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Nachhaltige Entwicklung als Bildungsgegenstand ­– Tongji-Universität ist Vorreiter

25-11-2016

 

 

Von Liu Yi

 

Professor Wu Jiang und die Tongji-Universität Shanghai sind Vorreiter in Sachen Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung. 

 

Das Thema nachhaltige Entwicklung steht heute weltweit ganz oben auf der politischen Agenda. Auf dem UN-Gipfel im September 2015 verabschiedeten alle Mitgliedstaaten gemeinsam ein Programm für globale Entwicklung, in dem das Ziel der nachhaltigen Entwicklung unterstrichen wird. Im Vergleich zu den UN-Millenniumsentwicklungszielen aus dem Jahr 2000 wurde in dem Papier dem Thema Umweltschutz noch größere Aufmerksamkeit geschenkt. Die Menschen aller Nationen scheinen sich einig, dass diese Frage letztlich über die zukünftige Existenz und Entwicklung, kurz über die Zukunft der Menschheit entscheiden wird.

 

Die Wichtigkeit des Themas spiegelt sich auch in Chinas aktuellem Fünfjahresplan wider. Im 13. Fünfjahresplan, der in diesem Jahr in Kraft getreten ist, hat sich die Volksrepublik das Ziel gesetzt, eine ökologische Zivilisation aufzubauen. Folgerichtig ratifizierte China im September 2016 auch als eines der ersten Länder das „Pariser Klimaabkommen“, ein Meilenstein für das Fortkommen der globalen Zusammenarbeit zur Bewältigung des Klimawandels. Doch China als Entwicklungsland muss, soll sich das Konzept der nachhaltigen Entwicklung erfolgreich durchsetzen, noch immer viele veraltete Denkformen und Gewohnheiten überwinden.

 

„Eine nachhaltige Entwicklung wird unserer nächsten Generation zugutekommen. Wenn aber Studenten und Öffentlichkeit ihre Wichtigkeit nicht erkennen, wird sich die nachhaltige Entwicklung auch nicht durchsetzen“, sagt Wu Jiang, geschäftsführender Vizerektor der Shanghaier Tongji-Universität, im Interview mit „China heute“. „Von daher ist es umso wichtiger, das Thema nachhaltige Entwicklung zum universitären Bildungsgegenstand zu machen“, sagt er.

 

Professor Wu hat sich fachlich auf den Schutz und die Nutzung des architektonischen Erbes spezialisiert und beschäftigt sich zudem seit 30 Jahren mit der universitären Bildung im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Er hat miterlebt, wie sich das Konzept der nachhaltigen Entwicklung im chinesischen Bildungswesen, insbesondere in den Universitäten des Landes, immer weiter verbreitet hat. 2012 initiierte er die „Global Universities Partnership on Environment for Sustainability“, kurz GUPES, um Chinas Erfahrungen der letzten Jahre weiterzuverbreiten und im Rahmen des Programms die internationale Zusammenarbeit auszuweiten.

 

Umbau des bestehenden Bildungssystems

 

 

Gemeinsam für eine bessere Zukunft: Austausch und Voneinanderlernen spielen eine wichtige Rolle in Lehre und Forschung an der Tongji-Universität. 

 

Die traditionellen Stärken der Lehre und Forschung an der Shanghai’er Tongji-Universität in Shanghai liegen im Bereich Stadtplanung und städtischer Aufbau. Und hier hat sich gezeigt: Umweltprobleme wie Verschmutzung oder Ressourcenknappheit treten immer zuerst in den Städten zu Tage. Dementsprechend schenkt die Universität diesen Problemen schon lange große Aufmerksamkeit und ist ein Vorreiter in diesem Bereich. Bereits 1988 wurde hier das College of Environment Science and Engineering als erstes Institut eines Fachbereichs für Umweltschutz an einer chinesischen Universität gegründet. Im von der Bildungsinstitution Quacquarelli Symonds veröffentlichten QS World University Ranking steht das Institut im Bereich des Umweltschutzes auf Platz 30 unter den weltweit besten Instituten.

 

Die Tongji-Universität legte schon sehr früh großen Wert darauf, eigene Bauprojekte umweltschutzkonform umzusetzen, anfallende Abwasser in einem Kreislaufsystem aufzubereiten sowie die eigenen Abfälle fachmännisch zu sortieren und zu recyceln. Hierfür errichtete man eigens ein universitätsinternes Energieverwaltungssystem. Später folgten die Peking-Universität sowie die Shanghaier Fudan-Universität dem Beispiel und führten ebenfalls fortschrittliche Systeme zur eigenen Energieverwaltung ein.

 

Noch wichtiger ist aber, dass die Tongji-Universität in den vergangenen Jahren alles daran gesetzt hat, das Konzept der nachhaltigen Entwicklung konsequent in Lehre und Forschung einfließen zu lassen. So forderte die Universitätsleitung ihre Lehrkräfte auf, alle Lehrveranstaltungen auf den Aspekt der nachhaltigen Entwicklung hin zu überprüfen, um festzustellen, ob das Konzept der nachhaltigen Entwicklung in den Lehrveranstaltungen ausreichende Berücksichtigung findet oder ob manche Unterrichtsinhalte diesem Konzept gar zuwiderlaufen. Bei Defiziten muss seither konsequent nachgebessert werden.

 

„Früher haben etwa die Studenten der Ingenieurwissenschaft ihren Fokus lediglich auf Effizienz und Funktion gelegt. Heute müssen sie stets auch Umweltüberlegungen wie etwa Verschmutzung oder Ressourcenverbrauch bei der Erarbeitung von Studieninhalten mit einbeziehen“, erklärt Vizerektor Wu. Man habe hier die Bildungspläne, Curricula und Lehrinhalte aller Veranstaltungen systematisch angepasst.

 

Ein Paradebeispiel für den erfolgreichen Umbau der Fachbereiche im Fokus der nachhaltigen Entwicklung bildet der Bereich der durch neue Energien angetriebenen Fahrzeuge. 2002 folgte die Universität der Initiative des damaligen Vizerektors Wan Gang, ein ingenieurwissenschaftliches Zentrum zur Entwicklung umweltfreundlicher Automobile zu gründen. Diese Institution ist seither auf die Erforschung von Fahrzeugen, die durch saubere Energien angetrieben werden, spezialisiert. „Unser Fachbereich steht hier schon heute landesweit an der Spitze. Doch wir setzen alles daran, die relevante Forschung und Praxisarbeit von der Warte der nachhaltigen Entwicklung aus weiter voranzutreiben“, betont Wu.

 

 

Abschlussfeier einer Fortbildung für Umweltbeamte aus Ländern im Asiatisch-Pazifischen Raum. Die Lehrer, die aus China, Südkorea, Indien und den USA stammen, bringen ganz unterschiedliche Erfahrungen und Kenntnisse in das Programm mit ein. 

 

Zwar könne durch den Rückgriff auf neue Energieträger die Verschmutzung verringert werden, ungelöst sei aber weiterhin das Problem, dass noch immer große räumliche Ressourcen und Straßenflächen benötigt würden, wenn in Zukunft jeder Mensch in China ein Auto fahren will, so der Experte. „Deshalb haben wir seit einigen Jahren einen Schwerpunkt auf die Erforschung der Anwendung neuer Energien im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs sowie des Schienenverkehrs gelegt. Im Rahmen der Initiative haben wir beispielsweise umweltfreundliche Busse für die Expo 2010 entwickelt und gebaut. Trotzdem wird sich der individuelle Bedarf in Zukunft natürlich nicht durch öffentliche Verkehrsmittel alleine decken lassen“, gibt Wu zu bedenken. „Derzeit sind wir deshalb dabei, ein intelligentes Automietsystem zu entwickeln, womit Elektroautos durch Carsharing zukünftig noch effizienter genutzt werden sollen.“

 

In einer innovativen Atmosphäre beteiligen sich auch die Studenten der Tongji-Universität aktiv an der Forschung und Innovation zur nachhaltigen Entwicklung. Ein Beispiel, dass dieses Engagement eindrucksvoll belegt, ist das von Studenten initiierte Projekt „Grüne Saaten“. Zwar besteht der eigentliche Kern des Projektteams nur aus gut einem Dutzend Studenten, aber auch Studenten anderer Fachbereiche und anderer Universitäten werden für einzelne Forschungsaufgaben herangezogen, die alle um das Hauptthema Umweltschutz kreisen. Die jungen Menschen haben sich im Rahmen des Projekts mit praxisrelevanten Fragestellungen wie der Behandlung verschrotteter Handys, dem Kampf gegen illegale Handelsnetze für Wildtiere, einer besseren Wassernutzung für Agrarzwecke in der chinesischen Region Dunhuang und dem Aufbau von NGOs im Bereich Umweltschutz beschäftigt. Mit großem Einsatz engagieren sich die Studenten in der Erforschung weit gefächerter Themenbereiche und der Ausarbeitung von Lösungsvorschlägen.

 

Internationaler Austausch und internationale Zusammenarbeit

 

Im Jahr 2002 hat die Tongji-Universität in Zusammenarbeit mit dem UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, das UNEP-Tongji Institute of Environment of Sustainable Development (IESD) ins Leben gerufen. Es ist eine von weltweit nur einer Hand voll Kooperationsinstitutionen, die von der UNEP getragen werden. Für die Tongji-Universität bedeutet die Gründung einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg der Etablierung eines Bildungssystems für nachhaltige Entwicklung. Noch wichtiger ist aber, dass sich das IESD mittlerweile zu einer wichtigen Plattform für internationale Zusammenarbeit, insbesondere mit anderen Entwicklungsländern, zur Vermittlung des Konzeptes der nachhaltigen Entwicklung im Bildungswesen gemausert hat. In den mehr als zehn Jahren seit seiner Gründung haben hier mehr als 350 Studenten aus etwa 50 Ländern in den Fachbereichen Umweltverwaltung sowie Umwelt-Ingenieurswissenschaft ihr Studium abgeschlossen und einen Master bzw. Doktor erlangt. 70 Prozent der Absolventen stammten aus Entwicklungsländern.

 

Neben den regulären Studiengängen veranstaltet das IESD auch Fortbildungskurse, darunter das APLP (Asya-Pacific Leadership Programm on Environment for Sustainable Development), um gezielt Regierungsmitarbeiter aus den Bereichen Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie Diplomatie in den betreffenden Ländern fachlich zu schulen. So sollen sie für den Umweltschutz stärker sensibilisiert werden, damit sie sich noch energischer an der Durchführung der Umweltpolitik beteiligen.

 

Dazu sagt Professor Wu: „Es hat sich gezeigt, dass die Kursteilnehmer die Erfahrungen aus China sogar noch mehr wertschätzen als die aus den entwickelten Ländern. Denn die ersteren sind ganz aktuell und besitzen für sie eine größere Anwendbarkeit. Sie lassen sich meist unmittelbar auf andere Entwicklungsländer übertragen.“ Ein Beispiel hierfür sei der Transfer von Technik zur Aufbereitung von Abwasser nach Äthiopien und Kenia. In Pilotprojekten konnte das chinesische Know-how in diesem Bereich erfolgreich angewendet werden. Professor Li Fengting, geschäftsführender Vizedirektor des IESD, führte persönlich ein Expertenteam nach Afrika. Dort untersuchten die Fachleute aus China dann das Trinkwasser und die Aufbereitung von Abwasser in drei afrikanischen Städten, arbeiteten Verbesserungsvorschläge aus und setzten diese in die Praxis um, was großen Anklang bei den Einheimischen gefunden hat. Diese Projekte seien auch tatkräftig durch das chinesische Ministerium für Wissenschaft und Technik unterstützt worden, erklärt Wu. „Sie werden als gute Beispiele für die erfolgreiche chinesisch-afrikanische Zusammenarbeit im Bereich des Umweltschutzes angesehen.“

 

Führende Rolle bei der Vermittlung des Konzeptes der nachhaltigen Entwicklung in der Hochschulbildung

 

 

Studenten aus verschiedenen Ländern bei der gemeinsamen Projektarbeit.

 

Als Professor Wu Anfang der 1980er Jahre sein Studium an der Tongji-Universität aufnahm, hielt der Begriff nachhaltige Entwicklung zwar gerade Einzug in das chinesische Hochschulsystem, er war aber für viele Dozenten und Studenten eher ein vages Schlagwort. Chinas damalige Gesellschaft legte mehr Wert auf Wirtschaftsentwicklung, aber auch in internationalen Wissenschaftlerkreisen war das Konzept damals noch nicht eindeutig definiert. Erst in den letzten zehn bzw. 20 Jahren stachen Probleme wie Energie- und Ressourcenknappheit sowie Umweltverschmutzung so stark hervor, dass man vor diesem Hintergrund begann, weltweit die bisherigen Entwicklungsmodelle mit ihrem hohen Energieverbrauch und ihrer schweren Umweltbelastung zu hinterfragen. Zur Lösung der bestehenden Probleme begann man, die Produktions- und Lebensweise zu korrigieren und nach umweltfreundlicheren Alternativen zu suchen.

 

„Wenn Sie mich fragen, ob wir durch Umweltschutz, die Errichtung grüner Gebäude und die Sortierung von Abfällen letztlich lediglich die Erhaltung einer sauberen Umwelt bezwecken, würde ich sagen: nicht nur! Denn nachhaltige Entwicklung bezieht sich nicht nur auf technische Fragen, also wie wir Dinge umsetzen, sondern auch auf die Frage, welche Weltanschauung wir vertreten, also die Frage des Warums. Hinter der Verschlechterung der Umweltbedingungen stehen letztlich gravierende Gegensätze zwischen Generationen. Wir bringen unsere Nachkommen in eine prekäre wirtschaftliche Situation, wenn wir Ressourcen restlos erschöpfen. Das heißt, durch die Entwicklung einer Generation werden in diesem Fall der Nachfolgegeneration alle Entwicklungschancen genommen“, so der Fachmann. „Wir sollten uns deshalb eine neue Wertvorstellung zu Eigen machen, nämlich die, dass es unmoralisch ist, unseren Nachkommen die ihnen zustehenden Ressourcen zu rauben.“

 

Der Kern der Bildung im Sinne der nachhaltigen Entwicklung liege darin begründet, den Studenten eine neue Wertvorstellung zu vermitteln, so Wu. Diese entscheide letztlich darüber, ob die Studenten mit dem Fach- und Technikwissen, das sie erwerben, die Umwelt zerstören oder sie zum künftigen Wohlergehen der Menschheit ausgestalten. „Allerdings können hier nicht die Bemühungen eines oder zweier Menschen oder einer oder zweier Generationen zum Erfolg führen“, betont Wu. Eine Erkenntnis, die auch das entscheidende Motiv dafür gebildet habe, die bereits erwähnte weltweite universitäre Vereinigung für Bildung im Bereich Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung zu initiieren. Durch den intensiven Austausch mit dem Ausland hat Wu gesehen, dass viele Universitäten weltweit die Bedeutung der Bildung im Sinne der nachhaltigen Entwicklung bereits erkannt haben. Es gibt von daher aus seiner Sicht vielfältige Möglichkeiten zur Zusammenarbeit, im Zuge derer alle neue Bereiche erkunden und voneinander lernen können.

 

Im Juni 2012 wurde die „Global Universities Partnership on Environment for Sustainability“ (GUPES) vom UNEP in Kenias Hauptstadt Nairobi ins Leben gerufen. Ihr Initiator, Professor Wu, wurde zum ersten Präsidenten der Institution ernannt. Heute zählt die GUPES mehr als 600 Universitäten auf allen fünf Kontinenten als Mitglieder. 200 weitere Hochschulen haben bereits eine Mitgliedschaft beantragt. Im September 2016 fand die Jahrestagung der GUPES im Massachusetts Institute of Technology statt. Auf der Tagung tauschten Wu und seine Fachkollegen Erfahrungen aus, um ein Generationen überschreitendes Bildungsnetzwerk für nachhaltige Entwicklung aufzubauen.

 

Der internationale Austausch verschafft Bildungspolitiker Wu auch neue Sichtweisen auf die traditionelle chinesische Kultur: „Die klassische chinesische Architektur beispielsweise legt großen Wert auf Fengshui. Wörtlich genommen, bedeutet Feng Luft bzw. Wind und Shui Wasser. Fengshui verkörpert also die Kunst der harmonischen Lebens- und Wohnraumgestaltung und drückt zugleich ein Verständnis von Nachhaltigkeit im Bereich der Umwelt und des Ökokreislaufes aus.“

 

Eine Erkenntnis, die Wu dazu veranlasst hat, die energische Forderung zu stellen, die Konzepte zur nachhaltigen Entwicklung in der chinesischen Kultur wie zum Beispiel den Gedanken von der Übereinstimmung von Himmel und Mensch und die aktuelle Theorie über den Aufbau einer ökologischen Zivilisation miteinader zu verbinden. „All dies sollte zu Chinas Beiträgen für die Weiterentwicklung des Konzeptes der nachhaltigen Entwicklung zählen. Und wir werden uns weiter aktiv an diesem Prozess beteiligen“, versichert der Bildungspolitiker.

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