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Volkstümliche Geschichten (1): Geschichten von Personen

2018-02-02 13:29:00 Source:China heute Author:China heute
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Im „Fröhlichen Waisenbankett“ kann man lesen, dass vor der Einführung des Buddhismus in Tibet viele volkstümliche Geschichten wie „Geschichte von Masang“ vor allem mündlich weitergegeben worden waren. Die meisten wurden bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts niemals aufgeschrieben. Erst nach 1951 veröffentlichte man einige Sammlungen volkstümlicher Geschichten, die wie folgt eingeteilt werden können:

Geschichten von Personen

Hierbei handelt es sich um Überlieferungen, die von Tsanpos, Weisen und Heiligen, aber auch von gewöhnlichen Menschen berichten.

Die Geschichten über Tsanpos sind dadurch gekennzeichnet, dass die Überlieferungen aus der Zeit vor Songtsan Gampo stark mythologische Züge aufweisen, z.B. das Herabsteigen von Nyitri Tsanpo vom Himmel auf die Erde oder die Eheschließung Zhongnianderu Tsanpos mit der Tochter eines Drachen, die sich durch Verzehren eines Frosches verjüngte, während sich der Tsanpo durch die gleiche Speise Aussatz zuzog. Um Songtsan Gampo und die Prinzessin Wencheng sind zahlreiche Geschichten entstanden, die zwar auch mythologisch gefärbt sind, vor allem aber ihre politischen Verdienste und ihre guten Taten für das Wohlergehen der Volksmassen betonen. Viele Geschichten beschreiben Klugheit und Lebensfreude, so z.B. wie Gar Tongtsan bei Kaiser Taizong im Namen von Songtsan Gampo um eine Tochter des Kaisers warb oder wie er einen Faden durch neunfachen Zick-Zack zog, wie er Schaffelle gerben ließ, Wein trank und wie er schließlich die Prüfung bestand, bei der er die Prinzessin Wencheng unter den zahlreichen Schönheiten des Hofes herausfinden musste. All dies zeugte von Gar Tongtsans Klugheit. Solche Geschichten waren unter den Volksmassen sehr beliebt, wurden Stoffe für Opern und Motive von Gemälden. Die Geschichten aus späterer Zeit behandeln berühmte Persönlichkeiten der Gesellschaft oder Heilige wie Milha Rabas oder Tongdong Gyibo.

Eine typische Figur in Geschichten über findige und einfallsreiche Personen ist Ngagu Dainba. In solchen Geschichten werden oft raffgierige Könige, reiche Leute, Händler und in sinnlichem Genuss versunkene Lamas verulkt und die Armen gegen Unrecht verteidigt. Die meisten Hauptfiguren sind keine tiefgründigen Philosophen und auch keine großartigen Redner, aber sie sind klug und findig, vermögen manchmal Unglaubliches zu tun und sind meist lustig. So findet man in den „Schätzen Ngagu Dainbas“ viele Lebensweisheiten geschildert. Da wird erzählt, wie Ngagu Dainbas Freunde ihn bitten, sie aus ihrer Not zu befreien. Er führt sie in die Berge und lässt sie nach Schätzen graben. Nachdem sie die Erde tief umgegraben haben, lehrt er sie das Säen. Später, bei der Ernte, begreifen seine armen Freunde endlich, dass man Schätze nur durch Arbeit erwerben kann.

Es gibt auch eine Gruppe von Geschichten, in denen wahre Begebenheiten erzählt und das Leben einfacher Menschen gezeigt werden. Sie umfassen ein breites stoffliches Spektrum und haben in der Regel wahre, spannende Handlungen. Manche sind lustig, andere tragische, aber wollen das Publikum zum Nachdenken bewegen. Manche Geschichten zeugen von Gegensätzen und Kämpfen in der alten Gesellschaft. Beispielsweise wird in „Der Herr und seine Sklaven“ die Frage, wer wen ernährt, gestellt und auch beantwortet. Im „Bänkellied über den älteren Bruder“ wird scheinbar lobend, jedoch mit unverkennbar spöttischem Unterton über das königliche Gesetz gesprochen, dass die Schulden des Großvaters an den Herrscher zurückgezahlt werden müssen. In „Köpfen“ wird erzählt, wie die Volksmassen dem Häuptling, der ihnen die Forderung der Beamten übermittelte, den Berggipfel abzutragen, damit er nicht weiterhin die Sonne verdecke, empört entgegenschrieen: „Lieber die Beamten köpfen als den Berggipfel abtragen!“ In „Vögel aus Holz“ wird berichtet, wie ein Schmied, ein Tischler und ein Maler einen Vogel aus Holz bauen, der fliegen kann. Hier werden Charakter und Weisheit der Werktätigen besungen.

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