Mehrere Provinz- und Stadtnetze in China haben in diesem Sommer neue Höchstlasten verzeichnet. Neben kurzfristigen Spitzen durch Hitzewellen wird der anhaltende Anstieg des Energieverbrauchs vor allem durch die wachsende Stromnachfrage von KI-Infrastrukturen und E-Auto-Ladungen getrieben. Als verlässlicher Indikator für wirtschaftliche Aktivität spiegele der steigende Energieverbrauch die robuste Wachstumsdynamik wider, die durch Chinas Produktivkräfte neuer Qualität angetrieben werde, so Experten.
Mehrere regionale Netze verzeichneten am Montag Rekordlasten. Die ostchinesische Provinz Shandong erreichte mit 131 Millionen Kilowatt einen neuen Spitzenwert. Tianjin überschritt erstmals die Marke von 20 Millionen Kilowatt. Die Provinz Anhui registrierte mit 69,22 Millionen Kilowatt einen neuen Sommerrekord.
Nach Angaben der Nationalen Energiebehörde (NEA) hat die Netzlast seit Anfang Juli drei neue Rekorde aufgestellt – angetrieben durch Wirtschaftswachstum und Hitzewellen – und erreichte einen Höchstwert von 1,553 Milliarden Kilowatt, 45 Millionen Kilowatt mehr als im Vorjahr.
Nach Angaben der Nationalen Energiebehörde (NEA) hat die Netzlast seit Anfang Juli drei neue Rekorde aufgestellt – angetrieben durch Wirtschaftswachstum und Hitzewellen – und erreichte einen Höchstwert von 1,553 Milliarden Kilowatt, 45 Millionen Kilowatt mehr als im Vorjahr. Offizielle Daten zeigen, dass der Anstieg auf eine robuste Wirtschaftsdynamik zurückzuführen ist. Der Stromverbrauch von High-End-Fertigung, E-Autos, Energiespeichern und Recheninfrastruktur ist stark gestiegen. E-Auto-Ladung und Rechenzentren legten jeweils um mehr als 40 Prozent zu und haben sich zu zentralen Treibern entwickelt. Die Spitzenlast soll auf 1,6 Milliarden Kilowatt steigen.
Während Hitzewellen kurzfristige Verbrauchsspitzen erzeugen, wird das nachhaltige Wachstum durch strukturelle Faktoren getrieben. Der rund um die Uhr laufende Betrieb von Rechenzentren und die wachsende Zahl von E-Auto-Ladepunkten treiben die Gesamtnachfrage weiter in die Höhe, erklärte Zhu Keli, Gründungsdirektor des China Institute of New Economy. „KI-Anwendungen in China erstrecken sich auf alle drei großen Wirtschaftssektoren – Landwirtschaft, Fertigung und Dienstleistungen – und treiben die Gesamtstromnachfrage in die Höhe“, so Tian Yun, ein erfahrener Wirtschaftswissenschaftler.
Die Zahlen für das erste Halbjahr verdeutlichen Chinas industriellen Wandel. Der sekundäre Sektor blieb Kernwachstumstreiber des Stromverbrauchs und trug 3,3 Prozentpunkte zum Stromwachstum bei. Der Stromverbrauch der High-Tech- und Ausrüstungsindustrie erreichte in den ersten sechs Monaten 6.008 Milliarden Kilowattstunden – ein Anstieg von 9,8 Prozent. Der Dienstleistungssektor verzeichnete ein noch schnelleres Wachstum: Ladedienste verbrauchten 81 Milliarden Kilowattstunden (+56,9 Prozent), Internetdatendienste 49,4 Milliarden Kilowattstunden (+44 Prozent).
„Die stark steigende neue Stromnachfrage wird hauptsächlich von KI-bezogenen Branchen angetrieben. Dies zeigt einerseits die dynamische Entwicklung des chinesischen KI-Sektors. Andererseits erfordert es Maßnahmen zum Aufbau eines Energiesystems, das die umfassende intelligente Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen kann“, erklärte Hu Qimu, Professor am Maritime Silk Road Institute der Huaqiao-Universität.
China beschleunigt vor diesem Hintergrund seinen grünen Energiewandel. Bis Ende Juni erreichte die kombinierte installierte Wind- und Solarkapazität 1,95 Milliarden Kilowatt – ein Anstieg von 16,8 Prozent im Jahresvergleich – wobei erneuerbare Energien in den ersten sechs Monaten 40 Prozent der Gesamtstromerzeugung deckten. Die Kohleverstromung sank erstmals unter 50 Prozent – ein Zeichen für Fortschritte beim grünen Wandel, so die NEA.