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In Stelen eingravierte Prosatexte

28-09-2014

 

Die ältesten und berühmtesten Prosatexte sind in Stelen aus der Tubo-Zeit eingraviert. Darin wurden bedeutende historische Ereignisse festgehalten. Sie haben auch hohen literarischen Wert, denn sie stammen aus der Feder berühmter Gelehrter und sind stilistisch hervorragend. Das repräsentativste Werk, das auch Eingang in die Geschichte fand und ein gegenständliches Zeugnis darstellt, ist der Text, der in die Steintafel eingraviert wurde und das Bündnis zwischen der Tubo- und der Tang-Dynastie dokumentiert, auch „Onkel-Neffe-Bündnis“ genannt. Diese Steintafel steht heute noch vor dem Eingang des Jokhang-Klosters als Zeugnis der Freundschaft zwischen den Han und der tibetischen Nationalität.

Auf der östlichen Seite der Steintafel findet man einen Text in Tibetisch mit folgendem Inhalt eingraviert:

„Der heilige Tsanpo der großen Tubo-Herrschaft Trizu Detsan und der die Kunst der Literatur und der Kriegführung beherrschende, pietätvolle und tugendhafte Kaiser der großen Tang-Dynastie haben gemeinsam Staatsangelegenheiten beraten und als Onkel und Neffe einen Bündnisvertrag der großen Harmonie geschlossen, der nie annulliert und ersetzt werden soll. Deshalb wird das Ereignis dieses Zusammentreffens und Bündnisschlusses auf dieser Steintafel dokumentiert.

Der heilige Gott Gudi Sibuye stieg in Gestalt einer Inkarnation nieder in die Menschenwelt und wurde ein großer Tubo-König. Inmitten der hoch aufragenden, von Schnee bedeckten Berge und am Ursprung der reißenden großen Ströme und auf der reinen Erde des Hochlands, schuf der Herrscher über die Menschen, der aus einem himmlischen Gott hervorgegangen ist, durch Verbreitung von Tugend und Gunst die Grundlage einer Herrschaft, die in zehntausend Generationen nicht untergehen wird. Auch schuf er Gesetze, die ihre Vollendung bereits erreicht haben. Durch Weisheit und Weitblick wurden die politischen Angelegenheiten klar geregelt. Der heilige Tsanpo verstand viel von der Strategie und unterwarf die Feinde von außen und erschloss ausgedehnte Gebiete. So wurde das Tubo-Königreich zu einer nie zuvor erreichten Blüte gebracht. Seit er den Titel Schutzkönig der Bon-Religion besaß, unterwarfen sich ihm die Herrscher aus Moiyu und Indien im Süden, aus Dashi im Westen. Auch die Herrscher von Tujue-Stämmen im Norden und von den Niemou unterwarfen sich dem weisen Tsanpo. Sie verehrten den weisen Tsanpo, wetteiferten bei der Überreichung von Tributen und folgten seinen Befehlen. Im Osten gibt es einen Staat mit Namen Tang; dessen Territorium sich dorthin ausdehnt, wo die Sonne aus dem Meer aufgeht. Dieser Staat ist völlig anders als die Staaten Luoyu und Nepal. Das Volk hat eine gediegene moralische Bildung, die der Bildung im Tubo-Königreich ebenbürtig ist. 23 Jahre nachdem der Staat von Kaiser Li gegründet wurde, wurde die Herrschaft an einen Nachfolger weitergegeben. Der heilige Tsanpo Songtsan Gampo und der heilige und die Kunst der Literatur und Kriegführung beherrschende Kaiser Taizong übten gemeinsam ihre Staatsherrschaft aus, als wären sie eine Familie. Im Jahr unter der Regierungsdevise Zhenguan wurde Prinzessin Wencheng an den Tsanpo verheiratet. Später übten Tride Zutsan und der die hohe Kunst der Literatur und Kriegführung zeigende Tang-Kaiser gemeinsam ihre Staatsherrschaft aus, als seien sie in einer Familie. Die durch die Eheschließung entstandene Freundschaft wurde abermals betont, während der Jahre unter der Regierungsdevise Jinglong wurde Prinzessin Jincheng an den Tsanpo verheiratet, dadurch wurde die Onkel-Neffe-Freundschaft geschlossen. In der Zwischenzeit ereigneten sich aber an der Grenze Zwischenfälle, wobei die Freundschaft aufgegeben und Hass gesät wurde, so dass die Kriegswirren nicht abrissen. Auch in der Besorgnis erregenden, schwierigen Zeit wurden die Gedanken an die freundschaftlichen Beziehungen nicht aufgegeben. Aufgrund der engen nachbarschaftlichen Lage und der seit jeher bestehenden Verwandtschaft wurde das Onkel-Neffe-Bündnis erneut geschlossen. Der Vater, der heilige König Tride Songtsan zeichnet sich durch politischen Weitblick und Weisheit aus und legt großen Wert auf den Aufschwung der Religion und die politische Entwicklung. Er verbreitet seine Gunst über weite Gebiete im In- und Ausland. Die Herrscher aus allen Himmelsrichtungen kommen hierher, um Tribute zu überreichen. Zum Staat Tang bestehen enge Verwandtschaftsbeziehungen. Die Grenze liegt im Norden. Onkel und Neffe befinden sich in Harmonie, als ob sie einen gemeinsamen Staat verwalten würden. Mit dem die Kunst der Literatur und der Kriegführung beherrschenden, heiligen Tang-Kaiser wurde schon einmal ein Bündnisvertrag der großen Harmonie geschlossen, um damit den alten Hass zu beseitigen, und die freundschaftlichen Beziehungen wurden fortgeführt. Danach wurde der Thron des Neffen wieder an eine neue Generation weitergegeben, und beim Onkel der Tang-Dynastie wurden drei Kaiser gewechselt, wobei keine Feindschaft entstand und es immer Freude und Feiern gab. Schriftliche Botschaften und Geschenke, Schätze und Kostbarkeiten wurden ununterbrochen auf den Weg gebracht. Doch man fand keine Zeit, das große Bündnis zu schließen. Onkel und Neffe bauen nun freundschaftliche Beziehungen auf, und schaffen so Harmonie wie in einer Familie, räumen früheren Groll und Feindschaft aus. Sie lassen mit Freude die Waffen ruhen und ehren die freundschaftlichen Beziehungen. Unser heiliger Tsanpo, seine Majestät Trizu Detsan ist gescheit und weise. Er verkörpert den himmlischen Gott, seine Gunst verbreitet sich in seinem Königreich und darüber hinaus. Seine Macht ist weit und breit bekannt, die Grundlage seiner Herrschaft ist solide, seine Dekrete werden unbedingt befolgt. So schließt das Onkel-Neffe-Bündnis mit dem die Kunst der Literatur und der Kriegführung beherrschenden, pietätvollen und tugendhaften Tang-Kaiser. Die Schließung des großen Bündnisses fand vor dem Tempel Wanghui im Westen der kaiserlichen Hauptstadt der Tang-Dynastie statt. Dies geschah im siebten Jahr von Yitai nach dem Kalender des Tubo-Reichs, im ersten Jahr unter der Regierungsdevise Changqing der Tang-Dynastie, und zwar am 10. Tag des zehnten Monats des Yin-Eisen-Ochsen-Jahres. Die Bündnispartner stiegen auf den Altar, und der Kaiser der Tang-Dynastie hielt die Zeremonie zum Bündnisschluss ab. Die Fortsetzung des Bündnisses fand im 8. Jahr von Yitai nach dem Kalender des Tubo-Reichs, im zweiten Jahr unter der Regierungsdevise Changqing der Tang Dynastie und zwar am 6. Tag des fünften Monats des Yang-Wasser-Tiger-Jahrs im Hof Zhedui östlich von der Hauptstadt des Tubo-Reiches statt. Die Bündnispartner stiegen auf den Altar, und der große Tsanpo hielt die Zeremonie des Bündnisschlusses ab. Im 9. Jahr von Yitai nach dem Kalender des Tubo-Reichs, im dritten Jahr unter der Regierungsdevise Changqing und zwar am 14. Tag des zweiten Monats des Yin-Wasser-Hasen-Jahres wurde die Stele aufgestellt. Zur Zeremonie sind u.a. der Abgesandte des Tang-Kaisers, der für Pferdezuchtverwaltung zuständige Vizeminister Du Zai (...) erschienen. Eine Stele mit gleichem Text wurde in der Hauptstadt der Tang-Dynastie aufgestellt.“

Während des Tubo-Reichs wurden noch weitere Stelen aufgestellt: die Dagzha Lugong-Stele, um besonders verdienstvolle Minister auszuzeichnen, die Kalhakang-Stele, um den verdienstvollen und hochgebildeten Mönch Nyang Ting’aizin zu ehren, sowie ein Grabstein für Tride Songtsan, auf dem dieser Tsanpo für seine Weisheit, Toleranz, Tapferkeit und die Beherrschung der Kriegführung gerühmt wird. Alle diese Texte sind literarisch wertvoll und zählen auch zu den bedeutenden Denkmälern der Geschichte.

 

 

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