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Mit China zusammenstehen, gemeinsam für eine bessere Zukunft – Kommentar zur Coronavirus-Epidemie

2020-02-10 12:00:00 Source:China heute Author:
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Nach zehntägiger Bauphase wurde das Leishenshan-Krankenhaus (wörtl. "Donnergottberg"-Krankenhaus), ein weiteres behelfsmäßiges Krankenhaus in Wuhan, nach der Abnahme durch die städtischen Bau- und Gesundheitsbehörden am 6. Februar 2020 in Betrieb genommen.

 


Von Hassan Arshad Chattha (Pakistan)

 

China leidet derzeit unter dem Ausbruch der Coronavirus-Epidemie. Die Verbreitung eines neuartigen Coronavirus hat zu tragischen Verlusten an Menschenleben und mehr als dreißigtausend bestätigten Krankheitsfällen geführt. Viele Menschen erkrankten, konnten sich aber später wieder erholen. Dank des außerordentlich schnellen und entschlossenen Handelns seitens der chinesischen Regierung konnte die Krankheitswelle eingedämmt werden, bevor der Virus noch größeres Unheil anrichten konnte.

 

Innerhalb weniger Tage hat das Land neue Behelfskrankenhäuser wie die Klinik Huoshenshan in Wuhan, dem Epizentrum des Coronavirus-Ausbruchs, errichtet, um das Virus zu bekämpfen und das Leben der Infizierten zu retten. All dies geschah in atemberaubender Geschwindigkeit. Schon etwas mehr als eine Woche nach dem ersten Spatenstich konnte das neue Containerkrankenhaus die ersten Patienten aufnehmen.

 

Als wahrhaft beispielhaft erwiest sich das Engagement und die unnachgiebige Entschlossenheit der medizinischen Fachkräfte und Freiwilligen, die ihr Leben aufs Spiel setzen und an die Frontlinien des Ausbruchs in Wuhan geeilt sind, um mit ihren Kollegen zusammenzustehen und vor Ort Leben zu retten. In zahllosen Fällen arbeiten die Menschen in der am stärksten von der Epidemie betroffenen Provinz Hubei bis zu 23 Stunden am Tag und tun verzweifelt ihre Pflicht, nämlich die Ausbreitung des Virus einzudämmen und den Infizierten und deren Angehörigen Hilfe und Unterstützung zu bieten.

 

Chinas Staatspräsident Xi Jinping sagte dem neuartigen Coronavirus und seiner Ausbreitung entschieden den Kampf an und einte China und das chinesische Volk für den gemeinsamen tapferen Kampf zur Bekämpfung des Virus.

 

Bewegende Bilder gehen dieser Tage um die Welt. Sie zeigen medizinisches Personal, Bauarbeiter und Freiwillige, die auf der Baustelle schlafen, bevor sie direkt wieder an die Arbeit gehen. Ihre großen Anstrengungen und kräftezehrenden Opfer zeugen vom Willen und von der Entschlossenheit des menschlichen Geistes sowie vom großen Engagement des chinesischen Volkes. Es gab tränenreiche Umarmungen, bevor Helfer und Freiwillige die Sicherheit und den Komfort ihrer Heimat verließen und ihre Lieben zurückließen, um nach Wuhan zu reisen und vor Ort das Leben ihrer Landsleute zu retten.

 

Die Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit zur Eindämmung des Virus stellten die Menschen auch vor neue Herausforderungen. In vielen Fällen strandeten Reisende aufgrund der Frühlingsfestreisewelle außerhalb ihrer Heimat. Obwohl ihnen und ihren Familien durch den Einsatz von Technologie sowie durch die Unterstützung freundlicher Nachbarn und örtlicher Beamter viel Hilfe zuteil wurde, kam es dennoch zu Problemen. So saßen etwa viele Haustiere plötzlich alleine in Wohnungen fest, weil ihre Besitzer nicht rechtzeitig in die Heimat zurückkehren konnten oder in Quarantäne saßen. Im Handumdrehen schlossen sich mutige Freiwillige mit den Besitzern zusammen, um den gestrandeten pelzigen Freunden Nahrung und Pflege zukommen zu lassen. In einigen der dunkelsten Tage in der jüngeren Geschichte Chinas, die das Land derzeit erlebt, zeigen sich die Blüten der Menschlichkeit und des gegenseitigen Mitgefühls.

 

Auch auf internationaler Ebene wurden viele Hände gereicht. Zahlreiche Staaten eilten China zur Hilfe und boten ihre Unterstützung an. Mein Heimatland Pakistan schickte Flugzeuge beladen mit dringend benötigten Hilfsgütern nach Wuhan. Die Türkei, die selbst erst kürzlich von einer verheerenden Erdbebenkatastrophe heimgesucht worden war, sendete ebenfalls Nachschub in die krisengeschüttelte Provinz Hubei. China selbst nahm sich derweil Ausländern im eigenen Land an, die sich wie Einheimische mit dem Virus infiziert hatten. Man sorgte dafür, dass ihnen die bestmögliche Versorgung in den bestmöglichen Einrichtungen zuteil wurde. Es gab noch viele weitere Beispiele anderer Länder, die China und den Chinesen auf allen Ebenen ihre Hilfe anboten.

 

Andererseits bringt die Ausnahmesituation aber auch besondere Probleme zum Vorschein, die es anzugehen gilt, da sie eine Bedrohung für die gesamte Weltgemeinschaft darstellen. Als sich die Berichte über das Virus verbreiteten, begannen sich insbesondere zwei miteinander verbundene Dinge herauszukristallisieren. Unter den Leiden und Schmerzen hat das Virus auch Fragen der Humanität und des kollektiven Bewusstseins der Menschheit in den Vordergrund gerückt.

 

Es wird noch viel Zeit bleiben, um sich mit den technischen und logistischen Aspekten der Bewältigung der Epidemie zu befassen. Was hingegen jetzt schon hervorgehoben werden sollte, ist, dass die Reaktionen auf das Virus einige eklatante Probleme aufgedeckt haben, mit denen sich die Menschheit als Ganzes auseinandersetzen muss.

 

Zunächst tauchte fast augenblicklich eine Flut von Falschmeldungen, unbestätigten Berichten sowie alten und zusammenhangslosen Bildern und Videos auf, die noch mehr Verwirrung stifteten und das Chaos verstärkten. Die Quellen reichten von voreingenommenen Nachrichtenagenturen bis hin zu unabhängigen Bloggern als Verbreiter. Sie sprangen als Trittbrettfahrer auf den Informationszug auf, der fortwährend Neuigkeiten und Updates über die sich schnell entwickelnde Situation liefert.

 

Die meisten dieser Fake News verbreiteten sich über Social Media, und es dauerte nicht lange, bis sich ein Teufelskreis aus gefälschten Nachrichten, die ihrerseits wiederum andere gefälschte Nachrichten befeuerten und die Verwirrung nur weiter vergrößerten, in höchster Ekstase herausbildete, der nur noch mehr Hysterie erzeugte und den kritischen Fluss genauer Informationen behinderte.

 

Dies ist ein Problem der sozialen Medien, das schon lange bekannt ist, ein inhärenter Konstruktionsfehler quasi, der sich normalerweise in Krisenzeiten und sich schnell entwickelnden Situationen bemerkbar macht. Denn in solchen Zeiten besteht eine angeborene Neugierde, mehr Informationen zu suchen, trotz eines Mangels an objektiven Tatsachenberichten, da eine glaubwürdige Überprüfung stets kritisch und zeitaufwendig ist. Es ist eine unglaubliche Herausforderung, Menschen im Zeitalter der sofortigen Bedürfnisbefriedigung davon abzubringen, alles zu glauben, was sie im Internet sehen oder lesen.

 

Der dadurch entstehende Dominoeffekt brachte auch den tief verwurzelten und äußerst giftigen Rassismus gegen Chinesen wieder ans Licht, der lediglich im neuen Gewand daher kam, nämlich online, statt ein für allemal zu verschwinden.

 

Zunächst implizite und dann schließlich explizite, unverhohlene rassistische Hetze, die den Hass schürte, scheint im Internet zum Mainstream zu werden, anstatt am Rande zu lauern. Das hat nicht nur unmittelbare negative Auswirkungen, sondern wird auch weitreichende Folgen für die Zukunft haben.

 

Haltlose Berichte, irrelevante Videos, regelrechte Verschwörungstheorien und grausame rassistische Witze werden in einem noch nie da gewesenen Ausmaß verbreitet. Es wäre töricht anzunehmen, diese hätten keine Auswirkungen in der realen Welt außerhalb des digitalen Raums. Ein 60-jähriger Mann ist in Sydney in Chinatown an einem Herzinfarkt gestorben, und Umstehende weigerten sich, eine potenziell lebensrettende Reanimation durchzuführen, weil sie befürchteten, er könne mit dem Virus infiziert sein. Es ist enttäuschend, dass die menschliche Zivilisation, die ihre Fortschrittlichkeit im Jahr 2020 anpreist, in solche Verhaltensmuster zurückfällt, die an Tage erinnern, von denen wir gehofft hatten, sie seien längst Vergangenheit.

 

Es ist eine dringende und gemeinsame Notwendigkeit, dass die Welt die Bande der Menschlichkeit anerkennt, die uns alle binden, und Verhaltensweisen, die diese Bande untergraben, unabhängig von der Situation, verurteilt. Es wäre besser für die Welt, sich um den Aufbau von gegenseitigem Verständnis, Vertrauen und die aufrichtige Stärkung der Bindungen über das nationale, kulturelle und ethnische Spektrum hinweg zu bemühen.

 

Um vorwärts zu kommen, muss die gesamte Menschheit am Schmerz des chinesischen Volkes teilhaben, seine Erfahrungen anerkennen und sich in sie einfühlen.

 

Anstatt diese Ereignisse die Saat von Zwietracht und Spaltung säen zu lassen, sollten wir auf ihrer Grundlage vielmehr versuchen, über all unsere kleinlichen Trennlinien hinweg eine globale Gemeinschaft und ein universelles Band zu schaffen. Wenn ein Virus nicht diskriminierend ist, dann können auch wir vielleicht doch gemeinsam versuchen, uns von einer besseren Seite zu zeigen.

 

 

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