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Kräutermedizin heilt Krankheiten – Grundlagen der traditionellen chinesischen Medizin

04-08-2015

 

 

Von Sébastien Roussillat

Im Vergleich zur westlichen Medizin erscheint die traditionelle chinesische Medizin (TCM) um einiges geheimnisvoller. Das chinesische Schriftzeichen für „Medizin“ (药,yao) beinhaltet ein Radikal, das „Kräuter“ bedeutet, denn Heilkräuter sind die grundlegenden Elemente der traditionellen chinesischen Pharmakologie. Wenn Sie eine traditionelle chinesische Apotheke betreten, sehen Sie hinter dem Verkaufstresen typischerweise sofort die hohen Wandschränke mit den vielen Schubfächern. Darin befinden sich verschiedene Arten von Kräutern, Mineralstoffen oder Arzneien tierischer Herkunft. All diese Stoffe können einem Patienten von seinem Arzt als Bestandteile eines Medikaments verschrieben werden. Der Apotheker wiegt die einzelnen Komponenten dann nach Rezept ab und verpackt sie in Papier. Danach wird er den Kunden fragen, ob er der Apotheke das Abkochen der Heilkräuter vertrauensvoll überlassen oder den Kräutersud selbst zu Hause zubereiten will. Einige chinesische Arzneimittel können auch in Alkohol eingelegt werden, um ihre therapeutische Wirkung zu verstärken. Die chinesischen Medikamente lassen sich in zwei Kategorien einteilen, fertig hergestellte Arzneien und in Scheiben gepresste Kräuter, die zu einem Sud oder Tee abgekocht werden. Erstere werden von Pharmaunternehmen nach standardisierten Rezepten in Form von Globuli, Pillen, Tabletten, Pulver usw. produziert, während letztere nach dem ärztlich verordneten Rezept in der Apotheke angefertigt oder zu Hause abgekocht werden sollten.

Die TCM blickt auf eine lange Geschichte zurück und verfügt über eine systematische Theorie. „Das Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin“ (Huangdi Neijing) und „Das Buch heilender Kräuter“ (Bencao Gangmu) sind zwei Standardwerke der chinesischen Medizin. Das grundlegende Prinzip der TCM liegt in der Vorbeugung von Erkrankungen und der Gesundheitspflege. Darüber hinaus legt die TCM großen Wert darauf, Krankheiten von Grund auf zu heilen, anstatt lediglich die Symptome zu bekämpfen. Der größte Unterschied zwischen der TCM und der westlichen Medizin liegt darin, dass die Ärzte in der westlichen Medizin dem Patienten für fast jede Krankheit Medikamente verschreiben, während in der TCM auch Akupunktur, Massage, Schröpftherapie oder Kratzen an Nacken, Rücken und Brust angewendet werden können. In einigen Fällen wird auch die Moxibustion eingesetzt, bei der kleine Mengen von getrockneten, eingeriebenen Fasern von Beifußblättern auf oder über bestimmten Therapiepunkten verglimmen, um die Akupunkturpunkte durch Hitze zu stimulieren. Die Arbeit am Körper, einschließlich der Massage und Schröpftherapie, sollte sich dabei in der Regel an den Akupunkturpunkten orientieren. Das Schröpfen dient vor allem dazu, Giftstoffe aus dem Körper auszuleiten und die Meridiane (das Netz der Energie- und Blutkanäle mit den darauf verteilten Akupunkturstellen) zu entstören.

Aus Sicht der TCM kann die westliche Medizin nur dazu beitragen, die Symptome einer Krankheit zu bekämpfen. Sie sei nicht in der Lage, die grundlegende Ursache einer Krankheit zu beseitigen. Darüber hinaus hätten die Behandlungsmethoden der westlichen Medizin viele Nebenwirkungen. Bei schweren oder akuten Krankheitsfällen nehmen Chinesen sie dennoch oft in Anspruch oder wählen Behandlungsmethoden, die TCM und westliche Medizin kombinieren, weil sie glauben, dass die TCM ihre Wirkung eher langsam entfaltet.

TCM und westliche Medizin definieren Krankheit auf unterschiedliche Weise. Beispielsweise bedeutet das chinesische Wort „上火“ (shanghuo, übermäßige innere Hitze) weder „Fieber“ noch „Entzündung“. Die innere Hitze entsteht vielmehr durch ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Yin und Yang im Körper. Daher ist es aus Sicht der TCM notwendig, durch Einnahme chinesischer Arzneimittel, das Trinken grünen Tees oder eine Änderung der Ernährung den Körper von dieser übermäßigen inneren Hitze zu befreien und die Balance zwischen Yin und Yang wiederherzustellen. Der chinesische Ausruck „急火攻心“ (Ji huo gong xin) bedeutet wörtlich übersetzt, dass eine plötzliche innere Hitze das Herz angreift. Im übertragenen Sinne heißt das, dass lang anhaltender Stress im Job und im Alltag negative Energie im Körper speichert, die schließlich krank macht.

In der TCM lassen sich auch die Kälte-Symptome in der Regel in zwei Typen einteilen, d.h. sie können entweder durch kalten Wind oder plötzliche Hitze verursacht werden. Ein Beispiel dafür ist ein Hitzschlag im Hochsommer, der zu Schwindel und Erschöpfung führt.

Bei einer Erkältung oder Grippe wird der TCM-Arzt dem Patienten raten, nicht zu viele Medikamente einzunehmen, weil in der TCM-Theorie Gift vom Körper selbst bekämpft werden kann. Manchmal sind gar keine Medikamente nötig, sondern nur eine ausreichend lange Phase der Erholung. Die meisten Chinesen nehmen nur ungern Medikamente, weil sie glauben, dass sie sich mehr oder weniger schädlich auf den Körper auswirken. Daher ermahnen sie auch ihre Mitmenschen oft, weniger Medikamente zu nehmen.

Bei einem Krankenbesuch wünschen Chinesen „schnelle Genesung“ statt „gute Besserung“. Darüber hinaus raten sie dem Kranken in der Regel, sich einmal richtig auszuruhen, um wieder gesund zu werden. Damit sich die Menschen in seiner Umgebung nicht bei ihm anstecken, wird außerdem dazu geraten, dass der Patient einen Mundschutz trägt.

Reisen

Weintraubenfest in Turpan auf der chinesischen Seidenstraße

Die Weintrauben aus Turpan sind weltbekannt. Sie werden seit mehr als 2000 Jahren angebaut.Die Weintraubenschlucht ist ein berühmter Anbauort, auch „Perlenstadt in der Wüste“ genannt. Seit 1990 wird dieses Fest jährlich veranstaltet.

Gesellschaft

Die Jahreskonferenz 2015 des Eco-Forum Global Guiyang

Das Globale Öko-Forum Guiyang (Eco-Forum Global, EFG), im Jahr 2013 ins Leben gerufen, ist das einzige internationale Gipfelforum Chinas zum Thema Öko-Zivilisation. Seine Jahreskonferenz 2015 mit mehr als tausend Teilnehmern aus aller Welt fand vom 26. bis 28. Juni in Guiyang, der Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Guizhou, statt. Wie ihre Vorgänger in den letzten beiden Jahren erfreute sich auch die diesjährige Konferenz wieder eines vollen Gelingens.

Geistiges Eigentum: Beijing, Shanghai und Guangzhou richten Pilotgerichte ein

Die große Bedeutung des Schutzes des geistigen Eigentums gilt in unserer heutigen Welt als universeller Wert. Die chinesische Regierung hat bereits 2013 angekündigt, die Anwendung und den Schutz geistiger Eigentumsrechte zu verstärken, größeren Ansporn für technische Innovationen zu schaffen und versuchsweise spezielle Gerichte einzurichten. In Beijing, Shanghai und Guangzhou wurden bereits entsprechende Institutionen etabliert und sie haben eine neue Ära im Bereich des Schutzes des geistigen Eigentums eingeläutet.

Chinesische Ärzte bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie

Als im Februar 2014 in Westafrika das Ebolafieber ausbrach, stockte der Weltöffentlichkeit der Atem. Wie andere Länder reagierte auch die chinesische Regierung schnell und schickte rund zehn medizinische Expertenteams ins Krisengebiet, um die Epidemie einzudämmen. Chinas großer Beitrag zur Prävention und Kontrolle von Ebola in Afrika und seine großzügige Hilfe für die afrikanischen Länder wurden in hohem Maße von der lokalen Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft gewürdigt.

Tibet

Nachwort

In der Gegenwart erlebt die tibetische Literatur eine beispiellose Blüte. Im vorliegenden Buch können nur wenige, repräsentative Werke vorgestellt und kommentiert werden. Und natürlich geht es vor allem um von tibetischen Schriftstellern geschaffene Werke.

Gesundheit

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Mehr als nur Essen – Wie Chinesen alltägliche Lebensmittel zur Gesundheitserhaltung nutzen

„Essen ist des Volkes Himmelreich“ lautet ein bekanntes chinesisches Sprichwort. Dabei bedeutet Essen in China nicht nur Ernährung, sondern auch Gesundheitspflege. Wer in China am späten Nachmittag durch das Fernseherprogramm zappt, dem begegnen etliche Formate, die sich rund um das Thema Essen und Gesundheitserhaltung drehen. Die chinesische Ernährungslehre ist eine Wissenschaft für sich und für Ausländer gibt es noch viel unbekanntes Terrain zu entdecken.

Die Bienentherapie: Kleiner Stich mit großer Wirkung?

Schmerzvoll aber wirksam? Die Bienenstichakupunktur gehört sicherlich zu den meist umstrittenen Therapien der traditionellen chinesischen Medizin. Bei der Behandlung setzt der Arzt Bienen auf bestimmte Hautpartien, meist des Rückens, in die die Insekten durch Stechen ihr Gift injizieren. Der Beijinger TCM-Arzt Wang Menglin verwendet die Methode. Vor allem Patienten mit Rheuma oder Multipler Sklerose kämen zu ihm, sagt er.