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Literarische Biographien (4): „Dorin Panditas Biographie“

29-04-2015

 

In „Dorin Panditas Biographie“ berichtet der Autor Dorin Dainzin Banjor vom Leben seines Vaters Kung Pandita und über sein eigenes Leben. Das Buch entstand etwa 1810. Der Sohn des Autors hatte seinen Vater gebeten, die Familiengeschichte aufzuschreiben, damit die nachfolgenden Generationen aus den Erlebnissen ihrer Vorfahren Lehren ziehen und die Tradition fortführen können.

Der Autor erzählt, was fünf Generationen seiner Familie zwischen 1700 und 1806 erlebt und getan haben. Den größten Raum nehmen dabei das Leben seines Vaters und das eigene Schicksal ein. Aus vier der fünf Generationen sind hohe Beamte der Lokalverwaltung hervorgegangen. Ihr Leben verlief in engem Zusammenhang mit der Gesellschaft und der regionalen Geschichte. So spiegelt diese Biographie wesentlich die tibetische Geschichte des 18. Jahrhunderts wider. Berichtet wird unter anderem über den von Kangchenna geführten Widerstandskampf gegen die Truppen der Junggar im Jahre 1720, über die Machtstellung Kung Panditas und seines älteren Bruders als hoher Beamter in der Lokalverwaltung, über die Rebellion von Gyurmed 1750, über die Machtübernahme durch Kung Panditas als Führer der Gaxag-Regierung 1751 und über die Grenzstreitigkeiten von 1788 bis 1792. Außerdem werden der Eingang des siebenten Dalai ins Nirwana, die Einsetzung des achten Dalai und dessen Eingang ins Nirwana sowie wichtige Ereignisse beim sechsten Panchen und siebten Panchen geschildert.

Neben der Biographie Kung Panditas und der eigenen beschreibt der Verfasser auch das Leben tibetischer Adliger, religiöse Veranstaltungen, das Spenden von Almosen, den Bau von Klöstern, das Schnitzen von Sutras in Steinplatten, das Studium von Sutras sowie Essgewohnheiten und allerlei Sitten und Gebräuche der Tibeter. Er schildert auch die grandiosen Veranstaltungen des Großen Gebetsfestes im ersten Monat, des Pferderennens im vierten Monat in Gyangze, der Hochzeitsfeiern von Adligen, Bestattungsriten sowie viele andere religiöse Aktivitäten und zeichnet damit ein lebendiges Bild vom Leben der tibetischen Adligen, was reiches Material für die Völkerkunde und die Soziologie bietet.

Dorin Dainzin Banjor hat mehr erlebt als die meisten seiner Mitmenschen. Er durfte z. B. im Jahr 1792 Kaiser Qianlong beim Besuch einer Veranstaltung von Schlittschuhläufern und Bogenschützen begleiten. Er lebte ein Jahr in Nepal, dessen herrliche Landschaft er sehr bewunderte. Dieses und andere Erlebnisse nehmen in dem Werk ebenfalls beträchtlichen Raum ein.

Des Autors Schaffen ist stark von seinem Großvater mütterlicherseits, Dorka Cering Wanggyia, beeinflusst. In seiner Jugend hat er nach dem Vorbild „Xunnu Darmai“, „Die Biographie des Prinzen Zhabeimouqu“ geschrieben. Im Aufbau der „Biographie Dorin Panditas“ lässt sich der Einfluss von Cering Wanggyias autobiographischem Buch „Biographie von Galoin“ erkennen. Die „Biographie Dorin Panditas“ kann als eine Fortführung von „Pholhanas Biographie“ und „Biographie von Galoin“ gelten. Obwohl in diesen drei Büchern die Geschichte dreier verschiedener Familien beschrieben wird, spiegeln sie alle die tibetische Gesellschaft und ihre Geschichte im 18. Jahrhundert wider. Sie zeichnen Bilder der Lokalmachthaber Tibets mehrerer Generationen und analysieren deren Beziehungen untereinander. Cering Wanggyia und Dainzin Banjor sind angesehene Literaten des 18. Jahrhunderts. Ihre Leistung war in gewisser Hinsicht bahnbrechend, denn nach ihrem Beispiel begannen die Adligen Autobiographien zu schreiben, während zuvor nur hochgeachtete Mönche Biographien verfassten.

 

 

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