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40 Jahre Reform und Öffnung – eine Erfolgsgeschichte aus Sicht asiatischer und afrikanischer Experten

23-12-2017

 

 

Von Zhou Lin

 

1978 führte China die Reform- und Öffnungspolitik ein. In den vier darauffolgenden Jahrzehnten hat sich viel bewegt im Reich der Mitte. China hat sich zu einer der stärksten Wirtschaftsmächte der Welt gemausert. Ein Erfolg, der weltweit großes Aufsehen erregt hat. Wie aber bewerten Beobachter aus anderen Entwicklungsländern die Erfolge Chinas, dem größten Entwicklungsland der Welt? Wir haben Auszüge aus einigen Reden von Regierungsvertretern asiatischer und afrikanischer Staaten zu diesem Thema zusammengetragen.

 

Kual Ayom Biar Majok, Beamter des Industrie- und Handelsministeriums des Südsudans:

„In den vergangenen 40 Jahren hat China fulminante Erfolge erzielt. Insbesondere seit dem Amtsantritt von Staatspräsident Xi Jinping wurden Bravurleistungen in verschiedenen Bereichen erbracht. Wir erleben hier wirklich ein wahres Entwicklungswunder. Durch die Reform und Öffnung hat sich die Volksrepublik von einem Niedriglohnland zu einer großen Wirtschaftsmacht entwickelt. Dieser Entwicklungssprung hat unter anderem bewirkt, dass Millionen von Chinesen aus der Armut befreit werden konnten. Laut einem Bericht der Weltbank ist es China gelungen, mehr als 500 Millionen Menschen aus der Armut zu führen. In politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht reiht sich China heute unter die weltweit führenden Nationen ein. Und Chinas Entwicklung leistet einen großen Beitrag für die stabile und ausgewogene Entwicklung der Weltwirtschaft.

 

Chinas Entwicklungserfahrungen sind eine Pionierleistung und unterscheiden sich maßgeblich von der Theorie und Praxis des Westens. Sie beruhen auf Chinas eigener Kultur, dem politischen System des Landes und nicht zuletzt auch auf den fleißigen Anstrengungen des chinesischen Volkes.

 

Chinas Wirtschaft hat eine erfolgreiche Transformation von einer einseitig auf Landwirtschaft gestützten Wirtschaft hin zu einer modernen Industrie und Dienstleistungswirtschaft vollzogen. Heute gelangen Chinas Forschungsergebnisse aus Wissenschaft und Technik sowie Produkte „made in China“ in die ganze Welt. Aus der Politik der Öffnung nach außen und der technischen Innovation haben sich neue Triebkräfte für die Wirtschaftsentwicklung herausgebildet.

 

Ein besonders wertvoller Erfahrungswert Chinas, den das Land in die Welt exportiert, ist, dass Frieden und Stabilität in der Welt gefördert werden sollten. Dies ist besonders wichtig für die Entwicklungsländer. Die chinesische Führung setzt sich stets für eine Win-win-Situation in der Wirtschafts- und Handelskooperation ein. Dies fördert die Vertrauensbildung seitens vieler Entwicklungsländer und diese äußern den Wunsch, mit China zusammenzuarbeiten.

 

Das Besondere des chinesischen Entwicklungsweges besteht darin, dass er den Sozialismus mit dem System der Marktwirtschaft verbindet. Viele Entwicklungsländer und auch Industrienationen haben sich in der Vergangenheit entweder für den sozialistischen Weg oder die totale Marktorientierung entschieden. Der Volksrepublik ist es dagegen gelungen, beide Richtungen erfolgreich miteinander zu verbinden. Das sollte sich als Erfolgsrezept herausstellen!

 

Chinas Wirtschaftsentwicklung dient heute vielen Entwicklungsländern als Vorbild. Und die von der chinesischen Regierung ergriffene Initiative zum Aufbau der neuen Seidenstraße fördert den infrastrukturellen Aufbau in vielen unterentwickelten Regionen. Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat Makrokonzepte mit großem Weitblick aufgestellt. Er tritt dafür ein, unbeirrt den Weg der friedlichen Entwicklung zu beschreiten und gemeinsam eine zukunftsweisende Schicksalsgemeinschaft der Menschheit aufzubauen. Dies trägt zur weiteren Entfaltung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern bei und sorgt dafür, dass alle gemeinsam von Fortschritt und Entwicklung profitieren können.“

 

Sylvia Abibatu Kabia, Beamtin des Justizministeriums Sierra Leones:

„Die Liste der Erfolge der chinesischen Wirtschaftsentwicklung seit Einführung der Reform- Und Öffnungspolitik ist lang. Mir fallen da beispielsweise Dinge ein wie Chinas erfolgreicher WTO-Beitritt, Chinas Beteiligung am Wettbewerb auf dem internationalen Markt, die Einführung hightechgestützter Verwaltungsmethoden, das Lernen von erfolgreichen internationalen Erfahrungen in Bereichen wie Auslandsinvestition und Handel, der Abschluss bilateraler Kooperationsabkommen in Wirtschaft und Handel mit Ländern wie den USA, der EU, Japan, Russland, Deutschland, Griechenland, Indien und vielen afrikanischen Ländern, die Entwicklung des grenzüberschreitenden E-Commerce, der Aufbau des Wirtschaftsgürtels Seidenstraße und der maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts oder der Ausbau des Schienenverkehrs, insbesondere der Hochgeschwindigkeitsbahnen. Die Liste ließe sich noch weiter verlängern. All diese politischen Maßnahmen haben Chinas Wirtschaftsentwicklung in der Vergangenheit maßgeblich vorangetrieben. Und man kann mit gutem Grund davon ausgehen, dass die Wirtschaft der Volksrepublik auch in Zukunft ein relativ hohes Wachstum beibehalten wird.“

 

Tin Tin Nwet, Vertreterin des Handelsministeriums Myanmars:

„Chinas Regierungsbeamte handeln bei der Durchführung der Reformpolitik sehr pragmatisch und lassen sich nicht durch hinterwäldlerisches Denken einschränken. Die Reformen setzen nicht etwa auf eine Veränderung des politischen Systems, sondern darauf, die politische Stabilität zu wahren. Durch die Reform und Öffnung im wirtschaftlichen Bereich wurde die einst von der Welt abgeschottete chinesische Wirtschaft in eine offene Wirtschaft umgewandelt. Was Chinas gegenwärtige Entwicklung betrifft, so sind wir in Myanmar sehr an der von Xi Jinping initiierten Seidenstraßen-Initiative interessiert. Diese schafft eine große internationale Plattform und hat das Potenzial, die infrastrukturelle Vernetzung und Verbindung zwischen China und den Ländern entlang der neuen Seidenstraße zu fördern.“

 

Ulanbek Alyshbaev, Beamtin des Ministeriums für Kultur und Tourismus Kirgisistans:

„Die Erfolge, die China durch seine Reform- und Öffnungspolitik erzielt hat, haben weltweit große Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Vor 40 Jahren war es der Volksrepublik noch nicht möglich, sich unter die großen führenden Länder der Welt einzureihen. Heute spielt China dagegen eine immer größere Rolle in der Welt, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich. Die fortschreitende Urbanisierung, der hohe Bedarf an Massengütern, die Reformen in Industrie und Wirtschaft sowie der rasch wachsende Sektor der Hightech-Produkte bilden neue Antriebskräfte für die chinesische Wirtschaftsentwicklung. Chinas erfolgreiche Erfahrungen bei der Verwirklichung der Reform und Öffnung liefern ein brauchbares Modell für andere Entwicklungsländer, die nach sozioökonomischer Entwicklung streben.

Chinas Reformen zielen darauf ab, die Wirtschaft zu entwickeln, gleichzeitig die politische und gesellschaftliche Stabilität zu erhalten und außerdem die Marktorientierung zu stärken. Durch diese Mixtur ist es China gelungen, einen Weg der Prosperität und Entwicklung einzuschlagen. Außerdem öffnet China zunehmend seine Tür für den Weltmarkt. Insbesondere die von Chinas Führung initiierte Seidenstraßen-Initiative wird der chinesischen Wirtschaft weitere Chancen für Prosperität und Entwicklung bescheren.“

 

Onol Omer Faruk, vom türkischen Ministerium für Internationalen Handel:

 

„Chinas Regierung versteht sich gut darauf, umfassende und langfristige Entwicklungspläne zu erstellen und diese auch tatsächlich durchzuführen. Hier können andere Entwicklungsländer viel von China lernen. Beispielsweise hat die chinesische Regierung umfassende Pläne für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022 in Beijing ausgearbeitet. Auf unserer Reise zu einem der Austragungsorte, nämlich Chongli nahe der Stadt Zhangjiakou, haben wir gesehen, dass auch Chinas Lokalregierungen umfassende Entwicklungspläne für Bereiche wie die Landwirtschaft, das Bildungswesen oder den Tourismus aufstellen. Auch formulieren sie langfristige Strategiepapiere zur Einkommenserhöhung in armen Gebieten, zur Anziehung auswärtiger Investitionen und den Themen Umweltschutz, Tourismus und Gesundheitserhaltung. Die Entwicklung verschiedener Bereiche wird ausgewogen berücksichtigt und schließlich entsprechend der erstellten Pläne verwirklicht.“

 

 

Miftah Dender Agazy, Beamter des Ministeriums für Finanzen und wirtschaftliche Zusammenarbeit Äthiopiens:

 

„Chinas Reform und Öffnung sind ein weltweit anerkannter Erfolg. Eine Besonderheit dieser Entwicklung besteht darin, dass in China gilt, was vom Volk genommen wird, muss auch für dessen Wohl eingesetzt werden. Sowohl unter wirtschaftlichem als auch gesellschaftlichem Aspekt bewerte ich die Ergebnisse der chinesischen Reformanstrengungen überaus positiv. Nur wenn eine Regierung die Bedürfnisse der Bevölkerung erkennt und ihr diese tatsächlich am Herzen liegen, kann sie den Menschen die Früchte der Entwicklung wahrhaftig zuteilwerden lassen.

 

Während meiner Studien- und Forschungsaufenthalte in China konnte ich anhand von Berichten der Lokalregierungen gut nachvollziehen, wie diese bei der Urbanisierung erfolgreich nachhaltige Entwicklungskonzepte umsetzen. Sie zeigen in Sachen Entwicklung die nötige Weitsicht und bieten viele Ansatzpunkte, von denen auch andere Entwicklungsländer lernen können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist aus meiner Sicht, dass die chinesische Regierung der Entwicklung des Bildungswesens große Wichtigkeit beimisst und die Pläne für die Verbesserung des Bildungswesens vor Ort gut umsetzt. Auch hier ist China ein Vorbild für andere Entwicklungsländer.“

 

Reisen

„Qiongyou“ – Die neue, große Lust der Chinesen am Reisen mit kleinem Budget

Die Chinesen sind im Reisefieber. Das gilt vor allem für die Angehörigen der aufstrebenden Mittelschicht. Viele Menschen im Reich der Mitte wollen sich ihren Urlaub längst nicht mehr gehetzt durch das hektische Anpeitschen eines Reiseführers per Megaphon oder durch aufreibende Sehenswürdigkeitenmarathons trüben lassen. Der Individualtourismus boomt und mit ihm einige neue aufstrebende Reiseportale für den kleinen Geldbeutel.

Gesellschaft

Modell mit Zukunft? – Nanchang errichtet Pilotkomplex für nachhaltiges urbanes Leben

Umweltschutz ist nicht nur eine Gewissens- sondern auch eine Geld- und Bequemlichkeitsfrage. Umweltschäden, dicke Luft und hohe Müllberge werden oft solange in Kauf genommen, bis sie sich mit Wucht in unserem unmittelbaren Alltag bemerkbar machen. Dabei bedarf es gerade in urbanen Ballungsräumen neuer nachhaltiger Konzepte. In der südostchinesischen Provinz Jiangxi ist ein innovativer Wohnkomplex entstanden, der zum Vorbild für umweltfreundliche Stadtentwicklung werden könnte.

Innovation in Sachen Umweltschutz: Flusspaten sorgen in Jiangxi für sauberes Wasser

Verantwortlichkeiten abstecken, freiwilliges Engagement fördern und das Bewusstsein für den Umweltschutz stärken, das ist die Zauberformel, mit welcher ein Kreis vor den Toren Nanchangs derzeit seinen Gewässerschutz umkrempelt. Selbst Vertreter der Weltbank haben das neue System bereits begutachtet und unterstützen es. Was macht das System der Flusspaten so besonders? Wir haben uns vor Ort umgesehen.

Vom Holzfäller zum Förster: Wu Kesheng und seine Geschichte

Im Kreis Zixi vor den Toren Nanchangs, der Hauptstadt der Provinz Jiangxi, sprießt hektarweit üppiger Urwald. Dabei war das Waldgebiet noch bis in die achtziger Jahre durch starke Rodung bedroht. Die örtliche Regierung leitete daraufhin eine grüne Kehrtwende ein, die kaum deutlicher werden kann, als am Beispiel des Einheimischen Wu Kesheng. Der ehemalige Holzfäller ist heute Vorzeigeförster.

Tibet

Nachwort

In der Gegenwart erlebt die tibetische Literatur eine beispiellose Blüte. Im vorliegenden Buch können nur wenige, repräsentative Werke vorgestellt und kommentiert werden. Und natürlich geht es vor allem um von tibetischen Schriftstellern geschaffene Werke.

Gesundheit

Lianyungang – Chinas „Silicon Valley“ der Pharmaindustrie

Produkte „Made in China“ finden sich heute fast überall auf der Welt in den Verkaufsregalen. Pharmazeutika und medizinische Produkte aus dem Reich der Mitte aber werden noch immer kaum ins Ausland exportiert. Das könnte sich bald ändern. Eine Schlüsselrolle bei der Internationalisierung chinesischer Pharma-Unternehmen soll die südostchinesische Kleinstadt Lianyungang spielen.

Die TCM geht in die Welt

Wenn die herkömmliche Medizin keinen Rat mehr weiß, hilft nicht selten die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM. So wie im Falle von Ursula Wolf, die sich nach langem Leidensweg in die TCM-Klinik Bad Kötzting begab und dort Hilfe fand. Mit ihren ganzheitlichen Heilmethoden wird die fernöstliche Lehre in Deutschland zunehmend anerkannt.

TCM-Gebirge Luofushan – Hype um Medizin-Nobelpreis bringt neue Entwicklungschancen

Anfang Oktober 2015 stand fest, dass die 84-jährige Chinesin Tu Youyou den Nobelpreis für Medizin erhält. Die Nachricht hat die Traditionelle Chinesische Medizin als solches auf die Bühne der Weltöffentlichkeit gehievt. Ein geschichtsträchtiger Ort, der davon besonders profitiert, ist das Luofushan-Gebirge in der Provinz Guangdong. Denn hier liegen die Ursprünge der Auszeichnung für Tu Youyou.