Der XIX. Parteitag der KP Chinas im Fokus| Nachrichten

Technologische Innovation als Schlüsselfaktor für sozioökonomischen Fortschritt

2017-10-24 10:49

 

 

Delegierte nehmen am Freitag auf dem 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) an einer Pressekonferenz zum Thema der innovationsgetragenen Entwicklung teil. Zu den Teilnehmern, welche sich den Fragen der Reporter stellen, gehören Jiang Fengyi (zweiter von links), stellvertretender Leiter der Nanchang Universität; Wang Endong (dritter von links), leitender Wissenschaftler der Inspur Group; Wang Zhigang (dritter von rechts), Vizeminister für Wissenschaft und Technologie; Wang Xiujie (zweiter von rechts), ein Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften; und Lu Jianjun, Leiter im Bereich Wissenschaft und Technologie in der Provinz Shaanxi. 

 

 

China verstärke die Bemühungen, ein faires und gerechtes Ökosystem aufzubauen, um wissenschaftliche Talente besser motivieren und technologische Innovationen fördern zu können, sagte ein hochrangiger Beamter am 20 Oktober.

 

Seit 2012 habe Chinas Wissenschaft und Technologie „die sozioökonomische Entwicklung Chinas im Allgemeinen und in einigen Fällen grundlegend beeinflusst“, sagte Wang Zhigang, Vize-Minister für Wissenschaft und Technologie, den Reportern bei einem Briefing auf dem 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas. 

 

Chinas Bruttoausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen von 1,03 Billionen Yuan (156 Milliarden Dollar) im Jahr 2012 auf 1,57 Billionen Yuan (rund 236 Milliarden Dollar) im Jahr 2016, wobei 77,5 Prozent von Unternehmen ausgegeben wurden. China belegt seit sechs Jahren in Folge auch den ersten Platz in Sachen Patentanmeldungen, darunter 1,34 Millionen im Jahr 2016, mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2012, nach Angaben des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie.

 

Diese Errungenschaften werden von insgesamt 3,81 Millionen Wissenschaftlern – der größten Gruppe an Wissenschaftlern auf der ganzen Welt – vorangetrieben. „Innovation kann nicht allein von Wissenschaftlern in Elfenbeintürmen erreicht werden. Es muss eng mit der Wirtschaft, der Gesellschaft, dem Lebensunterhalt der Menschen und der nationalen Sicherheit verbunden sein", sagte Wang.

 

Infolgedessen müsse der größte Teil der Reformen darauf abzielen, die Wissenschaftler zu motivieren und „ein gerechteres Ökosystem zu schaffen, um die technologische Innovation zu unterstützen", sagte er.

 

Ein solches Umfeld werde auch unterstützende rechtliche, politische, kulturelle und soziale Elemente umfassen, sagte Wang. Gleichzeitig sollten die Regierungen die Grundlagenforschung stärken, die naturwissenschaftliche Grundbildung verbessern und die Marktwirtschaft ihre Rolle spielen lassen, so Wang weiter.

 

Um diese Ziele zu erreichen, bekräftigte Wang, brauche China drei Zutaten. Die erste sei ein von oben nach unten orientierter Blueprint, der „die Innovation organisch an den sozioökonomischen Entwicklungs- und Modernisierungsprozess Chinas bindet."

 

Die zweite Zutat bestehe in der Klärung, „wer was tun sollte". Die Hauptantriebskräfte der chinesischen Innovation seien Forschungsinstitute, Universitäten und Unternehmen, und sie hätten China dabei geholfen, die Führung in mehreren wichtigen Bereichen zu übernehmen, von der künstlichen Intelligenz bis hin zur Quantenkommunikation, so Wang. 

 

Chinesische Wissenschaftsunternehmen erzielten 2016 einen Gesamtumsatz von 26,1 Billionen Yuan (3,94 Milliarden US-Dollar), was einem jährlichen Anstieg um 17,5 Prozent entspricht. Laut Wissenschafts- und Technologieministerium überstieg  der Wert von Technologieaufträgen 2016 eine Billion Yuan (151 Millionen US-Dollar), ein Plus von 77,2 Prozent gegenüber 2012.

 

Dennoch könnten Unternehmen und Universitäten möglicherweise nicht in der Lage sein, massive wissenschaftliche Grundlagenforschung zu betreiben, wie z. B. Chinas jüngster Beitrag zur Entdeckung einer neuen Gravitationswelle, denn solche Projekte würden stets nationale Unterstützung auf Regierungsebene benötigen, sagte er.

 

Als Ergebnis dessen würden als dritte Zutat die Anstrengungen in den Bereichen Grundlagen- und Anwendungsforschung, technologische Innovation und Kommerzialisierung angestrebt, um „die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industriezweige und die allgemeine Stärke unserer wirtschaftlichen Entwicklung erheblich zu verbessern“, sagte Wang.

 

Wang Xiujie, Biologe an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und Delegierter, sagte, dass China die Verfahren in Bereichen wie Projektanträge und Budgetanfragen vereinfacht habe, um den Wissenschaftlern so viel Flexibilität wie möglich zu gewähren. 

 

Wang Endong, leitender Wissenschaftler der Inspur Group, Chinas größter Serverhersteller, sagte, dass die Unternehmen die Wissenschaftler besser behandeln würden. Die Wissenschaftler könnten darüber hinaus in den Bereichen Wohnungsbau und Schulungsförderung auf die Unterstützung der Regierung zählen. 

 

Quelle: german.beijingreview.com.cn vom 21.10.2017