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Theater (1): „Saigyi und Baigyi“

25-07-2014

 

In Tibet gab es früher kein Theater in engerem Sinne. Es ist eine neue künstlerische Form, die nach der demokratischen Reform in Tibet eingeführt wurde. Im Herbst 1959 veranstaltete die Shanghaier Theaterhochschule extra einen zweijährigen Kurs, um über 20 tibetische Schauspieler auszubilden. Während der Ausbildung wurde das von Tian Han geschaffene, groß angelegte historische Theaterstück „Prinzessin Wencheng“ einstudiert. Die Uraufführung in Beijing wurde von Ministerpräsident Zhou Enlai persönlich organisiert und war ein großer Erfolg. Zhou Enlai, Chen Yi und andere Persönlichkeiten des Staates sowie in Beijing residierende Botschafter sahen das von tibetischen Schauspielern der ersten Generation dargebotene Stück. Es war ein großes Ereignis, das in die Geschichte des chinesischen Theaters einging.

Nach dem Ende des Schauspielkurses gingen die Absolventen nach Tibet zurück und gründeten im Jahre 1962 offiziell die Theatergruppe Tibet. Diese war die treibende Kraft für den späteren Aufschwung des Theaterwesens in Tibet. Aus ihren Reihen kommen so verdienstvolle Schauspieler wie Dawangdui.

Die Veröffentlichung und Aufführung von Theaterstücken, die Tibeter geschaffen haben, begannen in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. Themen sind erstens bedeutende historische Gestalten und deren Verdienste, zweitens Bearbeitungen volkstümlicher Geschichten, drittens reale Personen und Ereignisse der Gegenwart. Da moderne tibetische Theaterstücke künstlerische Methoden aus verschiedenen Ländern aufgenommen haben und zugleich die Tradition der tibetischen Oper fortführen, werden sie vom Publikum begrüßt, zumal sie in der Umgangssprache und in Dialekten aufgeführt werden.

„Saigyi und Baigyi“ wurde von Soinam Cering geschaffen. Dieser ist Absolvent der Theaterhochschule Shanghai, wo er Dramaturgie studierte. Er lebt seit langem in Lhasa und ist mit tibetischer Kulturgeschichte, dem Lhasaer Dialekt und den dortigen Sitten und Gebräuchen vertraut. Das bildet eine solide Grundlage für sein theatralisches Schaffen. Er schrieb den Einakter „Der bestochene Mann“, das Stück in vier Akten „Ngagu Dainba“ sowie das Theaterstück „Saigyi und Baigyi“ in sieben Akten. Außerdem verfasste er komische Dialoge und Bänkellieder. Das Stück „Saigyi und Baigyi“ wurde von der Literaturkritik weitgehend anerkannt und mit dem Preis für literarisches Schaffen der nationalen Minderheiten ausgezeichnet.

Der Stoff zu „Saigyi und Baigyi“ ist der tibetischen Volkserzählung „Liebesvögelchen“ entlehnt. Der Knabe Saigyi und das Mädchen Baigyi kennen sich von Kindesbeinen an und lieben einander. Am Tag der Hochzeit führt der König die Braut mit Gewalt weg und zwingt sie, Konkubine des Prinzen zu werden. Wütend geht der Bräutigam zum Palast, um Baigyi zu retten, wird aber am Stadttor ermordet. Am Tag der Feuerbestattung Saigyis springt Baigyi ins Feuer. Aus dem weißen Rauch steigen zwei Vögelchen empor und rufen die Namen des Liebespaars. Das ist eine Tragödie, weil sich das Liebespaar letzten Endes opfert. In diesem Theaterstück werden eine finstere Zeit und die tyrannische Herrschaft der reaktionären Klasse entlarvt und angeprangert.

Soinam Cerings zweites Theaterstück „Ngagu Dainba“ unterscheidet sich stark von „Saigyi und Baigyi“, weil es eine Komödie ist. Ngagu Dainba ist in Tibet eine sehr bekannte witzige Figur, über die es viele Überlieferungen gibt. Aber erstmals ist Ngagu Dainba Held eines Bühnenstücks, weshalb die Theateraufführung großes Aufsehen erregte. Damit das Publikum seinen bekannten und beliebten Ngagu Dainba wieder erkennt, hat der Autor die volkstümlichen Geschichten bearbeitet, Geschichten zugespitzt und zusammengefasst, Nebenhandlungen verknappt und die besten und beliebtesten Streiche des Helden ausgewählt. Das Publikum sieht eine Figur auf der Bühne, die mit vielen guten Charaktereigenschaften und Tugenden ausgestattet ist. Ngagu Dainba ist intelligent, tüchtig, gewitzt, tapfer, klug im Kampf und hilfsbereit. Er verkörpert die Volksweisheit. Auf heitere Weise werden die Zuschauer nicht nur unterhalten, sondern bekommen auch Aufschlüsse über die Volksliteratur.

 

 

 

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