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Biographie von Israel Epstein und Soong Ching-ling – Die Geschichte einer großen Freundschaft

26-03-2015

 

Von Chen Rinong*

Unter dem Titel „Die Biographie von Epstein und Soong Ching-ling“ hat das in Shanghai ansässige Oriental Publishing Center anlässlich des 100. Geburtstages von Israel Epstein nun eine umfassende Biographie des renommierten Journalisten und der Madame Sun Yat-sen veröffentlicht. Das Werk basiert auf historischen Dokumenten und dem Zeitzeugenbericht der Witwe Epsteins, welchen der chinesische Forscher Shen Haiping behutsam aufzeichnete. Entstanden ist eine in dieser Form nie da gewesene Kompilation aus Geschichten und Anekdoten, die der Öffentlichkeit bisher kaum oder gar nicht bekannt waren. Von daher ist es sicher keine Übertreibung, das Werk als einzigartige Beschreibung des Lebens Soong Ching-lings zu bezeichnen, eine Beschreibung, die im gleichen Atemzug einen in dieser Form nie dagewesenen tiefen Einblick in das Dasein des international renommierten Journalisten Israel Epstein gewährt.

Israel Epstein verband eine tiefe und lange Freundschaft mit Soong Ching-ling, der Gattin Sun Yat-sens, die in dem bisher nur in chinesischer Sprache erschienenen Buch in facettenreicher Weise thematisiert wird. Einstieg in das Werk bildet eine Erzählung darüber, wie Epstein einst mit dem Verfassen einer Biographie seiner Freundin Soong betraut wurde und lange mit größter Sorgfalt daran arbeitete. 1992, nach zehn Jahren der hingabevollen Anstrengung und pünktlich zu den Feierlichkeiten anlässlich des 100. Geburtstages Soong Ching-lings, hatte Epstein damals seine Arbeit an dem Buch vollendet. Das Werk, das unter dem Titel „Women in World History: Soong Ching Ling (Mme. Sun Yatsen)“ erschien, ist bis heute die maßgebende Biographie dieser großen Frau des 20. Jahrhunderts. In dem umfangreichen Werk stellt Epstein einfühlsam das Leben seiner engen Freundin Soong sowie ihre großen Errungenschaften vor. Das Buch wurde ins Japanische, Koreanische sowie in zahlreiche andere Fremdsprachen übersetzt und fand großen Anklang beim chinesischen wie internationalen Publikum. Es wurde bis heute nicht nur dreimal nachgedruckt, sondern auch als erstklassige Publikation auf dem chinesischen Festland ausgezeichnet. In Taiwan erschien zudem eine Fassung in traditionellen chinesischen Langzeichen.

 

Diese Aufnahme aus dem Jahr 1938 zeigt die Mitglieder des Zentralkomitees der von Soong Ching-ling in Hongkong ins Leben gerufenen China Defense League. Von links nach rechts: Israel Epstein, Deng Wenzhao, Liao Mengxing, Soong Ching-ling, Hilda Selwyn-Clarke, Norman France und Liao Chengzhi.

 

Mehr als 20 Jahre später erzählte Epsteins Witwe Huang Huanbi dem Forscher Shen Haiping, Autor der jüngst erschienenen neuen Biographie, von ihren Erinnerungen an die Entstehungszeit des Werkes. Shen zeichnete diese Erinnerungen behutsam auf und schuf auf dieser Grundlage eine neue Biographie der beiden befreundeten Persönlichkeiten. Beide, Shen wie Huang, gingen bei ihrer Zusammenarbeit mit größtem Fingerspitzengefühl vor und erwiesen Soong Ching-ling und Israel Epstein ihren Respekt. So entstand ein Werk, das den Lesern nicht nur einen tiefen Einblick in das Leben Soong Ching-lings sowie ihre Geisteshaltung gibt, sondern auch den Charakter Israel Epsteins eingehend beleuchtet. Dabei greift das Buch auch viele historische Aspekte auf. Vor allem die Materialien aus erster Hand sind von unschätzbarem Wert für das Publikum, egal ob Soong Ching-ling-Experte oder einfacher Leser.

Geschichte einer jahrzehntelangen Freundschaft

Die Biographie umfasst vier Hauptkapitel und zeigt mehr als 200 wertvolle historische Fotografien. Im ersten Kapitel wird unter der Überschrift „Schicksalsverbindung“ geschildert, wie die Erzählerin Huang Huanbi aus der gleichen Heimatstadt wie Sun Yat-sen nach Beijing kam und später eine Tätigkeit bei der Monatszeitschrift „China Reconstructs“ (heute: „China Today“) aufnahm. Im zweiten Teil, „Epstein und Soong Ching-ling“, erfährt der Leser, wie Israel Epstein in China aufwuchs und sich dort einen Ruf als angesehener Journalist erwarb. Er liebte China und arbeitete mehr als 40 Jahre eng mit Soong Ching-ling zusammen, von den Zeiten des Chinesischen Widerstandskrieges gegen die Japanische Aggression (1937–1945) bis zur Gründung des Neuen China im Jahr 1949. Im dritten Kapitel „Epstein und ich“ erzählt seine Witwe über ihre eigene Beziehung zu ihrem verstorbenen Mann: Wie sie sich kennen lernten, verliebten und schließlich aus Kollegen Eheleute wurden. Auch schildert Huang in diesem Teil, wie sie ihrem Mann gerne als Assistentin zur Seite stand. Das vierte und letzte Kapitel erzählt davon, wie Epstein Soong Ching-lings Biographie zu Papier brachte.

 

Soong Ching-ling im Jahr 1980 bei einem Treffen mit ihrem engen Freund Israel Epstein und dessen erster Frau Elsie Fairfax-Cholmeley

 

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