Chinesische Autohersteller sind auf dem italienischen Markt für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf dem Vormarsch. Dies ist auf wettbewerbsfähige Preise, eine wachsende Modellpalette und eine steigende Nachfrage nach Plug-in-Hybriden zurückzuführen.
Besucher betrachten am 27. September 2025 ein Ausstellungsfahrzeug von BYD auf dem Turiner Autosalon. (Foto: Li Jing/Xinhua)
Nach Daten des italienischen Automobilverbands UNRAE wurden in den ersten sieben Monaten des Jahres in Italien 33.973 Pkw von BYD zugelassen, was einer Steigerung um fast 195 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet. Dabei erhöhte der Hersteller seinen Marktanteil von 1,18 auf 3,2 Prozent.
Allein im Juli gingen 4.466 Pkw auf das Konto des chinesischen Herstellers, ein Anstieg von 127,05 Prozent im Vorjahresvergleich.
Motus-E, ein italienischer Verband, der sich für Elektromobilität und das Wachstum der E-Auto-Branche in Italien einsetzt, berichtete von 86.003 Neuzulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge (BEVs) im Zeitraum Januar bis Juli dieses Jahres, das sind 70,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Auf den vollelektrischen chinesischen Kleinwagen Leapmotor T03 entfielen mit 22.353 Neuzulassungen etwa 26 Prozent des Marktes für reine Elektrofahrzeuge. Währenddessen avancierte der BYD Dolphin Surf laut Motus-E im Juli mit 572 Neuzulassungen zum meistverkauften vollelektrischen Auto Italiens.
In einem BYD-Autohaus in Rom erklärte Vertriebsberater Gianmaria Migliore, das Unternehmen habe selbst im August, einer normalerweise eher ruhigen Zeit für die Autoindustrie, ein „sehr starkes Interesse“ von Kunden verzeichnet.
„Die Kunden finden die Marke aus mehreren Gründen attraktiv, dazu gehören der Preis, die Qualität, die Technologie sowie das Fahrerlebnis“, so Migliore.
Plug-in-Hybride seien besonders beliebt, wie er ausführt, weil die Ladeinfrastruktur in Italien noch nicht so gut ausgebaut sei und viele Verbraucher keine Möglichkeit besäßen, ihr Auto zuhause zu laden. So gehörten der Atto 2 DM-i und der kürzlich auf den Markt gekommene Dolphin G DM-i zu den besonders gefragten Modellen.
Italien „ist einer der Schlüsselmärkte“ in der Europastrategie von BYD, wie BYD Europe in einer Stellungnahme mitteilte. Italienische Verbraucher schätzten besonders kompakte, praktische und erschwingliche Fahrzeuge.
BYD Europe erklärte, italienische Kunden zeigten sich gegenüber Fahrzeugen mit alternativen Antrieben zwar aufgeschlossener, legten jedoch weiterhin großen Wert auf Design, Technologie, Sicherheit und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Mehr als jeder vierte in Italien verkaufte Plug-in-Hybrid sei ein BYD, so das Unternehmen.
Der Erfolg kompakter Modelle wie des Dolphin Surf zeige einen Wandel hin zu Elektrofahrzeugen, die „praktisch, leicht zugänglich und ideal für den täglichen Stadtverkehr seien“, erklärte BYD Europe.
„Unser Ziel in Europa ist nicht nur der Verkauf von Fahrzeugen, sondern wir wollen uns langfristig im europäischen Automobil-Ökosystem etablieren“, so BYD Europe weiter. Die Lokalisierung bleibe ein „wichtiger Bestandteil“ der Europastrategie des Konzerns.
Zudem verwies BYD Europe auf das Potenzial für eine engere Zusammenarbeit zwischen chinesischen und europäischen Automobilpartnern in den Bereichen Technologie, Fertigung, Lieferketten und Nachhaltigkeit, da die europäische Autoindustrie ihren Wandel hin zur Elektromobilität gerade beschleunige.