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Chinas Digitalwirtschaft - Pulsgeber für China und die Welt

2018-11-27 14:00:00 Source: Author:
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Von Ouyang Rihui und Meng Hongxia*

 

Zwar ist China noch immer ein Entwicklungsland, doch längst angekommen im digitalen Zeitalter. Und nicht nur das: Der Puls des Internetzeitalters ist in China in allen Lebensbereichen spürbar und hat enorme Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft mit sich gebracht. Bereits Ende Juni 2008 surften rund 250 Millionen Chinesen im Internet, womit das Land erstmals die Weltrangliste der Internetnationen anführte. Heute, im Jahr 2018, sind mehr als 800 Millionen Chinesen online (Stand 30. Juni 2018) und damit knapp 58 Prozent der gesamten chinesischen Bevölkerung.

 

Chinas Internetfirmen haben durch die Erforschung der lokalen Verhältnisse ihren ganz eigenen Weg eingeschlagen und sich rasch entwickelt: Die drei börsennotierten Unternehmen Tencent, Alibaba und Baidu rangieren heute unter den Top 10 der größten Internetfirmen weltweit. Chinas durch den Boom des E-Commerce befeuerte digitale Wirtschaft erreichte 2017 ein Gesamtvolumen von 27,2 Billionen Yuan und erwirtschaftete damit satte 32,9 Prozent des nationalen BIP. Die digitale Wirtschaft ist zu einer neuen Form, einem neuen Raum und einem neuen Motor der chinesischen Wirtschaftsentwicklung avanciert.

 

 

Börsengang mit Paukenschlag: Huya. com, eine der führenden Live-Streaming-Plattformen Chinas,

wurde am 11. Mai 2018 an der New Yorker Börse notiert.

 

 

Die Ursprünge

 

Die Entwicklung des chinesischen Internets hielt stets Schritt mit Chinas Reform und Öffnung. Im Gegenzug vertiefte die Entwicklung des Internets sukzessive Chinas Integration in die Weltgemeinschaft. Die Geburtsstunde des chinesischen Internets wird auf den 14. September 1987 zurückdatiert. Damals kam Chinas erste Internetverbindung durch eine E-Mail zustande, die der chinesische Professor Qian Tianbai an die Informatikabteilung der Universität Karlsruhe gesendet hatte. „Über die Große Mauer erreichen wir alle Winkel der Welt“, lautete der Wortlaut dieser ersten elktronischen Postsendung aus dem Reich der Mitte ans andere Ende des Globus. Am 20. April 1994 wurde schließlich die erste vollwertige TCP/IP-Internetverbindung (Transmission Control Protocol / Internet Protocol) in China eingerichtet. Damit war in der Volksrepublik offiziell das Internetzeitalter angebrochen.

 

Im Jahr 1995 fand dann der sogenannte InfoHighWay, Chinas erster Internet-Zugangsdienstanbieter, seinen Weg in die chinesischen Haushalte. In den Jahren zwischen 1997 und 1998 wurden erste namhafte Internetportale wie Sina, Sohu und NetEase aus der Taufe gehoben. Ein Jahr später, also im Jahr 1999, kamen die ersten E-Commerce-Websites, unter anderem Alibaba und JD, hinzu. Kurz darauf folgten Suchmaschinen wie Baidu und auch soziale Medien wie Tencent. In den Anfangsjahren des chinesischen Internets gehörten aber vor allem noch Nachrichtenportale und Mailbox-Dienste zu den wichtigsten Formen des digitalen Wirtschaftens.

 

Geburtsstunde des Onlinehandels

 

Als ein weiteres geschichtsträchtiges Datum sollte der 7. April 1998 in die Annalen eingehen: An diesem Tag wickelten die Beijing Haixing Kaizhuo Computer Co., Ltd. und die Shaanxi Huaxing Import & Export Corporation die erste offizielle E-Commerce-Transaktion Chinas ab, wobei das internetbasierte E-Commerce-System des China Commodity Exchange Center die technische Grundlage lieferte.

 

Eine erste Ernüchterung setzte zur Jahrtausendwende ein, als im Jahr 2000 in den USA die globale Internetblase der New Economy platzte. Auch Chinas Internetwirtschaft erlebte daraufhin eine rund dreijährige Flaute.

 

Doch mit dem Siegeszug des Onlinehandels setzte Chinas digitale Wirtschaft bald zu neuen Höhenflügen an. 2003 gründete Alibaba die E-Commerce-Handelsplattform Taobao und führte zudem das digitale Bezahlsystem Alipay ein. Dank der guten Anpassung an die einheimischen Verhältnisse konnte sich der neue Onlinehandelsplatz in nur wenigen Jahren zur größten Online-Einkaufsplattform für den C2C-Einzelhandel mausern.

 

2013, zehn Jahre nach der Geburtsstunde Taobaos, knackten die Umsätze des chinesischen Online-Einzelhandels die Marke von 1,85 Billionen Yuan, womit China zum weltweit größten Markt für Online-Einzelhandel aufstieg. Das rasant an Fahrt gewinnende Geschäftsmodell des E-Commerce drohte dem stationären Handel regelrecht den Rang abzulaufen. In dieser zweiten Phase wurde das Online-Shopping zum wichtigsten Motor der digitalen Wirtschaft. China war damit erfolgreich in die Phase der vernetzten Wirtschaft übergegangen.

 

Die dritte Phase der digitalen Wirtschaft im Reich der Mitte wurde durch die zunehmende Verbreitung des mobilen Internets eingeläutet. Nach und nach surften die Menschen nicht mehr nur am PC, sondern zunehmend auch unterwegs. Am 10. November 2000 setzte die China Mobile Communications Group den sogenannten „Monternet“-Plan in Kraft. Bis Ende Juni 2012 war die Zahl der chinesischen Internetnutzer auf 538 Millionen angeschwollen, wobei die Zahl der mobilen Internetuser erstmals die der Desktopcomputerbenutzer überstieg.

 

Ende Juni 2014 surften in China 83,4 Prozent der Handy-Nutzer durch das mobile Internet, womit erstmals die traditionelle PC-Nutzungsrate übertroffen wurde. Heute gilt das Smartphone als wichtigstes Endgerät der Internetnutzung, die Internetbranche ist endgütlig im mobilen Zeitalter angekommen. Verschiedene Blogs, Mikroblogplattformen wie Weibo und andere We-Medien waren die logische Konsequenz der Entwicklung. Rasch wurden auch in China Social Networking Sites (SNS) immer populärer.

 

Viele Alltagsdienstleistungen waren nun auch online verfügbar und selbst traditionelle Branchen machten sich fit für das World Wide Web. Neue Geschäftsmodelle wie Social E-Commerce, Essenslieferdienste, die Internet Celebrity Economy und die Sharing Economy, Online-Streaming und Mikrovideo-Plattformen entstanden.

 

Zu einem neuen Highligt der digitalen Wirtschaft reiften außerdem mobile Zahlungsdienste. Mit dem weiteren Ausbau der digitalen Wirtschaftsaktivitäten konnte zudem das Potenzial von Informationsressourcen immer effektiver ausgeschöpft werden. Warentransaktionen wurden in großem Umfang zu Servicetranskationen ausgeweitet und die Formen der Dienstleistungsbranche wandelten sich.

 

Mittlerweile ist der Anteil der Informationsdienste am E-Commerce erheblich gewachsen. Die Entwicklung der chinesischen Digitalwirtschaft ist damit in die Phase der Informationswirtschaft eingetreten, die durch den intensiven Einsatz von neuen Technologien wie Cloud Computing und Big Data geprägt ist.

 

Gegenwärtig lässt sich beobachten, wie die Entwicklung der Digitalwirtschaft eine umfassende digitale Transformation der chinesischen Wirtschaft anstößt. Chinas digitale Wirtschaft befindet sich an einem kritischen Punkt des Übergangs von quantitativem zu qualitativem Wachstum.

 

Heute bemüht sich die Volksrepublik darum, ihre digitale Wirtschaft in Bezug auf folgende zwei Aspekte weiterzuentwickeln:

 

Erstens soll die digitale Industrialisierung beschleunigt werden, wobei großer Wert auf Innovationen mithilfe von Informationstechnologie gelegt wird. So sollen vermehrt neue Branchen und Geschäftsmodelle entstehen.

 

Zweitens strebt China eine stärkere industrielle Digitalisierung an. Die Anwendung neuer Internettechnologien soll die umfassende und integrierte Transformation traditioneller Industriebranchen voranbringen und so die tiefe Integration von Internet, Big Data und künstlicher Intelligenz in die Realwirtschaft fördern. Letztlich soll die digitale Wirtschaft auf diese Weise einen noch größeren Beitrag zur Wirtschaftsentwicklung des Landes leisten.

 

Informationsnetzwerke verbinden alle Aspekte wirtschaftlicher Aktivitäten wie Design, Herstellung, Distribution, Verbrauch und Anwendung und bilden so quasi einen globalen Cyberspace. Die Trennung von Nutzungs- und Eigentumsrechten schickt sich an, die bestehenden Produktionsweisen und industriellen Organisationsformen zu revolutionieren, sodass neue vielversprechende Technologien wie der 5G-Standard, künstliche Intelligenz, Quanteninformationen, mobile Kommunikation, das Internet der Dinge und Blockchain breite Anwendung finden können.

 

Digitaler Vorreiter

 

Nachdem der Begriff „digitale Wirtschaft“ im Jahr 1995 erstmals aufkam, hat sich der Bedeutungshorizont, der damit verbunden wird, ständig gewandelt. In der Anfangszeit war Chinas digitale Wirtschaft von der Informatisierung und der Entwicklung des E-Commerce geprägt. Die Digitalwirtschaft hat in Chinas E-Commerce dafür gesorgt, dass eine neue Runde der Innovation und des Wachstums eingeläutet wurde. Nach 20 Jahren der Entwicklung erreichte das nationale Transaktionsvolumen des E-Commerce im Jahr 2017 29,16 Billionen Yuan, was China heute zum weltweit größten Online-Einzelhandelsmarkt und zum innovativsten und dynamischsten E-Commerce-Markt der Welt macht.

 

Chinas Regierung passt sich der neuen Normalität der wirtschaftlichen Entwicklung an und beschleunigt die Etablierung des E-Commerce. Verschiedene Rahmenprogramme des „Internet plus“ wie „Internet plus Fertigungsindustrie“, „Internet plus moderne Landwirtschaft“ und „Internet plus günstiger Verkehr“ wurden gestartet, um die Integration der digitalen Wirtschaft in die Realwirtschaft weiter zu fördern. Als Ergebnis sind viele neue Technologien, neue Branchen, neue kommerzielle Aktivitäten und neue Geschäftsmodelle entstanden.

 

In der südostchinesischen Metropole Hangzhou, einem der Vorreiterorte der digitalen Entwicklung, wo sich viele der großen Tech-Firma Chinas tummeln, werden mobile Zahlungen von mehr als 95 Prozent der Supermärkte und Convenience Stores, mehr als 98 Prozent aller Taxis sowie in allen öffentlichen Bussen und U-Bahnen akzeptiert. Gegenwärtig gibt es in China ingesamt 139 Unternehmen, die sich mit der Anwendung künstlicher Intelligenz in der Medizin beschäftigen. In einigen medizinischen Einrichtungen im Reich der Mitte werden schon heute Roboter und Cloud-Technologie bei der medizinischen Behandlung eingesetzt. Auch gibt es vielerorts bereits elektronische Krankenakten.

 

Die Interaktion zwischen Digitalwirtschaft und Fertigungsindustrie folgt den öffentlichen Bedürfnissen und wird gestützt durch Crowd-Innovation, Crowdfunding und Crowdsourcing, wodurch die Fertigungsaktivitäten flexibler, agiler und intelligenter werden.

 

Das Konzept der „Sharing Economy“ wurde bereits 1978 von zwei amerikanischen Professoren vorgebracht. Sein Kommerzialisierungsprozess in China begann dagegen erst in den letzten Jahren, auch hier dank und mithilfe der schnellen Entwicklung des Internets.

 

Chinesische Bikesharing-Unternehmen wie Mobike oder ofo und Onlineplattformen für bezahltes Wissen wie die Radio-App Ximalaya FM wurden gegründet, sodass heute viele ungenutzte gesellschaftliche Ressourcen einen neuen kommerziellen Wert erhalten.

 

Längst hat sich Chinas digitale Wirtschaft vom Nachzügler zum Taktgeber der globalen digitalen Wirtschaftswelt entwickelt. Nachdem im Jahr 2016 der Begriff des „neuen Einzelhandels“ aufgekommen war, führte China 2017 ein neues Geschäftsmodell ein, das eine integrierte Entwicklung von Online- und Offline-Handel fördert, um den Bedürfnissen der Kunden nach einer noch besseren Online-Offline-Verschränkung der Konsumerlebnisse gerecht zu werden. Heute können Chinas Verbraucher mithilfe ihres Smartphones verschiedenste Bedürfnisse des alltäglichen Lebens erfüllen und mehr Lebensqualität und -komfort genießen.

 

Zwar hat China die Entwicklungschancen der letzten beiden industriellen Revolutionen verpasst, die Chancen der dritten industriellen Revolution, die mit der Entwicklung der Informationstechnologien einsetzte, hat das Land jedoch beherzt ergriffen.

 

Heute ist China Vizeweltmeister, was das Volumen seiner Digitalwirtschaft angeht. Die Volksrepublik ist zu einer starken Internetnation und einem Pulsgeber im Bereich der digitalen Wirtschaft gereift. Laut dem „Bericht über den Aufbau und die Entwicklung des digitalen Chinas 2017“ des Staatlichen Internetinformationsbüros stieg das Volumen Chinas digitaler Wirtschaft 2017 um 20,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und steuerte 32,9 Prozent zum BIP bei.

 

Nach Angaben der Informationsplattform CrunchBase gibt es weltweit derzeit 393 Einhorn-Unternehmen, sprich Unternehmen mit einer Marktbewertung von über einer Milliarde US-Dollar vor oder nach dem Börsengang. 149 von ihnen sind chinesische Firmen. China ist heute also das Land mit den meisten neuen Einhorn-Firmen weltweit. Die „List of Unicorn Companies“, die von der amerikanischen Risikokapitalforschungsinstitution CB Insights veröffentlicht wird, zeigt, dass Didi Chuxing, Xiaomi, Lu.com und Meituan zu den Top Ten der weltweiten Einhorn-Firmen gehören. Ihr Wert wird jeweils auf mehr als zehn Milliarden US-Dollar geschätzt.

 

Wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Weltwirtschaft

 

Als im Jahr 2000 in den USA die Internetblase platzte, ging die Hälfte der Internetunternehmen Bankrott. Innerhalb weniger Wochen stürzte die junge Techbranche vom Himmel in die Hölle. Angesichts der US-Misere übernahm China mutig den Staffelstab und unternahm größte Anstrengungen, um die Entwicklung der heimischen Digitalwirtschaft voranzutreiben.

 

Das Internet drang in den darauf folgenden Jahren tief greifend in die chinesische Gesellschaft und den Alltag der Menschen ein. Geschäftsmodelle wurden umgestaltet, Produktionsprozesse, Industriestrukturen und das Wirtschaftsgefüge transformiert. Auch die Arbeits- und Lebensweise der Bevölkerung wandelte sich.

 

Heute ist China das Land weltweit mit den meisten Internetnutzern und auch was ihre Innovationsfähigkeit im Bereich der Anwendung der digitalen Wirtschaft angeht, ist die Volksrepublik weltweit führend. Nun bemüht sich China darum, der Weltwirtschaft auch in Bezug auf Technologie, Kapital und Erfahrungswerte neue Triebkräfte zu geben. Die Entwicklung der chinesischen Digitalwirtschaft hat letztlich nicht nur die Lebensweise der Chinesen verändert, vielmehr profitiert heute die ganze Welt von den Früchten der digitalen Wirtschaftsentwicklung der Volksrepublik.

 

Auch auf dem G20-Gipfel in Hangzhou im Jahr 2016 rückte die digitale Wirtschaft erstmals ins Zentrum der Themenagenda. Als Resultat wurde damals die „Initiative für Entwicklung und Zusammenarbeit der G20-Gruppe im Bereich Digitalwirtschaft“ vorgebracht. Laut dieser Initiative umfasst die digitale Wirtschaft eine Reihe wirtschaftlicher Aktivitäten, bei denen digitales Wissen und Informationen als wichtige Produktionsfaktoren, moderne Informationsnetzwerke als wichtige Träger und der effektive Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien als wichtige Triebkraft zur Steigerung der Effizienz und Optimierung der Wirtschaftsstruktur verwendet werden. Die Initiative legt gleichermaßen Wert auf Entwicklung und Sicherheit, was die gesunde und schnelle Entwicklung der digitalen Wirtschaft fördern soll.

 

Luigi Cambardella, Vorsitzender der Chinesisch-Europäischen Vereinigung (einer von Brüssel geführten internationalen Vereinigung mit Sitz in Brüssel), sagt, China fördere die Entwicklung der digitalen Wirtschaft sowie der Sharing Economy energisch, um neue Wachstumspunkte und neue Impulse zu schaffen. Und dies bilde neue Triebkraft sowohl für die chinesische als auch für die Weltwirtschaft.

 

In den letzten Jahren hat insbesondere die mobile Zahlungsbranche in China eine beispiellose Entwicklung erlebt. Statistiken von iResearch zufolge erreichte das Volumen der mobilen Zahlungen in China im Jahr 2017 202,9 Billionen Yuan, was im Vergleich zum Jahr 2011 (100 Millionen Yuan) einer Verdoppelung entspricht. China ist damit in diesem Bereich anderen Staaten deutlich voraus und diese können von den Erfahrungen der Volksrepublik profitieren.

 

Die Alibaba Group ist mittlerweile in 40 Ländern und Regionen weltweit aktiv. Außerdem hat sie den mobilen Zahlungsmärkten in Übersee große Unterstützung gewährt, nicht nur durch Kapital, sondern auch über Technologien und Erfahrungen. Mit Unterstützung des chinesischen Internetriesen hat sich beispielsweise die indische Bezahlplattform Paytm in kurzer Zeit zu einer mobilen Zahlungsplattform mit großer Nutzerzahl und hohem Transaktionsvolumen entwickelt. Ja sogar in die Antarktis reichen die Arme des chinesischen Techgiganten: In der kleinen Stadt Rovaniemi in Finnland haben heute viele Händler Zugang zu Alipay-Diensten, was chinesische Touristen vor Ort freut, die so bequem ihre Reiseeinkäufe abwickeln können.

 

Die Zahlungs-App Quick Pass von China UnionPay kann heute in 41 Ländern und Regionen der Welt eingesetzt werden. Darüber hinaus bietet UnionPay zudem QR-Code-Zahlungsdienste in 23 Ländern und Regionen in der Asien-Pazifik- sowie der Südpazifik-Region, in Zentralasien, dem Nahen Osten und in Afrika an. Auch die Firma Tencent, die unter anderem die Social-Media-App WeChat und den Messangerdienst QQ betreibt, bietet seit 2011 einen eigenen mobilen Zahlungsdienst an, der mittlerweile mehr als 20 Länder und Regionen mit Hunderttausenden von Händlern und Benutzern abdeckt.

 

Auch was innovative Geschäftsmodelle anbelangt, sind Chinas digitale Unternehmen mittlerweile Vorreiter. Einige von ihnen suchen mittlerweile erfolgreich den Weg ins Ausland, was die Integration der chinesischen Digitalwirtschaft mit der Welt fördert.

 

Beispielsweise erweitern ofo und Mobike, die beiden größten Bike-Sharing-Anbieter Chinas, ihre Geschäfte nach Japan, Singapur, Großbritannien und in die USA. Laut einem Bericht des Cheetah Global Lab sind ofo und Mobike bereits in Dutzenden ausländischen Städten aktiv, was den lokalen Bewohnern ein neues Fortbewegungsmittel zur Verfügung stellt und somit ihren Alltag erleichtert.

 

Das neue Umfeld, das die digitale Wirtschaft in China kreiert hat, zeigt auch bereits erhebliche Auswirkungen auf den grenzüberschreitenden Austausch von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Daten derjenigen Länder, die digitale Dienstleistungen und digitalen Handel mit China durchführen. Nach Angaben von McKinsey hat China als Nettoexporteur digitaler Dienstleistungen in den letzten Jahren einen Handelsüberschuss von 10 bis 15 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

 

Gleichzeitig sind Chinas Aktivitäten in Bezug auf Risikokapital im Ausland von Jahr zu Jahr deutlich gestiegen. Zwischen 2014 und 2016 beliefen sich Chinas Risikoinvestitionen im Ausland auf 38 Milliarden US-Dollar, was 14 Prozent der globalen Risikoinvestitionen ausmachte. Experten weisen darauf hin, dass rund 75 Prozent des chinesischen Risikokapitals in Übersee in digitale Branchen investiert werden. Chinas digitale Unternehmen förderten zudem aktiv M&A-Aktivitäten im Ausland.

 

Im Laufe seiner langen Geschichte hat China die Welt immer wieder mit seiner Weisheit bereichert und dadurch zum Fortschritt der wirtschaftlichen Entwicklung der Welt beigetragen. Auch im Zeitalter der digitalen Wirtschaft wird Chinas rasante Wirtschaftsentwicklung wichtige Beiträge für das globale Wirtschaftswachstum leisten. China wird der Weltgemeinschaft seine Erfahrungen und Konzepte für die globale wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation bereitstellen, um eine qualitativ bessere und fairere Entwicklung der Weltwirtschaft zu fördern.

 

*Ouyang Rihui ist Vizedirektor und Professor am China Internet Economic Research Institute der Central University of Finance and Economics in Beijing. Meng Hongxia ist Postgraduierte an der School of Economics der Universität.

 

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