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„Die Seidenstraßen-Initiative bietet Europa viele Chancen“ – Ein Interview mit dem langjährigen Schweizer China-Kenner Dr. Thomas Wagner

23-05-2017

  

Von Verena Menzel

 

 

Offizieller Freundschaftbotschafter zwischen den Kulturen: Dr. Thomas Wagner im Gespräch mit „China heute“ 

 

 

„Wie China mit 900 Milliarden Dollar die Welt erobern will“ titelte das einflussreiche deutschsprachige Nachrichtenportal „Spiegel online“ am 15. Mai, dem zweiten offiziellen Tag des internationalen Seidenstraßen-Forums in Beijing. Mitte August vergangenen Jahres titulierte das vielgelesene Magazin die Seidenstraßen-Initiative in seiner Printausgabe bereits als „Projekt Welteroberung“. Einen Tag zuvor, am 14. Mai, hatte der deutsche Fernsehsender ZDF auf seiner Internetpräsenz bereits von „Zweifeln am selbstlosen China“ gesprochen. Es ginge den Chinesen mit ihrer „Belt-and-Road“-Initiative „um nicht weniger als die Errichtung eines Imperiums“, so die Journalisten, um eine "Globalisierung chinesischer Prägung". Die Initiative „Ein Gürtel und eine Straße“ solle vor allem eines bringen: „Macht für China“, so der ZDF-Bericht.

 

Keine Frage, Skepsis und Vorbehalte sind groß bei vielen westeuropäischen Journalisten. Seit Chinas Präsident Xi Jinping 2013 die Initiative zum Aufbau einer neuen Seidenstraße auf dem Landweg und einer maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts vorgestellt hat, gibt es auch viele kritische Stimmen, nicht zuletzt in Westeuropa.

 

Einer, der solche Bedenken nur allzu gut kennt, ist der Schweizer Dr. Thomas Wagner. Der promovierte Mediziner und Jurist bekleidete von 1982 bis 1990 das Amt des Stadtpräsidenten der Stadt Zürich, später fungierte er von 1990 bis 2002 als Vize-Stadtpräsident und war verantwortlich für den Öffentlichen Personennahverkehr, das Wassermanagement sowie die Aufsicht über Elektrizität- und Gasversorgung der Stadt. Mittlerweile ist der 73-Jährige im Ruhestand, fungiert aber noch immer als Präsident der Gesellschaft Schweiz-China, eine private NGO, die seit 1945 besteht und sich der Förderung des wirtschaftlichen und kulturellen Austausches zwischen China und der Schweiz verschrieben hat.

 

Die Städtepartnerschaft Zürich - Kunming: eine Erfolgsgeschichte

 

Bereits 1982, nur vier Jahre nach der Öffnung Chinas und im ersten Jahr seiner Amtszeit als Züricher Stadtpräsident, begann Thomas Wagner, seine Fühler nach China auszustrecken und initiierte eine Städtepartnerschaft mit Kunming, der Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Yunnan. Auch damals gab es große Bedenken und es hagelte reichlich Kritik, vor allem in den Medien, erinnert sich der Schweizer.

 

„Zum damaligen Zeitpunkt war China für die Schweiz und für den Westen noch ein fremdes Land. Viele hatten Vorurteile, kannten China nicht. Deshalb stand ich am Anfang der Städtepartnerschaft zwischen Zürich und Kunming über viele Jahre stark in der Kritik. ,Was bringt uns das Ganze? Wir müssen nur viel Geld aufwenden und profitieren selber nicht davon‘, hieß es von vielen Seiten.“

 

Doch Wagner ließ sich nicht beirren, erkannte das große Potential des aufstrebenden Landes und war fasziniert von den Chinesen und ihrer Kultur. „Im Rückblick war es eine gute Entscheidung“, sagt er heute. Denn mittlerweile habe sich das Blatt völlig gewandelt. „Heute kommen die Kritiker von damals auf mich zu und fragen, ob ich ihnen behilflich sein kann, Türen in China zu öffnen“, sagt Wagner. „Das zeigt im Ergebnis doch, dass die öffentliche Meinung eben oft den eigentlichen Sachverhalt nicht genügend klärt und von falschen Voraussetzungen ausgeht“, so sein Resümee.

 

 

"Ich finde das Seidenstraßen-Projekt als solches hochinteressant und auf alle Fälle unterstützenswert“, sagt Wagner. Gleichzeitig müssten aber auch kritische Stimmen erlaubt sein. Man sollte stets genau hinterfragen, so der Schweizer. 

 

Die Städtepartnerschaft Zürich - Kunming besteht mittlerweile seit 35 Jahren. Sie hat für beide Seiten reiche Früchte getragen. Dank Züricher Hilfe ist Kunming in vielen Belangen zur Vorzeigestadt avanciert, etwa bei der städtischen Wasserversorgung und Abwasserbehandlung, im Bereich des städtischen Busnetzes aber auch bei der Erhaltung schützenswerter Häuser und Ortsbilder. Auch hier orientierte man sich erfolgreich am Züricher Vorbild.

 

Und auch die Schweiz hat von dem Kooperationsprojekt stark profitiert. Allein bis zum Jahr 2002, dem Jahr als Wagner seinen Sitz im Stadtrat abgab, sind aus Kunming über 50 Millionen Franken an Direktaufträgen in die Schweiz geflossen. Der Return on Investment, so beschreibt es Wagner, sei beachtlich gewesen.

 

Jahrhundertprojekt „Ein Gürtel und eine Straße“

 

Heute, im Jahr 2017, wirbt China wieder um Zusammenarbeit, diesmal nicht als ein Land, das gerade erst seine wirtschaftliche Öffnung vollzogen hat, sondern als ökonomisches Schwergewicht der Weltwirtschaft. Um seine Initiative „Ein Gürtel und eine Straße“ voranzutreiben, lud die chinesische Regierung vom 14. bis 15 Mai zum ersten internationalen Seidenstraßen-Forum nach Beijing ein. Und die Weltgemeinschaft folgte dem Ruf. Mehr als einhundert Länder entsendeten Delegationen nach China. Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan sprachen neben Xi Jinping im Rahmen der Eröffnungszeremonie.

 

Aus der Europäischen Union reisten die Ministerpräsidenten Polens, Ungarns, Tschechiens und Griechenlands in die chinesische Hauptstadt, Italien war mit Ministerpräsident Paolo Gentiloni vertreten, aus Spanien kam Ministerpräsident Mariano Rajoy. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Premierministerin Theresa May allerdings ließen sich durch Minister vertreten und auch Frankreich entsendete kurz nach dem Amtswechsel kein Staatsoberhaupt. Für Deutschland nahm letztlich Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries an der Großveranstaltung teil.

 

Im Rahmen seiner Belt-and-Road-Initiative plant China, weiträumig in Infrastrukturprojekte zu investieren. Es geht um ein Netzwerk aus Straßen, Eisenbahnen, Häfen und Flughäfen zwischen Asien und Europa und auch um die Errichtung von Pipelines und Kraftwerken. So soll in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die berühmte antike Handelsroute der Seidenstraße von neuem auferstehen, so die Vision des chinesischen Präsidenten. Xi hat angekündigt, rund 900 Milliarden Dollar in das Mammutvorhaben zu investieren. Damit ist das Unterfangen das größte Investitionsprogramm seit Jahrzehnten.

 

Im Westen aber ist man sich uneins, wie Chinas Vorstoß zu bewerten ist. Muss sich Europa vor dem langen Arm der Seidenstraße fürchten? „Sicher nicht“, sagt Wagner. „Aber man darf und soll ein solches Projekt auch kritisch hinterfragen, wie es gerade in Europa geschieht“, sagt er. Es wäre sicher falsch, nur positive Worte dafür zu finden.

 

„Ich bin der Meinung, kritische Stimmen sind durchaus erlaubt und auch notwendig. Es ist nicht alles gut und nicht jeder Fortschritt der Menschheit ist im Ergebnis gewinnbringend und macht uns glücklicher. Man sollte, meiner Meinung nach, stets genau hinterfragen. Es ist gefährlich, nur eine Seite der Medaille zu sehen und nur in eine Richtung zu denken. Ich finde das Seidenstraßen-Projekt als solches hochinteressant und auf alle Fälle unterstützenswert“, sagt der Präsident der Gesellschaft Schweiz-China, aber man dürfe eben auch Fragen stellen, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

 

Die Schweiz beteilige sich schon seit der ersten Stunde an dem Projekt. „Unser Land hat zum Beispiel eine ganz zentrale Rolle bei der Entwicklung der Asian Infrastructure Investment Bank, kurz AIIB, gespielt. Zwar sind wir kapitalmäßig nicht stark beteiligt, aber wir haben schon bei der Gründung mitgewirkt. Die guten Beziehungen zwischen der Schweiz und China geben uns sicher die Möglichkeit, in Zukunft an verschiedenen Projekten im Rahmen der Seidenstraßen-Initiative teilzuhaben“, so Wagner.

 

Überhaupt übernehme die Schweiz in den Beziehungen zu China in vielen Feldern eine Pionierfunktion in Westeuropa, so die Einschätzung des ehemaligen Züricher Stadtpräsidenten. Und das scheint man auch in China ähnlich zu sehen. So reiste denn Stadtpräsident Xi Jinping anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos im Januar 2017 eigens zu einem viertägigen Staatsbesuch in die Schweiz, ohne dabei noch weitere europäische Länder zu besuchen. In Davos hielt er schließlich eine flammende Rede für freien Handel und gemeinsame Prosperität. Und das zu einer Zeit, in der in vielen Staaten protektionistische und nationalistische Tendenzen auf dem Vormarsch sind.

 

Beim Belt-and-Road-Forum Mitte Mai in Beijing war die Schweiz mit Bundespräsidentin Doris Leuthard vertreten, was Wagner als wichtiges Signal wertet. „Während bedeutende westeuropäische Länder nicht mit ihren höchsten Würdenträgern in dieser Konferenz anwesende waren, hat die Schweiz Präsenz gezeigt.“ Das sei wichtig und schaffe Vertrauen, so Wagner.

 

Generell liege der Schlüssel für gute Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und China in einem vertrauensvollen und offenen Umgang miteinander, sagt er. China habe in Europa vielerorts ein Wahrnehmungsproblem und müsse in Sachen Softpower aufholen, auch wenn in China hergestellte Produkte in der Schweiz im Alltag längst allgegenwärtig seien.

 

Mit dem Begriff der neuen Seidenstraßen könne die einfache Bevölkerung in der Schweiz bisher nur wenig anfangen, so Wagner. „Der Allgemeinheit ist der Begriff kaum bekannt. Wenn Sie allerdings Menschen fragen, die mit Asien zu tun haben, dann ist ,One Belt One Road‘ diesen durchaus ein Begriff. Ich glaube, es ist nun eine unserer Aufgaben, auch der Gesellschaft Schweiz-China, der ich vorstehe, auf dieses gigantische und auch zukunftsweisende Projekt aufmerksam zu machen. Es handelt sich hier nämlich nicht um ein Projekt des Jahres 2017, sondern ein Vorhaben, das sich über Jahrzehnte erstrecken wird“, umreißt Wagner die Tragweite des Vorstoßes.

 

Denn trotz der scheinbar großen räumlichen Entfernung zum Reich der Mitte, biete die Seidenstraßen-Initiative den Ländern Europas zahlreiche Möglichkeiten der Zusammenarbeit: „Die Chancen für den europäischen Markt sind sehr hoch, da wir in Europa eine sehr gut ausgebildete und perfektionierte Industrie vorweisen können, etwa im Bereich des Bahnwesens, der baulichen Anlagen und dem Ingenieurwesen sowie auch im Bereich der Luftfahrttechnik. Auch im Bereiche des Umweltschutzes haben wir reiche Erfahrungen und so können wir darauf hinwirken, dass wirtschaftlicher Erfolg und Umweltschutz sich nicht ausschließen, sondern ergänzen. Ich glaube, wir haben in Europa auch sehr starke Möglichkeiten, uns kulturell, zum Beispiel durch die Erhaltung schutzwürdiger Gebiete und Siedlungen, wissenschaftlich sowie wirtschaftlich einzubringen“, so Wagner.

 

Auch der Schweiz, da ist Wagner zuversichtlich, werden sich im Rahmen des Großprojektes neue Chancen bieten, wenn auch in kleinerem Umfang. „Im Falle der kleinen Schweiz wird es hier sicherlich um Nischenfunktionen gehen, die allerdings sehr entscheidend sein können. Ich denke da etwa an den Bereich der Finanzierung, wo die Schweiz traditionell stark ist, aber auch an den Bereich elektrotechnischer Anlagen, hier sind wir ebenfalls hochspezialisiert.“ Denkbar wären für ihn auch Kooperationen im Bereich Sicherheitsmaßnahmen und Sicherheitstechnologie - zwei Bereiche, die weltweit immer notwendiger würden. Außerdem verfüge die Schweiz über ein ausgezeichnetes Management, unter anderem etwa auch im öffentlichen Nahverkehr. Auch hier könne man voneinander lernen, so Wagner.

 

Eigenheiten und Identitäten der Kulturen entlang den Routen wahren

 

Wer China nicht kenne und herkomme mit dem Glauben, rasch ein möglichst gutes Geschäft machen zu können, liege völlig falsch, betont Wagner. „Sie müssen in China Vertrauen aufbauen“, gibt er mit auf den Weg. 

 

„Wir sollten neben dem wirtschaftlichen Bereich aber unbedingt auch versuchen, ebenfalls schweizerische Erfahrungen im kulturellen Bereich einzubringen“, betont er. „Die kleine Schweiz wird vielerorts bewundert, weil es uns gelungen ist, die Identität unserer einzelnen Landesteile und unserer Strukturen und Traditionen zu bewahren. Ich finde, wir haben die Verpflichtung, diese Verantwortung weiterzugeben und auch hier sehe ich Schnittpunkte für die Seidenstraßen-Initiative.“

 

Denn Entwicklung und Vernetzung dürfe nicht zu Lasten kultureller Besonderheiten der einzelnen Länder gehen, warnt der Schweizer. „Man muss zu jeder Zeit fragen, welche möglichen Auswirkungen das Seidenstraßen-Projekt in seiner konsequenten Durchführung hat. Was heißt es für die Kulturen der Menschen, die dort leben? Kommt es zu einem Kulturwandel, gibt es einen Identitätsverlust? Wir müssen auf alle Fälle aufmerksam bleiben und dafür sorgen, dass die Eigenheiten und Identitäten der Kulturen entlang den Routen bewahrt werden.“

 

Generell ist Wagner aber der Auffassung, dass China in der Schweiz in den letzten Jahren mehr und mehr an Bedeutung, an Aufmerksamkeit und auch an Glaubwürdigkeit gewonnen hat. Und das sei nicht zuletzt der Pflege der gegenseitigen Beziehungen zu verdanken, wozu auch Wagner und die Gesellschaft Schweiz-China einen großen Teil beigetragen haben.

 

„Mit unserer Gesellschaft können wir die Rolle eines Vermittlers übernehmen, die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt zum richtigen Projekt zusammenbringen. Hier sehe ich eine Chance für unsere Gesellschaft, uns im Rahmen der Seidenstraßen-Initiative aktiv einzubringen“, so der 73-Jährige.

 

Wie gute internationale Zusammenarbeit gelingen kann und wo es manchmal im Verhältnis zwischen Europäern und Chinesen noch hakt, auch das weiß der langjährige China-Kenner. „Wer China nicht kennt, kommt hierher und glaubt, er könne rasch ein möglichst gutes Geschäft machen. Das ist völlig falsch. Sie müssen in China Vertrauen aufbauen, die zwischenmenschlichen Beziehungen pflegen. Und natürlich müssen sie ein gutes Produkt haben und das Vertrauen der chinesischen Partner gewinnen, dass das, was Sie anbieten oder an Erfahrungen mitgeben möchten, auch wirklich dem Land sowie den Wünschen und Erfordernissen Chinas dient. Das braucht manchmal halt auch viel Geduld.“

 

Viele Europäer wollten dagegen einfach möglichst rasch zum Ziel gelangen und einen Vertrag abschließen, der möglichst gewinnbringend und erfolgreich in der Durchführung ist, sagt Wagner. „Für den Chinesen ist der Weg dorthin aber mindestens genauso wichtig.“ Die Festigung der persönlichen Beziehung, ihr Aufbau und Fortgang, zähle in China viel stärker als in Europa, so der Schweizer.

 

Vertrauen als Basis

 

Der 73-Jährige, der mittlerweile im Ruhestand ist und keine offiziellen Regierungsämter mehr bekleidet, hat dies bei seinen zahlreichen Chinabesuchen auch ganz persönlich erfahren. „Wenn Sie in Westeuropa nicht mehr in Ihrer ehemaligen Funktion tätig sind, bricht in der Regel die Beziehung praktisch auf null ab. Hier in China ist das ganz anders. Da bleibt die Beziehung aufrecht, es besteht Respekt und gegenseitiges Vertrauen, es besteht menschliche Anteilnahme, die jedes Mal wieder spürbar ist“, sagt er. „Das ist ganz erstaunlich und für mich persönlich sehr bewegend. Da können wir Europäer meines Erachtens sehr viel lernen.“

 

Dass Thomas Wagner im Reich der Mitte durch sein langjähriges Engagement im Bereich des wirtschaftlichen und kulturellen Austausches viele Freunde gefunden hat, wird schnell deutlich, wenn man sich seine Visitenkarte ansieht. Wagner ist heute Ehrenbürger einiger chinesischer Städte, darunter nicht nur die Züricher Partnerstadt Kunming, sondern auch Dalian, Nanchang und Jinan. Vor kurzem wurde ihm  auch von der Provinz Guizhou als Dank für seine Anstrengungen zur Festigung der Beziehungen zwischen der Schweiz und dieser Provinz der Titel eines Ehrenbürgers verliehen. Und 2009 wurde er zudem von der „Chinesischen Gesellschaft zur Pflege der Freundschaft mit ausländischen Ländern“ zum offiziellen „Freundschaftsbotschafter“ zwischen den Kulturen ernannt.

 

Wagner, der seit Anfang der 1980er Jahre über 140 Mal ins Reich der Mitte gereist ist, weiß, wie wichtig Vertrauen und Offenheit sind im Umgang mit einander, egal ob in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit oder im persönlichen Austausch. Und er weiß, dass Vertrauen auf Gegenseitigkeit beruhen muss. Und so erklärten ihn im Jahr 2003, als China mitten in der SARS-Krise steckte, viele Bekannte und Freunde für verrückt, als der Mediziner kurzerhand seine Koffer packte und nach Beijing flog. Er quartierte sich genau neben der Klinik ein, in der einige Zeit zuvor der erste SARS-Fall diagnostiziert worden war.

 

„Die Leute in der Schweiz haben gesagt: ,Du bist verrückt! Das macht man doch nicht.‘ Ich bin trotzdem gegangen, aus Solidarität und um zu zeigen, wir lassen die Chinesen in diesem Falle nicht im Stich. Das wurde mir hoch angerechnet.“  

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