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Das Großbuchtgebiet Guangdong-Hongkong-Macao: Motor der Reform und Öffnung in Chinas Süden

2018-07-30 19:09:00 Source:China heute Author:
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Von Yang Haishen* 

  

Das Großbuchtgebiet Guangdong-Hongkong-Macao umfasst neben den beiden Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao neun Städte in der südchinesischen Provinz Guangdong. Neben der Provinzhauptstadt Guangzhou zählen dazu auch die Millionenmetropole Shenzhen sowie die Orte Zhuhai, Foshan, Dongguan, Zhaoqing, Jiangmen und Huizhou. Gemeinsam bilden diese Städte das Perlflussdelta.  

   

Architektonisches Aushängeschild: Blick auf die große Seebrücke,

die die Provinz Guangdong, Hongkong und Macao miteinander verbindet.

 

Neben der Provinzhauptstadt Guangzhou sticht besonders Shenzhen in diesem Städtecluster hervor. Es handelt sich um Chinas erste Wirtschaftssonderzone, die im Jahr 1980 gegründet wurde. Dank des günstigen Standorts vor den Toren Hongkongs und des guten Investitionsumfeldes für Investoren aus Hongkong sowie dem Ausland ist aus dem einstigen Fischerdorf innerhalb von weniger als vier Jahrzehnten eine internationale Metropole gereift. 

  

 

Freie Fahrt voraus: Seit dem 16. Dezember 2017 ist es Jachten gestattet,

 im Seegebiet zwischen Guangdong, Hongkong und Macao frei zu verkehren.

 

 

Auch insgesamt hat sich die Wirtschaft des Perlflussdeltas durch die Kooperation mit Hongkong und Macao rasant entwickelt. Die Kooperationsmodelle der 1990er Jahre, die sich in erster Linie auf die Veredelungswirtschaft stützten, wurden mittlerweile auf wesentlich höhere Ebene gehoben. Heute setzt die Region stattdessen auf Zukunftsindustrien wie künstliche Intelligenz.  

 

 

Festakt: Am 12. Dezember 2017 wurde die Tourismusvereinigung des  

Großbuchtgebiets Guangdong-Hongkong-Macao feierlich gegründet.  

 

 

Doch die Entwicklung des Großbuchtgebiets Guangdong-Hongkong-Macao hat ihren Höhepunkt noch längst nicht erreicht. In Zukunft dürften in der Region noch lebhaftere Wirtschaftszonen sowie noch hochwertigere Lebensumgebungen entstehen. Chinas Regierung plant jedenfalls, das Gebiet zu einem erstklassigen Buchtgebiet internationalen Ranges und das Städtecluster im Perlflussdelta zu einer Städtegruppe von Weltrang aufzubauen. In Zukunft will man gleichziehen mit florierenden Regionen wie den Buchten rund um New York, San Francisco oder Tokio.   

  

Welches Gewicht die Regierung der Entwicklung der Region zuspricht, zeigt auch die Tatsache, dass der Aufbau des Buchtgebiets in den Bericht des 19. Parteitages der KP Chinas sowie auch in die Tätigkeitsberichte der chinesischen Regierung aus den Jahren 2017 und 2018 aufgenommen wurde. Damit hat die Regierung ihn auf die Ebene einer staatlichen Entwicklungsstrategie gehoben.  

  

Im vorigen Jahr unterzeichnete Chinas Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform gemeinsam mit den betreffenden Lokalregierungen das „Rahmenabkommen zur Vertiefung der Kooperation zwischen Guangdong, Hongkong und Macao und zum Vorantreiben des Ausbaus des Großbuchtgebiets Guangdong-Hongkong-Macao“. In diesem Papier sind die Zielsetzung und die Zielvorgaben sowie Prinzipien und Schwerpunktbereiche für die Zusammenarbeit zwischen Guangdong, Hongkong und Macao ganz konkret festgeschrieben. Damit liegt ein umfassender Entwicklungsentwurf für das Großbuchtgebiet auf dem Tisch.  

  

Nach dem 18. Parteitag stellte das Zentralkomitee der KP Chinas unter Leitung Xi Jinpings das Konzept der innovationsgetragenen, koordinierten, grünen sowie durch Öffnung nach außen und gemeinsame Teilhabe gekennzeichneten Entwicklung auf und eröffnete damit neue Perspektiven für die Wirtschaftsentwicklung des Sozialismus chinesischer Prägung. Der Aufbau des Großbuchtgebiets Guangdong-Hongkong-Macao verkörpert dabei eine wichtige strategische Anordnung für die Erschließung neuer Perspektiven des Sozialismus chinesischer Prägung. Um diesen Aufbau erfolgreich voranzubringen, gilt es nun, sich von diesem neuen Konzept leiten zu lassen, sich in den großen Entwicklungstrend der Welt einzufügen und sich dem Entwicklungsgefüge der wirtschaftlichen Globalisierung anzupassen. Zudem sollte die Reform weiter vertieft, die Öffnung erweitert und die Richtlinie „ein Land, zwei Systeme“ gut in die Praxis umgesetzt werden. 

  

Ein innovatives Buchtgebiet dank Wissenschaft und Technik  

  

Insgesamt lässt sich beobachten, dass die Innovationskraft des Großbuchtgebiets Guangdong-Hongkong-Macao stetig steigt. Dies bestätigt zum Beispiel der „Evaluationsbericht über Chinas regionale Innovationsfähigkeit 2017“, der von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen veröffentlicht wurde. Darin erklären die Autoren die Provinz Guangdong in Sachen Innovationsfähigkeit zum landesweiten Spitzenreiter, was sich vor allem in der hochgradigen Öffnung für Innovation und in regen Tätigkeiten der Existenzgründung ausdrücke.  

  

Dieser Erfolg ist unter anderem auch das Ergebnis der hohen finanziellen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung seitens der Provinzregierung. Was das gesamte Perlflussdelta anbetrifft, so beliefen sich diese Ausgaben im Jahr 2016 auf rund 2,85 Prozent des BIPs, was dem Niveau der Industrienationen entspricht. Auch Hongkong verfügt über reiche Innovationsressourcen. Hier sind auf engstem Raum drei der Top-100-Universitäten der Welt angesiedelt. In ihrem „Global Innovation Index 2017“ führt die World Intellectual Property Organization (WIPO) den Raum Hongkong-Shenzhen in Sachen Innovationsfähigkeit zudem an weltweit zweiter Stelle. Daraus wird ersichtlich, dass Hongkongs Innovationsfähigkeit nicht nur stark ist, sondern dass sie auch eine wichtige Ergänzungsfunktion im Perlflussdelta erfüllt. Eine Tatsache, die zugleich unterstreicht, dass das Großbuchtgebiet über Potenziale der innovativen und koordinierten Entwicklung verfügt, da die Innovationsressourcen in diesem Gebiet einander nachweislich fördern.  

  

Innovation bildet die Triebkraft für den Aufbau der gesamten Region

 

Guangdong-Hongkong-Macao und die wissenschaftlich-technische Innovation zeigt ihre Entwicklungsrichtung auf. Es ist das allgemeine Anliegen der dortigen Städte, gemeinsam ein Zentrum für internationale wissenschaftlich-technische Innovation zu errichten. Die innovative Entwicklung im Großbuchtgebiet stützt sich dabei hauptsächlich auf die staatliche Vorzeigezone für selbstständige Innovation des Perlflussdeltas, wobei auch die erfolgreichen Erfahrungen der wissenschaftlich-technischen Zonen Hongkongs in Bereichen wie dem Erschließungsmanagement sowie der Anziehung von Unternehmen und Dienstleistungsangeboten für wissenschaftlich-technische Inkubatoren herangezogen werden.  

  

Zudem unternimmt man Anstrengungen, um globale Innovationsressourcen anzuziehen bzw. Anschluss an diese zu finden, durch Zusammenarbeit eine internationale Innovationsplattform zu errichten sowie gemeinsame Forschungszentren und Labors aufzubauen. Ziel ist es, neue Standorte für innovative Hightech-Industrien von Weltrang zu schaffen. Dabei erfüllen die Guangdonger Innovationsplattformen die Funktion des Hauptträgers und in Zusammenarbeit mit renommierten Universitäten in Hongkong und Macao visieren die Verantwortlichen der Region die internationale wissenschaftlich-technische Forschung und disruptive Technologien an und streben danach, in Bereichen wie der Quantentechnik, der Informationstechnik neuer Generation, im Bereich Halbleitermaterialien der dritten Generation sowie bei der Displaytechnik neuen Typs und Präzisionsmedizin (precision medicine) günstige strategische Positionen einzunehmen. 

  

Hauptträger des neuen Zentrums für wissenschaftlich-technische Innovation des Großbuchtgebiets ist der Korridor der wissenschaftlich-technischen Innovation, den die Städte Guangzhou, Shenzhen und Hongkong formen. Es handelt sich hierbei um ein flächendeckendes Gebiet zu beiden Seiten dieser Städteachse mit einer Gesamtlänge von 200 Kilometern. In diesem Korridor konzentrieren sich wichtige Innovationsfaktoren. Geografisch gesehen erstreckt er sich von der Provinzhauptstadt Guangzhou über das Seegebiet Songshan in Dongguan bis zur Hongkonger Victoria-Bucht. Wichtige Verkehrsadern wie die Autobahn Guangzhou-Shenzhen, die Guangzhou-Kowlon-Eisenbahnlinie sowie die östliche Streckenabschnitt der Ringstraße des Perlflussdeltas ziehen sich durch dieses Gebiet.  

  

Zukünftig soll der Korridor eine wichtige Stütze für die landesweite Durchführung der Strategie der innovationsgetragenen Entwicklung formen, ein Beispiel für die technische Innovation der globalen Hightech-Industrie geben, eine Vorreiterrolle für die landesweite Reform des wissenschaftlich-technischen Systems spielen sowie eine Kernzone für das Zentrum der wissenschaftlich-technischen Innovation des gesamten Großbuchtgebiets und einen wichtigen Eckpfeiler für die staatliche Vorzeigezone für selbstständige Innovation im Perlflussdelta bilden. In Zukunft wird seine Ausstrahlung auf das östliche und westliche Ufergebiet des Perlflusses erweitert. Damit wird aus einer Linie eine Fläche und aus dieser entsteht wiederum ein Gürtel. Geht es nach der Regierung, soll dieser Korridor bald ebenbürtig zum US-amerikanischen Silicon Valley (San Francisco – San José – Los Angeles) sein und auch gleichziehen mit der Region rund um Boston sowie dem Innovationsgürtel Tokyo – Yokohama – Tsukuba in Japan. 

  

Erfolg durch koordinierte Entwicklung 

  

Ein Koordinationsmechanismus auf staatlicher Ebene soll als wichtiger Garant für die Entwicklung des Großbuchtgebiets fungieren. Denn die koordinierte Entwicklung voranzutreiben, bildet ein objektives Erfordernis, um dieses Megaprojekt auch wirklich zum Erfolg zu führen.  

  

Damit dies gelingt, ist die Errichtung einer Koordinationsinstitution auf staatlicher Ebene im Gespräch, die die koordinierte Entwicklung verstärken soll. Diese Koordinationsinstitution soll von einem hohen Kader der Staatsführung, der für Hongkong und Macao zuständig ist, geleitet werden. Außerdem ist geplant, die zuständigen Ministerien und die Lokalregierungen Guangdongs, Hongkongs und Macaos an der Koordinationsarbeit zu beteiligen. Zudem sollen auf Grundlage der bestehenden Kooperationskonferenzen zwischen Guangdong und Hongkong bzw. Guangdong und Macao eine gemeinsame Großkonferenz für das gesamte Buchtgebiet und zuständige Kooperationsbüros etabliert werden. Im Rahmen der Richtlinie „ein Land, zwei Systeme“ gilt es, den „Grundriss des Plans zur Entwicklung des Großbuchtgebiets Guangdong-Hongkong-Macao“ koordiniert durchzuführen, einen Entwurf auf höchster Ebene zu erstellen und die Bindungskraft für die Durchführung des Plans zu stärken, um so einen langfristigen Mechanismus für die nachhaltige Entwicklung des Gebiets zu formen.  

  

Weiterhin sollen die Fähigkeiten zur koordinierten Bewältigung von Schlüsselproblemen im Großbuchtgebiet gestärkt werden. Grundsätzlich basiert der Rahmen zum Aufbau des Großbuchtgebiets auf dem Prinzip „ein Land, zwei Systeme“ sowie den Strategien zum Aufbau dreier Zollzonen und der Positionierung von vier Schlüsselstädten.  

  

Große Herausforderungen für die Koordination bestehen in Bereichen wie der freien Fluktuation von Produktionsfaktoren, der Integration des städtischen Verkehrs, der Entfaltung der jeweiligen Stärken einzelner Orte, der Arbeitsteilung von Häfen und Flughäfen, der rationalen Nutzung von Bodenressourcen, der Governance von Ökosystemen und Umwelt sowie beim Angebot gleichwertiger öffentlicher Dienstleistungen. Auch in Fragen der Planung und der Systeme müssen die zuständigen Lokalregierungen ihre Koordination noch verstärken. Es gilt, intensive und effektive Koordinationsmechanismen für günstigere Verkehrslösungen, eine bessere Vernetzung der örtlichen Verkehrsinfrastruktur, die Weiterentwicklung der Industrien, die gute Nutzung von Bodenressourcen und die Entfaltung der Stärken der jeweiligen Städte zu schaffen. 

  

Governance von Ökosystemen und Umwelt fördern und ein grünes Buchtgebiet aufbauen 

  

Ein wichtiges Ziel des Aufbaus des Großbuchtgebietes besteht darin, ein lebenswertes Lebensumfeld für die Menschen vor Ort zu schaffen. Hier bildet die Verbesserung der Lebenshaltung den Schwerpunkt. Zudem gilt es, einen international bedeutenden Bildungsstandort zu errichten und auch die Dienstleistungen im Bereich Beschäftigung und Existenzgründung zu vervollkommnen, die kulturelle Entwicklung zu fördern, die Verbesserung des Gesundheitswesens voranzutreiben und die Governance der Gesellschaft zu verbessern.  

  

Durch diese Maßnahmen soll eine weltweit erstklassige Städtegruppe entstehen, die auf Umweltschutz setzt, bewohnerfreundlich ist und auch Erwerbstätigkeit und Tourismus fördert. Für die Verwirklichung dieser Ziele spielt die grüne Entwicklung eine entscheidende Rolle. Und diesbezüglich verfügt das Großbuchtgebiet schon jetzt über eine Reihe guter Vorraussetzungen. Zu nennen sind beispielsweise die geografisch günstige Lage, die besonderen klimatischen Bedingungen sowie die weiten Küstengebiete und reichen Waldressourcen. Nun kommt es darauf an, diese natürlichen Vorzüge auch tatsächlich entsprechend zu entfalten. 

  

Will man schöne Ökosysteme und eine schöne Umwelt schaffen und für eine lebenswerte Wohnumgebung vor Ort sorgen, hat das Großbuchtgebiet zweifelsohne noch einen langen Weg vor sich. Denn einerseits gilt es für die Region, die Umweltschäden, die durch die rasante Wirtschaftsentwicklung der vergangenen 40 Jahre entstanden sind, wiedergutzumachen, und andererseits neue Umweltprobleme der gegenwärtigen Entwicklung zu lösen.  

  

Diese Umstände erfordern, dass die Lokalregierungen der drei Orte den Aufbau der ökologischen Zivilisation an erste Stelle setzen und das Umweltbewusstsein der Menschen verstärken. Erst durch die Einhaltung der entscheidenden Linie des Umweltschutzes kann die Qualität der Ökosysteme und der Umwelt verbessert werden, was eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau des Großbuchtgebiets darstellt. Dieses muss hochwertige öffentliche Güter im Bereich des Umweltschutzes anbieten, während es sich mit anderen Landesteilen gemeinsam dem globalen Wettbewerb stellt.  

  

Innerhalb des Buchtgebiets sollte darüber hinaus die Zusammenarbeit für grüne Entwicklung künftig noch weiter ausgebaut werden. Greifbare positive Ergebnisse müssen im Zuge des Aufbaus des Großbuchtgebiets insbesondere dahingehend erzielt werden, gemeinsam eine Naturschutzzone und einen ökologischen Korridor zu errichten und Barrieren für ökologische Sicherheit aufzubauen. Auf Grundlage der grünen und kohlenstoffarmen Entwicklung sowie der Kreislaufentwicklung sollten neue Wettbewerbsfähigkeiten in Bereichen wie Optimierung der Wirtschaftsstruktur und Qualitäts- bzw. Effizienzerhöhung herausgebildet werden, damit im Großbuchtgebiet die Luft frischer, die Gewässer reiner und der Himmel klarer werden. Erst dadurch können Lebensqualität und Glücksindex der Bevölkerung erhöht und eine neue Situation der nachhaltigen Entwicklung geschaffen werden.  

  

Die Chance einer neuen Öffnungsrunde beim Schopfe packen 

  

Chinas neue Runde der Öffnung nach außen erweitert auch den strategischen Raum für die Entwicklung des Großbuchtgebiets Guangdong-Hongkong-Macao. Sie stellt an den Aufbau des Großbuchtgebiets allerdings auch die inhärente Anforderung, sich noch intensiver am globalen Wettbewerb zu beteiligen. Die Öffnung auf hohem Niveau wird es nötig machen, dass sich die Städte im Buchtgebiet in Zukunft noch klarer positionieren. Es wird ein neues Gefüge entstehen, in dem ein geordneter Wettbewerb zwischen den Metropolen im Buchtgebiet stattfindet und diese ihre jeweiligen Stärken entfalten. Dadurch, so hoffen die Verantwortlichen, wird sich die Wettbewerbsfähigkeit des Städteclusters letztlich insgesamt erhöhen.  

  

Das Großbuchtgebiet spielt außerdem eine Schlüsselrolle beim Aufbau des Wirtschaftsgürtels Seidenstraße und der maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts (Seidenstraßen-Initiative) und besitzt hier eigene Stärken. Chinas Seidenstraßeninitiative stellt eine offene und inklusive Plattform für die Welt dar und liefert wichtige globale öffentliche Güter. Der Aufbau des Großbuchtgebiets stellt an sich schon eine wichtige Maßnahme zum Vorantreiben der Verwirklichung der Seidenstraßeninitiative dar. Für die Zukunft gilt es nun, die Entwicklung der Region zunehmend an die Seidenstraßeninitiative zu koppeln und die Triebkräfte, die die nationale Entwicklung liefert, in sich aufzunehmen. Die Städte im Großbuchtgebiet sollten Hand in Hand mit anderen chinesischen Städten am globalen Wettbewerb teilnehmen, aktiv an der Ausgestaltung der internationalen Kooperationsplattformen mitwirken und für bessere Synergieeffekte sorgen. Dadurch lassen sich Bekanntheit und Einfluss des Buchtgebiets in den Ländern entlang der neuen Seidenstraßen erhöhen.  

  

Für andere Landesteile bildet die Region zudem einen wichtigen Entwicklungskatalysator und Türöffner. Sie erweitert den Kooperationsspielraum für andere Landesteile und fördert deren Gang ins Ausland. Die Richtlinie „ein Land, zwei Systeme“ und die drei selbstständigen Zollzonen vor Ort bilden drei flexible institutionalisierte Strukturen für internationale Anschlüsse und fördern die Umsetzung der Seidenstraßeninitiative. Die politischen Richtlinien für den örtlichen Freihafen, die Sonderverwaltungszonen, die Wirtschaftssonderzonen sowie die Pilot-Freihandelszonen der Region erweitern die Kooperationsmöglichkeiten zusätzlich in erheblichem Maße. Hongkong zum Beispiel dürfte seine Rolle als wichtiges Bindeglied für die Umsetzung der Seidenstraßeninitiative zukünftig noch besser entfalten und seiner Stärke bei der internationalen Anbindung Geltung verschaffen. Dadurch wird die Sonderverwaltungszone auch ihre Verbindung mit dem chinesischen Festland weiter intensivieren. Das Großbuchtgebiet sollte schließlich nicht nur die Binnenzusammenarbeit verstärken, sondern auch den Gang ins Ausland beschleunigen und dabei helfen, mit vereinten Kräften neue internationale Märkte zu erschließen. 

  

Im Großen und Ganzen gesehen wird es beim Aufbau des neuen Großbuchtgebiets insbesondere darauf ankommen, gemeinsam ein hochwertiges Lebensumfeld zu schaffen. Außerdem sollte das Konzept der Sharing Economy Anwendung finden. Es gilt, öffentliche Güter anzubieten, die die ganze Region abdecken, und das ideelle und materielle Umfeld der Entwicklung zu verbessern sowie gemeinsame Prosperität der Provinz Guangdong und der Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao zu erreichen. Darüber hinaus sollten internationale logistische Zentren errichtet und die Stärken der Vernetzung von Infrastrukturelementen wie Häfen, Hochgeschwindigkeitsbahnen, Flughäfen und U-Bahnen entfaltet und das Buchtgebiet zu einem weltweit bedeutenden Standort des Warenumschlags, des Kapitalverkehrs und der Anziehung von Talenten aufgebaut werden.  

  

*Dr. Yang Haishen ist Forschungsassistent der Abteilung für Hongkong-, Macao- und Taiwan-Studien sowie internationale Studien der Akademie der Sozialwissenschaften der Provinz Guangdong.  

 

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