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Der Wintersportort Zhangjiakou – eine Stadt fiebert dem Olympiazuschlag entgegen

05-03-2015

 

 

Von Zhang Hui

 

Zhangjiakou ist eine kleine Stadt in den Bergen der Provinz Hebei und bis Ende 2013 war sie wohl den wenigsten bekannt. Doch dann kam die Olympiabewerbung und der Ort, 180 Kilometer nördlich vor den Toren Beijings, wurde mit einem Schlag berühmt. Chinas Hauptstadt und Zhangjiakou haben sich gemeinsam um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022 beworben. Für Zhangjiakou war es ein Paukenschlag. Über Nacht rückte der Wintersportort ins Augenmerk der Weltöffentlichkeit.

 

Skiparadies im Beijinger Umland

 

Fährt man mit dem Auto vom Stadtgebiet Zhangjiakous rund 30 Minuten gen Norden, erreicht man die Kreisstadt Chongli. Auch Chongli, verwaltungsmäßig ein Teil Zhangjiakous, ist für chinesische Verhältnisse eigentlich eher eine Kleinstadt. Trotzdem wachsen in dem Ort seit einigen Jahren mehr und mehr Hochhäuser in den Himmel, zahlreiche Sterne-Hotels reihen sich aneinander. Kaum vorstellbar, dass Chongli noch bis vor wenigen Jahren zu den ärmsten Kreisen auf nationaler Ebene zählte. Heute finden sich hier gleich mehrere groß angelegte Skilaufplätze. Acht Pisten wurde bereits vom Internationalen Ski Verband die Wettkampftauglichkeit zertifiziert. Die Tourismusindustrie spülte der Stadt im Vorjahr mehr als 1,1 Milliarden Yuan (rund 155 Millionen Euro) in die Taschen, mehr als 1,5 Millionen Besucher strömten 2014 in den kleinen Wintersportort.

 

Yunding ist das größte Skigebiet Chonglis und ein wahres Paradies für Wintersportfans. Es verfügt über eine Skilauffläche von insgesamt rund 800.000 Quadratmetern und zählt 34 Abfahrten verschiedener Schwierigkeitsstufen. 

 

Yunding ist das größte Skigebiet Chonglis und ein wahres Paradies für Wintersportfans. Es verfügt über eine Skilauffläche von insgesamt rund 800.000 Quadratmetern und zählt 34 Abfahrten verschiedener Schwierigkeitsstufen. In den kommenden Jahren wollen die Verantwortlichen das Angebot auf insgesamt 87 Abfahrten mit  einer Gesamtlänge von 70 Kilometern ausbauen. Rund 20.000 Wintersportgäste sollen dann in Yunding Platz finden. Miao Jun, Vize-Chef des Wintersportressorts, sagt: „Zur Zeit sind alle 1300 Zimmer des Hotels unseres Ressorts restlos ausgebucht.“ In der Saison gehe es nicht ohne Reservierung. Die Kennzeichen der Wagen, die vor dem Hotel parken, verraten: Die meisten Gäste reisen aus der Hauptstadt Beijing an.

 

Eine von ihnen ist die 20-jährige Chen Xue, eine leidenschaftliche Snowboardfahrerin. Diesmal ist sie mit einer Reisegruppe per Bus aus Beijing nach Yunding gekommen. „Die Fahrt hierher dauert zwar mehr als vier Stunden, aber es lohnt sich“, sagt die junge Frau. „Die Strecken hier sind sehr gut in Schuss und sehr abwechslungsreich. Anders als in manch anderen Skiorten, wo die Pisten völlig überfüllt sind, kann man hier ungehindert fahren“, sagt sie.

 

Die Naturbedingungen des Kreises für den Wintersport könnten kaum besser sein: Es gibt guten Schnee in ausreichender Menge und das passende Klima, die Berghänge neigen sich in die richtige Himmelsrichtung und der Gradient der Strecken ist ebenfalls gut. Trotzdem ist der Kreis erst spät ins Ski-Geschäft eingestiegen. Erst 1996 wurde mit Saibei, was „nördlich der Großen Mauer“ bedeutet, der erste Skilaufplatz in Betrieb genommen. Den Stein des Anstoßes gab damals Profi-Läufer Shan Zhaojian, Chinas erster nationaler Ski-Meister, der im Auftrag der Staatlichen Sportkommission nach einem Skigebiet suchte, das sowohl für den Leistungs- als auch für den Massensport geeignet war.

 

Mit der ständigen Zunahme der Besucherzahlen und Profite zog es schließlich immer mehr Investoren nach Chongli. Heute gibt es im Kreis vier große, komplett ausgestattete Skilaufplätze, jeweils mit ganz eigenen Besonderheiten. Insgesamt 82 Abfahrten unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen mit einer Gesamtlänge von 69 Kilometern zählt das Ski-Gebiet mittlerweile. Damit ist der Kreis landesweit der einzige Ort, der mehr als zwei große Skilaufplätze besitzt. Bis 2020 soll es in Chongli 228 Abfahrten mit einer Gesamtlänge von knapp 500 Kilometern und zudem ein Seilbahnnetz mit 84 Routen über eine Länge von 99 Kilometern geben. Und auch in Sachen Wettwerbsaustragung konnte der Kreis in den letzten Jahren bereits Erfahrung sammeln. Seit 2005 hat Chongli mehr als zehn internationale Ski-Wettkämpfe ausgerichtet, darunter das renommierte „Alpine FIS Ski Race“.

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