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Volkstümliche Geschichten (1): Geschichten von Personen

28-05-2015

 

Im „Fröhlichen Waisenbankett“ kann man lesen, dass vor der Einführung des Buddhismus in Tibet viele volkstümliche Geschichten wie „Geschichte von Masang“ vor allem mündlich weitergegeben worden waren. Die meisten wurden bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts niemals aufgeschrieben. Erst nach 1951 veröffentlichte man einige Sammlungen volkstümlicher Geschichten, die wie folgt eingeteilt werden können:

Geschichten von Personen

Hierbei handelt es sich um Überlieferungen, die von Tsanpos, Weisen und Heiligen, aber auch von gewöhnlichen Menschen berichten.

Die Geschichten über Tsanpos sind dadurch gekennzeichnet, dass die Überlieferungen aus der Zeit vor Songtsan Gampo stark mythologische Züge aufweisen, z.B. das Herabsteigen von Nyitri Tsanpo vom Himmel auf die Erde oder die Eheschließung Zhongnianderu Tsanpos mit der Tochter eines Drachen, die sich durch Verzehren eines Frosches verjüngte, während sich der Tsanpo durch die gleiche Speise Aussatz zuzog. Um Songtsan Gampo und die Prinzessin Wencheng sind zahlreiche Geschichten entstanden, die zwar auch mythologisch gefärbt sind, vor allem aber ihre politischen Verdienste und ihre guten Taten für das Wohlergehen der Volksmassen betonen. Viele Geschichten beschreiben Klugheit und Lebensfreude, so z.B. wie Gar Tongtsan bei Kaiser Taizong im Namen von Songtsan Gampo um eine Tochter des Kaisers warb oder wie er einen Faden durch neunfachen Zick-Zack zog, wie er Schaffelle gerben ließ, Wein trank und wie er schließlich die Prüfung bestand, bei der er die Prinzessin Wencheng unter den zahlreichen Schönheiten des Hofes herausfinden musste. All dies zeugte von Gar Tongtsans Klugheit. Solche Geschichten waren unter den Volksmassen sehr beliebt, wurden Stoffe für Opern und Motive von Gemälden. Die Geschichten aus späterer Zeit behandeln berühmte Persönlichkeiten der Gesellschaft oder Heilige wie Milha Rabas oder Tongdong Gyibo.

Eine typische Figur in Geschichten über findige und einfallsreiche Personen ist Ngagu Dainba. In solchen Geschichten werden oft raffgierige Könige, reiche Leute, Händler und in sinnlichem Genuss versunkene Lamas verulkt und die Armen gegen Unrecht verteidigt. Die meisten Hauptfiguren sind keine tiefgründigen Philosophen und auch keine großartigen Redner, aber sie sind klug und findig, vermögen manchmal Unglaubliches zu tun und sind meist lustig. So findet man in den „Schätzen Ngagu Dainbas“ viele Lebensweisheiten geschildert. Da wird erzählt, wie Ngagu Dainbas Freunde ihn bitten, sie aus ihrer Not zu befreien. Er führt sie in die Berge und lässt sie nach Schätzen graben. Nachdem sie die Erde tief umgegraben haben, lehrt er sie das Säen. Später, bei der Ernte, begreifen seine armen Freunde endlich, dass man Schätze nur durch Arbeit erwerben kann.

Es gibt auch eine Gruppe von Geschichten, in denen wahre Begebenheiten erzählt und das Leben einfacher Menschen gezeigt werden. Sie umfassen ein breites stoffliches Spektrum und haben in der Regel wahre, spannende Handlungen. Manche sind lustig, andere tragische, aber wollen das Publikum zum Nachdenken bewegen. Manche Geschichten zeugen von Gegensätzen und Kämpfen in der alten Gesellschaft. Beispielsweise wird in „Der Herr und seine Sklaven“ die Frage, wer wen ernährt, gestellt und auch beantwortet. Im „Bänkellied über den älteren Bruder“ wird scheinbar lobend, jedoch mit unverkennbar spöttischem Unterton über das königliche Gesetz gesprochen, dass die Schulden des Großvaters an den Herrscher zurückgezahlt werden müssen. In „Köpfen“ wird erzählt, wie die Volksmassen dem Häuptling, der ihnen die Forderung der Beamten übermittelte, den Berggipfel abzutragen, damit er nicht weiterhin die Sonne verdecke, empört entgegenschrieen: „Lieber die Beamten köpfen als den Berggipfel abtragen!“ In „Vögel aus Holz“ wird berichtet, wie ein Schmied, ein Tischler und ein Maler einen Vogel aus Holz bauen, der fliegen kann. Hier werden Charakter und Weisheit der Werktätigen besungen.

Reisen

Weintraubenfest in Turpan auf der chinesischen Seidenstraße

Die Weintrauben aus Turpan sind weltbekannt. Sie werden seit mehr als 2000 Jahren angebaut.Die Weintraubenschlucht ist ein berühmter Anbauort, auch „Perlenstadt in der Wüste“ genannt. Seit 1990 wird dieses Fest jährlich veranstaltet.

Gesellschaft

Chinas Justizreform fördert Fairness und Gerechtigkeit

Angesichts der rasanten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung stellt Chinas Bevölkerung heute neue und noch höhere Anforderungen an die landeseigene Justiz. Die jüngst von der Regierung angestoßene Justizreform dürfte entscheidend dazu beitragen, das Vertrauen der Öffentlichkeit in diese zu erhöhen und die Bevölkerung in jedem Fall von Rechtssprechung Fairness und Gerechtigkeit spüren zu lassen.

Crowdfunding in China

Der Crowdfunding-Trend aus den USA hat längst auch China erreicht. Bereits 2011 gingen erste Portale im Reich der Mitte online. Seither hat sich die Branche rasant entwickelt. Bis Mitte 2014 zählte China über 80 Websites für Gruppenfinanzierung. Allein im August 2014 kamen neun neue Plattformen hinzu. Jungen Kreativen, Start-ups und Kleinunternehmern verschaffen die Portale neue Chancen. Doch die Regierung sieht weiteren Standardisierungsbedarf, um Missbrauch zu vermeiden.

Reform der Altersversicherung: Chinas duales Rentensystem vor dem Aus

Chinas duales Rentensystem steht vor dem Aus. Das verdeutlicht ein Beschluss des Staatsrates vom 14. Januar. Laut dem Papier gilt nun für Regierungsbedienstete und Angestellte öffentlicher Institutionen das gleiche grundlegende Rentensystem wie für Angestellte von Unternehmen. Jeder Arbeitnehmer muss demnach ab sofort monatlich acht Prozent seines Lohns oder Gehalts in die Rentenkasse einzahlen. Damit geht in der Volksrepublik rentenpolitisch eine Ära zu Ende, viele Herausforderungen hingegen bleiben.

Tibet

Volkstümliche Geschichten (2): Liebesgeschichten

In traditionellen Liebesgeschichten wird oft erzählt, dass sich ein Prinz in eine Fee verliebt. Dann versucht häufig ein Dämon, diese Liebe zu zerstören. Nach vielen Prüfungen und bestandenen Abenteuern wird die Liebe dann endgültig besiegelt.

Gesundheit

Mehr als nur Essen – Wie Chinesen alltägliche Lebensmittel zur Gesundheitserhaltung nutzen

„Essen ist des Volkes Himmelreich“ lautet ein bekanntes chinesisches Sprichwort. Dabei bedeutet Essen in China nicht nur Ernährung, sondern auch Gesundheitspflege. Wer in China am späten Nachmittag durch das Fernseherprogramm zappt, dem begegnen etliche Formate, die sich rund um das Thema Essen und Gesundheitserhaltung drehen. Die chinesische Ernährungslehre ist eine Wissenschaft für sich und für Ausländer gibt es noch viel unbekanntes Terrain zu entdecken.

Die Bienentherapie: Kleiner Stich mit großer Wirkung?

Schmerzvoll aber wirksam? Die Bienenstichakupunktur gehört sicherlich zu den meist umstrittenen Therapien der traditionellen chinesischen Medizin. Bei der Behandlung setzt der Arzt Bienen auf bestimmte Hautpartien, meist des Rückens, in die die Insekten durch Stechen ihr Gift injizieren. Der Beijinger TCM-Arzt Wang Menglin verwendet die Methode. Vor allem Patienten mit Rheuma oder Multipler Sklerose kämen zu ihm, sagt er.

Perle aus Yunnan: Pu-Erh-Tee als Waffe gegen die Pfunde?

Mit steigendem Wohlstand eines Landes schleichen sich auch die üblichen Wohlstandskrankheiten ein, das gilt auch für China. Nicht mehr die Nahrungsversorgung stellt ein Problem dar, sondern die zunehmende Überversorgung mit Lebensmitteln. Könnte Tee dabei zur wirksamen Waffe gegen überflüssige Speckpolster werden?