanghai, meine Behandlung würde mehr als 700.000 Yuan (rund 85.000 Euro) kosten. Dabei konnten sie nicht einmal garantieren, dass sie mich heilen konnten. Im April habe ich Wang Menglins TCM-Krankenhaus aufgesucht und wurde zwei Monate lang mit der Bienentherapie behandelt. Ich habe jeden Tag Transfusionen nach traditionellen Methoden sowie Spritzen mit Bienengift erhalten. Heute fühle ich mich wesentlich besser. Früher hatte ich so starke Schmerzen, dass ich kaum laufen konnte, jetzt kann ich mich frei bewegen und auch ohne Schmerzen sprechen. Ich habe mich bewusst gegen die Methoden der westlichen Medizin entschieden, denn die TCM-Behandlung ist nicht so schmerzvoll wie Chemotherapie und hat weniger Nebenwirkungen."

Trotz allem bleibt die Bienentherapie weiterhin umstritten.

*Quelle: China Daily Online vom 14.09.2013

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Vom Wandel der Träume

Vor Einführung der Reform- und Öffnungspolitik träumten die Menschen in der Volksrepublik vor allem davon, sich satt essen zu können und ausreichend wärmende Kleidung am Leib zu tragen. Über 30 Jahre der Reform und Öffnung haben China nicht nur eine schnelle Entwicklung beschert, sondern auch die Träume der chinesischen Bevölkerung deutlich gewandelt. Heute sind die Träume der Chinesen weit gefächert und auch Ausländer kommen nach China, um ihre ganz eigenen Träume zu verwirklichen. Gemeinsam verschmelzen diese Träume zu einzigartigen chinesischen Geschichten.

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