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Chinas diplomatische Erfolge 2016 – eine Bilanz

26-12-2016

Von Wu Sike*

Das Jahr 2016 war ein Jahr mit großen, komplizierten und tief greifenden Veränderungen in der Weltlage. Die enge globale Verflechtung geopolitischer Faktoren hat weiter zugenommen und der Globus sieht sich mit regionalen Konflikten und weltweiten Herausforderungen wie sicherheitspolitischen Auseinandersetzungen, der Flüchtlingskrise oder dem internationalen Terrorismus konfrontiert. Bestimmte gedankliche Strömungen weisen globale Tragweite auf und haben 2016 bedenklich an Fahrt gewonnen. Der Weltwirtschaft fehlt es noch immer an Kraft für eine Wiederbelebung und auch der internationale Handel und die internationalen Investitionen finden sich in einer Flaute. Zudem ist Protektionismus auf dem Vormarsch und die Entwicklung aufstrebender Wirtschaften steht ebenfalls zunehmenden Herausforderungen gegenüber. Was aber die Gesamtentwicklungstendenz angeht, so entwickelt sich die Weltordnung weiterhin in Richtung Frieden und Entwicklung. Auch wurde eine neue Runde der wissenschaftlich-technischen und industriellen Revolution eingeleitet und ein starker, weltweiter Trend des Wandels zeichnet sich ab. Alle Länder sind heute so eng miteinander verzahnt wie nie zuvor in der Geschichte und die Schicksalsgemeinschaft der Menschheit ist geprägt durch eine nie da gewesene gegenseitige Abhängigkeit.

Am 20. Juni 2016 nahmen Chinas Staatspräsident Xi Jinping und Polens Präsident Andrzej Duda gemeinsam an den Feierlichkeiten anlässlich der Ankunft des ersten chinesisch-europäischen Liniengüterzuges in Warschau teil.

Gemeinsame Konsultationen, gemeinsamer Aufbau und gemeinsames Gewinnen

2016 hat China in seiner Außenpolitik eine Reihe von Initiativen und Lösungskonzepten von weitreichender Bedeutung für die globale Politik, Wirtschaft und Sicherheit aufgestellt und wird damit zunehmend zum aktiven Mitgestalter im Wandel der internationalen Beziehungen. Die Volksrepublik bietet der internationalen Gemeinschaft für die Wahrung des Weltfriedens und die Förderung der globalen Entwicklung weise Lösungskonzepte an und spielt eine immer stärkere konstruktive Rolle. Die Innovationen im Bereich der Diplomatie erfahren derzeit eine umfassende Vertiefung und das Konzept zur Gestaltung neuartiger internationaler Beziehungen, dessen Kern Zusammenarbeit und gemeinsames Gewinnen bilden, finden in immer mehr Ländern Anklang. Insbesondere das Konzept zur Gestaltung der Schicksalsgemeinschaft der Menschheit findet weltweit ein immer größeres Echo. China tritt für den Aufbau einer Partnerschaft ein, in der alle Länder sich als ebenbürtig betrachten und sich als solche behandeln. Auch setzt sich das Land für den Aufbau einer Sicherheitsarchitektur ein, die durch Fairness, Gerechtigkeit, gemeinsame Beiträge und gemeinsamen Nutzen gekennzeichnet ist, erstrebt eine offene, innovative und inklusive Entwicklung zum gegenseitigen Nutzen aller Beteiligten, fördert den interkulturellen Austausch und die Harmonie durch den Respekt vor Unterschieden und baut ein Ökosystem auf, das Mutter Natur und die grüne Entwicklung unseres Planeten an die erste Stelle setzt. All diese Konzepte bilden zunehmend die Richtschnur für die chinesische Außenpolitik.

Am 20. September 2016 hielt Chinas Ministerpräsident Li Keqiang auf dem UN-Flüchtlingsgipfel in der Zentrale der Vereinten Nationen in New York eine Rede.  

Im September 2016 war die südostchinesische Metropole Hangzhou Ausrichter des G20-Gipfels. Dabei wurde die chinesische Weisheit ins globale Regieren integriert und der Anstoß dafür gegeben, die chinesischen Konzepte in Zukunft noch lebhafter in die Praxis umzusetzen. Auf dem Gipfel legte Chinas Staatspräsident Xi Jinping seine Konzepte zum Thema globales Regieren umfassend dar. Es handelt sich dabei um Konzepte, in denen die Gleichberechtigung die Grundlage bildet, die Öffnung nach außen die Richtung, die Zusammenarbeit die Triebkraft und der gemeinsame Genuss das angestrebte Ziel. So soll in Zukunft ein vierfaches Gefüge jeweils für eine durch Gerechtigkeit und hohe Effizienz geprägte globale Finanzverwaltung, für eine durch Offenheit und Transparenz gekennzeichnete globale Investitionsverwaltung, für eine grüne und kohlenstoffarme Energieverwaltung sowie für eine inklusive und interaktive Entwicklungsverwaltung geschaffen werden. Als Fazit kann festgehalten werden, dass durch den G20-Gipfel in Hangzhou neue Wege und Neuland für die Weltwirtschaft erschlossen wurden, der Konsens über die Errichtung neuer Mechanismen durch verstärkte internationale Zusammenarbeit gebündelt und ein neues Kapitel für die weitere Öffnung, Zusammenarbeit und Integration in der Weltwirtschaft aufgeschlagen wurde. Der Hangzhouer G20-Gipfel markiert also einen Meilenstein in der Geschichte der Gruppe der Zwanzig.

Gerechtigkeit kommt vor Gewinn: Vertiefung der Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern

Ein klassischer chinesischer Sinnspruch lautet: „Für einen Staat ist der Gewinn erst dann Gewinn, wenn die Gerechtigkeit ein Teil davon ist.“ Nach dem XVIII. Parteitag folgte das Zentralkomitee mit Xi Jinping als Kern der zeitgenössischen Strömung von Frieden, Entwicklung, Zusammenarbeit und gemeinsamem Gewinnen, entfaltete die vorzügliche chinesische Kultur und die gute Tradition der chinesischen Diplomatie und formulierte die richtige Auffassung von Gerechtigkeit und Gewinn, an der die chinesische Diplomatie unbeirrt festhält.

Vor dem Hintergrund, dass der Globalisierung derzeit starker Gegenwind ins Gesicht peitscht und die Weltwirtschaft in eine Flaute geraten ist, betrachtet China konsequent die Entwicklung als Schlüssel zur Lösung bestehender Probleme und legt großes Verantwortungsbewusstsein und großen Mut bei deren Bewältigung an den Tag. China beschreitet unbeirrt den Weg der friedlichen Entwicklung, setzt die Öffnungsstrategie zum gegenseitigen Nutzen und gemeinsamen Gewinnen in die Praxis um und bietet der Welt durch seine eigene Entwicklung zahlreiche Entwicklungschancen.

Kurz nach dem Abschluss des G20-Gipfels in Hangzhou hielt Li Keqiang Mitte September bei einer Gesprächsrunde zum Thema „Ziele der nachhaltigen Entwicklung: Zum Aufbau unserer Welt aus Sicht Chinas“, die in der UNO-Zentrale in New York abgehalten wurde, eine bedeutende Rede. Darin ging der chinesische Ministerpräsident näher auf die Konzepte der Volksrepublik zur weiteren Entwicklung von Zusammenarbeit und gemeinsamem Gewinnen ein und wies darauf hin, dass China sein Versprechen zur Umsetzung der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“, die im September 2015 auf dem Gipfel der Vereinten Nationen in New York verabschiedet wurde, unbedingt einhalten werde. Li betonte Chinas Willen und Bereitschaft, dieses Programm mit anderen Ländern Hand in Hand zu verwirklichen und erklärte zudem, dass die Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung die Entwicklung selbst sei und ohne diese mit dem Thema gar nicht angefangen werden könne. Die Entwicklung müsse nachhaltig sein, so Li, und über eine wirtschaftliche, gesellschaftliche und umweltbezogene Koordination verwirklicht werden. „Nachhaltige Entwicklung muss offen, interaktiv und inklusiv sein und sollte als Aufgabe der ganzen Welt betrachtet werden.“ Li hob auch hervor, dass die Armutsüberwindung und die Beseitigung des Hungers in der Welt Vorrang haben müssten, damit die in der Agenda formulierten Ziele gemeinsam verwirklicht werden könnten. „Bis zum Jahr 2030 sollte die Armut weltweit in jeglicher Form überwunden und der Hunger beseitigt worden sein. Bis dahin soll die Nahrungsmittelversorgung gewährleistet, der Ernährungsstand insgesamt verbessert und die nachhaltige Landwirtschaft gefördert werden“, so der Ministerpräsident. „China ist bereit, gemeinsam mit anderen Ländern noch entschlossener und mit noch größeren Anstrengungen die fristgerechte, ja sogar eine vorzeitige Verwirklichung dieser grundlegenden Ziele zu gewährleisten“, versicherte Li.

Als verantwortungsbewusstes Entwicklungsland beteiligt sich China, während es die eigene Umsetzung der in der Agenda formulierten Ziele vorantreibt, aktiv an der internationalen Zusammenarbeit und unterstützt die Vereinten Nationen dabei, bei der Umsetzung der in der Agenda vorgesehenen Ziele der nachhaltigen Entwicklung eine noch größere Rolle zu spielen. China hat an unterschiedlicher Stelle vielfach betont, seinen Einsatz für die Süd-Süd-Zusammenarbeit aufzustocken und seine Entwicklungserfahrungen und -chancen mit anderen Ländern zu teilen.

„Ein Gürtel und eine Straße“ als Schlüssel für gemeinsame Entwicklung und Prosperität

Das Jahr 2016 ist das dritte Jahr nach der Verkündung der Initiative „Ein Gürtel und eine Straße“, die den Aufbau des Wirtschaftsgürtels Seidenstraße und die maritime Seidenstraße des 21. Jahrhunderts bezeichnet. In diesen drei Jahren hat die chinesische Seite die Prinzipien der gemeinsamen Konsultation, des gemeinsamen Aufbaus und des gemeinsamen Gewinnens im Rahmen der Initiative verfolgt und verbindet Chinas Entwicklung mit der Entwicklung der Länder entlang der neuen Seidenstraße eng miteinander. Die Konzepte der Zusammenarbeit prägen sich den Menschen tief ins Herz ein und der Geist der Seidenstraße – Frieden und Zusammenarbeit, Offenheit und Toleranz, gegenseitiges Lernen und gemeinsames Gewinnen – verschmilzt mit den von China befürworteten Konzepten zum Aufbau neuartiger internationaler Beziehungen. Die Initiative hat sich das Ziel gesetzt, eine Schicksals- und Interessengemeinschaft mit den Ländern entlang der neuen Seidenstraße zu schaffen, was in der internationalen Gemeinschaft großen Anklang findet. Die in der Frühphase geleistete Arbeit trägt bereits erfreuliche Früchte, die sich in folgenden Bereichen zeigen:

(1) Die anfängliche Planung der Standorte wurde bereits abgeschlossen. Mehr als 70 Länder sowie regionale und internationale Organisationen haben ihren Wunsch zum Ausdruck gebracht, den Aufbau der Seidenstraßeninitiative zu unterstützen und daran teilzunehmen. Mehr als 30 Länder und internationale Organisationen haben bereits Abkommen zur gemeinsamen Verwirklichung der Initiative mit China unterzeichnet. Der Aufbau der Initiative ist bereits von der Standortplanung in die Phase der Realisierung konkreter Projekte übergegangen. Nach der Aussaat wird nun also tief gepflügt, um in Zukunft gemeinsam eine reiche Ernte einzufahren.

(2) Eine infrastrukturelle Vernetzung wurde schrittweise errichtet. Die Bauarbeiten für die Hochgeschwindigkeitsbahn, die Ungarn und Serbien verbindet, wurden bereits in Angriff genommen und auch der Startschuss für den Bau der indonesischen Hochgeschwindigkeitsbahn Jakarta – Bandung ist bereits gefallen. Auch die chinesisch-laotische und die chinesisch-thailändische Eisenbahnlinie, die beide das asiatische Eisenbahnnetz weiter ergänzen sollen, befinden sich derzeit im Bau. Eine Reihe von Autobahnbauprojekten wurde zügig vorangetrieben. Auch einige Projekte der maritimen infrastrukturellen Vernetzung stehen in den Startlöchern und der Verkehrsmechanismus der regulären Güterzüge zwischen chinesischen und europäischen Städten wurde bereits erfolgreich etabliert. Auf dem eurasischen Kontinent ist also gerade die Entstehung einer vierdimensionalen Infrastrukturvernetzung zu beobachten, sprich zu Land, zu Wasser, in der Luft und digital durch das Internet.

(3) Die Zusammenarbeit im Bereich der Produktionskapazitäten wurde beschleunigt. China hat bereits mit mehr als 20 Ländern Abkommen unterzeichnet, um die Zusammenarbeit im Bereich des Aufbaus von Produktionskapazitäten zu entfalten und diese in festen Mechanismen zu verankern. Hierbei wurden zahlreiche Projekte in verschiedenen Ländern realisiert, die schon heute Früchte tragen. Die chinesische Seite hat verschiedene Fonds im Gesamtwert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar für die multilaterale Zusammenarbeit in diesem Bereich errichtet. Beispielsweise arbeitet China im Bereich der Produktionskapazität mit Kasachstan zusammen. Es wurden bereits 52 Kooperationsprojekte mit diesem Land gestartet. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 27 Milliarden US-Dollar. Durch diese Projekte hat sich ein neues Modell für die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich herausgebildet und sie erfüllen eine beispielgebende Funktion für zukünftige Kooperationen mit anderen Ländern.

(4) Auch in der Erneuerung der Mechanismen wurden Durchbrüche erzielt. Die Asiatische Infrastruktur-Investmentbank, kurz AIIB, wurde eröffnet, die ersten Investitionsprojekte im Rahmen des Seidenstraßenfonds wurden bereits reibungslos gestartet und die Länder entlang den beiden Seidenstraßenrouten erforschen nun aktiv die Möglichkeiten zum Aufbau oder Ausbau verschiedenartiger Fonds für bilaterale bzw. multilaterale Zusammenarbeit im Finanzwesen. China hat gemeinsam mit 17 Ländern entlang den beiden Routen 46 Kooperationszonen außerhalb der chinesischen Zollgrenzen errichtet. Im Jahr 2016 knackte der bilaterale Handel zwischen China und den Ländern entlang der neuen Seidenstraße, die sich am Aufbau der Initiative beteiligen, die Marke von einer Billion US-Dollar.

(5) Der Kulturaustausch wurde intensiviert. Durch die gemeinsame Beantragung mit anderen Ländern ist es China gelungen, die Seidenstraße in die Welterbeliste aufnehmen zu lassen. In Dunhuang wurde erfolgreich die erste Internationale Kulturmesse zum Thema Seidenstraße veranstaltet. Durch die Erfolge des Kulturaustausches wurde dem Aufbau des Wirtschaftsgürtels Seidenstraße und der maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts nachhaltige Vitalität verliehen. Immer mehr Länder und immer mehr Menschen gelangen zu der Erkenntnis, dass die Initiative „Ein Gürtel und eine Straße“ zwar von China aufgestellt wurde, letztlich aber der ganzen Welt neue Chancen bringt.

Im Zuge der Vertiefung des Aufbaus der Seidenstraßeninitiative rollt sich ein grandioses Bild von gemeinsamer Entwicklung und Prosperität in den Ländern entlang der beiden Routen auf.

Die durch Vertrautheit, Ehrlichkeit, Nutzen und Toleranz gekennzeichnete Zusammenarbeit

2016 fand die von China aufgestellte Initiative zur Schaffung einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit immer größere Akzeptanz und die diplomatischen Bemühungen um die Errichtung eines Partnerschaftsnetzes trugen neue Früchte. In den letzten Jahren hat die chinesische Diplomatie eine umfassende Abdeckung erreicht und auf dieser Grundlage wird nun die Feinarbeit geleistet. China hat seine Beziehungen mit wichtigen Ländern in verschiedenen Hauptrichtungen vertieft. So hat die Volksrepublik beispielsweise etwa bisher bereits mit mehr als 80 Ländern und Regionen sowie regionalen Organisationen Partnerschaftsbeziehungen in verschiedenen Formen aufgebaut und ein globales Partnerschaftsnetz in groben Zügen errichtet. Das Land setzt in seiner Diplomatie alles daran, einen Rahmen der insgesamt stabilen und sich ausgeglichen entwickelnden Beziehungen zu den Großmächten zu etablieren, praktiziert das durch Vertrautheit, Ehrlichkeit, Nutzen und Toleranz gekennzeichnete diplomatische Konzept im Bereich der Beziehungen zu den umliegenden Ländern und entfaltet außerdem umfassend die Zusammenarbeit mit verschiedenen Ländern und Regionen auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Bereichen. Die Integration von Interessen wird dabei ständig vertieft. Mit konzentrierten Kräften verstärkt China seine Beziehungen mit Entwicklungsländern in Asien, Afrika und Lateinamerika, hat dabei eine umfassende Abdeckung im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern erreicht und diese Zusammenarbeit außerdem auf eine neue Stufe gehoben.

China ist nicht nur der Initiator des Aufbaus neuartiger internationaler Beziehungen, sondern setzt diese auch aktiv in die Praxis um. Angesichts der Entstehung von Krisenherden in verschiedenen Regionen und kompliziert verflochtener globaler Herausforderungen treibt China mit seinen Vorschlägen politische Lösungen voran, was in der internationalen Gemeinschaft hoch geschätzt wird. Die Volksrepublik beteiligt sich an der Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Terrorismus, fördert die internationale Kooperation im Bereich der Netzsicherheit sowie der Bewältigung des Klimawandels. Für die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit bietet China in zunehmendem Maße öffentliche Güter an und erfüllt als verantwortungsbewusste Großmacht seine Pflichten.

Im Jahr 2016 erzielte die chinesische Diplomatie bei der Schaffung einer Schicksalsgemeinschaft mit den umliegenden Ländern erfreuliche Fortschritte. Angesichts des so genannten Schiedsverfahrens zur Frage des Südchinesischen Meeres, das von der philippinischen Regierung unter ihrem Präsidenten Aquino III. völkerrechtswidrig und durch Aufwiegelung internationaler Kräfte geformt wurde, hat China seine territoriale Souveränität und seine maritimen Interessen effektiv verteidigt. Weltweit haben sich mehr als 70 Länder, internationale und regionale Organisationen sowie mehr als 200 Parteien dafür ausgesprochen, den chinesischen Standpunkt zu unterstützen. Bei seinem Treffen mit dem philippinischen Präsidenten Duterte am 19. November 2016 in Lima, Peru, sagte Chinas Staatspräsident Xi, beide Seiten sollten aktiv die maritime Zusammenarbeit erörtern und die maritime Interaktion fördern, um so die Frage des Südchinesischen Meeres in eine Angelegenheit umzuwandeln, die die Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern fördert. Die Frage des Südchinesischen Meeres in die Bahn von Dialog und Verhandlung zu lenken, entspricht nicht nur den grundlegenden Interessen aller Beteiligten, sondern fördert auch den Frieden und die Entwicklung im Asiatisch-Pazifischen Raum sowie im Rest der Welt.

China setzt sich unbeirrt für die regionale Entwicklung ein. Die Volksrepublik wahrt entschieden Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und unterstützt die Verbesserung der Beziehungen zwischen Süd- und Nordkorea. Außerdem beteiligt sich das Land aktiv am Friedensprozess und Wiederaufbau in Afghanistan und unterstützt die Wiederaufnahme des Friedensprozesses in diesem Land. Staatspräsident Xi Jinping reiste ins indische Goa, um am Gipfel der BRICS-Staaten teilzunehmen, und schlug für die Erntwicklung dieser Staaten chinesische Lösungskonzepte vor. China ergriff zudem die Initiative, einen einheitlichen großen Markt, ein großes Zirkulationssystem im Finanzwesen, eine große infrastrukturelle Vernetzung und einen groß angelegten Kulturaustausch für diese Staaten zu schaffen. Diese Initiative stieß auf einhellige Zustimmung. Die chinesische Seite hat mehrmals den Wunsch formuliert, gemeinsam mit anderen BRICS-Staaten die gute Entwicklungstendenz der Zusammenarbeit zu konsolidieren, die Grundlage der Zusammenarbeit zu festigen und so eine noch glänzendere Perspektive für alle BRICS-Länder zu eröffnen.

Die gute Entwicklungstendenz der Kooperationsbeziehungen zwischen China und Europa wurde beibehalten. Im Jahr 2016 wurde ein Konsens zwischen China und der EU erzielt, wonach die chinesische Initiative „Ein Gürtel und eine Straße“ mit der europäischen Entwicklungsstrategie, Chinas internationale Zusammenarbeit im Bereich der Produktionskapazitäten mit dem europäischen Investitionsprogramm und Chinas Zusammenarbeit mit ost- und mitteleuropäischen Ländern mit der gesamten chinesisch-europäischen Zusammenarbeit gekoppelt werden soll. China treibt kontinuierlich die Zusammenarbeit mit Drittseiten voran und verbindet die eigene Stärke mit der Mittel- und Osteuropas sowie den westeuropäischen Industrienationen, um eine ausgeglichene Entwicklung in Europa zu fördern, den Entwicklungsabstand zwischen den Ländern in Ost- und Westeuropa zu verringern und allen Beteiligten gemeinsamen Gewinn zu bringen.

2016 stattete Staatspräsident Xi Jinping Tschechien, Serbien und Polen Staatsbesuche ab. In diesen Ländern konnten bereits Etappenerfolge bei wichtigen Bauprojekten erzielt werden, etwa bei der oben genannten Eisenbahnlinie, die Ungarn und Serbien verbindet, und der chinesisch-europäischen Expressgütertransportlinie, die vom griechischen Piräus bis nach Belgrad führt. Am 5. November 2016 nahm Chinas Ministerpräsident Li Keqiang am 5. Chinesisch-Mittel-Osteuropäischen Gipfel teil, der in der lettischen Hauptstadt Riga stattfand. Dabei stellte er die Initiative „16+1“-Zusammenarbeit“ vor, die der gesamten Entwicklung der chinesisch-europäischen Beziehungen neue Vitalität verleihen soll.

2016 jährte sich auch der Tag der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen China und den arabischen Ländern zum 60. Mal. Zum Jahresbeginn stattete Xi deshalb Saudi-Arabien, Ägypten und dem Iran Staatsbesuche ab, wodurch die Kooperationsbeziehungen zwischen China und den arabischen Ländern auf eine neue Stufe gehoben wurden. Mit dem Leitgedanken der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Gewinnens wurden Kooperationserfolge in verschiedenen Bereichen erzielt. Bis heute haben bereits fünf arabische Länder mit China Abkommen für den Aufbau der Initiative „Ein Gürtel und eine Straße“ unterzeichnet und sieben arabische Länder sind der von China initiierten Asiatischen Infrastruktur-Investmentbank beigetreten und wurden damit Gründungsmitglieder. Acht arabische Länder haben zudem mit China strategische Partnerschaftsbeziehungen aufgebaut und für zehn arabische Länder ist China heute der größte Handelspartner. Darüber hinaus wurden auch im chinesisch-arabischen Kulturaustausch große Erfolge gezeitigt.

Auch Afrika ist ein Kontinent, der ein Höchstmaß an Vitalität aufweist, und seine internationale Stellung und sein internationaler Einfluss erhöhen sich stetig. 2016 haben China und die afrikanischen Länder gemeinsam intensive Anstrengungen unternommen, um die „Zehn großen Kooperationspläne“ für die kommenden drei Jahre, die Staatspräsident Xi Jinping im Dezember 2015 auf dem Gipfel des Chinesisch-Afrikanischen Kooperationsforums im südafrikanischen Johannesburg verkündet hatte, in die Praxis umzusetzen. Einige Kooperationsprojekte tragen bereits erste Früchte, was zum Wohlergehen der afrikanischen Völker beiträgt.

Die Beziehungen zwischen China und den Ländern Lateinamerikas zeigen ebenfalls eine starke Aufwärtstendenz und die Zusammenarbeit für gegenseitigen Nutzen und gemeinsames Gewinnen konnte auf ein neues Level gehoben werden. Im November 2016 besuchte Chinas Staatspräsident Xi Jinping Ekuador, Peru und Chile. Es war das dritte Mal, dass Xi in seiner Rolle als Staatspräsident nach Lateinamerika reiste. Durch seine Besuche wurden nicht nur das politische Vertrauen und das Niveau der ergebnisorientierten Zusammenarbeit erhöht, sondern auch die umfassenden Kooperationsbeziehungen zwischen China und den lateinamerikanischen Ländern weiter vertieft. Dem Trend der Zeit folgend treiben China und Lateinamerika die gesamte regionale Zusammenarbeit der Entwicklungsländer voran und führen damit die chinesisch-lateinamerikanischen Beziehungen in die Phase einer parallelen Entwicklung der gesamten Zusammenarbeit sowie der bilateralen Zusammenarbeit. China ist mittlerweile zum zweitgrößten Handelspartner Lateinamerikas gereift und Lateinamerika bildet den zweitgrößten Zielort chinesischer Investitionen. Chinas Direktinvestitionen in Lateinamerika haben bereits die Marke von 150 Milliarden US-Dollar geknackt. Im Jahr 2016 wurde auch das Jahr des chinesisch-lateinamerikanischen Kulturaustausches gefeiert und zahlreiche Kultur-Highlights wurden präsentiert.

Trotz der wechselhaften internationalen Lage beschreitet China also noch immer unbeirrt den Weg der friedlichen Entwicklung und setzt sich entschlossen für den Weltfrieden, die globale Entwicklung und die Wahrung der Weltordnung ein, um in Zukunft noch größere Beiträge für die gemeinsame Entwicklung der Welt und den gemeinsamen Fortschritt der Menschheit zu leisten.

*Autor Wu Sike war lange als verdienstvoller Diplomat tätig und hatte unter anderem den Posten des Botschafters der Volksrepublik China in Saudi-Arabien und des sonderbevollmächtigten Botschafters der Volksrepublik China in Ägypten sowie in der Liga der arabischen Staaten inne. Derzeit ist er Mitglied der Beraterkommission für Außenpolitik und der Beraterkommission für öffentliche Diplomatie des chinesischen Außenministeriums.

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