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„Industrie 4.0“ führt die wirtschaftliche Globalisierung in ein neues Zeitalter

2019-07-30 09:47:00 Source:China heute Author:
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Von Geng Nan*

 

Aus der vierten industriellen Revolution entstehen derzeit Wellen neuer technischer Innovation. KI, virtuelle Realität (VR) und Quanteninformationstechnik sowie unbemannte Steuerung gewinnen in einem früher nicht gekannten Tempo an Fahrt und verleihen der Entwicklung der Weltwirtschaft immensen neuen Schub, wodurch diese in ein neues Zeitalter katapultiert wird.



Die vierte industrielle Revolution stößt technische Innovationen an: Das Großevent Big Data Expo 2019 wurde in Guiyang, Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Guizhou, abgehalten.


Auf dem Annual Meeting of the New Champions 2019, auch Sommer-Davos-Forum 2019 genannt, das Anfang Juli dieses Jahres in der nordostchinesischen Küstenstadt Dalian stattfand, stand die vierte industrielle Revolution im Fokus. Themenrelevante Fragen wie beispielsweise „Wie sollte man dem technischen Wandel, dem die vierte industrielle Revolution zugrunde liegt, begegnen?“ „Wie lassen sich das wirtschaftliche Gefälle und die Herausforderungen im Bereich Umweltschutz bewältigen?“ „Wie ist der regionale Wettbewerb zu betrachten?“ „Wie kann ein wissenschafts-und technikorientiertes, noch inklusiveres und nachhaltigeres System der globalen Zusammenarbeit aufgebaut werden?“, wurden eingehend erörtert.

 

Chancen und Herausforderungen

 

Die vierte industrielle Revolution stößt technische Innovationen an, die mit einer früher so nie dagewesenen Vehemenz den Wandel der Produktion vorantreiben. Diese Veränderungen zeigen sich vor allem in zweierlei Hinsicht: Zum einem werden die Niveauhebung und Integration bereits bestehender Industriezweige gefördert. Durch die weitgehende Anwendung neuer Technologien entwickelt sich rasant eine intelligente Produktion, die strukturelle Niveauhebung und die Umgestaltung der globalen Produktionskette beschleunigen sich und die neuen Technologien ergänzen sich in ihren Stärken und werden in verschiedene Wirtschaftsbranchen integriert. Auf der Grundlage dieser Integration bilden sich neue Produktionsmodelle heraus. Zum anderen entstehen neue Industrien. So hob die KI beispielsweise den Industriezweig Roboter aus der Taufe, während Lithium-Batterien und die neue Ladeinfrastruktur die Entwicklung des Industriebereichsneue Energien vorantreiben, um nur einige Beispiele zu nennen.

 

Doch während die vierte industrielle Revolution die innovationsgetragene Entwicklung der globalen Wirtschaft voranbringt, sieht sie sich gleichzeitig auch mit ständig wachsenden neuen Herausforderungen konfrontiert. Derzeit sind Protektionismus und Unilateralismus auf dem Vormarsch und die Handels- und Investitionsstreitigkeiten verschärfen sich. Dadurch wird das System des Multilateralismus gravierend beeinträchtigt, das weltweite Finanzwesen in Mitleidenschaft gezogen und systemische Finanzrisiken nehmen zu. Kurzum: Globale Herausforderungen folgen eine auf die andere. Seit Jahresbeginn 2019 haben mehrere internationale Organisationen wie der IWF und die Weltbank ihre Prognosen über das Wachstum der Weltwirtschaft mehrmals nach unten korrigiert und die Risiken und Unwägbarkeiten, mit denen sich die Entwicklung der Weltwirtschaft konfrontiert sieht, vermehren sich.

 

Kräfte bündeln

 

Im Januar 2019 wurde das World Economic Forum im schweizerischen Davos unter dem Motto „Globalisierung 4.0: Ein neues Modell einer globalen Architektur innerhalb der Industrie4.0“ abgehalten. Das Schlüsselwort Globalisierung 4.0“ lenkt derzeit große Aufmerksamkeit auf sich. In gewisser Hinsicht lässt sich sagen, dass die Globalisierung 4.0“ den Eintritt in ein neues Zeitalter erklärt, in dem das geopolitische Gefüge wechselhafte Veränderungen durchläuft, neue Technologien wie Pilze aus dem Boden schießen und der Umweltschutz mit ernsten Herausforderungen konfrontiert ist. Klaus Schwab, Gründer und Executive Chairman des World Economic Forums, sagte auf dem eingangs erwähnten „Sommer-Davos“: „Wir treten gerade in ein neues Zeitalter der Globalisierung ein, das wir als Globalisierung 4.0 bezeichnen. Die vierte industrielle Revolution formt die Zukunft der globalen Kooperation. Beim diesmaligen Treffen in Dalian suchen wir nach Lösungskonzepten für die Zukunft, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen und inklusiven und nachhaltigen Charakter besitzen.“



Neue technische Innovationen: KI, virtuelle Realität (VR), Quanteninformationstechnik und unbemannte Steuerung gewinnen derzeit in ungekanntem Tempo an Fahrt. Am 11. Juni 2019 öffnete die Consumer Electronics Show Asia in Shanghai ihre Pforten. An der Ausstellung nahmen mehr als 500 Aussteller aus dem In- und Ausland teil. 


Unter dem eingangs angeführten Motto des Forums wurden in Dalian zu dem verschiedene Teilforen abgehalten, auf denen Themen wie „Die führende Kraft der Technik nutzen“, „Umsetzung der Führungskraft der Wirtschaft“, „Hebung des Niveaus der verantwortungsbewussten Führungskraft“ und „Flexible Gestaltung der Führungskraft von Branchen“ eingehend behandelt wurden. Die Themen berührten Aspekte wie Investitionen in China, Technik und Handel, die Herausbildung künftiger Arbeitskraft, den verantwortungsbewussten Umgang mit Big Data und den bisherigen und zukünftigen Preis des Klimawandels. Durch Vorträge, Dialoge und Diskussionsrunden wurde durch die verschiedenen Seiten ein geistiger Konsens bezüglich Innovation und Kooperation für die Globalisierung 4.0 gebündelt. 

 

Durch die Globalisierung 4.0 werden die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen verschiedenen Ländern noch enger und die Produktionsketten verknüpfen sich noch intensiver. Auch wird der Austausch im Investitions- und Handelsverkehr noch häufiger und die Interessen werden noch tiefer integriert. Die Globalisierung bedarf einer noch breiteren und noch hochwertigeren internationalen Zusammenarbeit. Chinas Staatspräsident Xi Jinping betonte in seiner Grundsatzrede auf dem jüngsten G20-Gipfel im japanischen Osaka: „Es ist der unaufhaltsame Trend unseres Zeitalters, dass sich die Menschheit weg von Abschottung und Trennung hin zu Öffnung und Integration entwickelt. Wir sollten durch noch stärkere Öffnung die Entwicklungschancen beim Schopfe packen und durch noch bessere Zusammenarbeit gegenseitigen Nutzen und gemeinsames Gewinnen anstreben, um die wirtschaftliche Globalisierung in die richtige Entwicklungsrichtung zu lenken.“

 

Chinas hochwertige Entwicklung und Öffnung treiben die Globalisierung voran

 

Seit Langem trägt China als aktiver Teilnehmer und Förderer maßgeblich zur Globalisierung bei. In Zeiten der Globalisierung 4.0 wird China bei der Förderung einer hochwertigen Entwicklung der Weltwirtschaft eine noch aktivere Rolle spielen. In den vergangenen 40 Jahren erreichte die Volksrepublik ein durchschnittliches Jahreswirtschaftswachstum von 9,5 Prozent. Schon heute ist China die zweite größte Volkwirtschaft der Welt. Nach Statistiken des chinesischen Zollamtes stellte China in Bezug auf das Gesamtvolumen seiner Im- und Exporte im Jahr 2018 einen historischen Rekord auf. Es erreichte 4,62 Billionen US-Dollar und steht damit weltweit an erster Stelle. Seit vielen Jahren steuert Chinas Wirtschaft mehr als 30 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und dient somit als Motor für die Weltwirtschaftsentwicklung.

 

In den letzten Jahren hat China eine Reihe wichtiger Maßnahmen zur Förderung der hochwertigen Öffnung eingeführt und beschert damit verschiedenen Ländern wirtschaftliche Entwicklungschancen. Dies wird auch in einer Reihe wichtiger Reden des chinesischen Staatspräsidenten thematisiert. Auf der Jahrestagung des Boao-Asienforums im April 2018 verkündete Xi Jinping vier große Öffnungsmaßnahmen, nämlich den Ausbau des Marktzugangs, die Gestaltung eines noch aktiveren Investitionsumfeldes, die Verstärkung des Schutzes des geistigen Eigentums und eine aktive Erweiterung der Importe. In seiner Grundsatzrede auf der Eröffnungszeremonie von Chinas erster internationalen Importmesse (China International Import Expo)im November 2018 betonte Xi fünf Maßnahmen, um Chinas Importe in einem weiteren Schrittauszubauen: Stimulierung der Importpotentiale, weiterer Ausbau des Marktzugangs, Schaffung eines weltweit erstklassigen Geschäftsumfeldes, Aufbau vorbildlicher Standorte für die Öffnung sowie Vorantreiben der Entwicklung der multi- und bilateralen Zusammenarbeit.

 

In seiner Grundsatzrede auf dem 2. Seidenstraßen-Gipfelforum für internationale Zusammenarbeit im April 2019 in Beijing nannte Xi eine Reihe neuer Prinzipien für Chinas Öffnung. Dabei geht es darum, den Marktzugang für ausländische Investitionen in noch größerem Maße zu erweitern, die internationale Zusammenarbeit für den Schutz des geistigen Eigentums noch stärker zu entfalten, den Import von Waren und Dienstleistungen in noch größerer Bandbreite auszubauen sowie die weltweite makroökonomische Koordination noch effizienter zu machen. Auf dem kürzlich abgehaltenen G20-Gipfel im japanischen Osaka erklärte Chinas Staatspräsident Chinas Standpunkt zum Thema Öffnung. Demnach setzt die Volksrepublik derzeit auf eine weitere Öffnung ihres Marktes, den aktiven Ausbau der Importe, eine nachhaltige Verbesserung des Geschäftsumfeldes, eine gleichberechtigte Behandlung ausländischer Unternehmen und die Förderung der Wirtschafts- und Handelsgespräche.

 

Die oben angeführten wichtigen Maßnahmen und Prinzipien für Chinas Reform und Öffnung bringen der hochwertigen Entwicklung der Weltwirtschaft handfeste Vorteile. Vor kurzem gab China die diesjährige Version seiner Negativliste für den Marktzugang ausländischer Unternehmen bekannt und hob damit die Einschränkungen auf, die außerhalb dieser Liste stehen. Und im November des laufenden Jahres wird China in Shanghai seine zweite internationale Importmesse veranstalten und Waren und Dienstleistungen aus aller Welt einen noch größeren Markt bieten. Im kommenden Jahr soll zudem Chinas neues Gesetz über ausländische Investitionen in Kraft treten, wodurch China das Niveau des Schutzes des geistigen Eigentums weiter heben wird. Als verantwortungsbewusstes großes Land wird China seine Tür noch weiter öffnen und mit anderen Ländern zum gemeinsamen Gewinnen zusammen arbeiten, um Hand in Hand mit ihnen eine Schicksalsgemeinschaft der Menschheit aufzubauen.

 

*Die Autorin Geng Nan ist Forscherin an der Academy of International Trade and Economic Cooperation des chinesischen Handelsministeriums (MOFCOM).

 

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