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Yu Jianhua - Ein Leben für den Naturschutz und die Stumpfnasenaffen in den Wäldern Yunnans

24-01-2017

 

Von Lu Rucai

„Wenn ich könnte, würde ich mich am liebsten bis zu meinem letzten Atemzug meiner Arbeit widmen“, sagt Yu Jianhua. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet der 64-Jährige nun schon als Förster im Baima-Schneegebirge, einem Naturschutzgebiet nationaler Ebene, das im Autonomen Bezirk der Tibeter Diqing in der südwestchinesischen Provinz Yunnan liegt. In den letzten Jahren hat er sich dort insbesondere intensiv dem Schutz der Stumpfnasenaffen gewidmet.

Obwohl diese Affenart überwiegend in den Nadelwäldern Yunnans und Tibets beheimatet ist, führen die Spuren ihrer Namensgebung ins ferne Frankreich zurück. Denn es war der Franzose Pere Armand David, der im Jahr 1871 erstmals von dieser in der westlichen Welt bisher unbekannten Art berichtete. Fast 20 Jahre später, im Jahr 1890, hielten seine Landsleute R. P. Soulie und Monseigneur Biet örtliche Jäger im Kreis Deqen in Shangrila dazu an, sieben Stumpfnasenaffen unterschiedlichen Alters und Geschlechts zu erlegen. Die Tiere wurden anschließend ausgestopft und präpariert und in ein Museum im fernen Paris verschifft. Nach einer gründlichen Untersuchung verfasste der französische Zoologe Alphonse Milne-Edwards im Jahr 1897 schließlich eine wissenschaftliche Beschreibung der sieben Exemplare und taufte die bisher unbenannte Affenart Rhinopithecus bieti, um ihre ersten beiden französischen Entdecker zu würdigen.

Yu Jianhua kümmert es letztlich wenig, in welchem Teil der Erde die wissenschaftliche Bezeichnung seiner geliebten Stumpfnasenaffen ihre Ursprünge findet. Sein leidenschaftlicher Einsatz zum Schutz dieser Tiere dreht sich nicht um Namensfragen. Das einfache Wohnhaus des 64-Jährigen liegt im Dorf Xiangguqing im Shangrila-Nationalpark für Stumpfnasenaffen. Rund 20 Haushalte sind hier angesiedelt. Die meisten Bewohner des Dorfes gehören der nationalen Minderheit der Lisu an und fast jeder Haushalt beherbergt einen Förster.

Lange Jahre war die örtliche Population der Stumpfnasenaffen rückläufig. Doch nicht zuletzt dank der unermüdlichen Anstrengungen Yu Jianhuas und seiner rund 20 Kollegen stieg die Zahl der im Shangrila-Nationalpark beheimateten Tiere wieder, von rund 380 Exemplaren vor mehr als 20 Jahren auf heute wieder über 500 Tiere.

 

Jeden Tag bricht Yu Jianhua zu Fuß auf, um seine flauschigen Schützlinge zu besuchen. Im Gepäck hat er dabei stets einige der bevorzugten Nahrungsmittel der Tiere.

 

Metamorphose vom Jäger zum Tierschützer

Die Stumpfnasenaffen sind in Gebirgswäldern in den höchstgelegenen Regionen der Welt beheimatet. In China stehen sie unter der höchsten nationalen Naturschutzstufe. Doch für Yu sind die Primaten mehr als bloße Schutzobjekte, dem Chinesen sind sie wie Familienmitglieder ans Herz gewachsen. Laut Yu praktizieren die Tiere in ihrer Gemeinschaft ein polygames patriarchalisches System. Die Familie ist ihre grundlegende Einheit. „In der inneren Zone unseres Parks leben heute neun Großfamilien der Affen mit mehr als 50 Angehörigen“, sagt Yu. Ihren körperlichen Besonderheiten entsprechend hat Yu ihnen allen unterschiedliche Spitznamen gegeben.

Der Tag eines Försters im Shangrila-Nationalpark beginnt früh. Jeden Morgen gegen fünf Uhr bricht Yu auf, um seine Schützlinge zu besuchen. Im Gepäck hat er dabei stets einige der bevorzugten Nahrungsmittel der Tiere. Yu ist in einen Tarnanzug gehüllt, an den Füßen trägt er feste Gummistiefel. Obwohl mehr als zehn Kilo auf seinem Rücken lasten, schreitet er kräftigen Schrittes voran. „Manchmal sind ein Paar Stiefel schon nach einer Woche durchgetragen“, sagt Yu und lacht. „Ich erinnere mich noch gut, wie sich meine Frau vor allemn in Zeiten, in denen es manchmal an vielem mangelte, darüber beschwerte, dass sich meine Schuhe im Handumdrehen abnutzten.“

Doch die Vergangenheit scheint heute in weiter Ferne, vor allem, weil Yu eine erstaunliche Metamorphose durchlaufen hat. Es ist nur schwer vorstellbar, dass Yu, der sich heute mit so viel Herzblut dem Tierschutz verschrieben hat, einst selbst ein gefeierter Jäger im Dorf war. „Affen haben wir allerdings nie gejagt, schließlich sind sie unsere Vorfahren“, sagt er. Als Yu vor mehr als 20 Jahren von den Plänen der Regierung erfuhr, die Stumpfnasenaffen unter Naturschutz zu stellen, bewarb er sich sofort als Förster. Obwohl er anfangs täglich nur sechs Yuan als Subvention von der Regierung erhielt und er einen großen Materialverschleiß hinnehmen musste, kam es Yu nicht in den Sinn, sich über seine Arbeit zu beschweren. „Ich habe sogar in den sauren Apfel gebissen und mir das Rauchen abgewöhnt, weil es finanziell einfach nicht mehr drin war“, erzählt der heute 64-Jährige. Bereut hat Yu die persönlichen Abstriche und Einschränkungen nicht. Die emotionale Bindung zwischen ihm und seinen flauschigen Gefährten ist über die Jahre stetig gewachsen, während der Monatslohn von 180 Yuan über zwölf Jahre konstant blieb.

Trotz des niedrigen Einkommens stieg die Zahl der örtlichen Förster, nicht zuletzt dank des großen Einsatzes von Yu Jianhua, von anfangs fünf auf heute über 20 Teammitglieder. „Leider können wir trotzdem noch immer selten junge Menschen für diese Arbeit begeistern, obwohl das monatliche Einkommen mittlerweile auf 1200 Yuan (164 Euro) gestiegen ist“, sagt Yu. Im Vergleich zu dem allerdings, was junge Menschen heute in den großen Städten verdienen könnten, sei das Gehalt unattraktiv. „Das macht es schwierig, frisches Blut in unser Team zu bringen“, sagt Yu.

Sicheren Lebensraum bieten

Dass er und seine Kollegen heute deutlich mehr verdienten, als noch in der Vergangenheit, habe man vor allem dem modernen, kommerziellen Management des Nationalparks zu verdanken, so Yu. „Seitdem ein Tourismusunternehmen in den Betrieb des Nationalparks eingestiegen ist und die hiesigen Ressourcen vermarktet, finden mehr Besucher den Weg in die Region“, sagt Yu.

Die mehr als 50 Affen, die Yu und sein Team täglich füttern, sind diejenigen, die die Touristen im Park letztlich auch beobachten können. „Außerhalb des Parks leben allerdings noch mehr als 400 weitere Stumpfnasenaffen“, erklärt der Förster. „Ich verlasse das Gelände des Parks zwei- bis dreimal pro Monat für längere Touren, um zu überprüfen, ob diese sicher sind.“

Die rund 50 Stumpfnasenaffen, die auf dem Gelände des Nationalparks angesiedelt sind, kennen Yu und seine Kollegen gut, da sie ihren Spuren folgen müssen, um die Fütterungen vorzunehmen und auch ihre Sicherheit während des Touristenbetriebes zu gewährleisten. „Erst wenn sich die Affen zur Nachtruhe legen, ist auch unser Arbeitstag zu Ende“, sagt der 64-Jährige. Der wachsende Zustrom an Touristen sei für den Park in gewisser Weise ein Dilemma. „Die vielen Besucher beunruhigen die Tiere nämlich, weshalb sie sich zurückziehen, während die Touristen enttäuscht sind, wenn sie keinen Zugang zu den Affen haben. Für mich persönlich steht das Wohl der Affen aber eindeutig immer an erster Stelle“, sagt Yu. Er setze alles daran, die Sicherheit und das Wachstum der Affenkolonie zu gewährleisten.

Der Tourismus habe der Region aber auch viele Vorteile gebracht. „Da immer mehr Besucher in unser ehemals abgelegenes Dorf kommen, können die Bewohner heimische Produkte wie Kastanien, Walnüsse oder Papaya verkaufen, und so ihr monatliches Einkommen merklich erhöhen. Ohne die Besucher von außerhalb, wäre das kaum denkbar“, sagt Yu.

Affen und Förster sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Kann Yu seine Schützlinge einige Tage nicht sehen, stellt sich bei ihm eine gewisse Unruhe ein und er beginnt, sich zu sorgen. Während der Hochsaison der Feldarbeit und auch an Feiertagen arbeiten die Förster bei der Fütterung in Schichten. Ihren forstlichen Pflichten kommen die Arbeiter dabei 365 Tage im Jahr nach, und das bei jeder Wetterlage. Die Affen scheinen die aufopferungsvolle Arbeit der Förster zu schätzen zu wissen. „Noch nie haben sie sich zum Beispiel über unsere Feldfrüchte hergemacht“, sagt Yu.

Was den 64-Jährigen besonders freut, ist das wachsende Tierschutzbewusstsein der Einheimischen. Immer seltener beobachtet er Fälle von Wilderei. „In der Vergangenheit hatten wir täglich sieben bis acht Fallen abzubauen. Heute sind es über das ganze Jahr verteilt gerade mal 40 bis 50.“

 

Besondere Freundschaft: In den letzten über 20 Jahren hat sich Yu Jianhua ganz dem Schutz der Stumpfnasenaffen verschrieben.

 

Fortführung der Naturschutzarbeit

Yu Jianhuas Sohn Yu Zhonghua zeigte lange kein sonderliches Interesse am Beruf seines Vaters. Der 28-Jährige verdingte sich, wie viele seiner Altersgenossen, lange Jahre als Wanderarbeiter in der Stadt Lijiang, die ebenfalls ein beliebtes Touristenziel in der Provinz Yunnan darstellt. Vor einigen Jahren allerdings entschied sich der junge Mann dann doch, in seine Heimat zurückzukehren und in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Heute ist Yu Zhonghua Leiter eines 16-köpfigen Försterteams, das zuständig ist für den Schutz der Stumpfnasenaffen im Schutzgebiet Gehuaqing, das ebenfalls dem nationalen Naturschutzgebiet des Baima-Schneegebirges angehört. Laut einer Erhebung aus dem Jahr 2013, die anhand gemeinsamer Untersuchungen chinesischer und französischer Biologen in den Gebieten Diqing und Dali durchgeführt wurde, finden heute mehr 60 Prozent (rund 1800 Tiere) der weltweiten Stumpfnasenaffenvorkommen im Naturschutzgebiet des Baima-Schneegebirges ihr Zuhause.

„Eigentlich hatte ich ursprünglich andere Ambitionen als die Arbeit als Förster“, räumt Yu Zhonghua ein. Mit zunehmendem Alter allerdings habe er die Wahl seines Vaters mehr und mehr nachvollziehen können. Wie viele andere junge Menschen in seinem Dorf hatte Yus Sohn nach dem Abschluss der Mittelschule zunächst die Heimat verlassen, um in der Touristenstadt Lijiang sein Glück zu versuchen. Dort verdingte sich der junge Schulabsolvent mit wechselnden Jobs und kam auf ein monatliches Einkommen von 2000 bis 3000 Yuan, umgerechnet rund 275 bis 410 Euro. „Irgendwann kamen mir diese Gelegenheitsjobs allerdings hohl und sinnentleert vor. Das war der Moment, in dem ich an die Arbeit meines Vaters und den Schutz der seltenen Stumpfnasenaffen in unserer Heimat dachte“, erzählt er.

Heute ist der junge Mann ein begeisterter Nachwuchsförster. Er erzählt uns: „2015 haben wir hier im Nationalpark Infrarotkameras installiert und so zu unserer Überraschung noch viele weitere seltene Tiere entdeckt, darunter Schwarzbären, kleine Pandas, Rhesusaffen und Fasanen mit weißem Bauch. Viele dieser Tiere hatte ich zuvor noch nie zu Gesicht bekommen.“ In einigen Tagen, wenn es die Arbeitsabläufe zuließen, werde er mit seinen Kollegen die im Jahr 2016 installierten Kameras einholen, um ihre Aufnahmen zu sichten. „Ich bin schon sehr gespannt auf die Ergebnisse aus diesem Jahr“, sagt er.

Die großen Veränderungen, die sich nicht nur dank des Tourismus und des Naturschutzes in seinem Heimatdorf vollzogen haben, stimmen Yu Zhonghua zuversichtlich für die Zukunft. „Dank der Maßnahmen zur gezielten Armutsüberwindung wurden die armen Haushalte in unserem Dorf mit holzsparenden Öfen und über Solarzellen betriebene Warmwasseranlagen ausgerüstet. Immer weniger Menschen hier im Naturschutzgebiet fällen Bäume zur Herstellung von Brennholz. Das ist ein großer Fortschritt! Stattdessen gehen die Menschen heute längere Strecken zu Fuß, um trockenes Brennholz zu sammeln“, sagt Yu Zhonghua. In der Vergangenheit hätten viele Dorfbewohner oft noch verfaultes Holz als Brennstoff für ihre selbst hergestellten kleinen Heizöfen verwendet. Weil dieses nicht leicht angezündet werden kann und darüber hinaus starken Rauch entwickelt, scheuen sich die Einheimischen heute allerdings davor. „Da die Regierung die Probleme der Menschen hier in Bezug auf die Öfen erfolgreich gelöst hat, sind die Dorfbewohner bereit, dem Aufruf zum ökologischen Schutz zu folgen“, so Yus Fazit.

Die Arbeitsstelle des jungen Försters liegt sechs Kilometer von seinem Wohnhaus entfernt. Zur Arbeit fährt er jeden Tag mit dem Motorrad. Neben Tätigkeiten im Freien verbringt Yu auch einige Zeit im Büro, um Untersuchungsberichte zu schreiben. Sein Vater dient Yu Zhonghua dabei noch immer als Vorbild. „Manchmal bin ich richtig verwundert darüber, wie schnell mein Vater in seinem hohen Alter noch laufen kann. Im Wald kann ich oft gar nicht mit ihm Schritt halten, wenn wir den Affen oder anderen Tieren folgen“, sagt er. Und auch die Erfolge des jahrelangen Einsatzes seines Vaters werden für Yu Zhonghua im täglichen Arbeitsalltag deutlich sichtbar. „Ich erinnere mich noch, dass es früher in der Regel eine Woche gedauert hat, bis man einen Affen zu Gesicht bekam. Wenn ich heute zu einer Tour aufbreche, bin ich oft schnell von einigen Vertretern der Affenkolonie umgeben“, sagt er.

Im Jahr 2011 wurde sein Vater Yu Jianhua als einer von zehn herausragenden Persönlichkeiten des Umweltschutzes in der Provinz Yunnan ausgezeichnet. Es ist eine der wenigen Anerkennungen auf Papier, die Yu Jianhua in den vergangenen mehr als 20 Jahren seiner Arbeit erhalten hat. „Aber dieser eine Preis reicht für mich schon völlig aus als Anerkennung meiner Arbeit. Eine Auszeichnung im Leben genügt mir“, sagt der 64-Jährige Naturschützer und lächelt, bevor er wieder zu seiner Arbeit aufbricht.

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