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Teile und gewinne – der Aufschwung der Sharing Economy in China

28-06-2017

 

Von Shi Xun*

Sie arbeiten im Büro und Ihr Auto steht auf dem Parkplatz. Sie müssen für das Parken bezahlen! Was könnten Sie machen, wenn Sie etwas Geld mit diesem ungenutzten Auto verdienen wollen?

Die Antwort auf diese Frage wurde bereits vor drei Jahren gegeben. Im Jahr 2013 startete PP Car Rental (jetzt Start Car Rental) ein Geschäft mit dem Ziel, die städtische Verkehrskapazität durch die Verbesserung der Fahrzeugnutzung zu erhöhen und gleichzeitig den Autobesitzern Einnahmen zu verschaffen.

Bisher wird dieses Geschäftsmodell in 16 großen und mittelgroßen Städten in China umgesetzt. 600.000 Autobesitzer und mehr als eine Million Kunden sind dabei. Dieses neue Geschäftsmodell ist inzwischen landesweit populär. Im Februar 2017 hat Atzuche, einer der Konkurrenten von Start Car Rental, eine C-Runden-Finanzierung im Wert von mehr als 400 Millionen Yuan abgeschlossen.

In den letzten Jahren hat die Sharing Economy den Alltag der Chinesen in Bezug auf Kleidung, Nahrung, Wohnung und Transportmittel deutlich verändert. Nehmen wir Fortbewegungsmittel als Beispiel. Der chinesische Fahrdienst-Vermittler Didi Chuxing bietet eine App für das Handy an, mit der Nutzer Autos, Taxis oder Mitfahrgelegenheiten bestellen und mit dem Fahrer kommunizieren können. Und das neue Bike-Sharing-Konzept stellt Chinas Großstadtbewohnern ein bequemes und erschwingliches Nahverkehrsfortbewegungsmittel zur Verfügung.

Laut einem Bericht des Sharing Economy Research Center des Staatlichen Informationszentrums erreichte der Marktumsatz der chinesischen Sharing Economy im Jahr 2016 3,452 Billionen Yuan, eine Steigerung um 103 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Jahr. 600 Millionen Menschen waren in dieser Branche beteiligt, eine Zunahme um 100 Millionen gegenüber dem Jahr 2015.

Der Bericht prognostiziert, dass der Sektor in den kommenden Jahren mit einer durchschnittlichen Rate von ca. 40 Prozent wachsen und bis 2020 mehr als 10 Prozent des BIP des Landes ausmachen wird.

Gemeinsame Nutzung brachliegender Ressourcen

Die Sharing Economy ist ein neues Geschäftsmodell, bei dem der Betreiber eine Plattform anbietet, um eine geteilte Nutzung von ganz oder teilweise ungenutzten Ressourcen wie Waren, Arbeitskräften, medizinischen und Bildungsressourcen zu ermöglichen. Die Sharing Economy konzentriert sich auf die Ermöglichung des Zugangs statt des Besitzes, damit die unbenutzten Waren, Technologien und anderen Ressourcen Gewinne generieren können.

Das Internet, vor allem das mobile Internet, hat der Entwicklung der Sharing Economy einen fruchtbaren Boden zur Verfügung gestellt. Laut Angaben von PricewaterhouseCoopers (PwC) liegt der weltweite Umsatz der Sharing Economy bei rund 15 Milliarden US-Dollar. Und voraussichtlich wird er bis zum Jahr 2025 auf 335 Milliarden US-Dollar ansteigen.

Im Oktober 2015 wurde die Förderung der Sharing Economy im Kommuniqué der Fünften Plenartagung des 18. Zentralkomitees der KP Chinas genannt und bei der Formulierung des 13. Fünfjahresplans für die volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung (2016–2020) vorgeschlagen. Das war das erste Mal, dass die Sharing Economy in den strategischen Plan der Partei und des Staates aufgenommen wurde. Im März 2016 haben zehn staatliche Organe, darunter auch die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform, gemeinsam „Leitlinien zur Förderung des grünen Verbrauchs“ erlassen. Darin wurde gefordert, dass Anstrengungen unternommen werden sollen, um die Entwicklung der Sharing Economy zu unterstützen, die effektive Nutzung ungenutzter Ressourcen zu fördern sowie Car-Sharing-Plattformen, private Autovermietung, Vermietung privater Unterkünfte und Austausch von gebrauchten Waren schrittweise zu entwickeln.

Airbnb, die weltweit größte Online-Plattform für Buchung und Vermietung von Unterkünften, ist Schöpfer der Sharing Economy. Als Online-Plattform stellt er den Kontakt zwischen Gastgeber und Gast her. Ohne die laufenden Kosten eines traditionellen Hotels kann der Betreiber der Plattform durch den Kauf einiger Server und die Einstellung einiger Mitarbeiter expandieren und Gewinne erhöhen. Jetzt beschäftigt Airbnb über 1.600 Mitarbeiter, die gemeinsam für die Verwaltung der mehr als zwei Millionen verfügbaren Räume in 191 Ländern rund um den Globus zuständig sind.

Xiaozhu.com ist der chinesische Rivale von Airbnb. Derzeit vermittelt das Unternehmen mehr als 100.000 verfügbare Räume in über 25 chinesischen Städten. Sein Umsatzvolumen im Jahr 2016 betrug mehr als eine Milliarde Yuan.

Anfangs stellte Xiaozhu.com nur Einzelzimmer zur Verfügung, und seine Kunden waren vor allem junge Menschen, die auf einer Reise oder auf der Suche nach einem Arbeitsplatz waren. Mit der Popularisierung der kurzfristigen Vermietung von Wohn- und Schlafräumen hat das Unternehmen eine wachsende Zahl von Kunden im Alter von 20 bis 30 Jahren angezogen. Und ihre Bedürfnisse sind vielfältig: manche suchen eine Unterkunft für ihre Reise oder ihren Studienaufenthalt, während andere eine Wohnung mieten wollen, um ihren Arztbesuch in mehr entwickelten Städten zu begünstigen.

Chen Chi, der Gründer von Xiaozhu.com, ist sehr zuversichtlich über sein Geschäft. Er sagt, dass der Leitgedanke seines Unternehmens darin liege, den Kontakt zwischen Gastgeber und Gast herzustellen. „Der Vorteil dieses Geschäftsmodells ist, dass wir kein Hotel zu mieten und nur wenige Mitarbeiter einzustellen brauchen“, sagt er. „Über unsere Dienste werden Übernachtungen an Gäste vermittelt, so dass die unbewohnten Wohnungen der Gastgeber genutzt werden können. Uns ist es sehr wichtig, Vertrauen zwischen Gastgeber und Gast aufzubauen, weil sie sich vorher nicht kennen“, so er weiter.

„Kein Land in der Welt hat so viele Einwohner wie China. Viele Chinesen wollen eine Reise machen oder für einen besseren Arbeitsplatz einen Ortswechsel vornehmen. Zur gleichen Zeit gibt es landesweit viele unbewohnte Wohnungen. Wenn diese brachliegenden Ressourcen genutzt werden könnten, um Reisenden ein besseres Erlebnis zu bieten, könnte das Marktpotenzial riesig sein“, fügt Chen hinzu.

Immer mehr Freiberufler

Um den Geburtstag seiner Eltern zu Hause zu feiern, hat Herr Song einen Catering-Service per App bei Idachu.com bestellt. Online wählte er persönlich alle Gerichte aus, von kalten Speisen bis zu einem Obstteller. Am nächsten Tag kamen pünktlich zwei Köche an. Sie waren in ihrer Berufsuniform gekleidet und hatten alle Zutaten und Gewürze mitgebracht. Vier Stunden später kamen die Eltern nach Hause zurück und waren über das herrliche Abendessen überrascht. Laut Herrn Song sei dies nicht das erste Mal gewesen, dass er diesen Service bestellt hat. „Es ist die beste Wahl für Leute wie mich, die mit ihrer Arbeit sehr beschäftigt sind und selten kochen“, sagt er.

In den letzten Jahren sind zahlreiche Catering-Service-Plattformen entstanden. Es ist nicht mehr das Privileg der reichen Leute, einen Koch einzustellen. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden, wurden verschiedene Plattformen etabliert, die brachliegende Ressourcen in der Gesellschaft ausnutzten. So hat beispielsweise die App „Home-Cook“ viele kochbegeisterte Eltern angeregt, für andere zu kochen. Sie genießen ihre Teilzeitarbeit sehr, weil sie einerseits Geld verdienen, andererseits auch ihre Freizeit nutzen, um junge Menschen, die in einem ähnlichen Alter wie ihre eigenen Kinder sind, zu bekochen, so dass sie die familiäre Wärme spüren können, auch wenn sie nicht in ihrer Heimat sind. Im Vergleich zu Restaurants sind diese „Köche“ viel sorgfältiger beim Auswählen und Waschen sowie bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln.

Mit der schnellen Entwicklung der Sharing Economy umfassen die Güter und Dienstleistungen, die geteilt werden können, ein breiteres Spektrum, von Autos und Wohnräumen bis zu Talenten und Fähigkeiten. Dieser Trend hat zu einer wachsenden Anzahl von Freiberuflern geführt. Luo Zhenyu, der Gründer von „Logical Thinking“, einer Online-Talkshow über gesellschaftliche Fragen, kommentiert die wichtige Rolle der Märkte so: „Wenn Sie einen Korb mit Rüben auf den Markt bringen, können Sie alle verkaufen – es muss nur der Preis stimmen.“

Neben ZBJ.com und Doumi.com ist Lagou.com, eine Online-Arbeitsbörse, voller Zuversicht über das Potenzial des freiberuflichen Arbeitsmarktes. Sie hat eine Plattform geschaffen, um qualifizierte Fachkräfte wie Entwickler, Designer, Programmierer, Vertriebsmitarbeiter und sogar kleine Firmen und Studios mit großen Unternehmen in Kontakt zu bringen, so dass diese nach ihren eigenen Bedürfnissen Fachkräfte engagieren können und die angestellten Fachkräfte sich nicht an starre Bürozeiten halten müssen. Darüber hinaus bietet diese Plattform auch komplette rechtliche und Sozialversicherungsdienste an.

Immer mehr junge Menschen sind sogenannte „Slash“-Berufstätige geworden, die gleichzeitig verschiedene Tätigkeiten ausüben. So kann beispielweise jemand gleichzeitig „Fotograf/Illustrator/Kolumnist“ oder „privater Reiseführer/Yoga-Trainer/prominenter Blogger“ sein. Solche Menschen sind professionell in bestimmten Bereichen und können sich jederzeit an Projekten beteiligen, um eine neue Lebens- und Arbeitsweise zu praktizieren.

„Das allgemeine Verständnis über freiberufliche Tätigkeiten ist heute ein anderes. Früher waren viele der Ansicht, dass die Freiberufler in der Regel müßig seien und auch ihre Arbeit nicht stabil bleibe“, sagt Bao Aile, CMO (Chief Marketing Officer) von Lagou.com.

Neuer Trend unter jungen Leuten

Es ist nicht neu, eine festliche Kleidung online zu mieten. Aber jetzt kann man auch modische Kleidung für den täglichen Gebrauch mieten, weil in letzter Zeit zahlreiche Kleidungsverleihdienste wie yi23.net, msparis.com, meilizu.com und duolayimeng.com entstanden sind. Alle bemühen sich darum, die Nachfrage zu befriedigen und dem neuen Trend zu folgen.

Durch die Zahlung eines Mitgliedsbeitrags von 399 bis 499 Yuan können Kunden drei Kleidungsstücke zu einem Zeitpunkt mieten. Auch so viele Male wie sie pro Monat wollen. Diese Plattformen zielen auf Büroangestellte in den großen Städten und stellen modische Bekleidung zur Verfügung. Inzwischen arbeiten diese Plattformen auch mit professionellen Wäschereien zusammen oder haben sogar eigene Wasch- und Reinigungszentren gegründet, damit die Kunden davon überzeugt sein können, dass alle angebotenen Kleider sauber sind.

Heute finden viele junge Leute Gefallen am Online-Shopping auf großen Websites wie Taobao.com. Darüber hinaus sind sie auch Fans von Xianyu, einem Online-Markt für gebrauchte Waren. Die im Jahr 2014 gegründete Tochterfirma von Taobao.com bietet Dienstleistungen wie den Austausch von Second-Hand-Produkten, Vermietungen von Wohnräumen, Auktionen, Kauf und Verkauf von gebrauchten Fahrzeugen sowie den Austausch von Wissen und Fähigkeiten an. Einer der Gründe für die Entstehung der Sharing Economy in den USA liegt darin, dass die Menschen zu viele Güter besitzen. Die Nachfrage nach dem Verleih ungenutzer Waren machte die Entwicklung der Sharing Economy möglich. Jetzt sind auch viele junge Chinesen durch das Problem, dass sie mehr besitzen als sie brauchen, nachdenklicher geworden.

Im Jahr 2016 betrug die Anzahl der Nutzer von Xianyu mehr als 200 Millionen. Vor der Abschlussfeier im Jahr 2016 organisierte Xianyu in 117 chinesischen Universitäten und Hochschulen Flohmärkte, so dass die Absolventen ihre nicht mehr benötigten Gegenstände verkaufen konnten. Nun sind solche Flohmärkte bei den Studierenden sehr beliebt.

Am 29. März 2017 veröffentlichte CBNData mit Xianyu eine gemeinsame Studie über die Nutzung der Sharing Economy in der 1990er-Generation. Demnach machten die Nutzer im Alter von 16 bis 27 Jahren ungefähr 55 Prozent der Gesamtnutzerzahl von Xianyu aus. Dies bedeutet, dass die 1990er-Generation der Motor zur Förderung der Sharing Economy geworden ist.

Die jungen Leute, die in den 1990er Jahren geboren wurden, tauschen nicht nur ihre persönlichen Gegenstände wie Film- oder Popstarsammlungen aus, sondern entwickeln auch ihren eigenen Lebens- und Konsumstil. Beispielsweise verdienen einige Geld, indem sie ihre Freizeit oder Fähigkeiten zur Verfügung stellen. Die Dienstleistungen, die sie anbieten, decken ein weites Spektrum ab, so beispielsweise Morning Calls, Tarotkartenlegen und Online-Spiele.

Einen gemeinsamen Arbeitsbereich zu teilen ist auch ein neues Modell für die Einrichtung eines Büros. Die weltberühmte Firma WeWork wurde erst 2010 in New York gegründet, besitzt heute aber schon einen Schätzwert von über zehn Milliarden US-Dollar. Ihre 54 gemeinsamen Arbeitsbereiche sind über viele Großstädte in den USA verteilt und das Unternehmer expandiert in andere Länder rund um den Globus.

Seit 2014 fördert die chinesische Regierung Existenzgründungen, so dass eine große Anzahl von Startups entstanden ist und auch die Nachfrage nach Arbeitsbereich stark ansteigt. Die People Square (P2) Company ist das erste chinesische Unternehmen, das diesen Service zur Verfügung stellt. Heute betreibt das Unternehmen 15 Arbeitsbereiche in Beijing und Shanghai. Während der Hauptsaison ist ein neu eingerichteter Arbeitsbereich innerhalb von zwei bis drei Monaten voll besetzt. Dieses Modell zielt nicht nur auf die Teilung der Miete, sondern auch auf die gemeinsame Nutzung von Ressourcen. In einem gemeinsamen Arbeitsbereich nutzen verschiedene Unternehmen dieselben Einrichtungen. Sie können sich auch gegenseitig bei der Organisation von Offline-Aktivitäten unterstützen und das Brainstorming-Meeting eines Unternehmens kann einem anderen Unternehmen Inspiration geben oder sogar zur Kooperation bei einem neuen Startprojekt führen.

Aufbau eines Kreditsystems

Eine von Start Car Rental durchgeführte Umfrage zeigt, dass nur 17 Prozent der privaten Autobesitzer in den großen Metropolen wie Beijing und Shanghai bereit sind, ihre Fahrzeuge mit den anderen zu teilen. Sie sind vor allem darüber besorgt, dass eine unsachgemäße Bedienung durch andere das Fahrzeug beschädigen könnte und die Mieteinnahmen nicht einmal ausreichen, um die Wartungsgebühren auszugleichen.

Das gegenseitige Vertrauen steht im Mittelpunkt der Sharing Economy. Menschen, die sich vorher gar nicht kannten, sind durch gemeinsame Nutzung von Gütern miteinander verbunden. Und für den Schutz dieser Güter sind sie gemeinsam verantwortlich. Wie kann Vertrauen aufgebaut und Risiko unter Kontrolle gestellt werden? Das ist ein dringend zu lösendes Problem.

Das Unternehmen Start Car Rental hat festgelegt, dass jene, die ein Auto mieten möchten, einige Anforderungen erfüllen müssen, nachdem es einige Fälle erlebt hatte, bei denen die vermieteten Fahrzeuge illegal verpfändet wurden. Das Unternehmen überprüft zuerst die persönlichen Informationen der Mieter bei der Polizei und der Verkehrsverwaltungsbehörde. Die Mieter sollten seit mindestens sechs Monaten einen Führerschein besitzen. Darüber hinaus dürfen sie in den vergangenen drei Jahren nicht einmal durch Trunkenheit am Steuer, einen selbstverschuldeten Unfall oder Führerscheinentzug bestraft sein.

Laut Chen Chi, CEO von Xiaozhu.com, sollte ein größeres Kreditumfeld aufgebaut werden. Er schlug vor, wie in Europa und den USA Kreditvorschriften und Kreditunterlagen für alle zu etablieren. „Nur wenn die Handlungen jeder Person verfolgt werden können, kann Vertrauen unter Fremden entstehen“, sagt er.

Der Aufbau eines Kreditsystems ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der Sharing Economy. Am 14. April 2017 sagte ein Verantwortlicher der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform, dass entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um den Informationsaustausch zwischen Fahrradvermietungsunternehmen, CreditChina.gov.cn und anderen Serviceabteilungen über Kreditinformationen zu ermöglichen. Alle Beteiligte sollen für gutes Verhalten belohnt und für Fehlverhalten bestraft werden.

Die Chinesische Volksbank hat bereits im Januar 2015 ein Rundschreiben veröffentlicht, in dem acht Unternehmen für Kreditinformationsdienste, darunter Sesame Credit, Tencent Credit Services und Qianhai Credit Services, aufgefordert wurden, Vorbereitungen für die Sammlung persönlicher Kreditinformationen zu treffen. Heute haben diese acht Unternehmen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Online-Shopping-Plattformen, Plattformen für Kommunikationen, Apps für Auto- und Wohnungsvermietung und Finanzkredite einen elektronischen Datenaustausch gestartet, mit dem Ziel, ein Kreditinformationssystem mithilfe von Big Data aufzubauen. Es wird ein unaufhaltsamer Trend sein, dass die Entwicklung der Sharing Economy untrennbar mit dem persönlichen Kreditinformationssystem verknüpft sein wird.

*Shi Xun ist ein chinesischer Medienveteran.

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