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Historiographien über Persönlichkeiten (1)

27-11-2014

 

In Tibet existieren Historiographien über Persönlichkeiten. Manche sind literarisch brillant und so interessant verfasst, dass sie die Aufmerksamkeit chinesischer wie ausländischer Gelehrter geweckt haben.

1) Auszug aus „Aufzeichnungen des Bamya-Klosters“:

„Prinzessin Jincheng setzte im Jahr des Hasen einen Prinzen in die Welt. Da weilte Tsanpo Tride Zutsan in der Residenz in Zhamar. Der Bote brachte die Nachricht: ,Die Prinzessin gebar einen Prinzen.‘ Daraufhin kehrte Tsanpo nach Pamtang in Yarlong zurück. Aber der Neugeborene wurde von der Konkubine Nanang Shiedain geraubt, die behauptete: ,Das ist mein Kind!‘ Beide Damen beharrten darauf, die rechte Mutter zu sein. Die Minister wussten nicht, wessen Kind es war und ließen darum das Kind in eine Grube legen und entschieden, jede der beiden Damen sollte versuchen, das Kind an sich zu reißen. Wem es gelänge, dem gehöre das Kind. Prinzessin Jincheng erreichte zuerst die Grube und schloss das Kind in ihre Arme. Doch dann kam Shiedain und riss mit aller Kraft das Kind an sich. Sie nahm den Tod des Kindes in Kauf. Weil Prinzessin Jincheng fürchtete, das Kind beim Streit zu verletzen, ließ sie es los und sagte: ,Das ist mein Kind. Du Hausdrache!‘ Da sahen alle Anwesenden ein, dass das Kind der Prinzessin Jincheng gehörte. Da die Sippe Nanang mächtig war, erhoben sie dagegen keinen Einspruch.

Der erste Geburtstag des Prinzen wurde mit einem Bankett gefeiert, zu dem der Tsanpo seine han-chinesischen Verwandten und die Mitglieder der Nanang-Sippe eingeladen hatte. Der Tsanpo gab dem kleinen Prinzen einen goldenen Kelch. Die Verwandten Nanangs hielten einen Umhang und andere Dinge in der Hand, die dem Kind gut gefielen. Sie sagten: ,Komm zu deinen Onkeln!‘ Der Prinz aber entgegnete stolz: Ich, Trisung Detsan, bin ein guter Neffe der Han-Chinesen, wie aber kann jemand aus der Familie Nanang mein Onkel sein?‘ Dann überreichte er den Kelch seinem han-chinesischen Onkel und ging in den Schoss seines Onkels. So hat sich Trisung Detsan seinen Namen selbst gegeben.“

In der Schilderung dieses wichtigen Ereignisses in der Geschichtsschreibung „Aufzeichnungen des Bamya-Klosters“ wird festgestellt, dass Prinzessin Jincheng die Mutter des Tsanpos Trisung Detsan war. Das steht auch in anderen historischen Werken wie „Geschichte der tibetischen Könige“, „Fröhliches Weisenbankett“, „Aufzeichnungen über die Tubo-Könige und ihre Minister“ und „Rote Geschichte“. In der „Sammlung der in Dunhuang aufbewahrten historischen Bücher über Tubo“ heißt es aber, Prinzessin Jincheng sei 739 gestorben, Trisung Detsan aber erst 742 geboren. In der „Aufzeichnung über die Geschlechter der Tsanpos“ heißt es, Trisung Detsan sei das gemeinsame Kind von Tride Zutsan und Nanang. Es ist also unklar, wer tatsächlich die Mutter von Trisung Detsan war. Jedoch verstehen wir die zitierte Schrift unter literarischem Aspekt als gelungene Schilderung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Han-Chinesen und Tibetern.

 

 

 

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