Der XIX. Parteitag der KP Chinas im Fokus| Parteideligierte und ihre Geschichten

Huang Wei: "Das Land durch Wissenschaft und Bildung stärken"

2017-10-23 10:36

 

 

Anfang der 90 Jahre folgte Huang dem Trend „ins Ausland zu gehen“ und verließ sein Vaterland in Richtung Singapur – das kleine Land mit großer Weisheit. Nach 14 Jahren – gerade zu der Zeit, in der die Wissenschaft allgemein einen starken Aufschwung erlebte – entschied sich Huang allerdings dafür, in sein Vaterland zurückzukehren, um sich dort weiterzuentwickeln. Huang ist ein Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und fungiert als solcher als stellvertretender Präsident der Northwestern Polytechnical University. 

 

Geboren in den 60er Jahren gilt Huang in China als Pionier der Bereiche Organische und Flexible Elektronik. Nachdem er an der Peking Universität seinen Abschluss machte, arbeitete er dort als Dozent, bevor er nach Singapur ging und dort Leiter in der Forschungsarbeit wurde. Nach seiner Rückkehr nach China begann seine Pionierarbeit allmählich Früchte zu tragen. Die Beijing Rundschau hat mit Huang Wei gesprochen und berichtet über dessen Chinesischen Traum und seine Arbeit als Wissenschaftler und Technologe. 

 

Von der Peking Universität nach Singapur: Zwei prägende 14-Jahres-Abschnitte

 

Ich verbrachte jeweils 14 Jahre an der Peking Universität und in Singapur. 14 Jahre an der Universität formten meinen Charakter, 14 Jahre in Singapur machten meinen Traum deutlich“, so Huang über seine Entwicklung.

 

1979 wurde Huang von der Fakultät für Chemie der Peking Universität aufgenommen und absolvierte dort sein ganzes Studium – vom Bachelor bis hin zum Doktortitel – und unterrichtete dort später in der Funktion als Dozent. Während seines Studiums an der Universität belegte er neben Fächern wie Physikalische Chemie und Computerchemie auch Kurse in Betriebswirtschaft und setzte sich außerdem intensiv mit Psychologie, Pädagogik, Wirtschaft, Politik, Talent Studies sowie internationalen Beziehungen auseinander. Des Weiteren engagierte sich Huang auch sozial und fungierte vorübergehend als Vorsitzender der All-China Students’ Federation. „All diese Erfahrungen tragen zu meinem Charakter bei, der von Treue, Anständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und meiner positiven Haltung gegenüber Herausforderungen und Innovationen geprägt ist“. 

 

Die Leute der Peking Universität – die erste Universität im Sinne der modernen Zeit in China – zeichnen sich durch ihre Ideale, Verantwortungsgefühl, Leidenschaft, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, kritisches Denken und die Fähigkeit, Dinge in Frage zu stellen, aus. Dies sind typische kulturelle Eigenschaften der Studenten dieser Universität. „So hat die Peking Universität mich den unbeirrbaren Geist von Innovation und Mut zur Reform gelernt“, sagt Huang. Die Universität galt als Ursprungsort und Wiege der „Bewegung des Vierten Mai“, einer politischen und kulturellen Erneuerungsbewegung mit antiimperialistischer und antifeudalistischer Stoßrichtung, die 1919 von fortschrittlichen Intellektuellen unter dem Einfluss der russischen Oktoberrevolution initiiert und von marxistischem Gedankengut beeinflusst wurde. Diese Bewegung führte dazu, dass die Universität fortan vermehrt mit Patriotismus, Fortschritt, Demokratie und Wissenschaft in Assoziation gebracht wurde. 

 

1993 nahm Huang Wei an der National University of Singapore eine Stelle als Postdoktorand in der Fakultät für Chemie an. In diesem neuen Umfeld entdeckte er, dass der Bereich Organische Elektronik noch viel Potential für weitere Forschung und Erkenntnisse bot. Mit scharfer Urteilsfähigkeit hat er sich infolgedessen entschlossen, der vertrauten Welt des Nanomaterials den Rücken zu kehren und sich künftig für die  Forschung von Organischer Elektronik einzusetzen. Im Laufe der Zeit gelang es ihm ein dynamisches Team mit großem internationalem Renommee auf die Beine zu stellen.  

 

Singapur ist zwar ein Stadtstaat mit nur 718 Quadratkilometer, aber sein globales Bewusstsein ist beachtenswert. Während meinem 14-jährigen Aufenthalt in Singapur spielte der Ort eine globale Rolle sowohl in Wissenschaft und Technologie wie auch im Bereich höhere Bildung und legte in rund einem Jahrzehnt einen rasanten Aufstieg hin.  Diese Erfahrungen und Entwicklungen stellen den Nährboden meines Traumes dar und haben auch meine Art und Weise zu leben tiefgehend beeinflusst“ . 

 

Die Rückkehr nach China und der Chinesische Traum

 

Als 2001 das Team für wissenschaftliche Forschung von Huang Wei einen Aufschwung erlebt hat, traf Huang eine überraschende Entscheidung: Die Rückkehr mitsamt dem Team nach China. 

 

Damals war der Abstand bezüglich Bedingungen für wissenschaftliche Forschungen zwischen China und den entwickelten Ländern allerdings noch beachtlich. Die Unterstützung für zurückkommende Wissenschaftler war zudem sehr begrenzt, da sich das Niveau des Einkommens und anderer Subventionen in China stark von dem unterschied, was zu dieser Zeit in weiter entwickelten Ländern angeboten wurde. 

 

Allerdings hatte sich Huang Wei mit großer Entschlossenheit für seine Rückkehr nach China entschieden. Grundsätzlich wurde er von dem schnellen Wachstum des Vaterlandes zur Rückkehr nach China beflügelt. „Die Entwicklung Chinas im Alltag hat mich damals tief berührt“, so erinnert sich Huang.

 

Der Wunsch zur Rückkehr ist weiter der Patriotismus-Tradition eines chinesischen Intellektuellen als auch dem Vorantreiben des Chinesischen Traums zuzuschreiben. Die chinesische Nation aufblühen zu sehen, ist Teil des Chinesischen Traums und der Wunsch eines jeden Chinesen. Huang Wei möchte das Land aber insbesondere durch Wissenschaft und Bildung stärken.

 

Nach der Reform und Öffnung Chinas, brauchte mein Vaterland nur rund 30 Jahre, um eine Entwicklung hinzulegen, die im Ausland im Durchschnitt rund 100 Jahre dauerte. Nach der Rückkehr spürte ich die positive Atmosphäre des Landes zur Förderung der Wandlung von Intellektualismus und der Zusammenarbeit von Produktion, Bildung und Forschung. Es wurde allgemein großer Wert darauf gelegt, dass Spitzentalente die wissenschaftliche Entwicklung und Innovation als Antreibungskraft leiten sollten. Für uns zurückkommende Wissenschaftler war es genau die richtige Zeit, um täglich neue Veränderungen zu erfahren und das großartige Wiederaufleben der chinesischen Nation hautnah mitzuerleben. „Noch wichtiger ist es allerdings für mich, als Wissenschaftler meinen Beitrag zur Prosperität und dem Gedeihen des Vaterlandes zu leisten“, erklärt Huang der Beijing Rundschau.   

 

Nach seiner Rückkehr hatte Huang nacheinander an der Fudan Universität, der Nanjing University of Posts and Telecommunications und an der Nanjing Tech University Forschungsstandorte gegründet. Endgültig hatte er somit das aufstrebende Fach „Flexible Elektronik“ in China etabliert. 

 

Im April dieses Jahres kam Huang Wei an die Northwestern Polytechnical University und setzte sich für den Aufbau Westchinas ein. „Ich hoffe, die schnell aufstrebende Stadt Xian – der Ausgangspunkt der Seidenstraße alter Zeiten – als Standort für Innovation und Pionierarbeit nutzen zu können, um eine weltweit erstklassige Plattform für Forschung und Entwicklung von Flexibler Elektronik aufbauen zu können. Der Standort soll für industriellen Wandel stehen und relevante Forschung soll hier betrieben werden“.

 

Mitglied der KPCh Chinas: eine Identität, auf die er stolz ist

 

Nicht nur auf die Errungenschaft im Wissenschaftsbereich ist Huang Wei stolz, sondern auch auf seine andere Identität: Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh). „Ich erinnere mich noch oft daran, wie ich in den 90er Jahren, als ich im Ausland war, in Singapur sofort die chinesische Botschaft besuchte, um meine Beziehungen zur Partei zu pflegen. Diese Identität als Mitglied der KPCh galt auch als Anlass meiner Entschlossenheit zur Rückkehr nach China um die Jahrhundertwende. Am 16. Januar dieses Jahres wurde ich als Vertreter zur Diskussion des Regierungsarbeitsberichts unter der Leitung des Ministerpräsidenten Li Keqiang eingeladen. So hatte ich großes Verantwortungsgefühl als Parteimitglied“, sagt Huang.

 

Seiner Meinung nach ist der Erfolg der KPCh den Idealen und Überzeugungen der Partei zu verdanken. Diese seien auch die Grundlage für den unbeugsamen revolutionären Willen, den furchtlosen Opfergeist und das kulturelle Selbstbewusstsein.

 

Ideologie ist der wichtigste Kern als politische Ressource in der Gesellschaft; sie wirkt sich auf den Zusammenhalt einer Nation sowie die Stabilität und Entwicklung einer Gesellschaft aus,“ sagt Huang, „Ich bin bereit, meine Expertise und meine Führungserfahrung im Bereich der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen, um damit meinem Vaterland zu dienen. Dies ist nicht nur die Aufgabe und Pflicht eines Intellektuellen, sondern entspricht auch dem erforderlichen Verantwortungsbewusstsein und der Erkenntnis, die ich als Mitglied der KPCh mitbringe“.

 

Quelle: german.beijingreview.com.cn vom 16.10.2017