CHINAHOY

HOME

HOME

Seidenstraßen-Initiative: Gemeinsam auf der Straße der Entwicklung

25-04-2017

 

Von Zhou Lin

 

Im September 2013 stellte Chinas Staatspräsident Xi Jinping erstmals den Plan zum gemeinsamen Aufbau des Wirtschaftsgürtels Seidenstraße und der maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts vor, eine Initiative, die auch unter dem Namen „ein Gürtel und eine Straße“ bekannt ist. Seither hat Chinas Staatspräsident das Konzept bei Besuchen in insgesamt 37 Ländern eingehend erläutert. Bei verschiedenen Gelegenheiten rief er dazu auf, gegen Handelsprotektionismus aufzutreten und die Zusammenarbeit auf dem internationalen Markt zu verstärken. Diese Vorstöße haben großen Anklang in zahlreichen Ländern gefunden. In den vergangenen dreieinhalb Jahren hat sich ein strategischer Konsens unter den verschiedenen asiatischen und europäischen Ländern über die Initiative herausgebildet. Immer mehr Staaten und internationale Organisationen haben den Wunsch zum Ausdruck gebracht, am Aufbau der neuen Seidenstraße teilzunehmen.

 

Das Konzept des gemeinsamen Gewinnens durch Zusammenarbeit steht im Zentrum der Initiative „Ein Gürtel und eine Straße“. Im Bild zu sehen ist der griechische Hafen Piräus, der von der China Cosco Shipping Group betrieben und verwaltet wird.  

 

Laut amtlicher Statistik des Bo’ao-Asienforums belief sich Chinas Warenhandelsvolumen mit den Ländern entlang den beiden Routen von Juni 2013 bis Juni 2016 auf rund 3,1 Billionen US-Dollar, was 26 Prozent des gesamten chinesischen Außenhandelsvolumens entspricht. Zeitgleich hat China in 18 Ländern entlang den neuen Seidenstraßenrouten insgesamt 52 Kooperationszonen für Wirtschaft und Handel aufgebaut, 13 davon haben bereits die Prüfung und Abnahme bestanden. Die Gesamtinvestitionen in diese Projekte beliefen sich auf 15,6 Milliarden US-Dollar. Bis 30. Juni 2016 unterzeichnete China mit insgesamt 104 Ländern und internationalen Organisationen bilaterale Investitionsabkommen im Rahmen der Initiative. Die Volksrepublik hat bereits 51,1 Milliarden US-Dollar in verschiedene Projekte in den Ländern entlang der neuen Seidenstraße investiert, was zwölf Prozent der gesamten Direktinvestitionen Chinas entspricht.

 

Infrastrukturelle Vernetzung

 

In den vergangenen drei Jahren wurden auch im Bereich des infrastrukturellen Aufbaus solide Fortschritte erzielt, wodurch nicht nur Wirtschaft und Handel, sondern auch der Kulturaustausch im weiteren Sinne maßgeblich gefördert werden konnten. Laut Statistik wurden allein in den chinesischen Provinzen entlang den Routen 15 neue Flugplätze gebaut sowie 28 bestehende Flughäfen um- bzw. ausgebaut. Staatliche Großunternehmen wie die China Railway Group oder die China Communications Construction Company haben bereits 38 beispielgebende Großprojekte im Bereich der Verkehrsinfrastruktur in 26 verschiedenen Ländern entlang den Routen durchgeführt.

 

Das Land Pakistan ist eines der wichtigen Länder im Rahmen des Aufbaus des Wirtschaftsgürtels Seidenstraße und der maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts. Der Chinesisch-pakistanische Wirtschaftskorridor ist das Flaggschiff-Projekt der Initiative. Er erstreckt sich von der chinesischen Stadt Kashgar ausgehend bis zum pakistanischen Hafen von Gwadar. Bei dem Wirtschaftskorridor handelt es sich nicht nur um einen reinen Handelsweg, sondern auch um eine Verbindung der Landstraßen, Eisenbahnlinien sowie Erdgas- und Ölleitungen und eine Vernetzung der Langstrecken-Glasfaserkabel beider Länder. Pakistans ehemaliger Premierminister Shaukat Aziz sagte in einem Interview mit China Today: „Durch die infrastrukturelle Verbindung und Vernetzung im Rahmen des Aufbaus der Seidenstraßen-Initiative kommen die Völker beider Länder einander ein weiteres Stück näher.“

 

Aziz sagte: „Die chinesisch-pakistanischen Beziehungen haben die Prüfung durch die Geschichte bestanden. Schon immer haben unsere beiden Länder ihre bilateralen Beziehungen auf der Grundlage des Friedens, des gegenseitigen Respekts und der Win-win-Zusammenarbeit ausgebaut. Ich persönlich habe durch meine Arbeit in der Regierung und im außenpolitischen Ressort viele Erfahrungen gesammelt, die deutlich beweisen, dass China ein echter Freund unseres Landes ist.“ Chinas Seidenstraßen-Initiative habe den Beziehungen zwischen beiden Ländern neue Entwicklungsimpulse verliehen. Eine These, die letztlich auch durch einige im Rahmen des chinesisch-pakistanischen Wirtschaftskorridors in Angriff genommene Großprojekte belegt wird, zum Beispiel durch die Autobahn Pashewar – Karachi sowie die Freihandelszone Gwadar. Laut einer Statistik der pakistanischen Zentralbank hat China im Finanzjahr 2015/2016 Direktinvestitionen in Höhe von 594 Millionen US-Dollar in Pakistan getätigt.

 

Die Seidenstraßen-Initiative lege großen Wert auf die infrastrukturelle Verbindung und Vernetzung, egal ob es um Straßen-, Eisenbahn- und Luftliniennetze oder um digitale Netze gehe. Wenn es gelinge, beide Völker noch enger miteinander zu verbinden, werde auch der allgemeine Zusammenhalt stärker, erklärte der ehemalige pakistanische Spitzenpolitiker. „Durch die gegenseitige Abhängigkeit wird der Umgang miteinander intensiviert, wodurch auch die bilateralen Beziehungen ausgebaut werden. Das gilt nicht nur für den Austausch zwischen einzelnen Menschen im Kleinen, sondern auch für den zwischenstaatlichen Austausch im Großen“, so Aziz weiter.

 

Die Seidenstraßen-Initiative verkörpere auch das Konzept des gemeinsamen Gewinnens. Chinesischen Unternehmen böten sich durch den Gang ins Ausland neue Geschäftschancen. Gleichzeitig würden sie aber auch neue Arbeitsplätze für das pakistanische Volk schaffen, betonte der ehemalige Premier. „Der Beschäftigungszuwachs bringt uns wirtschaftliche Prosperität und diese stärkt die Zuversicht der Menschen. All dies trägt letztlich zur Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern und Völkern bei“, betonte er. „Wenn die Menschen in Pakistan merken, wie sich ihre Lebensbedingungen spürbar verbessern, werden sie die Seidenstraßen-Initiative mit offenen Armen begrüßen“, so sein Fazit.

 

Gemeinsames Gewinnen als Ziel

 

 
Gemeinsam Richtung Zukunft: Pakistanische Arbeiter installieren Solarzellen in einem Photovoltaik-Park in der pakistanischen Provinz Punjab. Der Energiepark wird vom chinesischen Unternehmen Zonergy Company Limited finanziert und hat eine Elektrizitätserzeugungskapazität von 900 Megawatt. Das Bild entstand am 27. August 2015.  

 

Der Chinesisch-pakistanische Wirtschaftskorridor ist nur eines von vielen Beispielen für die intensive Kooperation Chinas mit anderen Ländern im Zuge des Aufbaus der neuen Seidenstraße. Im Juni 2016 reiste der kambodschanische Premierminister Hun Sen eigens zu einer Stippvisite in die Wirtschaftssonderzone des Hafens Sihanouk, um zum Einzug des einhundertsten Unternehmens in den örtlichen 11,13 Quadratkilometer großen Industriepark zu gratulieren.

 

Zhou Haijiang, Vizevorsitzender der Gesamtchinesischen Vereinigung der Industriellen und Kaufleute sowie Vorstandsvorsitzender der chinesischen HODO Group, spricht gerne über das Engagement seiner Firma in Kambodscha. Im Jahr 2007 folgten Zhou und seine Firma dem staatlichen Ruf, den Weg ins Ausland zu suchen. Aufgrund der Unterstützung der chinesischen Regierung fasst man den Beschluss, die Wirtschaftssonderzone Sihanouk zu einer großen Investitions- und Handelsplattform zu entwickeln. Sie sollte vor allem Unternehmen und Geschäftsleute aus den ASEAN-Ländern anziehen, aber auch darüber hinaus. Das ambitionierte Projekt bekam Rückenwind durch Chinas Seidenstraßen-Initiative. Am 23. April 2015, während der Feier anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Bandung-Konferenz in Indonesien, schlug Chinas Staatspräsident Xi Jinping dem kambodschanischen Premierminister Hun Sen vor, die infrastrukturelle Verbindung und Vernetzung beider Länder im Rahmen der Seidenstraßen-Initiative weiter zu verstärken und die Wirtschaftssonderzone Sihanouk aufzubauen.

 

Das Projekt stellte alle Beteiligten anfangs vor große Herausforderungen. Man stampft schließlich nicht alle Tage eine neue Stadt aus dem Urwaldboden, zumal das Investitionsumfeld für die chinesischen Firmen völlig fremd war.

 

„Aller Anfang ist bekanntlich schwer, besonders schwer aber ist es, beim Bau einer neuen Wirtschaftssonderzone den Anfang zu machen“, sagt Zhou. „Wir fuhren anfangs täglich in der brennenden Sonne mit einem Pick-up durch die Gegend, um das Bauland zu vermessen und uns die Messergebnisse von den Gutsbesitzern bestätigen zu lassen. Meile für Meile maßen wir das 11,13 Quadratkilometer große Bauland aus und führten zudem harte Verhandlungen mit einzelnen Grundbesitzern“, erinnert sich Zhou.

 

„Abgesehen vom großen Gefälle der Böden und dem Mangel an Wasser und Elektrizität galt es für uns auch, die Skepsis der Einheimischen zu zerstreuen“, erinnert sich der Topmanager. „Die Bodennutzung traf teils auf harten Widerstand der Dorfbewohner. Denn ohne ihre Böden konnten sie ihre Rinder nicht mehr weiden lassen. Damals kostete ein Rind 300 US-Dollar, was den Gesamteinnahmen eines heimischen Haushaltes eines ganzen Jahres entsprach. Unsere Mitarbeiter leisteten in zahlreichen Gesprächen mit einzelnen Familien oft stundenlange Überzeugungsarbeit, um sie von den Vorteilen der Industrialisierung zu überzeugen. Schlussendlich konnten wir allerdings ihr Vertrauen gewinnen“, so Zhou. Mittlerweile schössen die Werkhallen wie Pilze aus dem Boden, aus ehemaligen Hirten seien heute Industriearbeiter geworden. Schon ein einziger Monatslohn eines Einheimischen in der Verwaltung reiche heute aus, um ein Rind zu kaufen. „Außerdem haben wir an Schulen gespendet, Studienbeihilfen gezahlt, Berufsausbildungen durchgeführt, nach Möglichkeit neue Beschäftigungschancen für die Bevölkerung geschaffen und Spenden für wohltätige Zwecke gesammelt“, so Zhou. All dies beschere den Einheimischen heute eine „eiserne Reisschüssel“, so der Manager.

 

 
Am 26. Februar 2017 fand in Beijing die Unterzeichnungszeremonie für die strategischen Vorzeigekooperationsprojekte zwischen China und Singapur statt. Bei diesen vor allem in der südwestchinesischen Metropole Chongqing durchgeführten Projekten handelt es sich um infrastrukturelle Projekte zur Verbindung und Vernetzung beider Staaten. 

 

Seit dem Start zur Verwirklichung des Projekts sind mittlerweile acht Jahre ins Land gegangen und bis heute haben sich einhundert Unternehmen im neuen Industriepark niedergelassen. Es wurden insgesamt 148 Werkhallen gebaut und rund 13.000 Einheimische haben eine Anstellung gefunden. Der Schlüssel zum Erfolg, da ist sich Zhou sicher, liegt im Konzept des gemeinsamen Gewinnens, auf das alle Beteiligten setzten. Mit diesem Konzept konnte auch die HODO Group die Unterstützung der Einheimischen gewinnen. „Wichtig ist letztlich, dass die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt werden“, sagt er.

 

Angeführt von der HODO Group haben sich die chinesischen Investoren beim Aufbau der Wirtschaftssonderzone von Anfang an auf den Konsens verständigt, am Konzept der Zusammenarbeit zum gemeinsamen Gewinn festzuhalten. Sie verzichteten auf Einzelkämpfertum und schlossen sich stattdessen zusammen, um in vielerlei Hinsicht Win-win-Ergebnisse zu erzielen. Sie führen zum einen Projekte durch, in denen die kambodschanische und die chinesische Seite sich in ihren Stärken möglichst gut ergänzen, wodurch auch für die kambodschanischen Aktionäre Vorteile entstehen. Zum anderen verbessern die chinesischen Investoren die infrastrukturellen Einrichtungen im Industriepark, wovon ebenfalls beide Seiten stark profitieren. Darüber hinaus legen sie großen Wert auf die Förderung der Wirtschaftsentwicklung im Umland, indem sie Arbeitsplätze schaffen, Verkehrsinfrastruktur errichten, das Leben der Einheimischen verbessern, die öffentliche Sicherheit gewährleisten und sich gesellschaftlich engagieren. Ferner arbeiten die chinesischen Unternehmen im Rahmen der Seidenstraßen-Initiative auch eng mit der kambodschanischen Regierung zusammen, um den Austausch und die Zusammenarbeit in Bereichen wie der Infrastruktur sowie in Wirtschaft und Handel noch gezielter voranzutreiben. Besonders erwähnenswert ist, dass sie dabei auch im Bereich des Umweltschutzes mit gutem Beispiel vorangehen und alles daran setzen, eine grüne Entwicklung im Industriepark zu realisieren sowie die Harmonie zwischen Natur und Mensch aufrechtzuerhalten. All diese Vorgehensweisen haben in den vergangenen acht Jahren große Veränderung im Hafen Sihanouk bewirkt. Heute gilt der örtliche Industriepark als Vorbild für den Aufbau „eines Gürtels und einer Straße“.  

 

Eigene Entwicklungserfahrungen mit anderen Ländern teilen

 

Dong Wenbiao, Vorstandsvorsitzender der China Minsheng Investment Group (CMIG), ist der Meinung, dass es für chinesische Privatunternehmen sehr wichtig sei, den Gang ins Ausland zu suchen. Durch die Entwicklung seit der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik vor mehr als 30 Jahren sei China bereits zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt avanciert. In China hergestellte Waren hätten sich von primären Produkten zu Spitzenprodukten gemausert, erklärt der Unternehmer. „Die von der chinesischen Regierung aufgestellte Initiative ,ein Gürtel und eine Straße‘ zielt unter anderem darauf ab, die chinesischen Erfahrungen aus den vergangenen 30 Jahren mit anderen Ländern zu teilen. Das ist ein zentraler Gedanke der Initiative, der auch den Integrationsprozess der chinesischen Wirtschaft in die Weltwirtschaft fördert“, betont Dong.

 

In der heutigen Welt sind die regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit und die wirtschaftliche Globalisierung zu zwei unumkehrbaren Hauptströmungen der Wirtschaftsentwicklung gereift. Ein Umstand, der eine Veränderung der bestehenden Entwicklungsmodelle bewirkt hat. Die neuen Modelle zeichnen sich dadurch aus, dass sie die regionale und Landesgrenzen überschreitende Entwicklung fördern und Cluster für Investitionsprojekte formen. Die Umsetzung der Initiative „ein Gürtel und eine Straße“ steht in Übereinstimmung mit diesen Haupttendenzen der Entwicklung, verleiht der infrastrukturellen Verbindung und Vernetzung sowie der regionalen wirtschaftlichen Integration neue Triebkraft und wird deshalb von den Ländern entlang den Routen ausdrücklich begrüßt.

 

Singapurs Handelsminister Sim Ann erklärte, dass die singapurische Regierung die Seidenstraßen-Initiative tatkräftig unterstütze und zur infrastrukturellen Verbindung und Vernetzung ihre Investitionen auf vier Kernbereiche konzentriere, nämlich Luftfahrt, Logistik, Telekommunikation und Finanzwesen. Bis heute habe der südostasiatische Stadtstaat durch den Industriepark Suzhou, die Ökostadt in Tianjin und Projekte zur infrastrukturellen Verbindung und Vernetzung in Zusammenarbeit mit der südwestchinesischen Metropole Chongqing bereits drei Plattformen aufgebaut, so der Beamte.

 

„Das Wirtschaftswachstum der ASEAN-Länder stimmt zuversichtlich und der Aufstieg der Mittelschicht in der Region wirkt sich ebenfalls positiv auf die allgemeine Wirtschaftsentwicklung aus“, so Sim Ann. China und die ASEAN-Länder ergänzten sich wirtschaftlich sehr gut und auch die Komplementarität zwischen China und seinen anderen Handelspartnern sei stark ausgeprägt. Eine Niveauhebung der infrastrukturellen Verbindung und Vernetzung komme letztlich allen Ländern, die auf eine Öffnungspolitik im Bereich Handel und Investition setzten, zugute.

 

Singapur gehöre zu den Ländern, die als erste die von China initiierte Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB) unterstützt hätten, so der Beamte. „Unser Ziel ist, dass die Bevölkerung von der infrastrukturellen Verbindung und Vernetzung sowie vom freien Handel profitiert. Wir hoffen deshalb, dass die Unternehmen zu der Erkenntnis gelangen, dass Internationalisierung einen wichtigen Weg zur Erhöhung der Einnahmen und auch zur Erschließung neuer Märkte bildet. Deshalb ermutigen wir alle Firmen, Handelskammern und gewerblichen Vereinigungen dazu, die Chancen, die sich aus der regionalen Entwicklung und der wirtschaftlichen Globalisierung ergeben, beim Schopfe zu packen.“

 

Das Handelsministerium in Singapur habe bereits eine Reihe von Veranstaltungen organisiert, um Unternehmen dabei zu helfen, Chinas Seidenstraßen-Initiative besser kennen zu lernen und zu verstehen. „Wir werden demnächst zudem noch den fachbezogenen Austausch zwischen den Unternehmen beider Länder verstärken, damit sie sich näher kennen lernen und eine Zusammenarbeit zu gemeinsamen Gewinnen verwirklichen“, so Sim Ann weiter.

 

Um dem Abwärtsdruck auf die Weltwirtschaft, der aus der internationalen Finanzkrise resultierte, zu begegnen, haben verschiedene Länder auf dem eurasischen Kontinent – teils inspiriert durch Chinas Seidenstraßen-Initiative – eigene Entwicklungsstrategien formuliert, die in erster Linie darauf abzielen, Marktgrenzen überschreitende Kooperationen durchzuführen und das Wirtschaftswachstum zu steigern. Zu nennen sind hier unter anderem Kasachstans „Heller Weg“, Russlands Eurasische Union, der „Steppenweg“ der Mongolei und Indiens „Mausam“-Plan. Auch am anderen Ende des eurasischen Kontinents wurden neue Entwicklungsstrategien aufgestellt, etwa der „Juncker-Plan“ der EU sowie Großbritanniens Strategie „Northern Powerhouse“. Derartige Pläne stehen in verschiedener Hinsicht in großer Übereinstimmung mit Chinas Seidenstraßen-Initiative und zeigen, dass viele Länder infrastrukturelle Verbindungen und Vernetzungen anstreben.

 

Durch die verstärkte Kombination von Produktionsfaktoren, die Erhöhung der Produktionseffizienz und die gemeinsame Förderung der einzelnen Volkswirtschaften bildet der Aufbau der neuen Seidenstraßen den Kern der Verbindung verschiedener Wirtschaftsblöcke auf dem eurasischen Kontinent und verspricht großes Potential für die Zukunft.

 

Reisen

„Qiongyou“ – Die neue, große Lust der Chinesen am Reisen mit kleinem Budget

Die Chinesen sind im Reisefieber. Das gilt vor allem für die Angehörigen der aufstrebenden Mittelschicht. Viele Menschen im Reich der Mitte wollen sich ihren Urlaub längst nicht mehr gehetzt durch das hektische Anpeitschen eines Reiseführers per Megaphon oder durch aufreibende Sehenswürdigkeitenmarathons trüben lassen. Der Individualtourismus boomt und mit ihm einige neue aufstrebende Reiseportale für den kleinen Geldbeutel.

Gesellschaft

Ausländische Investoren willkommen – Chinas Markt für Seniorenbetreuung vor goldenen Zeiten

Auch China sieht sich mit dem Problem einer alternden Bevölkerung konfrontiert. Eine Herausforderung, die in den vergangenen Jahren dem Sektor der Seniorenbetreuung großen Auftrieb gegeben hat. Bei manchem Investor kommt schon Goldgräberstimmung auf angesichts der prognostizierten Entwicklung. Auch viele ausländische Kapitalgeber zeigen zunehmendes Interesse an der aufstrebenden Branche.

Wandel im Denken – China setzt auf neue Wege aus der Armut

Was bedeutet eigentlich „arm“, vor allem in einem Land in dem die Einkommensschere so weit auseinander klafft wie in China? Und wie kann es tatsächlich gelingen, Armut langfristig und nachhaltig zu überwinden? Wir sind in die Stadt Xingtai gereist, in der sich – direkt vor den Toren Beijings–  einige der ärmsten Landstriche Chinas finden. Eine Suche nach Wegen aus der Armut.

Meng Zhou: Botschafterin zwischen Kulturen und Herzen

Wirtschaftlicher und kultureller Austausch ist immer auch ein Austausch zwischen Menschen. Und hier bedarf es nicht selten des Brückenschlags, um Kulturunterschiede und kulturelle Stolpersteine zu überwinden. Eine, die viele Wege geebnet hat im Austausch zwischen China und Deutschland und zwischen den Partnerstädten Beijing und Köln ist die Chinesin Meng Zhou. Freunde haben sie die „deutsch-chinesische Botschafterin“ getauft.

Tibet

Nachwort

In der Gegenwart erlebt die tibetische Literatur eine beispiellose Blüte. Im vorliegenden Buch können nur wenige, repräsentative Werke vorgestellt und kommentiert werden. Und natürlich geht es vor allem um von tibetischen Schriftstellern geschaffene Werke.

Gesundheit

Die TCM geht in die Welt

Wenn die herkömmliche Medizin keinen Rat mehr weiß, hilft nicht selten die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM. So wie im Falle von Ursula Wolf, die sich nach langem Leidensweg in die TCM-Klinik Bad Kötzting begab und dort Hilfe fand. Mit ihren ganzheitlichen Heilmethoden wird die fernöstliche Lehre in Deutschland zunehmend anerkannt.

TCM-Gebirge Luofushan – Hype um Medizin-Nobelpreis bringt neue Entwicklungschancen

Anfang Oktober 2015 stand fest, dass die 84-jährige Chinesin Tu Youyou den Nobelpreis für Medizin erhält. Die Nachricht hat die Traditionelle Chinesische Medizin als solches auf die Bühne der Weltöffentlichkeit gehievt. Ein geschichtsträchtiger Ort, der davon besonders profitiert, ist das Luofushan-Gebirge in der Provinz Guangdong. Denn hier liegen die Ursprünge der Auszeichnung für Tu Youyou.

Kräutermedizin heilt Krankheiten – Grundlagen der traditionellen chinesischen Medizin

Im Vergleich zur westlichen Medizin erscheint die traditionelle chinesische Medizin (TCM) um einiges geheimnisvoller. Das chinesische Schriftzeichen für „Medizin“ (药,yao) beinhaltet ein Radikal, das „Kräuter“ bedeutet, denn Heilkräuter sind die grundlegenden Elemente der traditionellen chinesischen Pharmakologie.