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Beijing – Eine kulturelle Reise durch Chinas Hauptstadt

27-01-2016

 

Von Zhang Li

Beijing ist eine der größten Metropolen der Welt, eine Stadt, durch die trotz ihrer Modernität noch immer der Hauch der kaiserlichen Hauptstadt weht. Ihre Mischung aus hippem Großstadtleben und historischen Bauten macht sie für Besucher aus aller Welt zu einem spannenden Reiseziel. Dabei verweben sich in Beijing alte kaiserliche Kultur und eine bunte Straßenkultur zu einem unvergesslichen städtischen Mosaik.

Beijings Straßen verbinden diejenigen, die schon einmal in der Hauptstadt waren, mit so vielfältigen Dingen wie antiken Gebäuden, authentischen Straßensnacks, großen Luxus-Einkaufsmeilen, dem typischen Beijinger Dialekt, der rauen und doch liebevollen Weise, in der die Menschen hier miteinander und mit Neuankömmlingen umgehen, sowie mit dem kleinen Getier – Fische, Vögel und Insekten, das sich die alten Beijinger gerne als Haustier halten.

 

Für viele ein typisches Markenzeichen der Hauptstadt: Kleines Getier wie Fische, Vögel und Insekten, das sich die alten Beijinger gerne als Haustier halten.

 

Beijinger Siheyuans und Hutongs

Ein Inbegriff Beijinger Architektur sind sicherlich die traditionellen chinesischen Wohnhöfe, die so genannten Siheyuan. Ein solcher Wohnhof ist in allen vier Himmelsrichtungen von Häusern umgeben. Er stellt eine traditionelle Form von Wohnhaus dar, wie man es besonders häufig im Gebiet in und um Beijing findet. Seinen Ursprung soll der Siheyuan in der Yuan-Dynastie (1271–1368) haben. Damals, als Beijing zur kaiserlichen Hauptstadt ernannt wurde, sollen diese Wohnhöfe zusammen mit den Palästen, Gassen und Hutongs entstanden sein. Bis heute prägen Siheyuan das Bild der Beijinger Altstadt. Ihre geschnitzten Balken, bemalten Säulen und ruhigen Höfe, die eine Verschnaufpause im geschäftigen Großstadttrubel versprechen, verleihen der Stadt einen ganz besonderen Charme.

Die Wohngemächer eines Siheyuans umschließen einen rechteckigen Innenhof. Und so heißt Siheyuan übersetzt denn auch „von vier Seiten umschlossener Hof“ oder „Vierseithof“. Traditionell besteht ein solcher Wohnhof aus einem Hauptraum, zwei Seitenräumen im Osten und Westen sowie einem Hinterraum. Die einzelnen Zimmer sind dabei durch Gehwege miteinander verbunden. Das Tor der meisten Hofhäuser öffnet sich gen Süden. Üblicherweise steht hinter ihm eine weitere, mit Bildern verzierte Wand, damit Besucher nach dem Eintritt nicht direkt in den Hof blicken können. So soll die Privatsphäre der Bewohner gewahrt werden. Der große Innenhof der traditionellen Häuser ist ein idealer Ort, um Bäume und Blumen wie Granatapfel, Jujube, Kakipflaumen, Gewürznelken oder Zieräpfel anzupflanzen. Im Frühling und Sommer durchstreift so ein aromatischer Wohlgeruch die Anlage und die Pflanzen bieten kühlenden Schatten, im Herbst können die saftigen Früchte geerntet werden. Darüber hinaus züchten viele Bewohner im Hof auch Zierfische und Vögel, so dass der Innenhof einer natürlichen Landschaft nachempfunden ist.

 

Auf einer Imbissstraße in der Nähe des Qianmen-Tors. Vor allem die berühmten Snacks der Hauptstadt sollten sich Reisende auf keinen Fall entgehen lassen.

 

Ein weiterer idealer Ort, um die Beijinger Lebenskultur besser kennen zu lernen, sind ohne Zweifel die verschlungenen Gässchen der Altstadt, die so genannten Hutongs, in denen auch viele der Siheyuan liegen. Heute gibt es in Beijing immer noch mehr als 7000 dieser Hutongs in verschiedenen Größen. Als Träger der antiken Kultur der Stadt zeugen die Hutong-Viertel vom historischen Wandel Beijings und durch einen Besuch der alten Viertel können Touristen das Leben und die Traditionen der Menschen vor Ort noch besser kennen lernen.

Angesichts des groß angelegten städtischen Umbaus in den vergangenen Jahren, verschwinden die alten Straßenviertel allerdings mehr und mehr. Im Jahr 2002 reagierte die Beijinger Stadtregierung deshalb und verabschiedete den „Plan zum Schutz 25 historischer und kultureller Stätten der Beijinger Altstadt“.

Hutong-Touren in Beijing

Shichahai: Das Viertel Shichahai liegt im Zentrum der Stadt Beijing, nördlich des Beihai-Parks. Die Gegend hat bis heute ihr urtümliches Antlitz weitestgehend beibehalten. In dem traditionsreichen Stadtteil mit Seen und Wasserwegen, darunter auch der namensgebende Shichahai, der auch als Houhai bekannt ist, können Besucher von der Yinding-Brücke aus einen wunderschönen Anblick genießen: Auf der Wasserfläche spiegeln sich bei schönem Wetter die umliegenden Hügel in der Ferne und die Weiden wiegen sich sacht im Wind. In der nahe gelegenen Geschäftsstraße Yandai Xiejie locken zahlreiche Lädchen mit kunstgewerblichen Produkten. Darüber hinaus gibt es in der Nähe noch eine Reihe von sehenswerten historischen und kulturellen Stätten wie die Residenz des Prinzen Gong, die ehemaligen Wohnsitze von Soong Ching-ling und Mei Lanfang sowie den berühmten Glocken- und den Trommelturm.

 

Touristenmagnet im Herzen Beijings: Das Viertel Shichahai hat bis heute sein urtümliches Antlitz weitestgehend bewahrt.

 

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Reisen

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