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Flüchten ausländische Unternehmen aus China? – Ein Faktencheck am Beispiel Siemens

29-12-2016

Von Zhou Lin

 

Seit dem Jahr 2015 kursieren in westlichen Medien immer wieder Behauptungen über „Fluchtwellen ausländischer Unternehmen aus China“. Demnach verlagerten ausländische Firmen und Investoren zunehmend ihre Produktionsstandorte in andere südostasiatische Länder bzw. andere Regionen der Welt. Im Zusammenhang damit wird das chinesische Geschäftsumfeld für ausländische Investoren in den Fokus gerückt. Im April 2016 führte die Außenstelle der Deutschen Handelskammer eine Umfrage unter deutschen Firmen in China durch. Das Ergebnis zeigt, dass mehr als 90 Prozent der befragten deutschen Unternehmen die Aussichten für ihre Geschäfte in China während der Periode des 13. Fünfjahresplans (2016 - 2020) neutral bis optimistisch bewerten. 90 Prozent der in China niedergelassenen deutschen Firmen zeigten zudem keine Absicht, das Land zu verlassen. Ein Ergebnis, das nicht so recht zusammenpassen will mit dem Tenor vieler westlicher Medienberichte.

Beispiel Siemens China: Eine anhaltende Erfolgsgeschichte

Siemens China, im Jahr 1993 gegründet, hat seinen Standort im Stadtbezirk Chaoyang im nordöstlichen Teil der chinesischen Hauptstadt. Der deutsche Traditionskonzern ist in China Marktführer insbesondere im Bereich der Produktionsautomatisierung. Der Standort von Siemens China liegt im kleinen innerstädtischen Beijinger Ballungsgebiet Wangjing im Nordosten der Hauptstadt. In diesem Geschäftsviertel konzentrieren sich zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation und Internet. Beispielsweise haben der Elektronikgigant ABB, Handyhersteller Motorola sowie Sony Ericsson Mobile Communications AB hier ihre Niederlassungen. In Zukunft soll Wangjing Standort des von der Stadtverwaltung geplanten „Mobile Valley“ werden.

Auf dem World Intelligent Manufacturing Summit in der südostchinesischen Metropole Nanjing präsentiert die Siemens AG im Dezember 2016 ihre interaktiven digitalen Fertigungsanlagen.

„Als Siemens China gegründet wurde, gab es hier nur Ackerfelder. Heute schießen die Bürotürme wie Pilze aus dem Boden. Unsere Firma ist mittlerweile fest in China verwurzelt und hat sich den einheimischen Verhältnissen gut angepasst“, sagt Lothar Herrmann, CEO der Siemens Ltd., China, mit Rückblick auf die vergangenen Jahre.

Die deutsche Siemens AG wurde im Jahr 1847 gegründet und ist heute das weltweit führende Unternehmen im Bereich Elektrik und Elektrontechnik. Eigentlich reichen die Ursprünge des Chinageschäfts der Firma lange bis ins Jahr 1872 zurück. Schon damals nahm das Unternehmen erste geschäftliche Kontakte mit China auf. Siemens blickt also streng genommen auf ein China-Engagement von mehr 140 Jahren zurück. Heute ist Siemens China einer der größten ausländischen Investor der Volksrepublik und beschäftigt über 320.000 Arbeiter und Angestellte in insgesamt 70 Betrieben. Im Finanzjahr 2015 belief sich der Gesamtumsatz des China-Geschäfts des Konzerns auf rund 6,94 Milliarden Euro.

In den vergangenen mehr als einhundert Jahren hat Siemens in China zahlreiche bahnbrechende Projekte angestoßen, was sich nachhaltig auf die chinesische Modernisierung ausgewirkt hat. So lieferte der Konzern etwa die Generatorenaggregate für das Wasserkraftwerk Shilongba in der südwestchinesischen Provinz Yunnan, was einen Meilenstein in der Nutzung der erneuerbaren Energie für China bedeutete. Auch der erste Oberleitungsbus für den öffentlichen Nahverkehr des Landes stammte aus dem Hause Siemens. Und für die berühmte Bier-Brauerei Tsingtao stellte die Firma Dynamomaschinen zur Verfügung. Auch das erste Röntgengerät in China stammte aus Siemens-Fertigung. In knapp eineinhalb Jahrhunderten ist das deutsche Unternehmen in China also selbst stark gewachsen und wurde gleichzeitig Zeuge des rasanten wirtschaftlichen Aufstiegs der Volksrepublik.

Nach der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik Ende der 1970er Jahre gründete die Siemens AG als erstes ausländisches Unternehmen eine Holding im Reich der Mitte und beteiligt sich seitdem aktiv am fortlaufenden Prozess der chinesischen Reform und Öffnung. Das chinesische Geschäftsumfeld hat sich in diesem Prozess ständig verbessert. Die Handelsregeln wurden zunehmend standardisiert und auch die Handelsverwaltung wird bis heute kontinuierlich verstärkt.

„China legt immer größeren Wert auf die Verbesserung seines Investitionsumfeldes und schenkt bei der Anziehung ausländischer Investoren dem so genannten ,Soft Environment‘ große Beachtung“, sagt Herrmann. China setze derzeit alles daran, die Umsetzung verschiedener Reformen zu beschleunigen und die Öffnung nach außen noch weiter voranzutreiben, um so ein noch offeneres, transparenteres und voraussehbareres Marktumfeld zu schaffen. „Chinas Wirtschaft ist bereits in den Zustand der neuen Normalität eingetreten und das Niveau der chinesisch-ausländischen Zusammenarbeit wird derzeit merklich gehoben, was ausländischen Firmen viele Chancen bringt“, so Herrmann weiter. „Für ausländische Unternehmer ist China zweifelsohne noch immer sehr reizvoll. Und mit der Erweiterung des Sinngehalts des Wortes ,China-Chance‘ in den letzten Jahren bekommen ausländische Firmen heute einen großen Handlungsspielraum“, so der Topmanager.

Neue Situation, neue Chancen

Seit vielen Jahren verfolgt Siemens China das Prinzip, durch eigene Technik und sein langjährig erworbenes Know-how die Volksrepublik bei ihrer Entwicklung nachhaltig zu unterstützen, statt auf Vergünstigungspolitik zu setzen.

Kurz nachdem Deutschland sein Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ gestartet hatte, gab die chinesische Regierung ihr Programm „Made in China 2025“ bekannt. Obwohl sich die Bezeichnungen voneinander unterscheiden, weist die Philosophie dahinter deutliche Gemeinsamkeiten auf, allen voran das Ziel, die staatliche Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der Industrie zu erhöhen. Im Rahmen des Programms „Made in China 2025“ will China einerseits den Übergang von einer arbeitsintensiven in eine technikintensive Produktion vollziehen. Andererseits hofft man, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit durch Digitalisierung und Informatisierung zu erhöhen.

Im Juni 2016 wurde in Anwesenheit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang das Understanding-Memorandum für die umfassende Zusammenarbeit zwischen der Siemens AG und der chinesischen Kommission für Entwicklung und Reform unterzeichnet. Das Papier sieht vor, dass der deutsche Konzern seine Zusammenarbeit mit China in den Bereichen intelligente Fertigung, Infrastruktur und erneuerbare Energien in Zukunft merklich verstärkt. Mit Bezug auf das chinesische Programm „Made in China 2025“ und die Strategie „Internet Plus“ wird der deutsche Traditionskonzern seine Technologien und Lösungskonzepte für die Digitalisierung von Unternehmen mit China teilen und so die Transformation und Niveauhebung der chinesischen Industrie maßgeblich unterstützen.

Chengdu, die Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Sichuan, liegt tief im Landesinneren. Die Altstadt der Metropole ist umsäumt von neuen Wolkenkratzern und mehrspurigen Autobahnen. Dennoch, so heißt es, ticken hier die Uhren noch immer langsamer als in der Hauptstadt Beijing, was nicht zuletzt an der Mentalität der Einheimischen liegt, die im Übrigen eine besondere Vorliebe für scharfe Speisen haben. Siemens China betreibt in Chengdu die Siemens Electronics Works Chengdu (SEWC). Im Vergleich zu anderen Unternehmen weist dieser Betrieb ein sehr hohes Niveau der Digitalisierung auf. Auch viele andere ausländische Hightechunternehmen haben die Stadt zu ihrem Entwicklungs- und Produktionsstandort bestimmt. Nicht verwunderlich bietet die Stadtverwaltung neu gegründeten Unternehmen doch zahlreiche Vergünstigungen an. Die Provinzhauptstadt beweist damit, dass Innovationen im Bereich neuer Technologien und Hochtechnologien nicht mehr zu den Privilegien bekannter städtischer Aushängeschilder wie Beijing, Shanghai oder Shenzhen sowie anderen Städten entlang der Ostküste des Landes zählt.

Das SEWC ist das neueste Werk mit Schwerpunkt Digitalisierung im weltweiten Geschäft der Siemens AG. Es realisiert eine hochgradige Digitalisierung von der Entwicklung bis zur Produktion und repräsentiert den richtungweisenden künftigen Weg der Industrie 4.0. Das SEWC ist weltweit das dritte Forschungs- und Entwicklungszentrum des Siemens-Konzerns und gleichzeitig das erste Digitalisierungsunternehmen, das die Firma außerhalb Deutschlands gegründet hat.

Anton S. Huber, Ressortchef für Digitalisierung (Division Digital Factory CEO) der Siemens AG, sagt, dass der Konzern derzeit intensiv in die Digitalisierung investiere. Das Werk in Chengdu werde schnell ins globale Produktionssystem integriert sein, wodurch der neue Betrieb nicht nur einheimische Märkte, sondern auch internationale Kunden mit Hightech-Produkten beliefern könne.

Der Deutsche Dr. Gunter Beitinger, ebenfalls ein hochrangiger Mitarbeiter des Unternehmens, sagt über die Bedeutung des SEWC für die chinesische Modernisierung: „In China gibt es derzeit kein Unternehmen, das sich in Sachen Digitalisierung mit dem SEWC messen könnte.“ Obwohl die Digitalisierung bereits große Erfolge in der chinesischen Industrie erzielt habe, könne eine derartig hohe Wertschöpfung nur dadurch realisiert werden, dass die zentralen technologischen Verfahren schrittweise genau analysiert und optimiert würden, sagt er. Dies sei letztlich die Voraussetzung für die erfolgreiche Digitalisierung eines Unternehmens.

Das SEWC empfängt jedes Jahr mehr als 5000 Besucher. Viele chinesische Großunternehmen schicken Expertenteams nach Chengdu, um vor Ort Know-how zu erwerben, zum Beispiel darüber, wie die Simatic-Steuerungsgeräte und andere elektronische Einzelteile hergestellt werden. In der Produktion im SEWC werden alle Schritte digital aufgezeichnet, überwacht, analysiert und optimiert.

Zur zukünftigen Strategie von Siemens China sagte CEO Herrmann: „Die Initiative ,Ein Gürtel und eine Straße‘, also der Aufbau des Wirtschaftsgürtels Seidenstraße und der maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts, das Programm ,Made in China 2025‘, die Urbanisierung neuen Typs und Projekte im Bereich intelligente Fertigung, all dies bringt neue und gute Chancen für uns. Was wir nun tun sollten, ist unsere Geschäftsbereiche zu justieren, damit sie noch besser an die chinesische Entwicklung gekoppelt werden.“ Aus seiner Sicht bilde China weiterhin ein wichtiges Zielland für Investitionen und Kooperationsprojekte sowie auch einen wichtigen Markt. „Unsere Zusammenarbeit mit der chinesischen Seite ist umfassend. Dabei geht es nicht nur um Innovation, Forschung und Entwicklung, sondern auch um Produkte, den Kundendienst und PLM-Lösungen (PLM steht für „Product Life-Cycle Management“ bzw. Produktlebenszyklusmanagement) sowie viele weitere Bereiche“, erklärte der Topmanager.

Gewinne mit chinesischen Unternehmen teilen

Dialektisch betrachtet ist die heutige Zeit sowohl eine gute als auch eine schlechte. In den vergangenen mehr als 30 Jahren der Reform und Öffnung wurden viele ausländische genauso wie einheimische Unternehmen Zeugen großer Veränderungen, was die Investitionsbereiche, den Investitionsumfang sowie die Effizienz der Investitionen betraf, nachdem das Niveau der chinesischen Wirtschaftsentwicklung und die Kosten der Produktionsfaktoren sich allmählich erhöht haben.

Dazu sagte der chinesische Handelsminister Gao Hucheng: „Es zeichnet sich eine Tendenz der Verlagerung ab: Beispielsweise verlagern einige arbeitsintensive Unternehmen, einschließlich der ausländischen, ihre Produktionsstandorte vom Osten des Landes in die zentralen und westlichen Gebiete, manche sogar in umliegende Länder. Das ist eine ganz normale Erscheinung bei der Entfaltung der entscheidenden Rolle des Marktes im Bereich der Ressourcenallokation.“ Man lege heute bei der Anziehung ausländischer Investoren größeren Wert auf die Qualität der Investitionen, betonte der Minister.

Gao führte Statistiken an und erklärte, dass China bei der Anziehung ausländischer Investitionen noch immer ein stabiles Wachstum beibehalte. Im Jahr 2015 hätten sich die ausländischen Investitionen in China, von Bank-, Versicherungs- und Börsengeschäften einmal abgesehen, auf 126,3 Milliarden US-Dollar belaufen, ein Plus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zur Periode des 11. Fünfjahresplans (2006–2010) seien die ausländischen Investitionen in China in der Periode des 12. Fünfjahresplans (2011–2015) um 30 Prozent gestiegen. In den beiden Jahren 2014 und 2015 sei eine Rekordhöhe bei der Anziehung ausländischer Investitionen erreicht worden. „All das beweist, dass Chinas Wirtschaftsentwicklung und das Geschäftsumfeld unseres Land noch immer über ausreichende Anziehungskraft für ausländische Investoren verfügen“, so das Fazit des Ministers.

Besonders zu erwähnen ist zudem, dass chinesische Staatsbürger und Unternehmen im Jahr 2014 weltweit 837.000 Anträge auf Patente eingereicht haben. Zum Vergleich: In den USA belief sich diese Zahl im selben Jahr auf 500.000, in Japan waren es 460.000 eingereichte Anträge. Chinas Unternehmen verfügen heute also über immer stärker werdende Fähigkeiten im Bereich Forschung und Entwicklung, womit die Zeit, in der ausländische Unternehmen durch technische Monopole übermäßige Gewinne einfuhren, ein für alle Mal der Vergangenheit angehören dürfte. Bereits im Jahr 2009 investierte der chinesische Haushaltsgerätegigant Zhuhai Gree zwei Milliarden Yuan, umgerechnet rund 275 Millionen Euro also, in Forschung und Entwicklung. Statistiken zufolge haben sich diese Investitionen im Jahr 2015 verdoppelt und beliefen sich auf vier Milliarden Yuan (550 Millionen Euro). Eine Strategie, die sich auszuzahlen scheint: Wohl gerade weil das Unternehmen so großen Wert auf Forschung und Entwicklung in zentralen technologischen Bereichen legte, konnte es zahlreiche staatliche Auszeichnungen für wissenschaftlich-technische Errungenschaften abräumen.

Verstärkte Investitionen in Research und Development bilden auch einen Schwerpunktbereich des China-Engagements der Siemens AG. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung (Corporate Technology Department SLCCT) in China ist das weltweit größte Forschungs- und Entwicklungszentrum der Firma außerhalb Deutschlands. Bis Ende des Finanzjahres 2015 beschäftigte Siemens China mehr als 4500 Ingenieure und Mitarbeiter, unterhielt 20 kleinere Forschungsabteilungen und verfügt über mehr als 10.000 gültige und beantragte Patente.

Auch der Computergigant IBM betreibt bereits seit mehr als 30 Jahren Geschäfte im IT-Bereich in China. Chen Liming, Leiter des China-Geschäfts des Unternehmens (Chairman of IBM Greater China Group), wies darauf hin, dass sich Chinas Bedarf an Wissenschaft und Technik in den letzten Jahren erheblich vergrößert habe. Der Wunsch nach der Lösung von Problemen durch moderne Wissenschaft und Technik werde immer stärker, so Chen. Seit 2006 steht China in Sachen Investitionen in Wissenschaft und Technik weltweit an zweiter Stelle, gleich nach den USA. Bis 2020, so der Plan, soll das Land die Vereinigten Staaten ablösen. Der Anteil der aufgewendeten Finanzmittel für Wissenschaft und Technik an Chinas BIP überstieg bereits im Jahr 2014 den der EU. Zugleich stellt der chinesische Markt immer höhere Anforderungen an wissenschaftlich-technische Produkte und hat enormen Bedarf an den weltweit modernsten Ergebnissen der wissenschaftlich-technischen Forschung. Die Volksrepublik wird schon in unmittelbarer Zukunft eine neue Wiege wissenschaftlich-technischer Errungenschaften werden, prognostizieren Experten.

In der Periode des 13. Fünfjahresplans wird China unter der Anleitung des Konzepts der innovationsgetragenen, koordinierten, grünen, durch Öffnung nach außen gekennzeichneten und durch gemeinsamen Genuss geprägten Entwicklung beschleunigt ein neues und noch offeneres Wirtschaftssystem aufbauen. Seine aufgeschlossene Haltung bei der Unterstützung ausländischer Investoren wird sich dabei nicht ändern. Die Volksrepublik wird weiter unbeirrt ein offenes und rechtsstaatliches Geschäftsumfeld errichten, das sich noch stärker an der Internationalisierung orientiert und Unternehmen weitere Erleichterungen bietet.

„Chinas Umfeld für Investitionen wird in Zukunft sicher noch transparenter und stabiler werden, damit sich Unternehmen aus allen Branchen in China noch besser entwickeln können. Ich bin davon überzeugt, dass unser Land auch in Zukunft ein bevorzugtes Ziel ausländischer Investoren bleiben wird“, zeigt sich Minister Gao zuversichtlich.

„Unter einem globalen Gesichtspunkt ist China der zweitgrößte Markt der Siemens AG in Übersee und auch in Zukunft ein wichtiger Markt für Investitionen“, sagt Topmanager Herrmann. Chinas 13. Fünfjahresplan ermuntere ausländische Geschäftsleute, in der Volksrepublik zu investieren und Geschäfte zu machen. „Wir wollen uns Hand in Hand mit China entwickeln, in der Gegenwart und auch in der Zukunft“, bekräftigt Herrmann zum Abschluss.

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