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Literarische Biographien (1): „Milha Rabas Biographie“

31-03-2015

 

Im tibetischen Schrifttum gibt es viele Biographien. Bei den älteren handelt es sich um Aufzeichnungen über das Leben von Königen und berühmten Ministern; später, im Zuge der Verbreitung des Buddhismus wurde zum Zweck der Anziehung von Gläubigen das Leben verdienstvoller großer Mönche verschiedener Sekten beschrieben, um neue Anhänger zu finden. Darum wurde darin manchmal übertrieben; diese Schriften sollten ja beispielgebend für buddhistische Bekenntnisse sein. Zu diesem Zweck entstanden zahlreiche Biographien hochgeachteter Mönche. Berühmt sind „Milha Rabas Biographie“, „Biographie des großen Meisters Butons“, „Biographie Panditas der Sagya-Sekte“, „Marbas Biographie“ und „Tongdong Gyibos Biographie“. Diese Biographien sind allerdings keine wirklichen Lebensbeschreibungen. Sie beinhalten neben der Darstellung historischer Persönlichkeiten und Tatsachen auch fiktive Geschichten, volkstümliche Überlieferungen und religiöse Legenden. „Milabas Biographie“ und „Marbas Biographie“ sind solche Werke.

Der Autor von „Milha Rabas Biographie“ ist Sanggyi Gyaincain. Er wurde in Mitteltibet geboren und erhielt im Alter von sieben Jahren beim großen Abt Gunggar Sanggyi der Gagyu-Sekte die Mönchsweihe. Später studierte er bei Yundain Gyamco, dem großen Meister der Sakya-Sekte, deren Doktrinen. Sanggyi Gyaincain verehrte seit seiner Kindheit Milha Raba und nahm ihn zum Vorbild. Er zog sich in Berghöhlen zurück, um alle möglichen Doktrinen zu studieren. Nachdem er die buddhistische Wahrheit erlangt hatte, bereiste er ganz Tibet und auch Nepal. Wohin er auch reiste, dort verbreitete er den Buddhismus und nahm zahlreiche Schüler an. Er wurde sowohl von Herrschern als auch einfachen Gläubigen verehrt. Dennoch empfand man häufig sein Verhalten als nicht normal, weswegen er den Spitznamen „der Irre aus Mitteltibet“ erhielt.

„Milha Rabas Biographie“ besteht aus drei Teilen. Im ersten wurde vom Raub des Familienbesitzes Milha Rabas berichtet, wodurch Mutter und Sohn ins Elend gerieten. Zunächst war die Familie Milha Rabas wohlhabend. Aber als er sieben Jahre alt war, starb sein Vater. Durch diesen Schicksalsschlag verloren Milha Raba, seine Mutter und seine drei Schwestern ihren Ernährer und Beschützer. Weil ein Onkel und eine Tante das Familienvermögen veruntreut hatten, wurde Milha Rabas Familie aus ihrem Heim vertrieben. Im zweiten Teil wird erzählt, dass Milha Raba zu einem Meister ging, um auf Anregung seiner Mutter die Kunst der Beschwörung zu erlernen, um sich später rächen zu können. Mit den erlernten Beschwörungsformeln gelang es Milha Raba, insgesamt 35 Personen durch Einsturz eines Hauses umzubringen, unter ihnen der Sohn und die Schwiegertochter seines betrügerischen Onkels und auch etliche böse Nachbarn, die beim Betrug halfen. Der üble Onkel und die nicht minder üble Tante entkamen allerdings. Milha Raba zauberte außerdem einen Hagelschlag herbei, wodurch die Ernte des ganzen Dorfes vernichtet wurde. Im dritten Teil befiel Milha Raba deswegen ein tiefes Schuldgefühl. Er studierte die buddhistische Lehre und verbreitete sie. Er war sich bewusst, durch seine Rachetat gesündigt zu haben und bereute dies. Darum ging er zu einem großen Übersetzungsmeister, um bei ihm den Buddhismus zu studieren und so seine Sünden zu tilgen. Nachdem er zur buddhistischen Erleuchtung gelangt war, zog er sich ins Gebirge zurück, um sich ins buddhistische Studium zu vertiefen. Danach bereiste er viele Orte und nahm zahlreiche Schüler auf. So wurde er ein großer Meister der Gagyu-Sekte und verkörperte die buddhistische Wahrheit. „Milha Rabas Biographie“ zeichnet sich durch klare Gedankengänge, eine übersichtliche Struktur und treffliche Beschreibungen von hohem künstlerischem Wert aus. Das Werk wurde nicht nur in China beachtet, sondern es lenkte die Aufmerksamkeit aller Forscher der Welt auf sich, die sich mit tibetischer Geschichte, Kultur und Religion beschäftigen. Es wurde bereits ins Englische, Französische und Japanische übersetzt. Das Buch ist also von internationaler Bedeutung.

 

 

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