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Mit Innovation an die Weltspitze

27-03-2017

 

Von Xiong Hongru*

Seit der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik Ende der 1970er Jahre konnte China bei seiner wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Reform seines Wirtschaftssystems beachtliche Erfolge erzielen. In den vergangenen knapp vier Jahrzehnten haben sich Chinas wirtschaftliches Entwicklungsmodell, sein System zur Ressourcenallokation, der Bereich Wissenschaft und Technik sowie auch die gesamte Industriestruktur maßgeblich verändert. Einer der wichtigsten Umbrüche war dabei sicherlich die Umwandlung der Triebkraft des Wirtschaftswachstums, wodurch Chinas Aufstieg zu einer innovationsstarken Nation eingeläutet wurde. In der Tat hat sich Innovation für China schon heute zur wichtigsten Triebkraft für eine neue Runde des Wirtschaftswachstums, der strukturellen Regulierung sowie der Transformation und Optimierung der Industriestruktur entwickelt. Die Erfahrungen, die China in den vergangenen Jahrzehnten sammeln konnte, haben nicht nur dazu beigetragen, dass China seinen eigenen Entwicklungsweg, der den chinesischen Verhältnissen entspricht und die Vorzüge des Landes gut zur Geltung bringt, eingeschlagen hat, sondern sie sind auch von großer Bedeutung für die Entwicklung anderer Länder der Welt.

 

Ortsbesuch: Am 13. Oktober 2016 nahm Chinas Ministerpräsident Li Keqiang während einer Inspektionsreise nach Shenzhen und Dongguan an der nationalen Woche der Innovation und Existenzgründung durch die breite Bevölkerung teil. Unser Bild zeigt ihn beim Besuch der Han's Laser Technology Industry Group.

 

Innovation liefert neue Wachstumsimpulse

Mittlerweile ist Chinas innovationsgetriebene Entwicklung in eine neue Phase eingetreten. Sowohl das Innovationsmodell als auch die Innovationskraft des Landes wurden stark verbessert. Chinas Innovationsfähigkeit hat sich im Zuge seines wirtschaftlichen Aufholprozesses stetig erhöht. Während chinesische Firmen anfangs meist nur Geräte nach ausländischem Vorbild herstellten, begann die Volksrepublik mit der Zeit zunehmend, fortschrittliche Technologien aus dem Ausland einzuführen. Heute ist China längst in der Lage, selbstständige Forschung und Entwicklung durchzuführen. Die Bereiche, in denen China in Sachen Innovation bereits große Fortschritte erzielen konnte, haben sich von Technik, Produktdesign und Herstellungsverfahren bis hin zum Management, modernen Organisationsformen und Geschäftsmodellen erweitert. Dank langfristiger Investitionen und der Akkumulation von Fachwissen hat China so über die Jahre eine solide Grundlage für den Aufstieg zu einer großen, technologisch fortschrittlichen Nation geschaffen. Und bei der Erhöhung seiner Innovationsfähigkeit legt die Volksrepublik heute auch größeren Wert auf Qualität als auf reine Quantität.

In Bezug auf Investitionen und Erfolge im Bereich Innovation ist China schon heute weltweite Spitze. Seit der Jahrtausendwende hat das Wachstum der Investitionen in Forschung und Entwicklung jedes Jahr deutlich das BIP-Wachstum übertroffen. Derzeit machen Chinas Ausgaben für Forschung und Entwicklung rund 20 Prozent aller finanziellen Aufwendungen weltweit in diesem Bereich aus, womit China im globalen Vergleich Platz zwei belegt. 2016 belief sich der Anteil der chinesischen Investitionen in Forschung und Entwicklung auf 2,1 Prozent des BIP des Landes. Damit nimmt die Volksrepublik heute den ersten Platz unter den Entwicklungsländern ein. China stellt zudem 30 Prozent aller Forscher und Entwickler weltweit. Damit bildet die Volksrepublik das Land mit den zweitmeisten Forschern und Entwicklern weltweit.

Auch was die Zahl der internationalen Patentanmeldungen angeht, konnte China merklich Boden gutmachen zu den Industrienationen. Hier steht China heute global auf dem dritten Platz. Außerdem stammen etwa 15 Prozent der weltweit zitierten wissenschaftlichen Beiträge der Zitationsdatenbank Science Citation Index (SCI) aus China, womit die Volksrepublik auch in diesem Ranking auf Platz zwei landet. Laut dem Global Innovation Index 2016, der von der World Intellectual Property Organisation (WIPO) veröffentlicht wird, rangierte China in Bezug auf seine umfassende Innovationsfähigkeit auf Platz 25 unter 141 Ländern und übertraf damit schon heute einige Länder mit hohem Einkommen. Inzwischen hat sich auch Chinas Produktion, allen voran die Fertigungsindustrie, in der Wertschöpfungskette aus dem Low-End-Bereich auf ein mittleres bis High-End-Level vorgearbeitet. Einige chinesische Unternehmen verfügen schon heute über bedeutenden Einfluss auf dem globalen Markt. Darüber hinaus konnte China technische Durchbrüche in Schlüsselbereichen wie mobile Kommunikation, bemannte Raumfahrt, Satellitenanwendungen, Hochgeschwindigkeitszüge, Ultra-Hochspannungsnetze, Supercomputing, Quantenkommunikation und mobiles Internet erzielen und reiht sich so unter die führenden Innovationsnationen der Welt ein.

Chinesische Firmen tragen mittlerweile aktiv zur globalen Innovationsleistung bei. Dies zeigt sich auch in der Steigerung ihrer Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie dem schrumpfenden Anteil eingeführter Technologien. Derzeit macht die Summe, die chinesische Unternehmen in Forschung und Entwicklung investieren, schon mehr als 75 Prozent aller nationalen Aufwendungen für diesen Sektor aus. Über 70 Prozent allen Personals, das sich mit Forschung und Entwicklung beschäftigt, sind Mitarbeiter von Unternehmen. Mittlerweile gibt es bereits eine ganze Reihe von innovativen Firmen, die kräftig im internationalen Wettbewerb mitmischen.

Eine Umfrage über die Innovationsaktivitäten chinesischer Unternehmen, durchgeführt im Jahr 2005 vom staatlichen Statistikamt, zeigt, dass im Zeitraum zwischen 2013 und 2014 rund 266.000 Unternehmen, 41,3 Prozent aller insgesamt 646.000 Unternehmen des Landes also, in den Bereich Innovation investiert und Innovationsprojekte angestoßen haben. Der Anteil der Industrieunternehmen, auf die dieses Kriterium zutrifft, ist im Vergleich zu vor zehn Jahren von 28,8 Prozent auf 46,8 Prozent gestiegen. Darüber hinaus legen Chinas Unternehmen immer größeren Wert auf die Erhöhung der Effizienz ihres Managements und die Erneuerung ihrer Geschäftsmodelle. 27,9 Prozent der Unternehmen gaben an, organisatorische Innovationen durchgeführt zu haben, 25,8 Prozent vollzogen Innovationen in Bezug auf das Marketing. Und nicht nur die Innovationsbereitschaft der chinesischen Unternehmer hat sich erhöht. Die Daten zeigen auch, dass ihr Durchschnittsalter gesunken und ihr Bildungsniveau stark gestiegen ist.

Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Hat sich doch auch Chinas Umfeld für Innovation und Existenzgründung in den letzten Jahren stetig verbessert. Nach Einführung der Reform- und Öffnungspolitik hat die chinesische Regierung eine ganze Reihe von politischen Maßnahmen ergriffen, um den Fortschritt in Wissenschaft und Technik kräftig anzukurbeln. Dabei haben sich die Maßnahmen den neuen Entwicklungen im wissenschaftlich-technischen Bereich angepasst und diese mit der Wirtschaftsentwicklung verbunden.

Die Reform des wissenschaftlich-technischen Systems der Volksrepublik begann schon in den 1980er Jahren. In den 1990er Jahren startete die chinesische Regierung dann ihre Strategie, dem Land durch Wissenschaft und Bildung zum Aufschwung zu verhelfen. 2006 wurde im nationalen Programm für mittel- und langfristige Entwicklung der Wissenschaft und Technik (2006–2020) der Aufbau eines nationalen Innovationssystems vorgeschlagen. Seit dem Jahr 2012 fördert China die innovationsgetriebene Entwicklung und vertieft umfassend die Reform des wissenschaftlich-technischen Systems. Im vergangenen Jahr wurde der Grundriss der nationalen Strategie für innovationsgetriebene Entwicklung veröffentlicht. Ein relativ vollständiges, politisches System zur Unterstützung der wissenschaftlich-technischen Entwicklung und Innovation wurde geformt. In den letzten Jahren hat die chinesische Regierung bei der Ausarbeitung ihrer politischen Maßnahmen den Schwerpunkt nun zunehmend vom Aufbau des Systems dahin verlagert, Unternehmen aktiv zu eigenständigen Innovationsleistungen zu ermuntern. So soll ein günstiges Umfeld geschaffen werden, um allen Marktteilnehmern Innovationen zu ermöglichen und die Rolle des Marktmechanismus noch besser zur Entfaltung zu bringen. Darüber hinaus bemüht sich die Regierung darum, gezielt Maßnahmen zu ergreifen, die statt wie früher nur bestimmte Beteiligte zu begünstigen, durch inklusive Politik die Innovationskraft aller stärken. Die Erhöhung der wissenschaftlich-technischen Fähigkeiten, die Optimierung der Ressourcenzuteilung, Effizienzsteigerung und eine Verbesserung des Innovationsumfeldes – all diese Maßnahmen verleihen Chinas Wirtschaftswachstum schon heute neue Impulse.

 

Goldene Innovationsleistung: Arbeiter der Y&C Engine Co., Ltd in der Stadt Wuhu, Provinz Anhui, installieren von der Firma selbstständig entwickelte Motoren, die sich durch geringen Kraftstoffverbrauch und niedrigere Emissionen auszeichnen.

 

Gute Koordination zwischen Regierung und Markt

Die gute Koordination zwischen Regierung und Markt unterstützt Chinas innovationsgetriebene Entwicklung. Chinas Regierung besitzt starke Fähigkeiten und arbeitet mit hoher Effizienz. Hierin liegt einer der komparativen Vorteile für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Unter ihrer Führung können Entwicklungs-Highlights und Entwicklungsvorsprünge in bestimmten Schlüsselbereichen erfolgreich erzielt werden, was in vielen westlichen Ländern in dieser Weise kaum möglich ist. Ihr vergleichsweise später Start in den internationalen Wettbewerb und die unterstützenden Maßnahmen der Zentralregierung haben erheblich dazu beigetragen, dass sich die Volksrepublik heute in Sachen umfassende Innovationsfähigkeit mit den entwickelten Ländern durchaus messen kann. In manchen Bereichen nimmt China gar die weltweite Spitzenposition ein.

Seit einigen Jahren hat China seine Investitionen in einige grundlegende, strategisch besonders wichtige, neue Bereiche erhöht sowie ein besonderes Gewicht auf Forschung und Entwicklung im Bereich der Schlüsseltechnologien gelegt. Das Ergebnis war eine Reihe technischer Durchbrüche, mit denen Chinas Unternehmen im Vergleich zu ihren ausländischen Konkurrenten auf dem Weltmarkt merklich an Boden gewinnen konnten.

Die Entwicklung der Luft- und Raumfahrtindustrie ist ein gutes Beispiel hierfür. Vor mehr als 50 Jahren begannen die zuständigen Behörden und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, technologische Studien durchzuführen und so den heimischen Wissenschaftler wichtiges Fachwissen zugänglich zu machen. Später wurden relevante Tests bei nationalen großen Projekten angewendet. Heute arbeiten militärische und zivile Institutionen gezielt zusammen, um gemeinsam wissenschaftlich-technische Fortschritte zu erreichen. Neuerungen finden auf diese Weise breite Anwendung, auch im kommerziellen Bereich. Im vergangenen halben Jahrhundert hat China ein relativ vollständiges System der Luft- und Raumfahrtindustrie aufgebaut. Heute ist das Land in der Lage, eine Reihe von Luft- und Raumfahrt-Anlagen wie Trägerraketen, Satelliten, bemannte Raumfahrzeuge und Boden-Ausrüstungen zu bauen und auch wichtige Dienstleistungen wie die Abwicklung von Start- und Landevorgängen oder den Bau von Boden-Einrichtungen eigenständig anzubieten. Nur wenige Länder in der Welt haben in diesem Bereich bisher ähnlich große Erfolge erzielt. Chinas Fortschritte in der Luft- und Raumfahrtindustrie haben auch die industrielle Modernisierung und Innovation anderer Bereiche der Volkswirtschaft gefördert.

Vor dem derzeitigen Hintergrund eines stärkeren internationalen Wettbewerbs und einer neuen Runde der wissenschaftlichen und technologischen Revolution sowie einer bevorstehenden industriellen Revolution wird China weiterhin seine Investitionen in die Grundlagenforschung erhöhen und all seine Kräfte bündeln, um Durchbrüche in wichtigen und strategischen Technologien, die für die langfristige Entwicklung von entscheidender Bedeutung sind, zu erzielen. Ziel ist es dabei, die effiziente Nutzung wissenschaftlicher und technologischer Ressourcen durch die Vertiefung der Reform des wissenschaftlich-technischen Systems zu verbessern.

2015 stellte China sein nationales Programm zur Förderung von Innovation und Existenzgründung durch die breite Bevölkerung auf, um das kreative Potential aller Menschen im Land noch besser zu entfalten und anzuregen. In der neuen Situation ist es China damit gelungen, einerseits alle Kräfte des Landes bei der Durchführung von Großprojekten zu bündeln – eine große Stärke der Volksrepublik und ihres politischen Systems, und andererseits den Marktkräften größeres Gewicht einzuräumen. Mithilfe des Marktes und seiner „unsichtbaren Hand“ versucht China, das Potential der Menschen an der gesellschaftlichen Basis zu erschließen und damit neue Triebkräfte für die wirtschaftliche Entwicklung zu kultivieren. Nobelpreisträger Edmund Phelps schreibt in seinem Buch „Mass Flourishing“: „Innovation beschränkt sich nicht auf Regierungen, wissenschaftliche und technische Forschungsinstitute oder die Forschungs- und Entwicklungszentren großer Unternehmen. Immer mehr Einzelpersonen, Start-ups, neue Organisationen und gesellschaftliche Plattformen spielen dabei heute eine entscheidende Rolle.“

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) definiert Innovation folgendermaßen: Innovation entspricht einer Erfindung plus Kommerzialisierung. Beide Aspekte sind also für die Realisierung von Innovation nötig. Alle nicht kommerzialisierten technologischen Errungenschaften können demnach letztlich nicht als Innovationen im eigentlichen Sinne bezeichnet werden. Die Realisierung des kommerziellen Wertes beruht auf den Marktmechanismen und erfordert eine breite gesellschaftliche Beteiligung. Darüber hinaus sind ein fairer Wettbewerb und eine gesellschaftliche Atmosphäre, die Innovationen fördert und Fehlschläge toleriert, unabdingbar.

Seit der Einführung der Politik zur Förderung von Innovation und Existenzgründung durch die breite Bevölkerung im Jahr 2015 hat China große Fortschritte bei der Erweiterung der Zahl seiner Marktteilnehmer, der Schaffung von Arbeitsplätzen durch Start-ups und der Vergrößerung der Zahl von Innovationsplattformen großer Unternehmen gemacht. Darüber wurde auch das Handelsvolumen des Technologiemarktes erweitert, die Zahl der im New Third Board-System vertretenen Unternehmen (New Third Board ist ein nationales außerbörsliches Aktienübertragungssystem für kleine und mittelständische Hightech-Unternehmen) ist gestiegen und strategisch aufstrebende Industrien wurden gezielt gefördert. All dies hat eine entscheidende Rolle bei der strukturellen Anpassung, der Beseitigung von Schwachstellen und der Förderung der allgemeinen Beschäftigung gespielt.

Chinas Wirtschaft ist mittlerweile in die Phase der „neuen Normalität“ eingetreten. Durch ein tieferes Verständnis über die Wechselbeziehung zwischen Regierung und Markt hat China die Rollen und Funktionen beider Akteure bei der Förderung der innovationsgetriebenen Entwicklung gut voneinander abgegrenzt und einen neuen Mechanismus zur Förderung der Innovationen errichtet, um die einzigartigen Vorteile des Systems des Sozialismus chinesischer Prägung voll zur Geltung zu bringen. Die Regierung sollte ihre Aufgaben und ihre Funktion in denjenigen Bereichen, in denen der Markt versagt, gut erfüllen. Vor allem sollte sie ihrer Verantwortung in Bezug auf die Grundlagenforschung, die Forschung im Bereich strategischer Schlüsseltechnologien, beim Schutz geistigen Eigentums, der Förderung der Zirkulation innovativer Faktoren sowie bei der Schaffung eines fairen Wettbewerbsumfeldes gut erfüllen. Darüber hinaus sollte sie unangemessene Eingriffe vermeiden, wie etwa die übermäßige Vergabe von Subventionen, irrationale Ausgabekontrollen, die direkte Einmischung in Projekte und sogar das Skizzieren technologischer Road-Maps. Bei der Zuteilung von Innovationsressourcen und der Entfaltung der Innovationskraft der gesamten Gesellschaft sollte sich die Regierung auf den Marktmechanismus verlassen.

 

Innovation zum Anfassen: Am 3. November 2016 fand in der Stadt Wuhan die China International Optoelectronic Exposition statt. Unser Bild zeigt Messebesucher, die das Simulationssystem einer elektrischen Lokomotive ausprobieren.

 

Erhöhung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen

Für eine innovationsgetriebene Entwicklung sind vor allem Impulse nötig, die Unternehmensinnovation fördern und ihre Innovationsfähigkeit erhöhen. In den kommenden 20 bis 30 Jahren dürfte es China in immer mehr wissenschaftlichen und technischen Bereichen gelingen, an die Weltspitze vorzurücken. Die Zeiten, in denen China fortschrittliche Technologien lediglich nachahmte, werden dann der Vergangenheit angehören. Längst hat die Volksrepublik zur Aufholjagd angesetzt und schickt sich in vielen Bereichen an, die Führung zu übernehmen. Dabei dürfte sich das Land in Zukunft verstärkt auf einheimische Innovationen verlassen.

In der Zwischenzeit wird China sich genauso wie die übrige Welt mit zahlreichen Herausforderungen, die die neue technologische und industrielle Revolution mit sich bringt, konfrontiert sehen. Länder, deren Unternehmen eine starke Innovationsfähigkeit besitzen, haben nicht nur Vorteile im internationalen Wettbewerb, sondern auch das Potential, die Entwicklung verschiedener aufstrebender Industrien anzuführen und ein Mitspracherecht bei der Ausarbeitung ihrer Regelungen zu haben. Ein wirtschaftlich starkes Land sollte nicht nur über eine große Wirtschaftsleistung verfügen, sondern auch ein hohes Maß an Innovation und eine optimierte Wirtschaftsstruktur besitzen. Daher ist die weitere Erhöhung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen und der beschleunigte Aufbau von Hightech-Firmen eine dringende Notwendigkeit und eine große Herausforderung, vor der China angesichts der Beschleunigung seiner innovationsgetriebenen Entwicklung in der neuen Runde der wirtschaftlichen Transformation steht.

Es sollten in den kommenden Jahren große Anstrengungen unternommen werden, damit sich noch mehr chinesische Unternehmen am Prozess der Innovation beteiligen und mehr Anreize für unternehmerische Innovation geschaffen werden. China muss es gelingen, die Innovationsfähigkeit seiner Unternehmen ständig zu erhöhen. Als Ergebnis können die Unternehmen auf eine Zunahme ihrer wirtschaftlichen Gewinne hoffen und eine überlegene Stellung im internationalen Wettbewerb gewinnen. Die Regierung sollte einerseits ihre Aufsicht verbessern, andererseits aber auch die Effizienz ihres Systems zur Förderung von Innovation erhöhen. Ein gutes Umfeld zur Begünstigung der Entwicklung neuer Technologien, neuer Produkte und neuer Industrien sollte herausgebildet werden, sodass die Unternehmen so früh wie möglich in die Phase der nachhaltigen Entwicklung durch Innovation eintreten können. Kurzum, die chinesische Regierung wird sich darum bemühen, ihr Regelwerk weiter zu vervollkommnen, einen Anreiz-Mechanismus einzuführen, das heimische Innovationssystem weiter zu verbessern und die Effizienz bei der Faktorallokation zu erhöhen.

Als ein aufstrebendes innovatives Land konnte China lange Zeit ein mittleres bis hohes Wirtschaftswachstum beibehalten. Heute ist die Wirtschaftsentwicklung der Volksrepublik weniger von Industriefaktoren und Investitionen abhängig, sondern wird vielmehr von eigener Innovation angetrieben. China hat in der Vergangenheit bereits eine wichtige Rolle bei der Erholung der Weltwirtschaft, bei der Globalisierung und der Verbesserung des globalen Regierens gespielt. In der neuen Lage wird Chinas innovationsgetriebene Entwicklung eine noch systematischere Transformation erleben und mit Sicherheit großen Einfluss nicht nur auf die Entwicklung der Schwellenländer, sondern der gesamten Welt ausüben.

*Xiong Hongru ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsabteilung für innovationsgetriebene Entwicklung am Forschungszentrum für Entwicklung des Staatsrates sowie Postdoktorand am Chinesischen (Nanhai) Institut für Reform und Entwicklung.

Reisen

„Qiongyou“ – Die neue, große Lust der Chinesen am Reisen mit kleinem Budget

Die Chinesen sind im Reisefieber. Das gilt vor allem für die Angehörigen der aufstrebenden Mittelschicht. Viele Menschen im Reich der Mitte wollen sich ihren Urlaub längst nicht mehr gehetzt durch das hektische Anpeitschen eines Reiseführers per Megaphon oder durch aufreibende Sehenswürdigkeitenmarathons trüben lassen. Der Individualtourismus boomt und mit ihm einige neue aufstrebende Reiseportale für den kleinen Geldbeutel.

Gesellschaft

Wandel im Denken – China setzt auf neue Wege aus der Armut

Was bedeutet eigentlich „arm“, vor allem in einem Land in dem die Einkommensschere so weit auseinander klafft wie in China? Und wie kann es tatsächlich gelingen, Armut langfristig und nachhaltig zu überwinden? Wir sind in die Stadt Xingtai gereist, in der sich – direkt vor den Toren Beijings–  einige der ärmsten Landstriche Chinas finden. Eine Suche nach Wegen aus der Armut.

Meng Zhou: Botschafterin zwischen Kulturen und Herzen

Wirtschaftlicher und kultureller Austausch ist immer auch ein Austausch zwischen Menschen. Und hier bedarf es nicht selten des Brückenschlags, um Kulturunterschiede und kulturelle Stolpersteine zu überwinden. Eine, die viele Wege geebnet hat im Austausch zwischen China und Deutschland und zwischen den Partnerstädten Beijing und Köln ist die Chinesin Meng Zhou. Freunde haben sie die „deutsch-chinesische Botschafterin“ getauft.

Ehrenamtliches Engagement – Junge Freiwillige in China

Viele junge Menschen im Westen haben bereits Erfahrung mit ehrenamtlicher und gemeinnütziger Arbeit. Auch in China suchen immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene nach einem tieferen Sinn im Leben, wollen helfen und sich als Freiwillige engagieren. Einer von ihnen ist der junge Student Xie Feixun aus Guangzhou, der neben dem Studium mit vier Mitstreitern ein spannendes gemeinnütziges Projekt auf die Beine gestellt hat.

Tibet

Nachwort

In der Gegenwart erlebt die tibetische Literatur eine beispiellose Blüte. Im vorliegenden Buch können nur wenige, repräsentative Werke vorgestellt und kommentiert werden. Und natürlich geht es vor allem um von tibetischen Schriftstellern geschaffene Werke.

Gesundheit

Die TCM geht in die Welt

Wenn die herkömmliche Medizin keinen Rat mehr weiß, hilft nicht selten die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM. So wie im Falle von Ursula Wolf, die sich nach langem Leidensweg in die TCM-Klinik Bad Kötzting begab und dort Hilfe fand. Mit ihren ganzheitlichen Heilmethoden wird die fernöstliche Lehre in Deutschland zunehmend anerkannt.

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Anfang Oktober 2015 stand fest, dass die 84-jährige Chinesin Tu Youyou den Nobelpreis für Medizin erhält. Die Nachricht hat die Traditionelle Chinesische Medizin als solches auf die Bühne der Weltöffentlichkeit gehievt. Ein geschichtsträchtiger Ort, der davon besonders profitiert, ist das Luofushan-Gebirge in der Provinz Guangdong. Denn hier liegen die Ursprünge der Auszeichnung für Tu Youyou.

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