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Leopold Leeb – Wie ein Professor aus Österreich den Chinesen Latein näherbringt

30-08-2017

 

Von Zhang Hong

 
 
 

Wahlheimat China? Für viele eine ferne Vorstellung. Einer, der sich dafür entschieden hat, seinen Lebensmittelpunkt langfristig ins Reich der Mitte zu verlegen, ist der Österreicher Leopold Leeb. Der 50-Jährige lebt seit nunmehr 22 Jahren in Beijing. In der Hauptstadt der Volksrepublik lehrt er Altphilologie, vor allem Latein, als Professor an der renommierten Renmin-Universität. Vor kurzem hat Leeb das chinesischsprachige Buch „Wǒ de língdū“ („Hauptstadt meiner Seele“) veröffentlicht. Es ist eine Essaysammlung, die seine hautnahe und liebevolle Beziehung zu der kulturträchtigen Metropole beschreibt. Er selbst bringt seine eigenen drei „Schätze“ in diese Liebesbeziehung ein – Latein, Altgriechisch und Hebräisch – und gibt der Stadt damit etwas zurück, für all die schönen Momente, die sie ihm beschert hat.  

 

 

Leeb bezeichnet sich selbst gerne als „fröhlichen Beijinger“. Er sei dankbar dafür, dass die Stadt heute sein geistiges Elysium bilde. Fasziniert von Chinas Geschichte und Kultur möchte er auch weiterhin im Reich der Mitte seinen Forschungen nachgehen. „Ich mag die Stadt einfach. Sie hat mir über die Jahre mehr gegeben, als ich ihr zurückgegeben kann“, sagt er.

 

 

 

Leebs Büro auf dem Campus der Renmin-Universität ist schlicht eingerichtet. Auf dem mit einer karierten Tischdecke versehenen Schreibtisch stapeln sich die Lehrbücher. Auf der Tafel an der Wand steht der chinesische Sinnspruch „Vollbringe ausschließlich Gutes und denke nicht an zukünftigen weltlichen Gewinn“ geschrieben. Ein Aphorismus, der Leebs Lebenseinstellung nur allzu gut trifft.

 

In China gibt es noch immer nur wenige Menschen, die Latein lernen bzw. unterrichten. Viele der Bücher, die Leeb in den vergangenen Jahren in China veröffentlicht hat, stehen weniger mit seiner Liebe zu seiner Wahlheimat als mit seinem Fachgebiet in Zusammenhang. „Es sind keine Verkaufsschlager“, sagt Leeb und lacht. Aber dennoch habe die lateinische Sprache im Reich der Mitte großes Potential, so der Philologe. Finanzielle Interessen seien ohnehin keine Triebfeder hinter seiner Lehrtätigkeit in China. Ganz wie der Sinnspruch an der Tafel in seinem Büro besagt, geht es Leeb eben nicht um „zukünftigen weltlichen Gewinn“.

 

Leopold Leeb lebt seit nunmehr 22 Jahren in Beijing. In der Hauptstadt der Volksrepublik lehrt er Altphilologie, vor allem Latein, als Professor an der renommierten Renmin-Universität. Neben diesem lateinisch-chinesischen Wörterbuch hat der promovierte Philosoph vor kurzem auch eine umfangreiche chinesisch-lateinische Grammatik herausgebracht.

 

In seiner Essaysammlung beschreibt der gebürtige Hollabrunner allerlei Bewundernswertes über Beijing und nimmt verschiedene Facetten des chinesisch-europäischen Kulturaustausches unter die Lupe. Im Gespräch mit „China heute“ spricht er immer wieder von „seinem Beijing“ und unterstreicht damit seine tiefe Zuneigung zu der quirlig-rauen Millionenmetropole im Nordosten des Landes.

 

Leeb ist Sprössling eines Bauarbeiters und einer Ärztin und erblickte im Jahr 1967 das Licht der Welt. Die Eltern engagierten sich drei Jahre als Freiwillige in Afrika. Es war auch ihrem Einfluss zu verdanken, dass in Leeb schon von Kindesbeinen an das Fernweh wuchs. Mit 18 Jahren fasste er dann den Entschluss, selbst für einen Freiwilligeneinsatz nach Afrika zu gehen, um seine eigenen Werte zu verwirklichen.

 

Doch eine zufällige Schicksalsfügung sollte ihn letztlich nach Ostasien führen. Im Alter von 21 reiste er allein nach Taiwan und kam erstmals mit den Langzeichen der chinesischen Schrift in Berührung, was seine bis heute untrennbare Leidenschaft für China entfachte. Drei Jahre später kehrte er nach Österreich zurück, wo er sein Masterstudium im Fach Chinesisch und chinesische Philosophie zu Ende führte. Nur wenige Zeit später zog es ihn aber wieder nach Asien.

 

Früher wie heute ist der Akademiker von der chinesischen Sprache und der Philosophie des Landes fasziniert. Den Klassiker „Gespräche“ von Konfuzius kennt er wie seine eigene Westentasche und zitiert den alten Meister bei unserem Interview immer wieder treffsicher. Zwar sei er mittlerweile auch weltlichen lokalen Genüssen wie der berühmten Peking-Ente und dem lokalen Yanjing-Bier zugetan, seine Verbundenheit zu Stadt, Land und Leuten wurzle aber letztlich eher auf ideeller Ebene.

 

Im Rahmen seiner Promotion an der Peking-Universität verfasste er am Lehrstuhl des renommierten Philosophen Tang Yijie eine Doktorarbeit zum Thema chinesische Philosophie. Danach folgten viele Vorschläge und auch Angebote, seine Muttersprache Deutsch in Beijing zu unterrichten. Doch letztlich entschied sich der promovierte Philosoph dafür, sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen, nämlich der, den Chinesen die europäische Altsprache Latein näher zu bringen.

 

Zum Vergleich der großen östlichen und westlichen Traditionen sagt Leeb: „Wir werden nie wirklich qualifizierte Weltbürger sein, da jeder stets mehr oder weniger auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert ist. Niemand wird von daher dem Anspruch gerecht werden können, mit einem absolut objektiven Blick allumfassend die Traditionen des Westens und des Ostens in ihrer Gesamtheit kennen zu lernen oder zu verstehen.“

 

In seine selbst gewählte berufliche Tätigkeit investierte Leeb lange Jahre großen Engagements. Die lateinische Sprache gelangte bereits vor 700 Jahren erstmals ins Reich der Mitte und sie bildet die Herkunft und Wurzel vieler englischer Vokabeln, wie der Philologe erklärt: „Zwischen dem lateinischen und dem englischen Wortschatz gibt es viele semantische und orthografische Gemeinsamkeiten. Von daher hat Latein beispielsweise im Vergleich zum Sanskrit, ebenfalls eine der klassischen Sprachen, die vielen europäischen Sprachen in etymologischer Hinsicht zugrunde liegt, viel bessere Entwicklungsperspektiven in China.“

 

Immer mehr Chinesen gelangten heute zu der Erkenntnis, dass der Wert klassischer Sprachen neu bewertet werden müsse, da diese einen wertvollen Einblick in die europäische Kultur und die westlichen Wissenschaften gewährten. „Mit Hilfe der über die Beschäftigung mit der Sprache gewonnenen neuen Kenntnisse der Fremdkultur lassen sich im Anschluss auch Reflexionen über die eigene Kultur anstellen“, so Leeb. So könnten die Menschen über das Sprachstudium einen neuen, interkulturellen Blickwinkel entwickeln und ihre interkulturelle Kompetenz stärken, sagt er. „Völlig ohne Kenntnisse der klassischen Sprachen wird man es in der englischen Sprache meines Erachtens nicht weit bringen, da eine gründliche sprachliche Analyse so immer wieder auf Grenzen des etymologischen Wissens stoßen wird“, so der Sprach- und Kulturvermittler.

 

Auf Tuchfühlung mit der europäischen Kultur

 

Im interkulturellen Austausch beschäftigt sich Leeb besonders mit einigen zentralen Fragestellungen: Wie kann China mit seiner alten, hochentwickelten Zivilisation in die moderne Welt integriert werden? Welche Möglichkeiten gibt es für einen solchen internationalen Anschluss? Und wo liegen die am tiefsten verwurzelten Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten zwischen der europäischen und der chinesischen Kultur?

 

Was sein Steckenpferd, den Kulturaustausch, angeht, zollt Leeb besonders europäischen Brückenbauern aus alten Zeiten hohe Anerkennung. Aus seiner Sicht ist der italienische Jesuit und Priester Matteo Ricci (1552 – 1610) der erste Sinologe Europas. „Erst über Matteo Ricci haben die Europäer begonnen, die chinesische Geschichte und Philosophie kennen zu lernen. Ricci war nämlich der Erste, der Werke vom Altgriechischen ins Chinesische übersetzt hat“, sagt Leeb. Der von Ricci angestoßene Austausch zwischen der chinesischen und der westlichen Zivilisation wirkt bis in die Gegenwart fort.

 

Leeb sieht sich selbst als Nachkomme solcher früher Brückenbauer und sein Traum ist es, in ihre Fußstapfen zu treten. An der Renmin-Universität leitet der 50-Jährige heute nicht nur Seminare in Latein, sondern auch in Altgriechisch und Hebräisch. „Diese drei Altsprachen sind repräsentativ für die westliche Kultur“, erklärt er und fährt fort: „Latein liegt dem westlichen Rechtswesen zugrunde, im Altgriechischen sind zahlreiche literarische Werke verfasst und Hebräisch verkörpert die Tradition des westlichen religiösen Glaubens.“

 

Leeb ist überzeugt, dass die Altsprachen zur geistigen Durchdringung der Ideengeschichte der Welt beitragen können. „Die meisten Begriffe und Kategorien der Gedankenwelt der modernen Menschen entspringen diesen Quellen“, sagte er. Was Europa China gebracht habe, zeige sich am deutlichsten in dem Wort „Gesetz“ – sei es „Gesetzgebung“ (lìfǎ), „Gesetz der Sprache“ (Grammatik) (yǔfǎ) oder „Gesetze“ (fǎlǜ). „Wenn heute von der gesetzesgemäßen Verwaltung des Staates in China gesprochen wird, sollte man von der lateinischen Tradition lernen, da China nur über wenige kulturelle Ressourcen im Rechtswesen verfügt“, so der Philologe und Philosoph.  

 

Während es vor zehn Jahren noch schwierig gewesen sei, in China Bücher über das europäische Mittelalter zu finden, habe mittlerweile ein Wandel eingesetzt. „Heute wollen immer mehr Menschen in China die tragenden Strukturen der modernen westlichen Gesellschaft, das grundlegende Gedankengut der westlichen Rechtsstaatlichkeit und die Rolle der juristischen Seminare im europäischen Mittelalter besser verstehen. Das historische Bewusstsein entwickelt sich unaufhaltsam. Die Menschen hier wollen sich ein möglichst vollständiges und objektives Bild von der Welt machen“, sagt der China-Kenner.

 

Was die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der östlichen und der westlichen Zivilisation angehe, sagt der Experte, dass diese zwei Systeme über viele gemeinsame Werte verfügten. „Hierzu zählen etwa das Streben nach Wissen, allgemeine Nächstenliebe sowie Werte wie Fairness und Gerechtigkeit.“ Aus seiner Sicht zählt die chinesische Sprache zu den wichtigsten Weltsprachen. Sie übernehme und schöpfe viele neue Begriffe. „In den vergangenen gut 150 Jahren wurden zahlreiche westliche Werke ins Chinesische übersetzt. Wir sprechen also heute gewissermaßen die gleiche Sprache. Zwar lesen die Chinesen eine chinesischsprachige Übersetzung, aber sie beteiligen sich genauso am Dialog mit dem Rest der Welt wie wir.“  

 

Bis heute hat Leeb mehr als 2000 chinesische Studenten in der lateinischen Sprache ausgebildet. Einige haben sich später für einen Job in einer Verlagsredaktion entschieden, andere sind mittlerweile selbst als Lehrer tätig, wieder andere absolvierten ein Aufbaustudium im Ausland. Das wachsende Interesse an der klassischen Sprache hat dafür gesorgt, dass mittlerweile auch mehr Lehr- und Wörterbücher sowie grammatische Kompendien auf dem Markt sind. Auch viele andere thematisch verwandte Bücher sind mittlerweile erschienen und auch Leebs Seminare erfreuen sich wachsenden Zuspruchs. „Immer mehr Bücher stehen heute in direktem oder indirektem Zusammenhang mit dem Lateinlernen in China. Besonders zu erwähnen ist beispielsweise eine neu erschienene umfangreiche chinesisch-lateinische Grammatik“, so der Wissenschaftler.

 

„Es gibt zu wenige Sinologen, viel zu wenige“

 

Sun Yu, Dekan der Philologie-Fakultät der Renmin-Universität, schreibt im Geleitwort zu Leebs Buch „Wǒ de língdū“: „Im Gelehrten Leeb lässt sich der Stil des Benehmens der Klassiker aus alter Zeit wiedererkennen.“ Und weiter heißt es: „Über Leeb erfahren wir viele Geschichten, die ohne ihn vielleicht in Vergessenheit geraten wären.“ Sun spielt damit unter anderem auf den Chinesen Fan Shouyi an, der als erster einen Reisebericht über Europa verfasst hat sowie den ersten chinesischen Auslandsstudenten in Europa Zheng Manuo und die früheste Bibliothek für westliche Bücher. Im Geleitwort schreibt Sun außerdem, Autor Leeb schenke den Weltreisenden große Aufmerksamkeit und er bedauere es, dass die Chinesen diesem Teil der Geschichte bisher nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt hätten.

 

Für viele seiner chinesischen Kollegen zählt Ausländer Leeb mittlerweile als „einer von ihnen“. Als der Vizerektor der Renmin-Universität Yang Huilin vor einiger Zeit einmal nach Italien reiste und von einem Freund für einen zweijährigen Lehraufenthalt an der Universität Rom empfohlen wurde, musste Yang aus verschiedensten Gründen ablehnen. Er versprach aber stattdessen, einen Gelehrten zu empfehlen, dessen Niveau der westlichen Sprachen höher als seines sei und das der chinesischen Sprache ebenfalls nicht niedrig. Der Gastgeber nahm diese Empfehlung mit Freude an. Doch als die Bitte an Leeb herangetragen wurde, schrieb dieser: „Ich freue mich sehr, dass Sie mich als chinesischen Gelehrten empfohlen haben. Aber ich möchte doch lieber in Beijing bleiben.“

 

Dabei mangelt es im europäischen Raum noch immer an Sinologen und China-Experten. „Es gibt zu wenige Sinologen, viel zu wenige“, sagt der Österreicher mit Bedauern. Als Mittler, der selbst Brücken zwischen der östlichen und westlichen Zivilisation schlägt, bezeichnet Leeb seine Wahlheimat Beijing auch gerne als „Rom des Ostens“. Was soziale Kontakte und die Teilnahme an alltäglichen Vergnügungen angeht, führt der 50-Jährige in Beijing allerdings eher ein zurückhaltendes Dasein. Auch eine Familie hat der Österreicher nicht. Dazu schreibt Dekan Sun: „Leebs Schriften verkörpern einen Altruismus. Unter Verzicht auf irdische Freuden widmet er den größten Teil seines Lebens dem wissenschaftlichen Fortkommen Beijings, ja ganz Chinas. Als Ausländer verkörpert er einen Geist der allgemeinen Liebe für China, ja es ist nicht übertrieben, von einem Geist der Aufopferung zu sprechen.“

 

In seiner Laufbahn hat Leeb bereits 40 Bücher veröffentlicht. Sie stehen in Reih und Glied in einem Bücherregal in der Ecke seines Büros. Seine neueste Publikation ist das zweisprachige Buch „Auf Wiedersehen, Peking!“, in dem er den vielerorts längst in Vergessenheit geratenen Ordensbruder und Maler Berchmans Brückner und dessen Wirken in China im Jahr 1949 beschreibt. Das Geleitwort des Buches stammt aus der Feder des österreichischen Botschafters in China.

 

Auch als Übersetzer hat sich Leeb im Reich der Mitte übrigens längst einen Namen gemacht. So hat er unter anderem das Werk „Augustin Henninghaus. 53 Jahre Missionar und Missionsbischof. Ein Lebensbild“ des deutschen Historikers Hermann Fischer ins Chinesische übersetzt. Derzeit arbeitet Leeb in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Verlag New Star Press gleich an vier Übersetzungsprojekten, darunter die Werke „Nestorianismus in China“ und „Vor der ausgehenden Ming-Zeit bis ins 19. Jahrhundert“. Außerdem möchte er in naher Zukunft noch das chinesischsprachige „Lexikon der Geschichte des Christentums in China“ durch Ergänzungen zu einer englischsprachigen Fassung verarbeiten. „Bisher gibt es im Ausland nämlich kein gutes Nachschlagwerk zu diesem Thema“, sagt er.

 

Leeb, der aus dem kleinen Österreich stammt, dessen Fläche gerade einmal einem Prozent des chinesischen Territoriums entspricht, ist zudem ein passionierter Radfahrer. In Beijing radelt er gerne aus dem Stadtzentrum in die Vorstadt Tongzhou. Diese Strecke habe er mit dem Velo schon mehr als eintausend Male zurückgelegt. „Die meisten Chinesen schätzen die Größe. Je größer, desto besser, so das Motto. Und die Chinesen haben auch stets die Gesamtlage des Landes im Blick, eine Leistung, die für mich kaum fassbar ist“, sagt der Alpenländer und lacht. „Unter geographischem Aspekt kann ich China gar nicht richtig verkraften. Eine chinesische Provinz ist ja teilweise zehnmal so groß wie mein ganzes Heimatland.“

 

Dank seiner langjährigen Lehrtätigkeit attestieren viele dem 50-Jährigen ein profundes Chinawissen. Doch Leeb bleibt bescheiden. „Nein, ich bin ja noch nicht einmal in der Lage, die Stadt Beijing richtig zu verstehen“, sagt er. „Diese Stadt ist viel zu groß. Ich kann nur sagen, dass ich den Campus der Renmin-Universität einigermaßen kenne“, sagt er augenzwinkernd.

 

Auf seine enge Verbundenheit mit Chinas Hauptstadt angesprochen, kommt er sofort ins Schwärmen. „Beijing kann auf eine lange Geschichte zurückblicken und strahlt für mich eine Art mütterlichen Charme aus“, sagt er. „Sie ist bereits ein Teil meiner geistigen Welt geworden.“

 

Kein Wunder also, dass sich Leeb selbst gerne als „fröhlichen Beijinger“ bezeichnet. Er sei dankbar dafür, dass die Stadt heute sein geistiges Elysium bilde. Fasziniert von der Geschichte und Kultur möchte er hier auch weiterhin seinen Forschungen nachgehen. „Ich mag die Stadt einfach. Sie hat mir über die Jahre mehr gegeben, als ich ihr zurückgegeben kann.“

   

Reisen

„Qiongyou“ – Die neue, große Lust der Chinesen am Reisen mit kleinem Budget

Die Chinesen sind im Reisefieber. Das gilt vor allem für die Angehörigen der aufstrebenden Mittelschicht. Viele Menschen im Reich der Mitte wollen sich ihren Urlaub längst nicht mehr gehetzt durch das hektische Anpeitschen eines Reiseführers per Megaphon oder durch aufreibende Sehenswürdigkeitenmarathons trüben lassen. Der Individualtourismus boomt und mit ihm einige neue aufstrebende Reiseportale für den kleinen Geldbeutel.

Gesellschaft

Mobil mit Mobike und Co: Bike-Sharing macht das Pendeln in China grüner

In den 1950er Jahren galt das Fahrrad in der Volksrepublik nicht nur als günstiges Fortbewegungsmittel, sondern auch als familiäres Statussymbol. Zusammen mit Armbanduhr und Nähmaschine galt es als eine der „drei Voraussetzungen“, um eine Ehe zu schließen. Dann kam der wirtschaftliche Aufstieg und die Zahl der Autoneuzulassungen schnellte in die Höhe. Heute erlebt das Fahrrad in Chinas Metropolen ein hippes Revival.

Ausländische Investoren willkommen – Chinas Markt für Seniorenbetreuung vor goldenen Zeiten

Auch China sieht sich mit dem Problem einer alternden Bevölkerung konfrontiert. Eine Herausforderung, die in den vergangenen Jahren dem Sektor der Seniorenbetreuung großen Auftrieb gegeben hat. Bei manchem Investor kommt schon Goldgräberstimmung auf angesichts der prognostizierten Entwicklung. Auch viele ausländische Kapitalgeber zeigen zunehmendes Interesse an der aufstrebenden Branche.

Wandel im Denken – China setzt auf neue Wege aus der Armut

Was bedeutet eigentlich „arm“, vor allem in einem Land in dem die Einkommensschere so weit auseinander klafft wie in China? Und wie kann es tatsächlich gelingen, Armut langfristig und nachhaltig zu überwinden? Wir sind in die Stadt Xingtai gereist, in der sich – direkt vor den Toren Beijings–  einige der ärmsten Landstriche Chinas finden. Eine Suche nach Wegen aus der Armut.

Tibet

Nachwort

In der Gegenwart erlebt die tibetische Literatur eine beispiellose Blüte. Im vorliegenden Buch können nur wenige, repräsentative Werke vorgestellt und kommentiert werden. Und natürlich geht es vor allem um von tibetischen Schriftstellern geschaffene Werke.

Gesundheit

Lianyungang – Chinas „Silicon Valley“ der Pharmaindustrie

Produkte „Made in China“ finden sich heute fast überall auf der Welt in den Verkaufsregalen. Pharmazeutika und medizinische Produkte aus dem Reich der Mitte aber werden noch immer kaum ins Ausland exportiert. Das könnte sich bald ändern. Eine Schlüsselrolle bei der Internationalisierung chinesischer Pharma-Unternehmen soll die südostchinesische Kleinstadt Lianyungang spielen.

Die TCM geht in die Welt

Wenn die herkömmliche Medizin keinen Rat mehr weiß, hilft nicht selten die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM. So wie im Falle von Ursula Wolf, die sich nach langem Leidensweg in die TCM-Klinik Bad Kötzting begab und dort Hilfe fand. Mit ihren ganzheitlichen Heilmethoden wird die fernöstliche Lehre in Deutschland zunehmend anerkannt.

TCM-Gebirge Luofushan – Hype um Medizin-Nobelpreis bringt neue Entwicklungschancen

Anfang Oktober 2015 stand fest, dass die 84-jährige Chinesin Tu Youyou den Nobelpreis für Medizin erhält. Die Nachricht hat die Traditionelle Chinesische Medizin als solches auf die Bühne der Weltöffentlichkeit gehievt. Ein geschichtsträchtiger Ort, der davon besonders profitiert, ist das Luofushan-Gebirge in der Provinz Guangdong. Denn hier liegen die Ursprünge der Auszeichnung für Tu Youyou.