
Eine Reihe von Schallschutzkabinen in der Bibliothek der Zhengzhou University. (Foto: Chang Liyuan/People's Daily Online)
Beim Betreten der Bibliothek der Zhengzhou University am 2. November fallen Reihen graublauer „kleiner Häuschen“ ins Auge. Die Türen der Kabinen schließen sich leise, drinnen wird konzentriert geübt, draußen herrscht eine stille Lernatmosphäre. Diese Schallschutzkabinen hat die Universität eigens für Studierende eingerichtet, die mit lauter Stimme bspw. Bewerbungsgespräche oder mündliche Sprache üben müssen.
Seit ihrer Inbetriebnahme im Oktober 2025 wurden die Kabinen bereits über 56.000 Mal gebucht. In den Phasen für Jobbewerbungen und vor Nachprüfungen war kaum eine freie Kabine zu bekommen. Die Bibliothek hat insgesamt 18 Schallschutzkabinen eingerichtet, 16 Einzel- und zwei Viererkabinen. Die Kabinen mit einer Schalldämmung von mindestens 25 Dezibel verfügen unter anderem über eine Lüftung und Steckdosen. Die Buchung erfolgt online, eingecheckt wird per QR-Code oder mit Karte. Nun muss man sich nicht mehr zum Telefonieren im Flur verstecken, sondern kann sich in seinen eigenen paar Quadratmetern frei entfalten.
„Die Schallschutzkabinen sind mehr als einfach nur ein paar zusätzliche Räume, sie bieten Platz für kleine Anliegen der Studierenden, für die es sonst keinen Ort gibt“, erklärt Meng Lili, stellvertretende Direktorin der Bibliothek der Universität Zhengzhou. „Früher hatten wir überall nur auf Stille geachtet, aber heutzutage müssen auch Bewerbungsgespräche, lautes Auswendiglernen oder Online-Meetings ihren geeigneten Platz finden.
Die wenige Quadratmeter großen Schallschutzkabinen beeinträchtigen die Ruhe im Lesesaal nicht und durch das wiederholte Buchen, Einchecken und pünktliche Verlassen der Kabine entwickelt sich im Alltag bei den Studierenden mit der Zeit ein Bewusstsein für die Regeln im Umgang mit öffentlichen Räumen.“ Angesichts der großen Nachfrage plant die Bibliotheksleitung bereits die Beschaffung weiterer 18 Einzelkabinen.
Aus der Sicht von Meng Lili gehen die detaillierten Überlegungen weit über eine bloße Erleichterung des studentischen Alltags hinaus. „Die Schallschutzkabinen sind nicht nur materielle Ausstattung, sondern besäßen auch einen Bildungsauftrag.“ Physischer Raum werde so zu einer Bildungsressource und durch menschenorientierte Gestaltung der Regeln gehe man auf die vielfältigen Lernbedürfnisse ein. Dies sei ein praktisches Vorbild für den Aufbau smarter Bibliotheken.