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Interview: Der Beitrag von NGOs zur Armutsüberwindung in China

28-10-2016

 

Von Wei Bo*

Als erstes Land hat China die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen erreicht und durch seine Anstrengungen einen großen Beitrag zur weltweiten Armutsverringerung geleistet. Die chinesische Regierung setzt derzeit auf eine Strategie der gezielten Armutsüberwindung. Bis zum Jahr 2020 sollen alle armen Menschen in ländlichen Gebieten nach heutigem Standard betrachtet aus der Armut befreit werden. Seit langem spielen auch Nichtregierungsorganisationen eine wichtige Rolle dabei, die Öffentlichkeit für das Thema noch stärker zu sensibilisieren und die Menschen aktiv an der Arbeit zur Armutsüberwindung zu beteiligen. Wie kann es den NGOs in den nächsten Jahren gelingen, noch mehr Menschen zu mobilisieren und noch mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und somit den armen Menschen des Landes noch besser zu helfen? Wir haben mit Liu Wenkui, dem Generalsekretär der Chinesischen Stiftung für Armutsüberwindung, über dieses Thema gesprochen.

 

Liu Wenkui, Generalsekretär der Chinesischen Stiftung für Armutsüberwindung

 

China heute: Welche Rolle spielen Nichtregierungsorganisationen bei der Armutsüberwindung in China? Und was zeichnet ihre Arbeit aus?

Liu Wenkui: Im Juli dieses Jahres fand im Vorfeld des G2-Gipfels in Hangzhou der C20-Gipfel der Zivilgesellschaft statt. Staatspräsident Xi Jinping sendete zur Eröffnung eigens ein persönliches Gratulationsschreiben. Darin schrieb er, dass zivilgesellschaftliche Organisationen als wichtige Pfeiler für die Teilnahme der Bürger an öffentlichen Angelegenheiten und der Förderung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung fungieren. Die Mobilisierung und Organisation der Zivilgesellschaft, einschließlich des Bereiches der Armutsüberwindung an festgelegten Orten, der koordinierten Armutsüberwindung zum Ausgleich von Entwicklungsunterschieden zwischen Ost und West des Landes sowie der Armutsüberwindung unter Beteiligung in- und ausländischer NGOs sowie der Öffentlichkeit, sind wichtige Eckpfeiler unserer Arbeit.

Statistiken zeigen, dass Nichtregierungsorganisationen und andere gesellschaftliche Kräfte zwischen 1994 und dem Jahr 2000 Geldmittel und Sachspenden im Wert von mehr als 50 Milliarden Yuan (rund 6,8 Milliarden Euro) unmittelbar für die Armutsüberwindung zur Verfügung gestellt haben. Das waren 28 Prozent der gesamten Geldmittel zur Armutsüberwindung des Landes. Und ihre Beiträge zur erfolgreichen Überwindung der Armut bemaßen sich auf 30 bis 35 Prozent. Auch in den Jahren seit der Jahrhundertwende haben NGOs mit dem Ansporn und der Unterstützung der Regierung ständig Innovationen durchgeführt und eine bedeutende Rolle für die Förderung der Bildungsfairness, die Verbesserung des Gesundheitswesens, für die Bereitstellung rechtzeitiger humanitärer Hilfe sowie die Förderung von Wohnsiedlungen in armen ländlichen Gebieten gespielt.

Dank unserer mittlerweile mehr als 30-jährigen Erfahrung ist es uns deutlich bewusst, dass NGOs über einen großen Spielraum bei der Armutsüberwindung verfügen. Erstens gleichen sie Defizite der Regierung in diesem Bereich aus. Denn sie können meist mehr gesellschaftliche Ressourcen aufbringen, von denen dann noch mehr arme Menschen profitieren. Darüber hinaus bringen sie einschlägige Erfahrungen in Bezug auf Management, Monitoring und Evaluierung der Projekte mit und helfen so, die Arbeit zur Armutsbekämpfung noch effektiver zu machen. Zweitens haben Nichtregierungsorganisationen das Know-how, vielfältige Mechanismen für Finanzierung, multilaterale Zusammenarbeit, partizipative Entscheidungsfindung und deren Umsetzung sowie für die Erhöhung der Fähigkeiten der Armen zu entwickeln und anzuwenden. Drittens ist die Beteiligung der Nichtregierungsorganisationen an den weltweiten Anstrengungen zur Armutsüberwindung förderlich für den Austausch von Erfahrungen und die Zusammenarbeit zwischen den Staaten, damit sie das Problem der Armut und ihrer Ursachen gemeinsam auf globaler Ebene erforschen können.

China heute: China führt derzeit eine Strategie zur gezielten Armutsüberwindung durch. Wie beteiligen sich die NGOs im Land an der Umsetzung dieser Strategie ?

Liu Wenkui: Gezielte Armutsbekämpfung bedeutet zweierlei: Erstens dürfen die Anstrengungen ihr Ziel nicht verfehlen und müssen speziell auf die bedürftigen Menschen ausgerichtet sein. Beispielsweise sollte sich die Arbeit auf arme Kreise und Dörfer richten und sich auf die einzelnen armen Haushalte konzentrieren, für deren Armutsüberwindung eine Akte angelegt ist. Dies ist der wichtigste Index. Zweitens sollte die Arbeit auch wirklich fruchten. Nach der Festlegung der Zielregion und der zu unterstützenden Menschen muss das Projekt daraufhin abgeklopft werden, ob es sich auch wirklich auf die zentralen Probleme, mit denen die armen Menschen konfrontiert sind, richtet. Ein wirksames Projekt sollte etwa auf die Steigerung der Einkommen, die Erhöhung der Fähigkeiten und die Verbesserung der Lebensbedingungen der armen Menschen abzielen. Ob die Maßnahmen letztlich wirklich die Armut mindern können, also konkrete Ergebnisse erzielt haben, ist ebenfalls ein wichtiger Index.

Gemeinnützige Organisationen sollten ihre Anstrengungen dabei vor allem auf die folgenden drei Bereiche konzentrieren: Zuerst sollten sie ihre Vorzüge zur Geltung bringen und ihre Kooperationspartner mobilisieren, um das Armutsthema in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Zweitens sollte das Projekt genau auf die Bedürfnisse der einzelnen armen Haushalte in armen Gebieten zugeschnitten sein. Drittens sollte bei der Erforschung neuer und innovativer Maßnahmen der größte Wert auf ihre tatsächliche Wirkung gelegt werden.

Teilnahme der Öffentlichkeit

China heute: Wie kann die Öffentlichkeit ermutigt werden, sich an der gemeinnützigen Arbeit noch stärker zu beteiligen?

Liu Wenkui: Die gemeinnützigen Organisationen sollten auf der Grundlage der gesellschaftlichen Bedürfnisse ständig neue Projekte initiieren, um eine noch stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit einzufordern. Wenn die vorhandenen Mechanismen keine ausreichenden gesellschaftlichen Kräfte mobilisieren können, sollten neue Mechanismen, neue Methoden und neue Kanäle eingeführt werden, um eine neue Plattform für gesellschaftliche Organisationen zu etablieren.

In den letzten Jahren haben sich viele NGOs der Erforschung der Frage gewidmet, wie noch mehr Menschen ermuntert werden können, sich an der öffentlichen Wohlfahrt zu beteiligen. „Public Advocacy“ ist hier zum Beispiel ein vielversprechendes neues Konzept. Anstatt direkt Gelder und Güter an die armen Menschen zu verteilen, zielt es darauf ab, das gemeinnützige Konzept zu popularisieren und persönliches Engagement an den gemeinnützigen Aktivitäten zu betonen. Ein gutes Beispiel hierfür war etwa die Ice Bucket Challenge, die sich weltweit über die sozialen Netzwerke verbreitet hat.

Was die innovative Entwicklung betrifft, hat die Chinesische Stiftung für Armutsüberwindung auch nach Wegen gesucht, um noch mehr Menschen zur Beteiligung zu ermutigen. Unter Nutzung des mobilen Internets hat sie etwa Online-Plattformen für Spenden über WeChat und Alipay eingerichtet. Darüber hinaus hat sie noch einige weitere wirksame neue Methoden eingeführt. Beispielsweise wurden ein Benefizlauf, ein 24-Stunden-Fasten und andere öffentlichkeitswirksame Aktionen organisiert. Dabei versucht die Stiftung, von internationalen Erfahrungen zu lernen und neue Formen der Armutsüberwindung herauszubilden, um die Resonanz in der Öffentlichkeit zu erhöhen.

China heute: Könnten einige gemeinnützige Aktivitäten wie die Ice Bucket Challenge oder das 24-Stunden-Fasten aber nicht vielleicht auch als oberflächlich wahrgenommen werden und Kritik in der Öffentlichkeit ernten?

Liu Wenkui: Ich finde, durch solche Erlebnisse kann der Zugang zu einem schweren Thema erleichtert werden. China hat eine riesige Anzahl an registrierten Freiwilligen und Freiwilligenorganisationen. Bei der Durchführung früherer „Public Advocacy“-Projekte schenkte die Öffentlichkeit der gemeinnützigen Sache zunehmend Aufmerksamkeit, was das enorme Potential der Öffentlichkeit in diesem Bereich belegt. In der Vergangenheit nahm man an, dass nur Prominente in der Lage seien, für gemeinnützige Aktivitäten die Werbetrommel zu rühren. Das Aufkommen von „Public Advocacy“ ermöglicht es heute dagegen auch den einfachen Menschen, sich für die öffentliche Wohlfahrt zu engagieren.

Veränderungen im Internet-Zeitalter

China heute: Das Internet hat unsere Welt von Grund auf umgekrempelt. Fortschritte in Wissenschaft und Technik verändern unseren Alltag. Welche Chancen bietet diese Entwicklung dem Gemeinwohl?

Liu Wenkui: Der Fortschritt im Bereich der Internettechnik beschert der Arbeit zur Armutsüberwindung gewiss neue Möglichkeiten. Mit dem Vorstoß „Internet plus Armutsüberwindung“ hat die chinesische Regierung zum Beispiel eine neue Herangehensweise etabliert, um die wirtschaftliche Entwicklung in den armen Gebieten zu fördern. Die größten Probleme, mit denen die Bauern in armen Gebieten heute noch immer konfrontiert sind, sind hohe Transportkosten, spärliche Markterfahrungen und die schlechte Wettbewerbsfähigkeit der Produkte. Zum Glück lassen sich diese Probleme nun lösen. Das neue E-Commerce-Modell zur Armutsüberwindung bietet ohne Frage neue Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Arbeit.

 

E-Commerce-Nachhilfe: Ein junger Lehrer zeigt den Dorfbewohnern in der Gemeinde Matou der Provinz Shandong, wie man Produkte im Internet verkauft.

 

Die Chinesische Stiftung für Armutsüberwindung hat bereits viele Versuche in diesem Bereich unternommen. Im März dieses Jahres etwa konnten die Obstbauern in Ya’an in der südchinesischen Provinz Sichuan, die in der Vergangenheit von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden war, ein gutes Einkommen realisieren. Dank der E-Commerce-Förderung konnten die örtlichen Landwirte rund 50.000 Kilogramm Orangen innerhalb von nur drei Stunden absetzen. Das war das erste Beispiel für den erfolgreichen Einsatz des von der Chinesischen Stiftung für Armutsüberwindung entwickelten Onlinehandelsmodells und damit ein wichtiger Meilenstein der praktischen Erforschung dieses Modells.

China heute: Anstatt die wesentlichen Inhalte ins Zentrum zu rücken, schenken einige E-Commerce-Plattformen eher der Form größere Aufmerksamkeit. Was ist Ihre Meinung dazu?

Liu Wenkui: Die Grundfunktion des E-Business liegt natürlich erst einmal in der Schaffung eines Online-Marketing-Kanals, der unabhängig von Zeit und Raum ist. In den letzten Jahren hat Chinas Regierung zusammen mit verantwortungsvollen Unternehmen stark in die ländliche Internet-Infrastruktur investiert, was gute Grundlagen für den Onlinevertrieb lokaler landwirtschaftlicher Produkte geschaffen hat. Allerdings stellt sich noch die Frage, wie die Bauern langfristig und aus eigener Kraft von diesen E-Commerce-Plattformen profitieren können. Dass es hier noch Handlungsbedarf gibt, kann letztlich auf drei Engpässe zurückgeführt werden: Zum einen gibt es einen Engpass was den Umfang angeht, da sich die Produktionsweise bisher auf verstreute Haushalte stützt. Zum anderen gibt es noch Nachholbedarf in Sachen Qualität aufgrund unzureichender Mechanismen in diesem Bereich. Und zu guter Letzt wäre da noch der bestehende Mangel an Vertrauen in die landwirtschaftlichen Produkte aus unterentwickelten Regionen. Hier braucht eine Veränderung sicher noch etwas Zeit. Diese Probleme müssen langfristig gelöst werden, wenn in Zukunft noch mehr Landwirte vom E-Commerce profitieren sollen. Wir setzen deshalb alles daran, ihnen bei der Beseitigung dieser drei Engpässe zu helfen, so dass die Armutsüberwindung durch E-Commerce in noch mehr Gegenden Realität wird.

China heute: Wie genau plant die Chinesische Stiftung für Armutsüberwindung denn, diese drei Engpässe zu überwinden?

Liu Wenkui: Der Engpass in Sachen Umfang bezieht sich auf die Produktivität. Die Produktion auf Grundlage einzelner Haushalte kann kaum den Bedürfnissen des E-Commerce gerecht werden. Darüber hinaus fungiert nach der traditionellen Produktionsweise ein einzelner Bauer gleichzeitig als Produzent, Techniker und Verkäufer. Das Ergebnis dieses Mangels an Arbeitsteilung ist in der Regel eine niedrige Effizienz.

Deshalb helfen wir als Stiftung bei der Gründung von Genossenschaften in den ländlichen Gebieten und teilen diese zudem in mehrere Arbeitsgruppen auf, um so die Probleme in Bezug auf Umfang und Effizienz in den Griff zu bekommen.

Der Qualitätsengpass stellt ebenfalls ein großes Hindernis für die Entwicklung des Onlinehandels mit landwirtschaftlichen Produkten dar. Unter dem traditionellen Marktpreismechanismus steigen die Preise allmählich von Großhandel zu Einzelhandel. Allerdings ist der Preis, zu dem die Produkte angekauft werden, in der Regel sehr niedrig, so dass die Bauern nur ein niedriges Einkommen erhalten. Um ihr Einkommen zu erhöhen, müssen sie mit allen verfügbaren Mitteln versuchen, ihre Selbstkosten zu senken und die Produktionsmenge zu steigern. Sie greifen deshalb gerne auf Pestizide und Unkrautbekämpfungsmittel zurück, um ihre Kosten zu drosseln. Auch chemische Dünge- und Treibmitteln werden häufig zur Produktionssteigerung eingesetzt. Ein geringer Aufwand führt so rasch zu niedrigen Preisen, aber eben auch zu geringer Qualität, so dass sich ein Teufelskreis im Bereich der Lebensmittelsicherheit herausbildet, aus dem es später schwer ist, wieder auszubrechen.

Für die Bauern ist es unmöglich, qualitativ hochwertige Produkte herzustellen, wenn sie kein angemessenes Einkommen erzielen. Als Folge können die Rechte und Interessen der Konsumenten nicht garantiert werden. Um den Qualitätsengpass aufzubrechen, haben wir einen einheitlichen Qualitätsstandard formuliert, eine strikte Überwachung durchgeführt und auch einen Mechanismus zur Rückverfolgung etabliert. So ist zum Beispiel jede Obstkiste mit dem Namen des Herstellers gekennzeichnet. Darüber hinaus arbeiten wir auch mit einer internationalen Prüforganisation aus Großbritannien zusammen, um sicherzustellen, dass die Produkte alle 156 erforderlichen technischen Indizes erfüllen. Wenn eine Arbeitsgruppe diesen Standard nicht erfüllt, wird sie aus unserem System ausgeschieden. Und wenn drei Arbeitsgruppen in einer Genossenschaft dem Standard nicht gerecht werden, wird die gesamte Genossenschaft ausgeschlossen. So konnte ein System, das mit den Interessen der Bauern in Einklang steht, etabliert werden. Niemand möchte schließlich das Risiko eingehen, den Interessen der anderen Dorfbewohner zuwiderzuhandeln. So kann letztlich die Qualität der Produkte garantiert werden.

Als drittes Problem besteht, wie gesagt, ein Vertrauensengpass. Auch wenn die Bauern qualitativ hochwertige Produkte herstellen mögen, können sie teilweise nicht zu einem angemessenen Preis verkauft werden, weil die Verbraucher nicht in der Lage sind, sie als solche zu erkennen. Wir sind aber zuversichtlich, dass durch unser Qualitätskontrollsystem das Vertrauen der Verbraucher in ländliche Produkte langfristig gestärkt wird. Alle Agrarprodukte, die unseren Qualitätsstandards entsprechen, haben eine einheitliche Marke, um auf dem Markt konkurrenzfähig zu sein.

China heute: Was sind die wertvollsten Erfahrungen, die Sie bei der Armutsüberwindung mithilfe des E-Commerce bisher sammeln konnten?

Liu Wenkui: Dank der E-Commerce-Entwicklung konnten die Produktions- und Handelskosten landwirtschaftlicher Produkte reduziert werden. Letztlich gilt: Nur wenn die Bauern stärker von ihren Erzeugnissen profitieren, kann sich dieser Marktmechanismus nachhaltig und gesund entwickeln. Das wichtigste Ziel der Armutsüberwindung durch E-Commerce liegt darin, den Bauern dabei zu helfen, größere Gewinne zu erzielen. Und um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Bauern zunächst in größeren Einheiten organisiert werden, damit sich der Produktionsumfang vergrößert und die Effizienz steigt. Zweitens sollte eine Interessengemeinschaft unter den Bauern gegründet werden, in der sie moderne Technologien und Organisationsformen erproben, um durch die Produktion hochwertiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse mehr Gewinne zu erwirtschaften. Je besser die Qualität ist, desto gefragter sind letztlich auch die Produkte, so dass die Bauern am Ende ein höheres Einkommen verzeichnen.

China heute: Herr Liu, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

*Wei Bo ist Journalist der Nachrichtenplattform www.china.org.cn.

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