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Beijing – Eine kulturelle Reise durch Chinas Hauptstadt

27-01-2016

 

Pekingoper-Darsteller müssen vor allem vier wichtige Fähigkeiten besitzen: Neben einem Talent für ausdrucksstarkes Singen und Sprechen, müssen die Mitwirkenden auch gut Tanzen können und zudem in chinesischer Kampfkunst, Akrobatik und im künstlerischen Kampf mit Waffen aller Art bewandert sein.

Im Laufe ihrer 200-jährigen Geschichte hat die Pekingoper was ihre Gesangstexte sowie die gesprochenen Worte und Reime angeht, ihren ganz eigenen lokalen Stil entwickelt. Darüber hinaus wird sie heute nicht nur von Musikinstrumenten verschiedener ethnischer Gruppen begleitet, sondern integriert ähnlich wie die westliche Oper auch Elemente aus anderen Kunstrichtungen sowie der Literatur.

Die meisten männlichen Rollen in der Pekingoper haben ein nach besonderen Regeln eindrucksvoll geschminktes Gesicht. Diese Maske ist nicht nur ein darstellerisches Ausdrucksmittel, sondern trägt auch symbolische Bedeutung. Die verschiedenen Bemalungen drücken nämlich den jeweiligen Charakter der Rolle, die Eigenschaften der Figur sowie ihr Schicksal aus. Das rote Gesicht beispielsweise repräsentiert Loyalität, Aufrichtigkeit und Tapferkeit. Ein schwarzes Gesicht steht für Mut und Beständigkeit. Gelbe und weiße Gesichter haben im allgemeinen eine negative Bedeutung und deuten auf Heuchelei und Grausamkeit hin. Allerdings gibt es in der Pekingoper nur für männliche Rollen derartige Schminkmuster.

 

Die traditionelle Pekingoper „Farewell, My Concubine“

 

Rollentypen in der Pekingoper

Zusätzlich zu den natürlichen (Geschlecht und Alter) und gesellschaftlichen (Identität und Beruf) Eigenschaften der Menschen, lassen sich die Rollen der Pekingoper auch nach ihren Charakteren aufteilen. Die fünf wichtigsten Rollen sind dabei Sheng, Dan, Jing, Mo und Chou.

Sheng ist eine männliche Rolle ohne Gesichtsmaske, wobei dieser Rollentyp noch weiter untergliedert werden kann, nämlich in Xiaosheng (junger Mann), Wusheng (junger Offizier) und Laosheng (alter Mann). Im Allgemeinen handelt es sich bei den Sheng um positive Figuren.

 

Der Sheng ist eine männliche Rolle der Pekingoper ohne Gesichtsmaske.

 

Dan bezieht sich auf die weibliche Rolle in der Pekingoper. Sie wird in vier Subtypen unterteilt: Huadan (lebendige und unverheiratete junge Frau), Wudan oder Daomadan (in der Kriegskunst bewanderte Frau), Qingyi (tugendhafte und würdevolle Frau) und Laodan (alte Frau).

 

Dan bezeichnet die weibliche Rolle in der Pekingoper.

 

Jing, auch Hualian genannt, ist eine männliche Rolle mit besonderer Gesichtsbemalung. Diese temperamentvolle Figur zeichnet sich durch eine tiefe und lautstarke Stimme sowie eine übertriebene Gestik aus. Zu diesem Rollentyp gehören der Dahualian (großes bemaltes Gesicht, Rolle mit Schwerpunkt auf Gesang), der Erhualian (zweites bemaltes Gesicht, Rolle mit Schwerpunkt auf Gestik) und der Wuhualian (Militär mit bemaltem Gesicht, Rolle mit Schwerpunkt auf Kampf und Akrobatik).

 

Der Jing, auch Hualian genannt, ist eine männliche Rolle mit besonderer Gesichtsbemalung.

 

Der Mo war eine Rolle bei der Gründung der Pekingoper. Da sein Rollentyp allerdings dem Laosheng sehr ähnelt, wurde er später mit der Rolle des Sheng zusammengeführt.

 

Der Mo war eine Rolle bei der Gründung der Pekingoper.

 

Beim Chou handelt es sich um einen männlichen Clown. Diese Rolle kann noch weiter in Wenchou (zivile komische Rolle) und Wuchou (militärische komische Rolle) untergliedert werden. Der Chou trägt eine spezielle Gesichtsfarbe, die sich stark von der Jing-Rolle unterscheidet. Ein besonderes Merkmal der Maske dieser Rolle ist die kleine weiße Stelle an der Nase. Je nach Charakter kann die Form dieser weißen Stelle variieren, entweder ist sie quadratisch, hat die Form eines so genannten Yuanbao (schuhförmiger Geld- oder Silberbarren, der im feudalen China als Zahlungsmittel verwendet wurde) oder eines Dattelkerns. In der traditionellen Oper sind Chou-Figuren im Allgemeinen Menschen mit niedriger gesellschaftlicher Stellung. Die meisten von ihnen sind lebendige, lustige und optimistische Menschen.

 

Beim Chou handelt es sich um einen männlichen Clown.

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