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70 Jahre Volksrepublik: Wie Chinas erfolgreiche Erfahrungen die Welt verändern

2019-10-25 10:52:00 Source: Author:
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Von Zhang Hui

 

Die Feierlichkeiten zum 70-jährigen Gründungsjubiläum der Volksrepublik China, die am 1. Oktober auf dem Platz des Himmlischen Friedens veranstaltet wurden, haben eine Welle des Patriotismus im eigenen Land ausgelöst. Landesweit versammelten sich Chinesen zu gemeinsamen Feierlichkeiten, um den Geburtstag ihres Heimatlandes zu feiern.

 

Bei der Großveranstaltung auf dem Tiananmen-Platz, wo sich am Jubiläumstag Zehntausende versammelten, stimmten die Feierenden im Chor das Lied „Ode an das Vaterland“ an, während hunderte bunte Luftballons gen Himmel stiegen. Damit erreichte die Festtagsstimmung ihren Höhepunkt. „China Today“ war live vor Ort dabei und hat sowohl mit Teilnehmern der großen Festparade als auch mit Zuschauern gesprochen.

 

Der Patriotismus hat in den Herzen der Chinesen in den letzten sieben Jahrzehnten, in denen China große Veränderungen erlebt hat, tiefe Wurzeln geschlagen. Kein Wunder, hat China doch in den vergangenen siebzig Jahren stets die Menschen in den Mittelpunkt seiner Entwicklung gestellt, was die Zufriedenheit der chinesischen Bevölkerung deutlich erhöht hat. Dieses Entwicklungskonzept mit Fokus auf den Menschen wird auch zunehmend von der internationalen Gemeinschaft anerkannt und dient als Musterbeispiel für viele andere Entwicklungsländer, die heute von Chinas Erfahrungen lernen.

 

 

„Lange lebe das Vaterland“: Unter diesem Motto fand anlässlich des Nationalfeiertages 2019

 auf dem Platz des Himmlischen Friedens eine große Volksparade statt.

 

Rückblick auf 70 Jahre großer Veränderungen

 

Teil des Festtagsprogramms war auch eine große Ausstellung zum Gründungjubiläum, die am 24. September in Beijing eröffnet wurde. Liu Kun, Chinas Finanzminister, sagte auf der offiziellen Pressekonferenz zur Eröffnung der Ausstellung, die einen Rückblick auf 70 Jahre Entwicklung gibt: „Es war eine aufregende und auch sehr emotionale Erfahrung, diese Ausstellung zu besuchen. China hat in den vergangenen 70 Jahren große Errungenschaften erzielt: Vom ersten in China hergestellten Traktor bis zum ersten im Inland produzierten Auto. Die Exponate der Ausstellung machen mich wirklich stolz“, so der Minister. „Besonderen Eindruck hat bei mir der nachgebildete Prüfungssaal für die Gaokao aus dem Jahr 1977 hinterlassen“, sagte Liu. Es war das Jahr, in dem China seine Hochschulaufnahmeprüfung wieder aufnahm. Für viele junge Chinesen ist eine bestandene Gaokao noch heute richtungsweisend für den späteren Lebensweg.

 

„Auch ich habe in jenem Jahr an der Gaokao teilgenommen. Mein Prüfungssaal lag in einem ländlichen Gebiet im Vorort der Stadt Beijing“, erinnert sich Yi Gang, Präsident der Chinesischen Volksbank, auf der Pressekonferenz. Und Ning Jizhe, stellvertretender Direktor der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform sowie Leiter des Nationalen Statistikamts, sagt: „Ich war 1977 einer der Prüflinge in Guangde in der ostchinesischen Provinz Anhui.“ Liu, Yi und Ning sind gute Beispiele dafür, wie die Chinesen dank der Wiederherstellung der Gaokao ihr Schicksal verändert haben.

 

Bildungsminister Chen Baosheng betonte, dass es China dank 70 Jahren großer Anstrengungen gelungen sei, das weltweit größte Bildungssystem aufzubauen. Derzeit gebe es in China 519.000 Bildungseinrichtungen verschiedenster Art mit 276 Millionen Studenten und Schülern sowie 16,7 Millionen Vollzeitlehrern. „48,2 Prozent der heutigen Arbeitskräfte in unserem Land haben eine Hochschulbildung genossen, wobei die durchschnittliche Gesamtbildungsdauer 13,6 Jahre beträgt“, so der Minister.

 

Laut Ma Xiaowei, Direktor der Staatlichen Kommission für Gesundheit und Hygiene, habe sich in den letzten 70 Jahren auch das Gesundheitsniveau der chinesischen Bevölkerung ständig verbessert. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Chinesen sei in diesem Zeitraum von 35 auf 77 Jahre gestiegen. Bei den wichtigsten Gesundheitsindikatoren habe man bereits den Durchschnitt der Länder mit mittlerem und hohem Einkommen übertroffen.

 

Ning Jizhe erklärte, dass das chinesische BIP von 67,91 Milliarden Yuan im Jahr 1952 auf 90,03 Billionen Yuan 2019 gestiegen sei, ein Anstieg um das 147-Fache. Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen der Chinesen stieg zwischen 1949 und 2018 um das 59,2-Fache, und die Pro-Kopf-Konsumausgaben wuchsen um das 28,5-Fache gegenüber 1956.

 

Teil der diesjährigen Jubiläumsfeierlichkeiten auf dem Platz des Himmlischen Friedens waren auch eine große Militärparade und eine Volksparade, an der 100.000 Menschen teilnahmen. Unter ihnen fanden sich Vertreter aller 56 Nationalitäten Chinas und Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen. So liefen unter anderem auch Expressboten auf, die als Servicekräfte eine immer größere Rolle im Alltagsleben der Chinesen spielen und als Sinnbild der Entwicklung einer modernen Dienstleistungssektors gelten. Als sie mit ihren Elektrorollern am Tian’anmen-Platz vorbeifuhren, jubelten ihnen die Zuschauer herzlich zu.

 

„Solange wir an unseren Idealen und Überzeugungen festhalten und unermüdlich unsere Arbeit erledigen, kann jeder gewöhnliche Chinese einen außergewöhnlichen Lebensweg beschreiten und jeder durch gewöhnliche Arbeit außergewöhnliche Leistungen erbringen“, sagte Chinas Staatspräsident Xi Jinping auf der Verleihungszeremonie der nationalen Medaillen und Ehrentitel der Volksrepublik, die am 29. September in der Großen Halle des Volkes in Beijing stattfand.

 

Bei den Feierlichkeiten zum 70-jährigen Gründungsjubiläum der Volksrepublik wurde neben der großen Militärparade auch eine Volksparade mit 100.000 Teilnehmern veranstaltet. Unter ihnen waren Vertreter aller 56 Nationalitäten Chinas sowie Menschen

 aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen.

 

Die Bevölkerung steht im Mittelpunkt

 

„China praktiziert ein gutes Governance-System. Das Repräsentativste an der chinesischen Entwicklung ist sein Entwicklungskonzept, das die Menschen in den Mittelpunkt stellt und den Bedürfnissen der Menschen oberste Priorität bei der Ausarbeitung der nationalen Tagesordnung einräumt“, sagte Jallow Ebrima, Journalist von Gambia Radio & Television Services, gegenüber „China Today“. Aus seiner Sicht sei dies der Schlüssel zu Chinas großem Erfolg.

 

Er erklärte: „China setzt auf eine auf die Menschen ausgerichtete Entwicklung. Ich glaube, Chinas Definition der Menschenrechte ist die beste in der Welt, weil die Befriedigung der grundlegenden Bedürfnisse der Menschen nach Gesundheitsversorgung, Wohnung, Nahrung und Kleidung letztlich bedeutet, dass die Menschen mehr Menschenrechte genießen. Im Westen wird viel über Freiheit gesprochen, aber die Entwicklungsrechte der Menschen werden nicht garantiert.“ Der afrikanische Journalist erklärte, er habe viele Orte in China besucht und mit seinen eigenen Augen gesehen, wie stark die chinesische Bevölkerung von der Entwicklung profitiert. „Dies ist das Governance-System, das wir brauchen“, sagte er.

 

In China ist das auf die Menschen ausgerichtete Entwicklungskonzept nicht nur bloße Parole oder theoretisches politisches Konzept, sondern es hat schon heute greifbare Ergebnisse erzielt, die sich im Leben jedes Chinesen widerspiegeln. Bei der Gründung der Volksrepublik 1949 waren 80 Prozent der Menschen Analphabeten, und die Einschulungsrate lag unter 20 Prozent. Bis 2017 stieg diese auf 99,91 Prozent. Die Konsolidierungsrate der neujährigen Pflichtschulbildung, also das Verhältnis von Absolventen und Schulanfängern im selben Jahr, erreichte 93,8 Prozent. Das entspricht dem durchschnittlichen Niveau der Länder mit hohem Einkommen oder übertrifft diese sogar. Im selben Jahr erreichte die Hochschulzulassungsrate 71,46 Prozent.

 

Auch in Bezug auf die Armutsüberwindung hat China beeindruckende Erfolge erzielt. Insbesondere nach der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik haben 700 Millionen Chinesen den Weg aus der Armut gefunden, eine große Leistung der Menschheitsgeschichte, die weltweite Bewunderung erntet.

 

Luan Jianzhang, Direktor des Forschungsbüros der Internationalen Abteilung beim Zentralkomitee der KP Chinas, sagte, dass der parteipolitische Austausch zeige, dass Chinas Praktiken zur Armutsüberwindung die politischen Parteien in anderen Ländern am stärksten interessierten. „Sie möchten sich mit Chinas Praktiken und Erfahrungen auf diesem Gebiet vertraut machen, weil das Problem der Armut auch eine große Herausforderung ist, mit der sich viele andere Entwicklungsländer konfrontiert sehen“, so Luan.

 

Hlengiwe Buhle Mkhize, Mitglied des südafrikanischen Nationalen Exekutivkomitees des Afrikanischen Nationalkongresses, hat nach ihrem Besuch in der Volksrepublik festgestellt, dass alle armen Menschen in China dank der Umsetzung gezielter Maßnahmen und Projekte geeignete Unterstützung erhalten. „Das Wichtigste, was wir von China lernen können, ist direkt in arme Haushalte und Gebiete zu investieren und keine Form von Kapitalmissbrauch zu tolerieren“, sagt sie.

 

In China ist das Volk der Herr des Landes. Staatspräsident Xi Jinping unterstrich in seiner Rede anlässlich der Feierlichkeiten zum Gründungsjubiläum der Volksrepublik die Wichtigkeit, die herrschende Stellung des Volkes zu wahren und die Wünsche der Chinesen nach einem schönen Leben weiter zu befriedigen. Er beendete seine Rede mit dem Satz: „Lange lebe das großartige chinesische Volk!“

 

Der gambische Journalist Jallow Ebrima ist der Ansicht, sein Land solle von Chinas auf die Menschen ausgerichtetem Entwicklungskonzept lernen, um den Zugang der Bevölkerung zu verschiedenen Ressourcen und ihre Rechte auf Bildung sowie zu Infrastruktureinrichtungen aller Art zu garantieren, statt bloß leere Phrasen über Menschenrechte zu dreschen. „In meinem Land tendieren manche Leute dazu, an westliche Werte zu glauben. Meiner Ansicht nach sollte jedes Land seinen eigenen Entwicklungsweg einschlagen, der auf die eigene Situation zugeschnitten ist. Chinas Erfolg hat diese Ansicht gut veranschaulicht“, sagt er.

 

 

Expressboten spielen eine immer wichtigere Rolle im Alltagsleben der Chinesen. Als sie mit ihren Elektrorollern

 am Tian’anmen-Platz vorbeifuhren, jubelten ihnen die Zuschauer herzlich zu.

 

Friedliche Entwicklung und Aufbau einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit

 

„Auf unserem Weg nach vorne werden wir an der friedlichen Entwicklung festhalten und eine Strategie der Öffnung zum gemeinsamen Gewinnen verfolgen. Wir werden weiterhin mit Menschen aus allen Ländern zusammenarbeiten, um den Aufbau einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit zu fördern“, sagte Chinas Staatspräsident Xi Jinping in seiner Rede bei den Gründungsfeierlichkeiten am 1. Oktober.

 

Fast 100 ausländische Staats- und Regierungschefs sowie Leiter internationaler Organisationen hatten Staatspräsident Xi Jinping telegraphisch oder brieflich ihre besten Wünsche zum 70. Gründungstag der Volksrepublik übermittelt. Sie lobten Chinas erfolgreiche Entwicklung der letzten 70 Jahre und äußerten die Erwartung, dass China in Zukunft größere Verantwortung in der internationalen Gemeinschaft übernehmen und den Aufbau der Seidenstraßeninitiative fördern werde, damit noch mehr Länder und Völker von Chinas Entwicklung profitieren.

 

Gleichzeitig interpretierten einige westliche Medien Chinas Militärparade als Ausdruck der militärischen Stärke des Landes. Sie verbreiteten die Theorie der „chinesischen Bedrohung“ und behaupteten, China müsse eingedämmt werden. Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte auf der 16. Jahrestagung des Waldai Discussion Club, die Anfang Oktober in Sochi stattfand, China sei nicht aufzuhalten. In den letzten 70 Jahren hätten westliche Medien Chinas Weg und Entwicklung immer wieder angezweifelt und in Frage gestellt. Trotzdem habe China stetig an Dynamik und Stärke gewonnen und rücke zunehmend ins Zentrum der Weltbühne, so Putin.

 

Die Volksrepublik verfolgt seit ihrer Gründung eine unabhängige und selbstständige Außenpolitik des Friedens. Das von Xi Jinping vorgeschlagene Konzept zum Aufbau einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit befasst sich mit der Frage, wie ein aufstrebendes China mit der Welt auskommt. Darüber hinaus hat China auch ein Konzept vorgelegt, welche Art von internationalen Beziehungen und globaler Ordnungen in der heutigen Welt aufgebaut werden sollten.

 

Xi Jinping hat darauf hingewiesen, dass die internationale Gemeinschaft Partnerschaft, Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung, den Austausch zwischen den Zivilisationen und den Aufbau eines gesunden Ökosystems fördern sollte, um eine offene, inklusive, saubere und schöne Welt zu schaffen, die dauerhaften Frieden, gemeinsame Sicherheit und gemeinsame Prosperität genießt. Zu diesem Zweck hat China es sich als Ziel seiner diplomatischen Arbeit gesetzt, den Aufbau einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit zu fördern, indem es konsequent als Praktiker der friedlichen Entwicklung, Förderer gemeinsamer Entwicklung, Verteidiger des multilateralen Handelssystems und Teilnehmer an der globalen wirtschaftspolitischen Steuerung auftritt.

 

In Bezug auf Chinas Rolle in der internationalen Gemeinschaft sagte Md Enamul Hassan, Journalist der bangladeschischen Tageszeitung „Daily Sun“: „China ist eine positive Kraft zur Förderung des Weltfriedens.“ China setze sich für Fairness, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt ein, so der Journalist. „Ich bin der Meinung, dass die Welt weniger Konflikten und Kriegen ausgesetzt worden wäre, wenn China seinen Aufstieg früher verwirklicht hätten“, sagte er weiter. Seiner Ansicht nach hätten die westlichen Medien das Verständnis der internationalen Gemeinschaft in Bezug auf China in gewissem Maße irregeführt. „Doch die Menschen in den Entwicklungsländern tendieren zu der Auffassung, dass die Welt gerechter, friedlicher und prosperierender sein wird, wenn China als großes Land mehr Verantwortung übernimmt.“

 

Als Plattform für die Umsetzung der Initiative zum Aufbau der Schicksalsgemeinschaft der Menschheit hat die Seidenstraßeninitiative durch verschiedene gemeinsame Projekte Vertrauen, Fairness, Gerechtigkeit und die Win-win-Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen in der Welt gestärkt. Der ehemalige italienische Ministerpräsident Massimo D’Alema sagte in einem Interview mit „China Today“: „Die Seidenstraßeninitiative hat eine neue Vision der wirtschaftlichen Globalisierung geschaffen. Dies bedeutet einen neuen Trend der Globalisierung, die gerechter ist und bei der die Menschen in den Mittelpunkt gestellt werden. Sie wird dazu beitragen, Armut und Ungleichheit zu beseitigen und allen Ländern dabei helfen, globale Probleme wie den Klimawandel zu bewältigen sowie den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Völkern, Kulturen und Zivilisationen zu fördern.“

 

Die Padma-Brücke beispielsweise, die von den Einheimischen in Bangladesch als „Traumbrücke“ bezeichnet wird, ist ein wichtiges Verkehrsprojekt im Rahmen der Seidenstraßeninitiative. Nach ihrer Fertigstellung hat sie den Einheimischen neue Transportmöglichkeiten beschert. „Der Bau der Brücke hat die wirtschaftliche Entwicklung Bangladeschs stark gefördert“, sagt Journalist Md Enamul Hassen. „Schätzungen zufolge wird das BIP-Wachstum unseres Landes durch diese neue Infrastrukturanlage um rund ein Prozent gesteigert. Die Projekte im Rahmen der Seidenstraßeninitiative sind von unserem Land und dessen Bevölkerung herzlich begrüßt worden, weil sie Investitionen ins Land holen, die Produktion fördern, das Wirtschaftswachstum vorantreiben und viele Arbeitsplätze schaffen“, so der Journalist. Viele Länder hätten von derartigen Bauprojekten im Rahmen der Seidenstraßeninitiative profitiert. „Das ist der Grund, warum sich immer mehr Länder dieser Initiative anschließen“, so das Fazit von Md Enamul Hassen.

 

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