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Chinesische Ärzte bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie

19-06-2015

 

Von Jiao Feng

Im Februar vergangenen Jahres hielt die Weltöffentlichkeit den Atem an, als es in Westafrika zum Ausbruch des Ebolafiebers kam. Die chinesische Regierung reagierte schnell und schickte rund zehn Teams mit mehr als 1000 Experten und medizinischem Personal ins Krisengebiet, um die Epidemie einzudämmen. Chinas großer Beitrag zur Prävention und Kontrolle von Ebola in Afrika und seine großzügige Hilfe für die afrikanischen Länder wurden in hohem Maße von der lokalen Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft gewürdigt.

Li Jin, der stellvertretende Direktor des Krankenhauses Nr. 302 der Chinesischen Volksbefreiungsarmee in Beijing, reiste als Leiter des medizinischen Teams nach Sierra Leone. Am 12. September 2014 hatte er die Nachricht erhalten, dass ein medizinisches Team gebildet und in den afrikanischen Staat geschickt werde sollte. Nur vier Tage später reiste ein 30-köpfiges Team bestehend aus Ärzten, Krankenschwestern, Ingenieuren und Logistikern in die Krisenregion. Innerhalb der viertägigen Vorbereitungszeit wurde das ganze Krankenhaus mobilisiert, um die nötigen Utensilien für die medizinische Versorgung, entsprechende Schutzausrüstungen und lebenswichtige Artikel des täglichen Bedarfs vorzubereiten. In kürzester Zeit wurde das in der Ebola-Bekämpfung völlig unerfahrene Personal professionell für den Einsatz geschult.

 

Hilfe vor Ort: Chinesische Ärzte behandeln einen an Ebola erkrankten Patienten in Sierra Leone.

 

„Ich muss zugeben, dass ich schon sehr nervös war, als wir den Auftrag erhielten“, sagt Li rückblickend. In seiner Rolle als Leiter des Teams wusste er, dass eine schwere Verantwortung auf ihm lastete, um die Sicherheit aller Mitglieder zu gewährleisten. „Ich werde Ihre Angehörigen alle sicher nach Sierra Leone führen und auch sicher wieder zurückbringen. Sollte auch nur einem Mitglied unseres Teams ein Unglück widerfahren, werde ich solange mit ihm vor Ort bleiben, bis derjenige wieder auf den Beinen ist“, versprach Li vor der Abreise den Familien der Teammitglieder. Li sollte sein Wort halten: Nach dem Einsatz kehrten alle 71 Helfer, die in zwei Gruppen nach Sierra Leone gereist waren, wieder sicher nach Hause zurück.

Bei der Ankunft in Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones, mussten Li und sein Team zunächst feststellen, wie schlecht die Infrastruktur vor Ort war. „Es gab weder Ampeln noch eine unterirdische Kanalisation“, erzählt der Mediziner. Hinzu kam die Hiobsbotschaft, dass im China-Sierra Leone Friendship Hospital, in dem das medizinische Team aus China stationiert war, nur kurze Zeit zuvor ein Patient an einer Ebola-Infektion gestorben war. Noch schlimmer erschien den Helfern, dass das lokale medizinische Personal überhaupt kein Wissen über Prävention und Kontrolle der Epidemie besaß. „Sie wussten nicht einmal, wie sie ihre medizinischen Masken richtig aufsetzen oder ihre Hände wirksam desinfizieren. Sie hatten im Grunde keine Kenntnisse oder Fähigkeiten zur Prävention und Kontrolle von Infektionskrankheiten“, sagt Li.

Um die infizierten Patienten so schnell wie möglich aufnehmen und medizinisch behandeln zu können, setzte sich Li dafür ein, das Krankenhaus nach den Anforderungen für Infektionskontrolle und Desinfektion sowie die Isolierung von Infektionskrankheiten umzubauen. In zwei Wochen verwandelte das Team das Hospital gemeinsam mit den örtlichen Mitarbeitern in eine spezialisierte Einrichtung, die den Anforderungen der Aufnahme und Behandlung von Patienten mit starken Infektionskrankheiten entsprach. Inzwischen organisierten die Helfer auch umfassende Schulungen des lokalen Personals einschließlich der Krankenschwestern, Apotheker und Reinigungskräfte. Der örtliche Direktor des Krankenhauses sagte: „Die Kenntnisse, die wir durch die Ausbildung gewonnen haben, sind nicht nur nützlich für die Bekämpfung der Ebola-Epidemie. Auch in Zukunft werden wir davon profitieren.“

Vom 1. Oktober bis zum 16. November nahm das Krankenhaus insgesamt 274 Patienten auf. 145 davon hatten Ebola, 86 starben. „Das Krankenhaus in Sierra Leone, in dem wir stationiert waren, hat im Vergleich zu anderen Einrichtungen im Krisengebiet die meisten Patienten pro Tag aufgenommen. Zudem war unter den medizinischen Mitarbeitern, weder unter den chinesischen noch den lokalen, keine einzige Ebola-Infektion zu verzeichnen“, resümiert Li.

Ergebnis harter Arbeit

In der Öffentlichkeit in Sierra Leone herrschte eher Gleichgültigkeit gegenüber der Krankheit. Obwohl die Zahl der gemeldeten Fälle sehr groß war, bestand kein wirkliches Gefahrenbewusstsein in der Bevölkerung. „Zwar klebten überall Warnplakate mit der Aufschrift ,Ebola is real’, doch die Menschen drängten sich trotzdem wie sonst auch dicht in den Straßen, ohne Schutz oder ein Bewusstsein für die schwere Pandemie“, beschreibt Li die Situation damals. Das alltägliche Leben lief wie gewohnt weiter, als hätte es die Krankheit nie gegeben. „Dabei verzeichnet Ebola eine extrem hohe Infektionsrate und Sterblichkeit. Die Versorgung der lokalen infizierten Patienten gestaltete sich angesichts der gegebenen Bedingungen sehr schwer“, so Li. „Viele der Infizierten befolgten unsere Ratschläge nicht, kamen weiter mit großen Menschengruppen in Kontakt und lebten ihr Leben in der gewohnten Art weiter. Viele schliefen, erbrachen und erleichterten sich überall. Einige zogen sogar ihre Matratzen aus dem Krankenzimmer. Das machte es nahezu unmöglich, die strenge Quarantäne und die dringend notwendigen Desinfektionsvorkehrungen einzuhalten.“

 

Alles im Blick: Die Ärzte aus China beobachten über ein Überwachungssystem die Isolierstation.

 

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