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Ballett in China – Westliche Kunst im chinesischen Gewand erobert die Welt

29-04-2016

 

 

Von Jiao Feng

 

Als ich Feng Ying, gefeierte chinesische Ballettmeisterin und zugleich Leiterin und künstlerische Generalinspektorin des Chinesischen Nationalballetts, meine Visitenkarte überreiche, schmunzelt sie. „China heute? Im Ausland sind wir das Sprachrohr Chinas!“, sagt sie. Ihre sympathische Art bricht sofort das Eis und in der kommenden Stunde folgt ein angeregtes Gespräch über die Entwicklung des chinesischen Nationalballetts sowie Fengs Erlebnisse und Erfahrungen bei ihren zahlreichen Auftritten im Ausland.

 

Das klassische Ballett als Vorbild

 

Gegründet wurde das Chinesische Nationalballett bereits 1959. Seither ist das Ensemble schon in mehr als 40 Ländern aufgetreten, absolvierte unter anderem über 50 große Tourneen in Europa und den USA. Auch war es an vielen Programmen zum bilateralen Kulturaustausch beteiligt, unter anderem mit Frankreich, den USA, Großbritannien, Australien und Russland. Feng Ying soll also recht behalten: Chinas Staatsballett ist mittlerweile zweifelsohne zu einer künstlerischen Visitenkarte des Kulturaustausches geworden.

 

„Ursprünglich stammt die Ballettkunst ja aus dem Westen, aber sie hat auch in China tiefe Wurzeln geschlagen und sich hier weiterentwickelt“, sagt die Künstlerin. „In knapp 60 Jahren des künstlerischen Strebens haben wir unsere ganz eigene Ausdrucksweise gefunden“, sagt sie weiter.

 

In der Anfangszeit nach seiner Gründung führte das Ensemble zunächst unter Leitung bekannter russischer Ballettmeister klassische Werke auf, darunter Stücke wie „Schwanensee“ oder „Giselle“. Es waren diese Klassiker aus dem russischen Ballett, die die künstlerische Richtung chinesischer Ballettdarbietungen in der Anfangsphase prägten. Nach Einführung der Reform- und Öffnungspolitik begann das Nationalballett dann seine künstlerischen Fühler auch in andere Länder auszustrecken, etwa nach Großbritannien, Frankreich, Italien, in die USA und nach Dänemark. Die Verantwortlichen luden viele bekannte Ballettmeister aus dem Ausland nach China ein, um sich intensiv über die Kunst auszutauschen. Mit Hilfe der ausländischen Lehrmeister übte das Ensemble Werke aus verschiedenen Stilrichtungen ein. Das Repertoire reichte dabei von „The Sleeping Beauty“ über „Romeo and Juliet“ bis hin zu Don Quixote“.

 

„Über diese Werke haben wir uns mit dem Kern der klassischen Ballettkunst der Welt vertraut gemacht und daraus schließlich unseren ganz eigenen Stil abgeleitet, der sich durch klassische Elemente und große Dichte auszeichnet“, erklärt Feng. „Heute reiht sich Chinas Nationalensemble unter den Top Ten der Ballettensembles weltweit ein und die Weltgemeinschaft nimmt zunehmend Notiz vom neuen Niveau des klassischen chinesischen Balletts. Bei internationalen Wettkämpfen konnten sich Chinas Balletttänzer mehrfach die Krone sichern. Sie kommen heute über ihre Kunst in der ganzen Welt herum und Menschen weltweit erkennen, dass Chinas Tänzer nicht nur das klassische Ballett in großer Präzision und Virtuosität beherrschen, sondern mittlerweile auch ihren ganz eigenen Stil herausgebildet haben. Ich persönlich bin der Auffassung, dass Chinas Nationalballett im Bereich des klassischen Balletts mittlerweile sogar weltweit Nummer Eins ist“, sagt die Künstlerin.

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