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Wie Roboter den Alltag älterer Menschen verändern

2026-10-16 16:28:00 Source:german.china.org.cn Author:Chen Qi
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China setzt angesichts des demografischen Wandels verstärkt auf KI in der Altenpflege. Von intelligenten Gesundheitschecks bis hin zu Sprachassistenten: Neue Technologien sollen den Alltag älterer Menschen erleichtern und das Pflegepersonal spürbar entlasten. 

 

In einem Altenheim im ostchinesischen Wuzhen bringt ein Serviceroboter einem pflegebedürftigen Bewohner eine Mahlzeit. Im Gemeinschaftsraum machen ältere Menschen gemeinsam Gymnastik und folgen dabei den Bewegungen eines kleinen Roboters namens „Xiaobai“. In der nordchinesischen Stadt Ordos schaut der 68-jährige Zhang vor seinem Spaziergang regelmäßig im Gesundheitszentrum seines Wohnviertels vorbei. Dort erstellt ein KI-gestütztes Gerät mithilfe von Infrarot-Wärmebildern in weniger als zehn Minuten einen Bericht mit 20 Gesundheitsindikatoren.

 

Solche Szenen gehören in China allmählich zum Alltag älterer Menschen, denn Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) treiben die Entwicklung der Altenpflege deutlich voran.

 

Laut offiziellen Statistiken lebten Ende 2025 in China rund 320 Millionen Menschen im Alter von 60 Jahren oder darüber. Bis 2035 dürfte ihre Zahl auf mehr als 400 Millionen steigen. Gleichzeitig mangelt es im Pflegesektor an Arbeitskräften: Einem Bericht zur beruflichen Situation von Pflegekräften zufolge dürfte die Personallücke in den kommenden fünf Jahren mehr als fünf Millionen betragen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die intelligente Pflege zunehmend an Bedeutung.

 



In einem intelligenten Seniorenzentrum in Wuzhen in der Provinz Zhejiang spielen Senioren mit einem Roboterhund. (Foto: Zhong Yueying/Xinhua) 

 

Technik, die den Pflegealltag erleichtert 

 

„Roboter können uns Mahlzeiten und Medikamente bringen und viele Aufgaben des Pflegepersonals übernehmen. Das ist sehr effizient und bequem“, beschreibt Pan Jiancheng, ein Bewohner des intelligenten Pflegezentrums in Wuzhen.

 

Auch bei der Körperpflege helfen intelligente Geräte. Ein mobiles Duschsystem mit intelligenter Steuerung erleichtert beispielsweise das Baden pflegebedürftiger Menschen. „Früher brauchten wir zwei Pflegekräfte, um einen bettlägerigen Senior zu baden – das war kräftezehrend und mit Sturzrisiken verbunden“, berichtet Zhong Yueying, Leiterin des Seniorenzentrums. Heute genügt dank des Systems eine Pflegekraft. Die eingesparte Zeit und Energie könne das Personal dafür nutzen, um mehr mit den älteren Menschen zu sprechen, sagt sie.

 

Auch in Wohnvierteln und Privathaushalten hält KI zunehmend Einzug. Sie hilft dabei, den Gesundheitszustand zu überwachen, Gefahren frühzeitig zu erkennen und digitale Dienstleistungen zugänglich zu machen.

 

In Zhuhai in der südchinesischen Provinz Guangdong wurden 2025 für 19 alleinlebende ältere Menschen Notrufgeräte installiert. Bei gesundheitlichen Problemen oder einem Sturz genügt nun ein Knopfdruck oder ein Hilferuf, um die städtische Pflegeplattform zu alarmieren und die hinterlegten Notfallkontakte automatisch anzurufen.

 

Studien zufolge entscheiden sich mehr als 90 Prozent der älteren Menschen in China für ein Leben im eigenen Zuhause. KI-gestützte Gesundheitsüberwachung und intelligente Pflegedienste können daher dazu beitragen, ihren Bedürfnissen besser gerecht zu werden.

 

Huang Jianyuan, Professor an der Fakultät für öffentliche Verwaltung der Hohai-Universität, zufolge wird sich die intelligente Pflege künftig stärker an individuellen Bedürfnissen orientieren, mehr Dienstleistungen anbieten und enger in die lokalen Gemeinschaften eingebunden sein.

 

Mehr als Technik: Pflege mit menschlicher Nähe 

 

Neben der körperlichen Entlastung gewinnt die emotionale Unterstützung an Bedeutung. Studien zeigen, dass mehr als 80 Prozent der älteren Menschen bei der Nutzung digitaler Geräte auf Schwierigkeiten stoßen. Wie lässt sich Technik so gestalten um ihren Alltag tatsächlich zu erleichtern?

 

Sun Bo, CEO von IDOLVERSE, einem in Beijing ansässigen Unternehmen im Bereich verkörperter KI, berichtete in einem Interview von einer bewegenden Erfahrung. Der von seinem Team entwickelte Roboter versteht sechs Dialekte. Zunächst betrachtete das Team diese Funktion lediglich als kleine Ergänzung. Bei einem Test in einem Seniorenheim zeigte sich jedoch ihr Wert: Als ein älterer Mann den Roboter mit starkem Sichuan-Akzent ansprach und dieser passend antwortete, leuchteten die Augen des Mannes plötzlich auf.

 

„Viele ältere Menschen schämen sich, Standardchinesisch zu sprechen, weil es ihnen schwerfällt“, erklärt Sun. „Wenn der Roboter sie jedoch in ihrem eigenen Dialekt anspricht, verlieren sie ihre Hemmungen.“

 

Auch im Shanghaier Stadtbezirk Putuo läuft das Pilotprojekt „KI + Seniorenessen“. Mithilfe von KI können ältere Menschen ihre Mahlzeiten per Sprachbefehl im lokalen Dialekt bestellen. Ein geschultes Lieferteam bringt das Essen direkt an die Haustür.

 

Die Entwicklung intelligenter Pflegelösungen wird in China auch politisch gefördert. Im Dezember 2025 veröffentlichten das Ministerium für zivile Angelegenheiten und sieben weitere chinesische Behörden eine Richtlinie zur Förderung der Seniorenwirtschaft. Ziel ist es unter anderem, Pflegerobotik, Medizintechnik und Smart-Home-Systeme enger miteinander zu verknüpfen und ein umfassendes Pflegeökosystem aufzubauen.

 

Vom Gymnastikroboter „Xiaobai“ über intelligente Gesundheitsgeräte bis hin zu Sprachassistenten: Chinas Behörden und Technologieunternehmen erschließen zunehmend neue Einsatzmöglichkeiten für KI in der Altenpflege. Mit Blick auf die Zukunft wird es darauf ankommen, technologische Innovationen noch stärker mit menschlicher Zuwendung zu verbinden, damit ältere Menschen möglichst selbstbestimmt, sicher und in Würde leben können.

 

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