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Lebenswerte Smart-City oder Riesenmetropole zum Reißausnehmen? – Entwicklungsvisionen für Beijing und Chinas Hauptstadtregion

10-05-2017

  

Von Verena Menzel

 

Peter Tichauer, China-Experte und langjähriger Chefredakteur von ChinaContact 

 

„Ausländer meiden China - schlechte Luft, schlechte Bezahlung, hohe Kosten“ – so betitelte der China-Korrespondent von tagesschau.de Anfang April einen seiner Beiträge. Ob Privatwirtschaft oder öffentlicher Dienst, heißt es dort, deutschen Arbeitgebern falle es zunehmend schwerer, heimische Arbeitnehmer ins Reich der Mitte zu locken bzw. diejenigen, die bereits dort tätig sind, langfristig vor Ort zu halten.

 

Kein Wunder, sorgte doch gerade Chinas Hauptstadt Beijing in den vergangenen Monaten mit hoher Luftverschmutzung, voll gestopften U-Bahnen und verstopften Ringstraßen immer wieder für traurige Schlagzeilen, nicht nur in deutschen Medien. Bilder von Menschen mit Atemschutzmasken zwischen dreckigen Berufsverkehrsblechlawinen haben sich vielen Menschen im Westen ins Gedächtnis gegraben.

 

Doch bieten Chinas Metropolen wirklich eine so geringe Lebensqualität? Wie wird städtisches Leben in Chinas Hauptstadtregion in Zukunft aussehen, auch angesichts der Anfang April dieses Jahres verkündeten Pläne zum Aufbau einer neuen Sonderwirtschaftszone höchster Ebene vor den Toren der Hauptstadt? Und wird Beijing bald nicht mehr Beijing heißen, sondern den für westliche Münder zungenbrecherischen Namen „Jing-jin-ji“ tragen?

 

„Stadtkrankheiten“ einer Megacity

 

Wir haben mit einem Mann gesprochen, der sich auskennt. Peter Tichauer, Jahrgang 1960, kam erstmals Mitte der achtziger Jahre zum Studium nach Beijing. Seit 2006 lebt und arbeitet er dauerhaft in Chinas Hauptstadt, ist dort als Chefredakteur von ChinaContact tätig, das größte Wirtschaftsmagazin mit Chinafokus in deutscher Sprache. Er hat es vor 21 Jahren mitaufgebaut.

 

„Ich würde nicht woanders leben wollen“, so das eindeutige Statement des Wahlbeijingers, der 1984 erstmals chinesische Hauptstadtluft schnupperte. Eine Zeit, als den Passanten manchmal noch Schafe auf der Straße begegneten. Damals wurde die dritte Ringstraße gerade gebaut, jenseits davon begann das ländliche China. Bilder, die heute nur noch in den Köpfen alteingesessener Pekinger präsent sein dürften. Mittlerweile ist die Stadt zu einer der energiegeladensten Metropolen der Welt gereift und hat mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie die meisten Ballungszentren rund um den Globus.

 

Tichauer jedenfalls zieht es nicht in die Heimat zurück, weder in seine Heimatstadt Berlin, noch sonst irgendwo nach Deutschland oder Europa. Wirklich? Hand aufs Herz, die schlechte Luft schlägt doch auch China-Enthusiasten manchmal ganz schön aufs Gemüt, oder?

 

„Ja, die schlechte Luft ist sicherlich ein Problem, aber ich finde, dass wir aufgrund der modernen Technik auch wesentlich sensibilisierter sind für dieses Thema“, sagt der gelernte Offsetdrucker und Sinologe. „Neu ist sicherlich, dass wir hier in Beijing in den letzten eins-zwei Jahren teils Phasen erlebt haben, in denen über eine oder sogar zwei Wochen quasi am Stück konzentriert schlechte Luftwerte herrschten. Das schlägt sich sicherlich aufs Gemüt nieder. Wir dürfen aber auch nicht ignorieren, dass in China momentan sehr viel getan wird, um die Luftqualität zu verbessern. Insgesamt gesehen hat sich die Luftqualität in den letzten zwei Jahren durchaus verbessert. Fakt ist, dass gezielte Maßnahmen ergriffen werden und dass heute auch Frühwarnungen erfolgen, um die Menschen besser zu schützen.“

 

Im Vergleich zu noch vor einigen Jahren sei Chinas Hauptstadt heute deutlich grüner, auch im Umland, so der Deutsche. Er gibt zu bedenken: „Umweltprobleme lassen sich sicherlich nicht von heute auf morgen lösen und ich bin mir sicher, dass die Chinesen das Problem sehr ernst nehmen.“ Auch die Industrieländer hätten schließlich in der Vergangenheit mit großer Verschmutzung zu kämpfen gehabt. „Ich erinnere mich noch an meine Schulzeit in den siebziger Jahren, als es Berichte darüber gab, wie in Tokio Sauerstoffautomaten aufgestellt wurden, damit die Leute Frischluft tanken konnten. Heute ist Tokio eine saubere Stadt!“, so der Asienkenner.

 

Mit dem Finger auf China zu zeigen, bringe jedenfalls wenig, findet Tichauer. Man dürfe schließlich nicht vergessen, dass es gerade auch westliche Firmen gerade in der Anfangsphase nach Einführung der Reform- und Öffnungspolitik sehr genossen hätten, dass sie in China wesentlich weniger strengen Umweltauflagen ausgesetzt waren, als in ihren Heimatmärkten. „Letztlich haben also auch wir im Westen dazu beigetragen, dass die Luft hier schlechter geworden ist. Das darf man nicht vergessen.“

 

Ein Grund für die teils miese Luft in Chinas Hauptstadt ist der seit Jahren anhaltende Boom der Metropole. Längst ist sie zu einer Megacity angeschwollen. Rechnet man die Vororte am Stadtrand mit ein, leben in Beijing auf einer Fläche von 16.807 Quadratkilometern (etwas größer als Schleswig-Holstein) heute rund 21,5 Millionen Einwohner (Stand: März 2016), was rund einem Viertel der Bevölkerung der Bundesrepublik entspricht. Sie stammen aus allen Landesteilen, ethnischen Gruppierungen, ja vom ganzen Globus.

 

Es sind Menschenmassen, die versorgt werden wollen, mit Strom, Wasser und Nahrungsmitteln, Arbeitsplätzen und Dienstleistungen. Eine Mammutaufgabe, wenn man bedenkt, dass in der kargen Bergregion im Norden Chinas im Mittel gerade einmal 578 mm Niederschläge pro Jahr fallen, davon etwa 62 Prozent in den Monaten Juli und August. Das restliche Jahr über ist es äußerst trocken. Das Klima ist rau, das Terrain staubig, alle paar Jahre hüllen noch immer Sandstürme aus den Wüstengebieten der Inneren Mongolei die glänzenden Hochhausfassaden in apokalyptischen Nebel.

 

Keine Frage: Chinas Riesenmetropolen sind auf ein Ausmaß angeschwollen, wie es für Mensch und Umwelt kaum mehr verkraftbar ist. Wie aber lässt sich die Lage entschärfen und die Entwicklung ausbalancieren?

 

Suche nach mehr Ausgewogenheit

 

Chinas Regierung arbeitet mit Hochdruck an Lösungen, um die fortschreitende Verstädterung im Land in ausgewogene Bahnen zu lenken. In der Hauptstadtregion setzt sie dabei auf eine Mischung aus Synergieeffekten und einer Ausdifferenzierung von Funktionen. In Zukunft soll sich nicht mehr aller Ansturm auf die Hauptstadt Beijing alleine konzentrieren, sondern auch von der nahe gelegenen Küstenmetropole Tianjin und Teilen der Provinz Hebei geschultert werden, die beide Großstädte umgibt. Geplant ist, auf diese Weise eine neue Metropolregion aufzubauen, die den Namen Jing-jin-ji tragen soll, eine Wortneuschöpfung aus den Endsilben der Städtenamen Beijings und Tianjins sowie dem Zeichen „ji“ aus der historischen Bezeichnung für die Provinz Hebei.

 

„Es geht hierbei aber nicht darum, eine neue Megacity mit unaussprechlichem Namen aufzubauen, wie man in ausländischen Medien teilweise liest. Vielmehr soll ein Städtecluster entstehen, das einerseits dazu dient, in bestimmten Regionen Potentiale zu bündeln und zum anderen Funktionen zu entzerren und auf diese Weise Synergien für die Entwicklung der gesamten Region zu schaffen“, erklärt der Wirtschaftsjournalist. Eine ähnliche Strategie verfolge Chinas Regierung bereits im Perlfluss- und im Jangtse-Delta oder auch in der Region um Chongqing in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. „Einzelne Regionen sollen einander unter die Arme greifen und einander ergänzen“, erklärt Tichauer das Prinzip. Im Falle der Hauptstadtregion erhofft sich vor allem die bisher weniger stark entwickelte Provinz Hebei neue Entwicklungsimpulse durch die Pläne der Zentralregierung.

 

Eine Schlüsselrolle werden dabei drei ländliche Kreise in der Hebeier Stadt Baoding spielen, die rund einhundert Kilometer südlich von Beijing liegt. Bisher waren sie entwicklungsmäßig blinde Flecken auf der Landkarte. Anfang April verkündete Staatspräsident Xi Jinping, dass dort die neue Großstadt Xiong’an mit einer Sonderwirtschaftszone nationaler Ebene aus dem Erdboden gestampft werden soll. Südwestlich von Beijing und Tianjin gelegen wird die neue Metropole den letzten Eckpunkt des Entwicklungsdreiecks Jing-jin-jin bilden.

 

Doch nicht nur das: Als Pilotprojekt soll Xiong’an „Heilmittel“ gegen klassische „Stadtkrankheiten“ erforschen, darunter die Transformation der Wirtschaftsstruktur und die Umsetzung eines neuen Musters der Urbanisierung. Dafür sollen alle nicht-hauptstädtischen Funktionen im Bereich Verwaltung, Bildung und Industrie Beijings in die neue Zone verlagert werden.

 

Ein neues Shenzhen?

 

Experten und führende Politiker des Landes nennen die neue nationale Wirtschaftszone bereits in einem Atemzug mit früheren Erfolgsmodellen wie den Wirtschaftszonen Shenzhen in der Provinz Guangdong und Pudong in Shanghai. Doch wird am Rande der Hauptstadt tatsächlich ein neues Wirtschaftswunder nach deren Vorbild entstehen? Und welche Chancen bietet die Sonderwirtschaftszone Xiong‘an für die Verbesserung der Lebensqualität in der Hauptstadtregion?

 

Tichauer rät zu einer differenzierten Analyse: „Eine Gemeinsamkeit ist sicher, dass Xiong’an ähnlich wie Shenzhen oder Pudong von oberster Ebene gefördert wird. Es wird hier aber sicher keine neue Industriebasis mit Massenproduktion entstehen, wie es in Shenzhen damals der Fall war.“ Das kleine Fischerdorf vor den Toren Hongkongs hatte sich dank staatlicher Förderung kurz nach Einführung der Reform- und Öffnungspolitik in kürzester Zeit zu einer blühenden Millionenmetropole entwickelt und wurde als „Werkbank der Welt“ bekannt. „Xiong’an soll dagegen Modell sein für die Entwicklung einer intelligenten Stadt bzw. eines modernen Wirtschaftsgebiets im Zeitalter der neuen technologischen Revolution. Sprich: Es geht um den Aufbau modernster Industrie, aber auch um Beispiele, wie ökologische Städte entstehen können, die Industrie, Leben und Umwelt miteinander in Einklang bringen“, erklärt der Journalist.

 

Insofern biete Xiong’an auch ausländischen Unternehmen viele Chancen. „Das gilt insbesondere für die Bereiche Städteplanung und Abwassermanagement, den Naturschutz und moderne, umweltschonende Industrien, die auf Internetentwicklung basieren. Diese sollen von Xiong’an aus ins Land gebracht werden“, erklärt Tichauer.

 

Aber kann ein solcher am Reißbrett ausgearbeiteter Plan in der Praxis wirklich funktionieren? Und hat die neue Zone tatsächlich das Potential, „Stadtkrankheiten“ zu heilen bzw. spürbar zu vermindern?

 

„Man muss natürlich sehen, dass sich eine solche Sonderwirtschaftszone nicht von heute auf morgen entwickeln lässt. Im Falle von Xiong’an wird man hier schon in längeren Horizonten denken müssen und wir werden gewiss kein so schnelles Wachstumstempo erleben wie damals in Shenzhen“, so der China-Kenner.

 

Ein Kerngedanke des Vorstoßes zur integrierten Erschließung der Metropolregion Jing-jin-ji sei städtische Clusterbildung und der Aufbau von so genannten Satellitenstädten. Ein Konzept, das Tichauer als positive Strategie bewertet. „Diese Strategie wird sicher für die künftige Entwicklung der gesamten Hauptstadtregion vorteilhaft sein. Vor allem die Provinz Hebei dürfte langfristig wirtschaftlich stark von dem Vorstoß profitieren.“

 

Um die hohe Verkehrsbelastung der Hauptstadt zu mindern und die dichten Pendlerströme auszudünnen, sollen in solchen Satellitenstädten neue Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten entstehen, die dicht beieinander liegen. Die Regierung hat beispielsweise angekündigt, die Stadtverwaltung nach Tongzhou in die Beijinger Vorstadt umzusiedeln. Ob hier jedoch eine schnelle verkehrsmäßige Entlastung einsetzt, müsse abgewartet werden, sagt der Deutsche. Das gelte im Übrigen auch für die Verlegung anderer Institutionen und Arbeitsplätze in die Planstadt Xiong’an. „Die Menschen, die in der Verwaltung arbeiten, haben ihre Eigentumswohnungen eben größtenteils noch im Stadtzentrum, was bedingt, dass das Pendlerproblem durch die Auslagerung wohl kurzfristig erst einmal nicht gelöst werden wird. Die Pendelströme verlagern sich meiner Meinung nach auf diese Weise lediglich“, so Tichauer. Eine zentrale Frage im Falle der chinesischen Hauptstadtregion werde schlussendlich sein, inwieweit es gelingen wird, Satellitenstädte tatsächlich zu einem attraktiven Lebensumfeld auszugestalten und ob die Beijinger bereit sein werden, in diese neuen Zentren umzuziehen.

 

Mischung aus Planung und natürlicher Entwicklung

 

Damit das neue Städteclustererfolgreich zusammenwachsen kann und die Chance hat, zu einem Vorbild für die Entwicklung moderner Metropolregionen zu werden, müssen zunächst die nötigen Voraussetzungen und Strukturen geschaffen werden. Und hier sieht Tichauer China auf einem guten Weg. „Dadurch, dass die chinesische Regierung gute Rahmenbedingungen dafür schafft, dass sich solche Städtecluster entwickeln können, etwa durch den Ausbau der Infrastruktur und die Errichtung von Intercity-Netzen oder die Schaffung von Park&Ride-Angeboten an U- und S-Bahnhöfen, schafft sie gewissermaßen ein stützendes Skelett. Das Drumherum muss sich dann auf natürliche Weise entwickeln, Fleisch muss wachsen und Fett muss sich ansetzen. Fakt ist, dass Satellitenstädte einfach Zeit brauchen, um sich mit Leben zu füllen.“

 

Was die Luftverschmutzung betrifft, könnten die Beijinger jedenfalls schon bald vom Vorstoß zur Entwicklung der neuen Zone Xiong’an profitieren. Denn aus dem unmittelbaren Umfeld der Hauptstadt sollen schon bald die ersten Industriebetriebe in die umliegende Provinz Hebei verlagert werden, um einerseits Beijings Profil als reine Hauptstadt zu schärfen und andererseits der Wirtschaft in der bisher teils wenig entwickelten Provinz Hebei stärkere Wachstumsimpulse zu verleihen. „Man darf sich das aber nicht so vorstellen, dass veraltete und dreckige Industrieanlagen in Beijing einfach abgebaut und andernorts im Umland genauso wieder aufgebaut werden. Verbunden mit der Umsiedlung geht eine Modernisierung einher und eine strengere Einhaltung von Umweltstandards“, sagt der Wirtschaftsjournalist. Und das dürfte die gesamte Region in Sachen Umweltqualität und Luftwerte aufatmen lassen.

 

Und auch in Sachen Internetentwicklung und E-Commerce dürfte die geplante Smart-City Xiong’an der Hauptstadtregion neue Impulse geben. Dabei ist Beijing, was digitale Serviceleistungen, E-Payment und Onlinehandel angeht, schon heute selbst Europa voraus, findet Tichauer. „Ich habe kürzlich eine Grafik darüber gesehen, was Deutschland in den kommenden fünf Jahren im Bereich E-Payment erreichen will. Das haben wir hier in Beijing alles längst! In Beijing kann man schon heute überall per Mobiltelefon bezahlen. Man kann hier ohne Geldbeutel aus dem Haus gehen, ein Fahrrad mieten, per App Essen bestellen und vieles mehr.“ Die digitale Zukunft hat in Chinas Metropolen also schon begonnen.

 

„Das Faszinierende ist, wie schnell solche Ideen hier in China angenommen werden. Die Menschen sind bereit, neue Technologien direkt in ihren Alltag einzubinden. Was das betrifft, sind die Chinesen sehr pragmatisch in der Entwicklung. Das macht Spaß und bringt viele Erleichterungen im Alltag“, sagt der Wahlbeijinger. Angesichts solch großer Flexibilität und Entwicklungsneugier darf man also gespannt sein, wie sich die Hauptstadtregion und das Mammutprojekt Xiong‘an in den kommenden Jahren entwickeln werden. Am besten wird sich diese Dynamik natürlich vor Ort erleben lassen, in Chinas Hauptstadt Beijing. Einer spannenden Metropole, die schon heute Einiges zu bieten hat und eindeutig besser ist, als ihr Ruf.

 

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